Nadine Schön (CDU)
Abgeordnete Bundestag 2013-2017

Angaben zur Person
Nadine Schön
Geburtstag
05.06.1983
Berufliche Qualifikation
Diplom-Juristin
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Bundestages
Wohnort
Tholey
Wahlkreis
St. Wendel über Wahlkreis eingezogen
Ergebnis
45,4%
Landeslistenplatz
2, Saarland
(...) In Deutschland bildet die soziale Marktwirtschaft die Grundlage dafür, dass jeder Bürger nach dem streben kann, was er sein möchte, während er sich gleichzeitig sicher sein kann, Teil einer solidarischen Gemeinschaft zu sein, in der niemand durchs Netz fällt. Insofern kann ich Ihre Kritik auf die Bundesrepublik Deutschland herunter gebrochen schon gar nicht teilen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Fragen an Nadine Schön
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Die Datenschutzbestimmungen zur Behandlung meiner Daten habe ich gelesen.
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Soziales
07.02.2017
Von:
Ney

Sehr geehrte Frau Schön,

die Menschheit lebt nicht sehr fortschrittlich auf diesem Planeten. Einerseits findet eine in hohem Maße unvernünftige Massenproduktion von kurzlebigen und umweltschädlichen Massengütern rein zur Gewinnerzielung statt und andererseits schaffen es die Menschen immer noch nicht Energien umweltfreundlich herzustellen. Der Grund für diesen unvernünftigen Lebenswandel auf diesem Planeten ist schnell gefunden: Es ist der Kapitalismus, welcher die Menschen in ein primitives Gesellschaftsmodell hineinzwängt.

Von einem gleichberechtigten Miteinander sind wir dabei noch Lichtjahre entfernt und das obwohl die meisten Menschen doch ihren Teil zu einem vernünftigen Zusammenleben in einer Gesellschaft als Ganzem beitragen. Albert Einstein, ohne jeden Zweifel einer der klügsten Köpfe des vergangenen Jahrhundert stellte einst fest, dass die reinste Form des Wahnsinns es ist: Alles beim Alten zu lassen und trotzdem zu hoffen das sich etwas ändert.
Kurioserweise verstehen die Menschen solch eine Aussage nicht, denn sie drehen sich immer und immer wieder im Kreis. Sie erhalten ein System aufrecht, welches ungerechter und unvernünftiger im Grunde nicht sein könnte und diejenigen welche daran etwas ändern könnten, ändern nichts. Vielleicht sind diese ja auch an ihrem eigentlichen Ziel angelangt, welches eher einem vernünftigen Monatslohn entspricht, als das diese bestrebt sind etwas zum Positiven zu verändern.

So wird sich das Rad immer weiter drehen und die Geschichte wird sich mit all ihren negativen Facetten wiederholen, nicht weil die Menschheit an ihrem Unvermögen scheitern würde, sondern weil sie einfach nichts ändern will.

Frage: Haben sie persönlich vor etwas am vorherrschenden System zu verändern, um allen Menschen ein besseres Leben zu ermöglichen oder sind sie mit dem derzeitigen System zufrieden?
Antwort von Nadine Schön
bisher keineEmpfehlungen
13.03.2017
Nadine Schön
Sehr geehrter Herr Ney,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Die von Ihnen angesprochenen Aspekte sind in der Tat sehr komplex. Allerdings teile ich Ihre Grundthese nicht. Wir leben doch gerade in Zeiten des rasanten Wandels, der vielen von uns sogar zu schnell geht. Diese massiven Veränderungen sind aus meiner Sicht ein wichtiger Grund dafür, warum Menschen verunsichert sind und sich Sorgen machen. Daher ist es unsere Aufgabe, diesen Wandel aktiv zu begleiten und zu gestalten. Dies gelingt uns sicherlich nicht mit dem einen großen Wurf, sondern vielmehr in vielen kleinen, mühsamen und beharrlichen Schritten.

Darüber hinaus besteht kein Zweifel daran, dass Marktwirtschaft im Gegensatz zu sozialistischen Regimen insgesamt ein Erfolgsmodell ist, das nachweislich nicht nur bei uns in Deutschland, sondern weltweit die Armut erheblich verringert hat. Damit will ich nicht beschwichtigen, dass es noch viel zu viel Armut in vielen Regionen auf der ganzen Welt gibt. Das hat aber weitaus andere Ursachen. Das System der freien Marktwirtschaft hat sich definitiv bewehrt und müsste in vielen weiteren Ländern auf der Welt etabliert werden.

Sicherlich bedeutet das nicht, dass das System frei von Fehlentwicklungen ist. Ich denke da etwa an die Ausmaße der Finanzkrise. Ich möchte nicht verschweigen, dass wir insbesondere im Hinblick auf den völlig enthemmten Finanzkapitalismus teils perverse Auswüchse haben, die wir entschlossen bekämpfen müssen. Die Politik reagiert auf derartige Fehlentwicklungen und wirkt darauf hin, Missstände zu korrigieren. Im Hinblick auf die Finanzkrise möchte ich da nur die ehrgeizige Reform der Finanzmärkte nennen. Hier sind wir in Europa ein gutes Stück voran gekommen.

Ich für meinen Teil bin Politikerin geworden, weil ich Dinge gestalten möchte, um darauf hinzuwirken, die Lebenssituation der Menschen in unserem Land stetig zu verbessern. Dazu gehört einerseits Dinge, die sich etabliert haben, zu stützen und weiterzuentwickeln, aber andererseits auch Schieflagen und Probleme in der Gesellschaft aufzuspüren und zu beheben.

In Deutschland bildet die soziale Marktwirtschaft die Grundlage dafür, dass jeder Bürger nach dem streben kann, was er sein möchte, während er sich gleichzeitig sicher sein kann, Teil einer solidarischen Gemeinschaft zu sein, in der niemand durchs Netz fällt. Insofern kann ich Ihre Kritik auf die Bundesrepublik Deutschland herunter gebrochen schon gar nicht teilen. Unsere Wirtschaftsordnung verbindet Wettbewerbswirtschaft und sozialen Ausgleich gleichermaßen und setzt damit die zentralen Voraussetzungen für ein gutes Leben für alle Menschen in unserem Land.

Im politischen Alltag tragen wir aus meiner Sicht Stück für Stück dazu bei, dieses besser zu machen: durch eine gute Beschäftigungslage und stabilen Arbeitsmarkt, durch gezielte Investitionen in Bildung, Familien, Pflege und Infrastruktur, aber auch durch nachhaltiges, verantwortliches Haushalten. Ganz konkret gehen Sie in Ihrer Anfrage auf umweltfreundliche Energien ein. Ich denke auch in diesem Bereich sind wir in Deutschland schon ganz gut aufgestellt. Wir haben die Energiewende beschlossen und wichtige grundlegende Schritte der Veränderung sind eingeleitet. Eine derart grundlegende Änderung geht aber eben auch nicht über Nacht, sondern erfordert einen langen Atem.

Ich bin der festen Überzeugung, dass unser Gesellschafts- und Wirtschaftssystem sicherlich nicht perfekt ist, aber in Abwägung die mit Abstand beste Option darstellt. Ich halte aber nichts davon, die Lebenswirklichkeit der Menschen in unserem Land schlechter zu machen als sie tatsächlich ist. Deutschland geht es insgesamt sehr gut, unser ausgeprägter Sozialstaat findet weltweite Beachtung, teils Bewunderung. Daher ist es aus meiner Sicht viel wichtiger, stetig Korrekturen vorzunehmen, wo diese erforderlich sind, aber am bewährten System der sozialen, und auch ökologischen Marktwirtschaft für eine gute Zukunft festzuhalten.

Ich hoffe, Ihre Frage hiermit beantwortet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Nadine Schön
X
Antwort empfehlen
Frage zum Thema Umwelt
26.02.2017
Von:
Joa

Thema: Arbeit

Wie stehen Sie zur ADAC-Deutschlandrallye im Saarland?
Die Schnellfahrer der Republik dürfen über Feld-, Wald- und Wanderwege mit ihren aufgemotzten Boliden brettern. Lärm, Abgase und Störung in der freien Natur, wo ansonsten Erholung und Ruhe angesagt ist. Ganz zu schweigen von dem negativen Vorbild, dass sich die Jugend bei solchen "Vorbildern" holt und ihnen nachahmt. Die Rallye soll durch FFH-Gebiete (Saarzeitung vom 17. Februar 2017: "Keine Rallye in Schutzgebieten²) verlaufen, wo per Rechtsverordnung Motorsportveranstaltungen strikt untersagt sind. Der Innenminister hat die Rallye mit Steuergeldern ins Saarland gelockt und Umweltminister JOST muss jetzt schauen wie er hier ne Befreiung vom Verbot begründet.
Antwort von Nadine Schön
1Empfehlung
13.03.2017
Nadine Schön
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Frage.

Vorab möchte ich betonen, dass wir ein sportbegeistertes Land sind und viele Menschen aktiv Sport treiben, sei es als Freizeit-, Breiten- oder auch Leistungssport. Die Vielzahl der Individual- oder Mannschaftssportarten im Sommer und auch Winter deckt ein breites Spektrum ab. Laufen und Schwimmen gehören genauso dazu wie Fußball oder Volleyball, Skifahren, Kampfsport und Curling genauso wie Segelflug oder eben auch der Motorsport. Jeder hat ganz individuelle sportliche Interessen, die andere vielleicht nicht teilen oder gar befremdlich finden. Gerade aber diese Vielzahl der unterschiedlichen Sportarten erlaubt es den Menschen, sich gemäß ihrer persönlichen Neigungen sportlich zu betätigen.

Alle diese sportlichen Aktivitäten sind jedoch im Grundrecht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit (Artikel 2 Abs. 1 des Grundgesetzes) verfassungsrechtlich geschützt. Darüber hinaus können sich Sportvereine und Sportverbände, wie auch die Sportlerinnen und Sportler selbst, auf die im Grundgesetz verbürgte Vereinigungsfreiheit (Artikel 9 Abs. 1 GG) berufen. Der Gestaltungsauftrag, den das Sozialstaatsprinzip an den Gesetzgeber stellt, umfasst auch den Bereich des Sports.

Problematisch ist es in der Tat, wenn unterschiedliche geschützte Bereiche aufeinandertreffen und eine Abwägung im Einzelfall erforderlich ist. In solchen Fällen ist nach dem Prinzip des schonendsten Ausgleichs abzuwägen. Das kann z.B. im Falle einer Motorsportveranstaltung der Umweltschutz gemäß Artikel 20a GG im Hinblick auf die von Ihnen beschriebenen Bedenken sein.

Dieses Prinzip bedeutet im konkreten Fall, dass die zuständige Straßenverkehrsbehörde für die Erteilung einer Erlaubnis nach § 29 Abs. 2 StVO (Übermäßige Straßenbenutzung) gemäß der geltenden Allgemeinen Verwaltungsvorschrift die Polizei, die Straßenverkehrsbehörden, die Behörden der Straßenbaulastträger sowie die Naturschutzbehörden zu hören hat, soweit ihre Zuständigkeit berührt wird. Wenn Einwände bzw. Forderungen der entsprechenden Stellen erhoben werden, sind diese im Erlaubnisbescheid durch entsprechende Bedingungen und Auflagen zu berücksichtigen, wobei eine abschließende Erlaubnis erst erteilt wird, wenn die beteiligten Behörden letztlich gegen die Veranstaltung keine weiteren Bedenken geltend gemacht haben. Insofern wird aus meiner Sicht den Belangen des Naturschutzes im Rahmen des Erlaubnisverfahrens im Zusammenspiel der zuständigen Stellen hinreichend Rechnung getragen.

Ungeachtet dessen müssen Sie sehen, dass es in unserem Land eine Menge Motorsportbegeisterte gibt, die sich ehrenamtlich für ihr Hobby und solche Großveranstaltungen engagieren. Dies ist mit Blick auf ein breites Angebot an Sport und Unterhaltung für die Menschen in unserer Region sehr wichtig und auch anerkennenswert. Ebenfalls ist aus meiner Sicht in der Gesamtabwägung auch zu berücksichtigen, dass der mit solchen Großveranstaltungen wie der ADAC Rallye Deutschland verbundene Sporttourismus ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor, insbesondere für das Hotel- und Gaststättengewerbe in unserem Land darstellt. Letztlich können wir mit derartigen nationalen Sportveranstaltungen das Image des Saarlandes als sportbegeistertes, gastfreundliches und leistungsfähiges Bundesland weit über die Landesgrenzen hinaus transportieren. Davon profitiert nach meiner Überzeugung unsere gesamte Region in hohem Maße.

Wie Sie sehen, liebe Frau , geht einer solchen Entscheidung eine umfassende und weitreichende Prüfung voraus. Unter der Maßgabe, dass im konkreten Fall im Erlaubnisverfahren von den beteiligten Behörden und Stellen abschließend keine Bedenken geltend gemacht wurden, unterstütze ich daher in der Gesamtabwägung die Durchführung der ADAC Rallye Deutschland im Saarland.

Ich hoffe, dass ich Ihre Frage damit hinreichend beantworten konnte.

Mit freundlichen Grüßen
Nadine Schön
X
Antwort empfehlen
Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
18.03.2017
Von:

Sehr geehrte Frau Schön, es geht mir um die Autobahnprivatisierung.
Der Bundesrat hat eine Stellungnahme der Bundesregierung zu siebzig Änderungen des Grundgesetzes eingefordert.
dip21.bundestag.de
Die Bundesregierung hat diese Anfrage jedoch vollständig zurückgewiesen.
dip21.bundestag.de

Die Beteiligung des Bundesrates ist also nur noch formal, jedoch nicht inhaltlich.
Damit setzt die Bundesregierung offensichtlich darauf dass am Ende die Ministerpräsident/-innen ein Machtwort sprechen.
Vor Anhörungen im Bundestag könnte aber schon der Koalitionsausschuss entscheiden.
Mit Demokratie hat das dann nichts mehr zu tun.
Das zivilrechtliche Eigentum ist nach Artikel 90 des Grundgesetzes dem Bund zugeordnet, die Veräußerung an private Gesellschaften bleibt ausgeschlossen.
Damit wird aber nicht ausgeschlossen das Nutzungsrechte in großem Umfang auf private Gesellschaften übertragen werden können.
Folglich können private Gesellschaften beteiligt werden, aber ohne, dass es jmd. Bemerkt.

Was werden Sie gegen die Autobahnprivatisierung tun?
Außerdem weshalb soll es notwendig sein, die durch die Steuern der Bürger finanzierte öffentliche Infrastruktur an die Finanzindustrie zu verscherbeln?

Siehe auch Unterschriftenaktion gegen die Autobahnprivatisierung:
www.gemeingut.org

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Nadine Schön
bisher keineEmpfehlungen
20.06.2017
Nadine Schön
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage zum Thema Autobahnprivatisierung. Die Beantwortung hat leider etwas länger gedauert, weil die Beratungen im Zuge des parlamentarischen Verfahrens erst in der letzten Sitzungswoche Anfang Juni abgeschlossen werden konnten.

Der Gesetzentwurf wurde im Zuge des parlamentarischen Verfahrens an entscheidenden Stellen geändert. Sowohl im Grundgesetz als auch in den Begleitgesetzen wird nun eindeutig festgeschrieben, dass sich Dritte an der Gesellschaft und ihren Tochtergesellschaften nicht beteiligen können, auch nicht mittelbar. Damit ist sichergestellt, dass die neue Infrastrukturgesellschaft vollständig im Eigentum des Bundes verbleibt, in der Rechtsform einer GmbH.

Die Gründung einer Infrastrukturgesellschaft ist aber notwendig, da die bestehenden Strukturen mit verteilten Kompetenzen auf Bund und Länder nicht ausgereicht haben, um dem Investitionsstau auf deutschen Straßen erfolgreich und schnell entgegenzuwirken. Die neue Infrastrukturgesellschaft bündelt die Zuständigkeiten und dient somit dazu, die vorhandenen Investitionsmittel in die Erhaltung sowie den Neu- und Ausbau von Bundesautobahnen wesentlich schneller und effektiver einzusetzen.

Damit ist eine Infrastrukturgesellschaft aus meiner Sicht ein gutes, passgenaues und zukunftsorientiertes Instrument, um den Zustand der Autobahnen auf einem hohen Niveau zu erhalten oder bei Bedarf entsprechend zu verbessern. Daher halte ich diese Lösung, die wir im Rahmen der parlamentarischen Beratungen erarbeitet haben, für in der Sache außerordentlich zielführend.

Mit freundlichen Grüßen
Nadine Schön

Nadine Schön MdB
Stellvertretende Vorsitzende
der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
X
Antwort empfehlen
Frage zum Thema Soziales
29.03.2017
Von:
Ney

Sehr geehrte Frau Schön,

vielen Dank das sie meine Frage vom 07.02.2017 beantwortet haben. Allerdings würde ich gerne noch näher auf ihre bevorzugte soziale Marktwirtschaft eingehen wollen und hätte eine Frage hierzu.

Sie schrieben mir, dass die Welt einem rasanten Wandel unterliegt und die soziale Marktwirtschaft die einzig sinnvolle Gesellschaftsform darstellt. Das die Welt einem Wandel unterliegt kann man nicht leugnen, werden weltweit die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer, wobei das Verhältnis zueinander pervers ist. Diejenigen Menschen, welche die Konsumgüter und Produkte des Alltags produzieren und uns durch ihre Arbeitsleistung ein vernünftiges Leben auf diesem Planeten ermöglichen müssen immer mehr und für immer weniger Geld arbeiten um dann im Alter Angst haben zu müssen, vernünftig leben zu können.
Was das mit dem Begriff "Sozial" zu tun hat verstehe ich nicht so ganz, ist dieser nicht sehr kleine Personenkreis doch immer mehr an den gesellschaftlichen Rand gerückt und kann eben nicht wie der etablierte Personenkreis der Reichen in den Genuss bestimmter Dinge wie Urlaub für die Ganze Familie und dergleichen kommen. Er kommt höchstens in den Genuss ständiger Angst um seine Zukunft, wie er das Dach über dem Kopf bezahlen kann, wie er Geld für das Alter zusammenbekommt usw., Zeit für Familie und Kinder?
Zur Verwirklichung eines jeden in der sozialen Marktwirtschaft folgendes: In unheimlich vielen Fällen würden Menschen gerne eine bestimmte Tätigkeit ausüben wollen, welcher ihnen durch ihr angeborenes Talent liegt. Nicht selten muss man sich allerdings aufgrund einer schlechteren Bezahlung als in anderen Berufen gegen diesen entscheiden, denn zu aller erst muss man mit seinen finanziellen Mitteln seinen Alltag bestreiten können.
Sie können durch ihre Position in der Regierung Dinge mit beeinflussen. Was konkret werden sie in ihrer Position versuchen zu ändern, dass in der Zukunft alle Menschen gleichberechtigt miteinander Leben können.
Antwort von Nadine Schön
bisher keineEmpfehlungen
05.05.2017
Nadine Schön
Sehr geehrter Herr Ney,

über das ideale Gesellschafts- und Wirtschaftssystem könnten wir sicherlich noch sehr lange teils kontrovers, teils übereinstimmend diskutieren.

Wenden wir den Blick konkret auf Deutschland, zeigt sich, dass die von Ihnen genannte Schere zwischen arm und reich durchaus unterschiedlich bewertet wird. Wenn das Vermögen bei einigen wenigen Personen stark konzentriert ist, teile ich Ihr Unbehagen natürlich. Unsere Aufgabe als Politiker ist es dann, durch Gesetze Anreize zur Vermögensbildung zu schaffen - zum Beispiel für Wohneigentum, das wiederum dazu beitragen kann, Armut im Alter zu verhindern.

Bei der Verteilung der Einkommen zeigt aber zum Beispiel das Institut der deutschen Wirtschaft Köln, dass die oft wahrgenommene Schere zwischen arm und reich in Realität, etwa auch im Zuge staatlicher Transferzahlungen, nicht immer größer, sondern in der Tat zumindest in den vergangenen Jahren sogar etwas kleiner geworden ist. Das heißt natürlich nicht, dass wir uns auf diesen Ergebnissen ausruhen dürfen.

Fernab von kalten Statistiken geht es mir als Abgeordnete natürlich insbesondere darum, dass die Menschen in Deutschland mit dem, was ihnen zur Verfügung steht, ein gutes und auskömmliches Leben führen können. Dies gilt natürlich auch für Personen, die auf Grundsicherungsleistungen bzw. Transferzahlungen angewiesen sind.

Das Ziel meiner Arbeit sehe ich deshalb darin, an guten Rahmenbedingungen für alle in Deutschland lebenden Personen mitzuwirken. Wenn wir zum Beispiel Armut verhindern wollen, brauchen wir gute Arbeitsplätze, damit die Menschen für sich und ihre Familien sorgen können. Wie ich in meiner letzten Antwort an Sie schon erwähnt habe, können wir in diesem Bereich derzeit in Deutschland auf eine gute Situation blicken. Die Zahl der arbeitslosen Personen geht stetig und konstant zurück, die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nimmt zu.

Um Menschen konkret in Arbeit zu bringen, versuche ich im Gesetzgebungsprozess zusammen mit den Kollegen aus meiner Fraktion einerseits Arbeitgeber vor unnötiger Bürokratie zu entlasten, um Einstellungen überhaupt möglich zu machen. Andererseits stellen wir durch Gesetze sicher, dass Arbeitnehmern gute und faire Arbeitsbedingungen garantiert werden. Als Maßnahmen in dieser Legislaturperiode möchte ich nur die Stichworte Mindestlohn, Begrenzung von Werkverträgen oder auch das ElterngeldPlus nennen.

Als für die Digitale Agenda zuständige Abgeordnete ist mir darüber hinaus besonders daran gelegen, Schüler ebenso wie Arbeitnehmer und Arbeitssuchende auf die Herausforderungen der Digitalisierung vorzubereiten, das heißt insbesondere auch die mit großer Wahrscheinlichkeit auf uns zu kommenden Veränderungen der Arbeitswelt aktiv mitzugestalten.

Gleichzeitig sind mir persönlich Investitionen in Bildung eine Herzensangelegenheit. Deshalb setze ich mich für faire Chancen und einen gerechten Zugang zu Bildung ein. Gerade im Hinblick auf den Zugang zu Bildung sehe ich Deutschland bereits ganz gut aufgestellt. Nachdem uns der PISA-Schock im Jahr 2000 endgültig wachgerüttelt hatte, wurden auch im Bildungsbereich viele Maßnahmen erarbeitet und auch konsequent umgesetzt, um die Kenntnisse und vor allem auch die Chancen für Schülerinnen und Schüler zu verbessern. Bis heute ist das Bildungswesen durchlässiger geworden, es gibt staatliche oder private Stipendien, BAFöG- und BAB-Leistungen sowie gebührenfreies Studium. Dabei möchte ich anmerken, dass die CDU-geführte Bundesregierung die Ausgaben für Bildung und Forschung seit 2005 weit mehr als verdoppelt hat.

Gute Bildung ist in meinen Augen auch die Grundvoraussetzung für Selbstverwirklichung. Nehmen wir als Beispiel nur die immer größer werdende Bandbreite an Ausbildungsberufen und Studiengängen. Deutschland bietet im Vergleich zu anderen Ländern viele Möglichkeiten, seine Ziele und Wünsche zu realisieren. Sicherlich bleibt das Empfinden, sich selbst zu verwirklichen, immer subjektiv. Wenn man aber nun Musik liebt und keine eigene Band gründet, gibt es immerhin noch viele weitere Möglichkeiten, sein Hobby auf anderen Wegen zum Beruf zu machen - zum Beispiel als Tontechniker, Radiomoderator oder Verkäufer in einem Instrumentengeschäft. Wer dagegen etwa selbst eine kreative Geschäftsidee hat, findet in Deutschland immer bessere Voraussetzungen, um diese auch tatsächlich verwirklichen zu können. Ich bin in regelmäßigem Dialog mit jungen Gründern, die ein Talent oder Ideen haben und mit ihren Unternehmen genau das mutig und entschlossen umsetzen, was sie gern tun möchten. Deshalb freue ich mich, dass unser Land genau diese Gründer, deren Ideen und deren Leidenschaft durch zahlreiche Fördermaßnahmen, sei es finanziell oder durch Knowhow, weitreichend und entscheidend unterstützt.

Ich wiederhole mich auch gern noch einmal, wenn ich sage, dass unser Gesellschafts- und Wirtschaftssystem sicherlich nicht perfekt ist, aber in Abwägung mit den bestehenden Alternativen die aus meiner Sicht mit Abstand beste Option darstellt. Gleichzeitig möchte ich ausdrücklich betonen, dass ich die Lebenswirklichkeit, Chancen und Perspektiven der Menschen in unserem Land bei weitem nicht so negativ bewerte, vor allem nicht so abstrakt und pauschal.

Ich hoffe, dass ich Ihnen meine Sichtweise erneut darlegen und Ihre Fragen damit abschließend beantworten konnte.

Mit freundlichen Grüßen
Nadine Schön
X
Antwort empfehlen
Frage zum Thema Gesundheit
07.04.2017
Von:

Sehr geehrte Frau Schön,

Wann wird endlich von Ihrer Seite was gegen den Täglichen Fluglärm unternommen? Es kann doch nicht sein das in Ihrem Wahlkreis Kampf­jets aus Spang­dah­lem (RLP), Ram­stein (RLP), Büchel (RLP), Nör­ve­n­ich (NRW) und ih­ren von ih­nen ein­ge­la­den­den Gäs­ten aus den Nie­der­lan­den, Bel­gi­en, Frank­reich, Ita­li­en, Rumä­ni­en, den USA und Ka­na­da – um nur ei­ni­ge, be­son­ders ger­ne und fast je­den Werk­tag über dem nörd­li­chen Saar­land her­um­to­ben­. Warum kann man den Lärm nicht gleich­mä­ßig über Deutsch­land ver­teilen? Sind wir Nordsaaländer die Deppen der Nation.

Grüße aus Hasborn
Antwort von Nadine Schön
bisher keineEmpfehlungen
10.04.2017
Nadine Schön
Sehr geehrter Herr Schütz,

vielen Dank für Ihre Nachricht zum Thema Fluglärm.

Die Problematik der militärischen Übungsflüge im Nordsaarland ist bekannt und gerade jetzt bei schönerem Wetter oder etwa in den Sommermonaten wieder vermehrt festzustellen.

Aus diesem Grund sind wir nach wie vor über alle Ebenen hinweg bemüht, den Lärm und somit die Belastungen für die saarländische Bevölkerung zu reduzieren. Das ist und bleibt auch weiterhin unser Anspruch.

Es gibt zum einen klare Regeln für Übungsflüge und diese wurden auch über die Jahre hinweg kontinuierlich verschärft. Klagen über Verstöße gegen diese Regeln, etwa Übungsflüge außerhalb der dafür vorgesehenen Uhrzeiten, wird von offizieller Stelle umgehend nachgegangen. Sowohl Bundeswehr als auch die verbündeten Armeen müssen sich an geltendes Recht bezüglich des gewählten Zeitraums der Übungstätigkeiten wie auch im Hinblick auf Immissionen halten.

Darüber hinaus bin ich regelmäßig in Gesprächen mit der Hausleitung des Bundesverteidigungsministeriums zur Situation im Saarland. Wir müssen hartnäckig und beharrlich weitere Verhandlungen mit den Bündnispartnern anmahnen. Denn leider ist der Großteil des Fluglärms in der Tat nicht auf deutsche Maschinen zurückzuführen, sondern auf Übungsflüge der NATO oder von Bündnispartnern. Entsprechend komplex und schwierig ist es daher, eine Entlastung zu erzielen. Aber wir bleiben dran, das Thema ist stets auf der Agenda.

Ich hoffe, Ihnen meine Sichtweise dargelegt und Ihre Frage damit beantwortet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Nadine Schön
X
Antwort empfehlen
Ihre Frage an Nadine Schön
  • Wurde Ihre Frage bereits gestellt?
    Durchsuchen Sie alle Fragen und Antworten in diesem Profil nach einem Stichwort:

Geben Sie bitte hier Ihre Kontaktdaten und Ihre Frage ein:

  •  

    Die Angabe Ihres vollständigen Namens ist verpflichtend.
    Der Name wird verschlüsselt und ist nicht über Suchmaschinen auffindbar.

  •  

    Die Angabe Ihres vollständigen Namens ist verpflichtend.
    Der Name wird verschlüsselt und ist nicht über Suchmaschinen auffindbar.

  •  
    An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen. Die Datenschutzbestimmungen zur Behandlung meiner Daten habe ich gelesen.

    Die Angabe einer gültigen E-Mail-Adresse ist verpflichtend.
    Dies ist notwendig, um Sie über eine Antwort des Abgeordneten zu informieren oder bei Rückfragen kontaktieren zu können. Ihre E-Mail-Adresse wird weder an den Abgeordneten noch an Dritte weitergegeben.

  •  

    Diese Angabe ist verpflichtend.
    Sie wird nicht veröffentlicht, aber an den Abgeordneten weitergegeben.

  •  

    Diese Angabe ist optional.
    Sie wird nicht veröffentlicht und nur zur internen Verwendung bzw. für evtl. Rückfragen benötigt.

  • noch 2000 Zeichen

  • Spamschutz - wie viel ist 11 + 4:
  • Ich erkläre mich mit der Veröffentlichung meiner Frage auf abgeordnetenwatch.de einverstanden. Die Datenschutzbestimmungen zur Behandlung meiner Daten habe ich gelesen.
  • Folgende Felder wurden nicht ausgefüllt oder weisen Fehler auf:
    Vorname, Nachname, E-Mail-Adresse und Wohnort

  • Die Freischaltung von Fragen kann je nach Nutzeraufkommen u.U. einige Stunden dauern, da alle eingehenden Fragen von einem Moderatorenteam überprüft werden. Ich habe den Moderations-Codex gelesen und sichergestellt, dass meine Frage nicht gegen diesen verstößt. Moderations-Codex aufrufen
    Falls meine Frage nicht freigeschaltet werden kann, werde ich darüber von einem Moderator informiert.
    Aus Gründen der Rechtssicherheit wird Ihre IP-Adresse gespeichert, aber nicht veröffentlicht oder an Dritte weitergegeben. Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.