Monika Herz (Einzelbewerberin)
Kandidatin Bundestagswahl 2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Monika Herz
Jahrgang
1956
Berufliche Qualifikation
REGIO-Geschäftsführerin, Mutter von 5 Kindern, Autorin, Heilerin
Ausgeübte Tätigkeit
Geschäftsführerin der Regionalwährung REGIO Oberland
Wohnort
Peißenberg
Wahlkreis
Weilheim
Ergebnis
0,4%
Landeslistenplatz
-, Bayern
(...) Vor kurzem stand ein Polizist bei mir vor der Tür, weil ich auf der Schweizer Autobahn 10 km/h zu schnell gefahren war und hat mir freundlich einen Strafzettel im Rahmen der Amtshilfe für die Schweizer Kollegen überreicht. Mein Vergehen war vergleichsweise geringfügig. (...)
 
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Monika Herz hat sich am Kandidaten-Check beteiligt und zu allen von 32 Thesen Position bezogen.
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Frage zum Thema Finanzpolitik
12.09.2009
Von:

Sehr verehrte Frau Herz,

mir ist immer noch nicht klar, wo die vielen Milliarden Euro herkommen, mit denen Wirtschaft und das Bankwesen unterstützt wird. Von den Banken selbst kann es ja wohl nicht kommen.
Kennen Sie eine plausible Antwort?

mit freundlichen Grüssen
Antwort von Monika Herz
2Empfehlungen
13.09.2009
Monika Herz
Lieber Herr ,

vielen herzlichen Dank für diese tiefgehende Frage. Sie rühren damit an ein Tabuthema. Es ist 10 h morgens und die Schuldenuhr vom Bund der Steuerzahler zeigt 1.612 944 204 526 Euro
( www.steuerzahler.de ).

Wenn der Staat Schulden machen muss, weil er die erforderlichen Maßnahmen nicht aus dem normalen Staatshaushalt abdecken kann, dann kann er nicht einfach Geld drucken. Dieses Privileg ist der Notenbank vorbehalten. Lt. ZDF leiht der Staat zu 97 % Geld bei Banken und Investmentfonds und zu 3 % bei uns Bürgern über Bundesschatzbriefe.

Demnach leiht sich der Staat das Geld, das er zur Rettung der Banken verwendet, bei den Banken selbst und zahlt es dann mit Zinsen zurück. Das heißt nach den Gesetzen der Logik, die Banken verdienen gut daran, dass sie gerettet werden müssen. Ist das nicht eine clevere Geschäftsidee!

Wie geht das?
Ich hab das mal vom Prinzip her so gelernt: Jemand stellt eine Kreditanfrage an die Bank. Die Bank sagt: Ja, du bist vertrauenswürdig. Ich möchte dir gerne einen Kredit geben. Die Bank schaut nach und sieht: Oh verdammt, ich bin ja selber pleite. Daraufhin geht sie zur Landesbank und sagt: Ich bräuchte da einen Kredit. Die Landesbank sagt: Ja gerne. Schaut nach und sieht: Huch, ich hab ja selber gar kein Geld mehr! Daraufhin geht sie zur Bundesbank und hält die Hand auf. Die Bundesbank lässt von der Europäischen Zentralbank Geld drucken und gibt es der Landesbank. Diese reicht es weiter an die Hausbank. Und die reicht es weiter an den ursprünglichen Kreditanfrager.

Im Prinzip läuft es mit den Staatsschulden ähnlich, nur dass der Staat wohl nicht in den unteren Banketagen das Geld leihen wird, sondern eher auf einer höheren Etage. Wie genau die Geldschöpfung vonstatten geht, darüber werden wir allerdings nicht informiert.

Der Staat, also wir, gilt natürlich als absolut vertrauenswürdiger Kreditnehmer. Es gibt ja die ca. 80 Millionen Bürger, die als Bürgen für die Zinszahlungen geradestehen.

Es heißt, dass der Staat noch nie Schulden zurückgezahlt hat. Wenn Rückzahlungen fällig werden, springt gerne immer eine Bank ein, um die Schulden zu "kaufen". Wir zahlen "nur" die Zinsen. Diese betrugen im Jahr 2007 40 Milliarden 500 Millionen. Allein die Verwaltungskosten für diesen Zinsetat betrugen 68 Millionen. (Quelle: www.bundesfinanzministerium.de ). Das ist der zweitgrößte Posten im Staatshaushalt.

Wenn Sie sich tiefer mit dem Thema Zinssystem, Geldschöpfung und Spekulation und tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise informieren möchten, empfehle ich Ihnen hier ein Interview mit Bernd Senf. www.berndsenf.de
Es ist nun 10.38. Wenn ich die Zahl aufschreiben will, die auf der Zinsenuhr steht, krieg ich ein Problem. Die Zahl bewegt sich so schnell, dass ich nicht recht mitkomme mit dem Schreiben. Pro Sekunde werden es 4.439 Euro mehr. Pro Sekunde! Aber nicht etwa, weil wir begonnen hätten, unsere Schulden zurückzuzahlen, sondern weil der Zins die Summe ständig in die Höhe treibt. In 10 Sekunden sind das 44. 390 Euro. In 20 Sekunden 88.780 Euro. Alle 20 Sekunden stirbt ein Kind an den Folgen von Mangel. Wenn wir aufhören würden, Zinsen für die Staatsverschuldung zu bezahlen, könnten wir stattdessen alle 20 Sekunden jenen Kindern 88.780 Euro zur Behebung des Mangels zur Verfügung stellen. Wie finden Sie das?

Es ist 10.44. Die Zinsuhr sagt: 1.612.950.120. In der Zeit, in der ich Ihre Frage beantwortet habe, hätten wir mehr als 6 Millionen Euro für sinnvollere Aufgaben verwenden können! Nochmals vielen Dank für Ihre Frage!

Ihre Monika Herz
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Frage zum Thema Wirtschaft
12.09.2009
Von:
Rix

Liebe Frau Herz,

mit REGIO und Tauschring haben wir ja beide das gleiche Ziel: regional tauschen. Inwieweit sind in Ihren Augen die regionale Geldwährung und die Zeitwährung kompatibel? Oder laufen Geld- und Zeitsystem parallel und berühren sich nicht, ergänzen sich aber?
Antwort von Monika Herz
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13.09.2009
Monika Herz
Liebe Frau Rix,

vielen Dank für Ihre Frage zu den verschiedenen Formen von Komplementärwährungen. Wenn sich eine Initiative zu Komplementärwährungen gründet, steht sie in der Regel zunächst vor der Entscheidung, Euro-gedeckt oder Zeit-gedeckt zu arbeiten. Die Zeit-gedeckten Währungen sind in der Regel dort am erfolgreichsten, wo aktive Tauschkreis-Mitglieder sich der Angelegenheit annehmen. Die Euro-gedeckten Währungen tun sich in der Regel leichter, mit bestehenden Geschäften Kooperationspartnerschaften einzugehen. Die Kombination aus beidem ist wünschenswert und wurde auch in unserem Kreis (Herausgeber des eurogedeckten REGIO)  immer wieder diskutiert. Mit gutem Beispiel geht hier die Vorarlberger Gemeinde Langenegg bei der Sicherung der Nahversorgung voran und wählte dazu den Weg, mithilfe des Talente-Tauschkreises Vorarlberg eine regionale Gutscheinwährung einzuführen, die sowohl Euro- als auch Zeitgedeckt ist. In unserer Region laufen die Tauschkreise und die REGIO-Geldbewegung noch parallel nebeneinander her. Es besteht gegenseitiges Interesse und ich bin zuversichtlich, dass wir zu einer Zusammenarbeit kommen werden.

Eine interessante Übersicht der bisher bestehenden und anvisierten komplementären Währungen finden Sie hier: www.monneta.org Es gibt nicht nur Euro- oder Zeitgedeckte Währungen, sondern auch Gesundheitswährungen, Bildungsgutscheine, Energiewährungen etc.

Mit freundlichen Grüßen

Monika Herz
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Frage zum Thema Soziales und Familie
12.09.2009
Von:

Hallo Frau Herz,

Was halten Sie von folgendem Vorschlag?
Das berufsunabhängige Elterngrundgehalt (oder Elterngeld)

Grundeinkommen für berufstätige und nicht berufstätige Mütter und Väter mit Kindern von 0 bis 14 Jahren

Ist eine sachliche Diskussion darüber möglich, ob es erstrebenswerter ist, nach der Geburt der Kinder die Aufgaben als Mutter oder die berufliche Tätigkeit in den Lebensmittelpunkt zu stellen. Beides muss möglich sein – auch unter Abwägung finanzieller Gesichtspunkte. Das seit 2007 geltende Elterngeld für 12 oder maximal 14 Monate ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Weitere müssen folgen.

Das berufsunabhängige Elterngrundgehalt könnte dabei einen Beitrag leisten.
Es wird allen Müttern oder Vätern mit Kindern zwischen 0 und 14 Jahren bei folgenden Bedingungen gezahlt:

  • Festgehalt von 850 € bis zum 10. Lebensjahr des Kindes - Festgehalt von 500 € zwischen 10. und 14. Lebensjahr
  • Der Elterngrundgehaltsanspruch besteht für die Mutter, - Die Kinder müssen im Haushalt der Mutter oder der Familie leben.
  • Der Anspruch kann auf den Vater übertragen werden.
  • Erwerb eines Rentenanspruchs für Einkommen in dieser Höhe für den Inhaber des Rechtsanspruchs.
  • Zusatzeinkommen werden nicht verrechnet/angerechnet. Jeder kann zusätzlich unbeschränkt berufstätig sein.
  • Kindergeld wird in der jetzt bestehenden Regelung weitergezahlt.
  • Alleinerziehende und Verheiratete erhalten das Elterngrundgehalt gleichermaßen.
  • Elterngrundgehalt wird unabhängig von der Kostenpflicht bei KiTas nicht verrechnet.
  • Die Auszahlung des Elterngrundgehalts erfolgt netto.
  • Bei der Einkommensteuer wird das Elterngrundgehalt erst ab einer bestimmten Einkommensgrenze berücksichtigt.
  • Bei der Krankenkasse wird es behandelt, wie ein Nettoeinkommen aus einer beliebigen Beschäftigung.

Erste überschlägige Zahlen und Fakten stelle ich Ihnen gerne zusätzlich (bitte anfordern) als Excel-Tabelle zur Verfügung. Was halten Sie vom berufsunabhängigen Elterngrundgehalt?

Liebe Grüße

Antwort von Monika Herz
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14.09.2009
Monika Herz
Sehr geehrter Herr ,

danke für Ihre Frage zum Elterngeld. Ich stimme mit Ihnen überein, dass die Notwendigkeit, dass Kinder Betreuung und Erziehung von den Eltern benötigen, nicht von finanziellen Erwägungen abhängig gemacht werden darf.

Ihr Vorschlag wäre sicher eine bedeutende Verbesserung für Eltern, gemessen am bisherigen Elterngeld. Frau von der Leyen hat mit dem Elterngeld eine eindeutige Bevorzugung von finanziell besser gestellten Eltern durchgesetzt. "Entwicklungshilfe für die Reichen" könnte man ein solches Programm auch nennen! Meiner Meinung nach verstößt das "von-der-Leyen-Elterngeld" sogar gegen das Gleichheitsprinzip des Grundgesetzes.

Obwohl Sie und ich in vielen Punkten übereinstimmen, sympathisiere ich mit einer noch weitergehenden Lösung. Ein bedingungsloses Grundeinkommen!

Dieses sollte meiner Meinung schrittweise eingeführt werden und zwar zuerst für Kinder und Jugendliche und deren Betreuer (ob Mutter oder Vater die überwiegende Betreuung übernehmen, liegt im Ermessen des Paares selbst). Dieses Grundeinkommen sollte unabhängig von Bedarfsprüfungen gezahlt werden und nicht auf Einkommen angerechnet werden. Die Auszahlung erfolgt netto und würde auch nicht auf KiTa-Sätze angerechnet. Allerdings wird das bisherige Kindergeld ersetzt durch ein Grundeinkommen für Kinder, das deutlich höher ist als das bisherige Kindergeld. Es gibt Berechnungsmodelle, in denen mit dem Grundeinkommen eine Grund-Krankenversicherung bereits enthalten ist, so dass die von Ihnen angedachte Anrechung auf die Krankenkassenbeiträge ebenfalls entfallen könnte.

Über die Höhe dieses Grundeinkommens wird im Moment noch viel diskutiert. Selbst ein relativ niedriges Grundeinkommen würde zum Beispiel meine Tochter und meinen Enkelsohn bedeutend besser stellen, als das bisher der Fall ist.

Die sachlichen Diskussionen zu diesem Thema sind noch lange nicht in der sog. Mitte der Gesellschaft angekommen und ich freue mich über jeden, der bereit ist, mitzudenken und mitzureden, so wie Sie!

Mit freundlichen Grüßen

Monika Herz

PS: Die erwähnte excel-Tabelle können Sie mir gerne zusenden
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Frage zum Thema Bildung und Kultur
13.09.2009
Von:

Hallo Frau Herz

danke für ihre Antwort, wenn auch nicht sehr konkret. Ihren Abschluss fand ich aber sehr amüsant. Leider haben sie nicht auf das Thema sitzen bleiben geantwortet, daher wollte ich noch mal nachhaken. Und zudem würde ich von ihnen gerne noch eine Stellungnahme haben ob sie für Halbtagsschulen oder Ganztagsschulen sind.

Mit freundlichen Grüssen

Antwort von Monika Herz
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14.09.2009
Monika Herz
Hallo Frau ,

da ich in Bezug auf das Mammutproblem Bildung selbst noch nicht zu einer wirklich befriedigenden Lösung gefunden habe, bitte ich Sie um Nachsicht, dass meine Antwort nicht konkret genug ausfallen kann. Meine Devise ist, wie gesagt: Den Betroffenen gut zuhören, gemeinsam nach Lösungen suchen - und wenn es kein Patentrezept gibt, dann individuelle Lösungen anstreben. Ein vielfältiges Bildungswesen - so wie ja auch die Menschen vielfältig sind - vielleicht ist das kein so verkehrter Ansatz. Nicht in jedem politischen Bereich sind Patentlösungen angesagt.

Nun konkret zu Ihrer Frage: Soll das "Sitzenbleiben" abgeschafft werden? Kann ich mir nicht vorstellen! Ich kenne einen jungen Mann, der ist grad "sitzengeblieben". Er hat die 13. Klasse in der Berufsoberschule versemmelt und die Zugangsvoraussetzungen zum Absolvieren der Reifeprüfung nicht hingekriegt. Wenn "sitzenbleiben" nicht mehr möglich wäre, hätte der junge Mann keine zweite Chance, das Abitur doch noch nachzuholen. Allgemein ist es für ein betroffenes Kind bestimmt sehr schwierig, mit dieser "Schande" umzugehen. Da kann wohl nur kompetentes Lehrpersonal helfen, das dabei behilflich ist, ein "sitzengebliebenes" Kind in die Klassengemeinschaft zu integrieren.

Nun noch zu ihrer Frage, ob Ganztags- oder Halbtagsschulen. Ich persönlich kann mir vorstellen, dass Ganztagsschulen eine gute Lösung sind Allerdings nur dann, wenn in der zusätzlichen Ausbildungszeit dann auch viel Bewegung, Kunst, Projektarbeit, Handwerkliches und allgemeine Lebens- und Liebesschule vermittelt wird. Schule darf Spass machen! Ich möchte als Politikerin bzw. als Kandidatin aber nicht darüber entscheiden, weil ich selbst und auch meine Kinder nicht mehr davon betroffen sind. Die Betroffenen selbst sollen entscheiden. Auch auf die Gefahr hin, dass Sie mir nochmals sagen, ich wäre nicht konkret genug, möchte ich die Frage an Sie selbst als Betroffene zurückverweisen. Welches Bildungssystem hätten Sie denn gerne für Ihr Kind?

Ich möchte mich politisch dafür einsetzen, dass die Betroffenen gerade in diese Frage selbst die Möglichkeit haben, zu entscheiden und nicht auf die Entscheidung von Politikern angewiesen sind. Ich traue den Eltern, den Pädagogen und auch den Kindern selbst durchaus zu, dass sie wissen, was gut ist. Ich glaube, dass dieser Personenkreis sogar besser weiß, was hier gut ist und Not-wendig, als Politiker - mögen diese auch noch so schlau daherreden.

Wie Sie vielleicht aus den anderen Fragen und Antworten herausgelesen haben, ist mein Hauptanliegen die Umverteilung von Geld und Macht. Gerade auch im Bildungsbereich geht es doch in der Politik bisher nicht wirklich darum, unseren Kindern eine optimale Bildungsversorgung zu gewährleisten, sondern darum, mit so wenig Geld wie möglich gerade mal so um die Runden zu kommen. Denn das Geld, unser Geld, wird dringend gebraucht, um "Entwicklungshilfe für die Reichen" zu machen. Ich werde nicht müde, immer wieder und immer neu darauf hinzuweisen: Heute morgen um 10 h stand die Zinsenuhr des Bund der Steuerzahler ( www.steuerzahler.de ) auf 1 Billion 612 Milliarden 944 Millionen. Jetzt um 20 h sind daraus 1 Billion 613 Milliarden 486 Millionen geworden. Das heißt: heute an einem ganz gewöhnlichen regnerischen Tag kurz vor der Bundestagswahl sind 542 Millionen Steuergelder für den Dienst am Zins ausgegeben worden. Sie können gerne morgen früh nochmal nachschauen, wie sich der Betrag dann erhöht haben wird.

Mit diesem Geld könnte man stattdessen viele gute Dinge tun. Auch im Bildungsbereich.

Mit freundlichen Grüßen

Monika Herz
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Frage zum Thema Wirtschaft
13.09.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Herz,

Ihre Antwort auf die Frage von Herrn Scholz, woher der Staat das Geld bekommt, finde ich ausgezeichnet.
Was ist Ihre Schlußfolgerung auf Ihre Antwort, speziell auf die Frage, wer Ihrer Meinung nach berechtigt ist Geld in Umlauf zu bringen, also "Geld zu schöpfen" um ein gerechtes gesundes wirtschaften zu ermöglichen?

Mit freundlichem Gruß
Antwort von Monika Herz
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14.09.2009
Monika Herz
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für das Lob. Ich beantworte Ihre Frage gerne: Im Grundgesetz Artikel 20 heißt es, dass alle Staatsgewalt vom Volke ausgeht. Gerade die Geldschöpfung ist ein Akt von außergewöhnlicher Ausübung staatlicher Gewalt, weil wir in unserer gesamten Lebensführung davon abhängig sind, dass Geld in einem gesunden Maße vorhanden ist und in angemessener Geschwindigkeit zirkuliert.

Geld ist für den Staatsorganismus wie Blut für den menschlichen Organismus. Wenn dieses "Blut" zum Beispiel ständig verdünnt wird (Inflation) kann das auf Dauer nicht gut gehen. Wenn der Geldfluß bewußt in riesigen Mengen dorthin geleitet wird, wo sich schon mehr als genug angesammelt hat, während er von immer größeren Bereichen des Gesamt-Organismus abgezogen wird, dann kann das wohl auf Dauer auch nicht gut gehen. Das ergibt sich aus der Logik, aus dem gesunden Menschenverstand und aus der Erkenntnis der Zusammenhänge in der Natur.

Damit das Grundgesetz in Bezug auf unsere volle Souveränität verwirklicht werden kann, bedarf es der Einführung von Abstimmungen auf Bundesebene. Damit das Volk in die Lage versetzt wird, Entscheidungen von solcher Tragweite verantwortlich zu treffen, bedarf es einer umfassenden Information.

Eine Möglichkeit ist, die Initiative von liebe-angela-merkel.de aufzugreifen. Hier haben sich zahlreiche namhafte, kompetente und meiner Meinung nach glaubwürdige Menschen angeboten, unsere "Liebe Angela Merkel" zu beraten. Das Angebot wurde am 6. Oktober 2008 unterbreitet. Frau Merkel hat sich bis heute nicht dazu geäußert. Ich habe die Hoffnung, dass Frau Merkel sich doch noch eines besseren besinnt. Die Beratung sollte öffentlich und ausführlich stattfinden. Für den Fall, dass Frau Merkel (oder Herr Steinmeier) trotz intensiver Beratung die Richtlinien ihrer Politik nicht ändern will, sollte die Möglichkeit des Volksentscheides bestehen.

Deshalb: Zuerst Volksentscheid einführen - dann über die Verfassung abstimmen - und bei der Gelegenheit die Frage der Geldschöpfung neu regeln.

So kann es gelingen. Ich gehe immer noch davon aus, dass ich das noch erleben werde ;-)

Mit freundlichen Grüßen

Monika Herz
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