Monika Griefahn (SPD)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Grunddaten
Monika Griefahn
Jahrgang
1954
Berufliche Qualifikation
Diplom Soziologin, Ministerin a. D.
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Soltau-Fallingbostel - Winsen L.
Landeslistenplatz
12, Niedersachsen
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(...) Ich habe mich im parlamentarischen Verfahren dafür eingesetzt, dass die Umsetzung und Anwendung der Vorratsdatenspeicherung tatsächlich nur auf das reduziert wird, was zur Bekämpfung von Terrorismus und Kriminalität tatsächlich erforderlich und angemessen ist. Die sensiblen Freiheitsrechte der Bürgerinnen und Bürger, insbesondere auch das Berufgeheimnis (beispielsweise von Journalisten) dürfen dabei nicht an zentralen Stellen eingeschränkt werden. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
03.07.2009
Bundestagswahlrecht
nicht beteiligt
02.07.2009
AWACS-Einsatz in Afghanistan
JA
18.06.2009
Internetsperren
nicht beteiligt
18.06.2009
Patientenverfügung (Stünker-Antrag)
nicht beteiligt
29.05.2009
Schuldenbremse
JA
28.05.2009
Abgabe von künstlichem Heroin an Schwerstabhängige
nicht beteiligt
Fragen an Monika Griefahn
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Frage zum Thema Kultur
01.02.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Griefahn,

mit viel Freude habe ich in diversen Zeitschriften gelesen, daß Sie eine Förderung von Jazzclubs initiiert haben. Endlich wird diese kulturell wichtige Musikart, die seit Jahrzehnten auf selbstlose Enthusiasten angewiesen ist, damit sie überlebt, politisch einmal anerkannt und die Arbeit der Engagierten gewertschätzt. Ich kann gar nicht genug betonen, was für ein wichtiges Signal das für die Szene ist und hoffe, die Politiker der anderen Parteien wachen nun auch mal auf.

Nachdem ich versucht habe, mehr über die Details dieser Förderung zu erfahren, konnte ich leider nichts Genaueres finden. Bitte sagen Sie mir, wie ich an mehr Informationen komme.

Vielen Dank im Voraus
Antwort von Monika Griefahn
3Empfehlungen
03.02.2009
Monika Griefahn
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage. Es ist ein wichtiger Erfolg, dass wir als Bundestag die zusätzlichen Mittel explizit für den Jazzbereich beschließen konnten. Leider werden jedoch auch mit einer halben Million Euro letztendlich im Verhältnis nur wenige Veranstalter in den Genuss einer Förderung kommen können. Aber neben denen, die tatsächlich gefördert werden können, geht es eben auch darum, dass klar wird, wie stark generell das Engagement der Spielstättenbetreiber und vielen Initiativen in diesem Bereich vom Bund anerkannt wird. Dann wird es hoffentlich auch leichter sein, die im Zuge ihrer Kulturhoheit eigentlich für diesen Bereich zuständigen Länder und Kommunen vor Ort zu überzeugen, stärker für diese wichtige kulturelle Arbeit gerade zu stehen. Die anvisierte Spielstättenförderung vom Bund soll also noch mehr Anreiz geben, als dass sie flächendeckend fördern kann.

Wie dieses Instrument allerdings genau ausgestaltet wird und wie schnell es kommt, gehört zum Aufgabenbereich der Initiative Musik. Deswegen kann ich Ihnen derzeit nur wenig sagen. Ich würde mich deshalb freuen, wenn Sie sich gern auch mit Ihren Hinweisen und Vorschlägen direkt an die Initiative Musik wenden.

Hier die Daten.

Initiative Musik gGmbH
Linienstraße 130
D-10115 Berlin

T: +49 (0)30 - 531 475 45 - 0
F: +49 (0)30 - 531 475 45 - 9
E: mail(at)initiative-musik.de
W: www.initiative-musik.de

Ich hoffe, dass es sehr bald ein gutes Förderprogramm geben wird. Die politischen Voraussetzungen haben wir dafür geschaffen.

Beste Grüße
Monika Griefahn
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Frage zum Thema Finanzen
03.02.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Griefahn,

gerade höre ich, dass die CSU einen Rettungsschirm für Landwirte fordert. Da fasse ich mir wirklich an den Kopf. Es ist erschreckend wie angesichts einer solchen tiefgreifenden Krise manche völlig unbeeindruckt schon wieder inmitten von Alltagspopulistismus zu sein scheinen. Meiner Meinung nach haben wir es in dieser Krise mit etwas zu tun, das uns zeigen sollte: So wie bisher geht es nicht weiter, sondern mit unseren ganzen Finanz-, wenn nicht sogar auch Wirtschaftssystem immer tiefer in den Keller. Muss man hier nicht ganz grundlegend etwas tun? Was wäre in Ihren Augen Bestandteil von einem nachhaltigen Zukunftsentwurf in dieser Sache?

Besten Dank für Ihre Antwort
F.
Antwort von Monika Griefahn
3Empfehlungen
13.02.2009
Monika Griefahn
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage. Ich stimme Ihnen voll zu: Es muss in allen Bereichen also in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ein Umdenken stattfinden. Einfach zum Alltag zurückzukehren und zu hoffen, dass alles bald wieder in gewohnten Bahnen läuft, hielte auch ich für verheerend.

Sie fragen nach meinen Vorstellungen für die Zukunft. Die wichtigste Konsequenz aus der derzeitigen Situation muss meiner Meinung nach sein, dass wir dem ordnenden Sozialstaat wieder eine stärkere Stellung zugestehen. Die letzten Jahre kam von überall die Forderung nach mehr Markt und weniger Staat. Das Resultat ist, dass wir nun gezwungen sind, mit Steuergeldern eine noch gefährlichere Krise zu verhindern. Man kann nicht in schlechten Zeiten auf den Staat und in guten Zeiten auf die Wirtschaft bauen. Deswegen plädiere ich für einen stärkeren gemeinschaftlichen Sozialstaat.

Doch auch für die Wirtschaft selbst sehe ich eine klare Zukunftsperspektive. Seit Jahren lautet die einzige Währung im Finanzmarkt schnelle Rendite. Das diese Fixierung äußerst ungesund war, haben wir mit der Krise jetzt schwarz auf weiß. Es gibt jedoch auch Unternehmen mit einer gesünderen Mentalität. Das wurde mir besonders auf der diesjährigen NUTEC klar, der Messe für "Cradle to Cradle" Produkte in Frankfurt. Auf dieser Messe vernetzen sich Hersteller, die zukunftsweisende Materialien produzieren, neue Produktionswege gehen oder Rohstoffe in geschlossenen Kreisläufen nutzen. Hier ist die Geschäftsmentalität eine ganz andere. Viel nachhaltiger und krisensicherer. Ein Vorbild für die gesamte Wirtschaft. Hier geht es nicht um den schnellen Gewinn, sondern darum, umwelt-, gesundheits- und gesellschaftsverträglich Produkte zu entwickeln, die eine langfristige Zukunft haben.

Ich glaube, wir werden die Krise nur dann dauerhaft überwinden, wenn wir wieder grundlegende Werte entwickeln. Das heißt, die Produkte werden für die Menschen gemacht und nicht für den Profit von Wenigen. Es geht darum, gemeinschaftlich zu denken. Jedes Unternehmen für sich bedeutet, dass Konkurrenten gegeneinander antreten. Auf der NUTEC wird dagegen geschaut, wie man sich ergänzen kann, wie sich die Produkt-Kreisläufe aufeinander abstimmen lassen. Es geht eben um den Gemeinschaftsgedanken sowohl innerbetrieblich als auch mit anderen Firmen. Diesen Gemeinschaftsgedanken wünsche ich mir in der Finanzwelt.

Ich stimme Ihnen zu: Das grundlegende Problem wird kaum wie Schnupfen wieder verschwinden. Diese Krankheit ist chronisch und muss grundlegend angegangen werden. Das wir im Sinne des starken Sozialstaates wirken müssen, habe ich bereits erwähnt. Ein erster Bestandteil davon muss sein, dass wir endlich die starken internationalen Regeln für den Finanzmarkt durchsetzen, auf denen wir als SPD schon seit Jahren bestehen. Ich bin guter Hoffnung, dass wir angesichts der Krise in diesem Punkt endlich wichtige Schritte tun können.

Und ich glaube, dass jede Bürgerin und jeder Bürger selbst etwas tun kann. Wenn möglichst viele Menschen ihr Geld nur einer Bank geben, die damit verantwortlich umgeht; wenn sich möglichst viele Menschen für mehr Mitbestimmung und Gemeinschaft am Arbeitsplatz einsetzen; wenn möglichst viele Menschen stärker hinterfragen wie Produkte, die sie kaufen, produziert wurden; ja, wenn wir alle gemeinsam verantwortungsvoll handeln, dann ist das eines der besten Mittel gegen Finanz- und Wirtschaftskrisen.

Mit freundlichen Grüßen
Monika Griefahn
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
16.02.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Griefahn !
Darf ich mit 2 Fragen aufwarten?

Die Bundesregierung teilte jetzt mit, dass in den letzten zehn Jahren insgesamt 332 als »Verschlusssache« (VS) deklarierte Geheimakten spurlos verschwunden sind und seit 2005 zudem 3.181 als »geheim« eingestufte Akten vernichtet wurden.
www.nntpnews.net

Die öffentliche Transparenz des Handelns einer Regierung ist ein westliches Merkmal einer Demokratie und eng mit dem Recht auf informelle Selbstbestimmung verknüpft. Die Kontrolle der staatlichen Stellen ist aber nur dann gegeben, wenn der Bürger auch umfassend über die Tätigkeit des Staates informiert ist. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen stellte bereits 1946 fest: »Freedom of Information is a fundamental human light« (»Informationsfreiheit ist ein fundamentales Menschenrecht«).

Also hat diese Regierung Geheimnisse vor dem Volk und schreitet Alleingänge?

2. Frage: DIE GRÜNEN GLASHÜTTE bekenn sich öffentlich zu CHEMTRAILS. Sie hatten auch mal vor Langem die Existenz dieser Giftstoffe eingeräumt. Wie stehen Sie heute zu dieser Volksgefährdung?
Wie gefährdet ist mein landwirtschaftlicher Getreideanbau und die Verfütterung von Viehmais?

Mit freundlichen Grüssen Landwirt
Antwort von Monika Griefahn
4Empfehlungen
03.03.2009
Monika Griefahn
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Fragen nach dem Umgang mit Akten mit VS-Einstufung und Chemtrails.

Zunächst möchte ich Ihnen raten, Ihre Informationsquellen zu prüfen. Bei dem von Ihnen genannten Verlag sind auch Bücher wie "UFOs – die unerwünschte Wahrheit" oder "Geister sind unter uns" erschienen, was nicht unbedingt nach seriösem Journalismus klingt. Nun zu Ihren Fragen:

Die von Ihnen angesprochene Informierung des Bürgers über die Tätigkeiten des Staates, soll dass 2006 in Kraft getretene Informationsfreiheitsgesetz (IFG) gewährleisten. Das IFG schafft einen Anspruch auf den Zugang zu Informationen bei Bundesbehörden. Dieser Anspruch kann jedoch durch öffentliche Belange beschränkt sein. Denn auf der einen Seite soll eine größere Transparenz der Tätigkeiten des Staates geschaffen werden, auf der anderen Seite jedoch kann nicht jede Information jedem interessierten Bürger zur Verfügung gestellt werden. Dabei entscheidet die herausgebende oder aktenführende Behörde bei dem Verfassen eines Dokuments, ob es einer Einstufung der Informationen als Verschlusssache (VS) bedarf. In der Vergangenheit gab es und auch heute gibt es eine Vielzahl von als VS eingestuften Informationen, die der Wissenschaft und Öffentlichkeit nicht ohne Einzelfallprüfung zugänglich gemacht werden können. Eine generelle Freigabe nach Ablauf einer bestimmten Frist würde zu einer Bekanntgabe von Informationen führen, die die innere Sicherheit Deutschlands gefährden oder die auswärtigen Beziehungen belasten könnten (z. B. Ermittlungstechniken, Verteidigungspläne, die auch 30 Jahre und später noch Gültigkeit besitzen). Dies alles hat also nichts mit Geheimniskrämerei, sondern mit dem Funktionieren der Bundesrepublik nach Innen und Außen zu tun.

Zu Ihrer Frage nach sogenannten Chemtrails, also chemisch zugesetzten Kondensstreifen von Verkehrsflugzeugen, gab es verschiedene Untersuchungen öffentlicher Einrichtungen, die diese Sorgen ernst genommen haben.

Doch trotz eingehender Prüfungen gibt es bisher keine Erkenntnisse zu diesem Sachverhalt. Im Jahre 2007 sagte das Umweltbundesamt, dass es für derartige Vorgänge keine wissenschaftlichen Belege gibt. Daneben beschäftigt sich das Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) anhand zahlreicher Messungen der Emissionen von Verkehrsflugzeugen mit den Auswirkungen des Flugverkehrs auf die Atmosphäre. Dabei konnte das DLR solche Chemtrails in ihren Messungen nicht nachweisen. Neben diesen beiden Einrichtungen haben auch weitere Behörden, die sich mit dieser Thematik beschäftigen, keine Anhaltspunkte, die die Existenz von Chemtrails belegen.

Mit freundlichem Gruß

Monika Griefahn
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Frage zum Thema Finanzen
02.03.2009
Von:
-

Sehr geehrte Frau Griefahn,
wie viele Bundestagsabgeordnete sitzen aktuell nebenberuflich in Aufsichtsräten von Banken und Versicherungen?
Fragt mit freundlichen Grüssen
-D.
Antwort von Monika Griefahn
1Empfehlung
19.03.2009
Monika Griefahn
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage, wie viele Bundestagsabgeordnete neben ihrem Mandat noch Mitglied von Aufsichtsräten bei Banken oder Versicherungen sind.

Die Bundestagsverwaltung führt darüber keine Statistik. Nebentätigkeiten müssen die Abgeordneten grundsätzlich nur dann offenlegen, wenn diese mit Einkünften verbunden sind. Dies gilt seit der Novelle des Abgeordnetengesetzes über die Transparenz von Nebeneinkünften, die im Oktober 2005 in Kraft trat. Seit Juli 2007 veröffentlicht der Deutsche Bundestag auf seiner Internetseite die Angaben der Abgeordneten über die von ihnen angegebenen Tätigkeiten und Einkünfte neben dem Mandat.

Etwaige Sitze in Aufsichtsräten können Sie einsehen unter:
www.bundestag.de

Ich selbst sitze in keinem Banken- oder Versicherungsaufsichtsrat.

Mit freundlichen Grüßen
Monika Griefahn
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Frage zum Thema Arbeit
10.03.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Griefahn,

Wie stehen Sie zu einem (wie auch immer gearteten) bedingungslosen Grundeinkommen?
Im Februar dieses Jahres wurde zu diesem Thema die bisher erfolgreichste "E-Petition" beim Bundestag eingereicht - noch immer zeichnen Bürgerinnen und Bürger per Fax und auf dem Postweg mit.

Wie auch immer man zu Detailfragen (Höhe des BGE, Sonderfälle usw.) steht, erscheint mir doch generell eine Entkoppelung von Arbeit und Einkommen als eine zeitgemäße und elegante Lösung auf so manche Frage - spätestens an der jetzigen Krise sieht man, daß es mit dem Arbeitsmarkt so nicht weitergehen kann. Wir sollten uns als Gesellschaft nichts vormachen und auf eine "Ära nach der Vollbeschäftigung" einrichten und dieser Tatsache unter anderem mit der Einführung eines BGE Rechnung tragen.

Ich freue mich auf Ihre Meinung!

Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Monika Griefahn
1Empfehlung
02.04.2009
Monika Griefahn
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre E-Mail, in der Sie mich um meine Meinung zum Bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) bitten.

Durch eine Entkopplung von Einkommen und Arbeit soll mit dem BGE erreicht werden, so seine Befürworter, dass Arbeit nicht mehr primär der Existenzsicherung dient, sondern der individuellen Selbstverwirklichung, indem die Bürgerinnen und Bürger nur einer für sie sinnvollen Arbeit nachgehen. Doch bei all den Vorteilen, die das BGE auf den ersten Blick aufzuweisen scheint, birgt es aber auch die Gefahr, sich freiwillig aus dem Arbeitsmarkt zurückzuziehen. Außerdem dürfte damit die Armutsgrenze nicht unterschritten werden. Und mit dem BGE eine bessere (Re-)Integration in die Gesellschaft und in die Arbeitswelt zu erreichen, wäre dann sicher auch keine leichte Aufgabe.

Daher bin ich der Meinung, dass das BGE kritisch reflektiert werden muss. Wir leben in einer Arbeitsgesellschaft, in der die Erwerbstätigkeit als Schlüssel für gleichberechtigte Teilhabe, also gesellschaftliche Integration fungiert. Mit Arbeitslosigkeit geht demnach die Gefahr des gesellschaftlichen Ausschlusses einher. Gleichzeitig kann so auch eine Spaltung der Gesellschaft, herbeigeführt durch die Finanzierung des BGE, entstehen: Auf der einen Seite stehen dabei Bürgerinnen und Bürger, die ausschließlich von dem BGE leben und auf der anderen Seiten diese, die zusätzliches Einkommen erwirtschaften und somit die benötigten Steuern für das Grundeinkommen zahlen.

Zudem halte ich das Ziel des BGE für problematisch, um die Bürokratie des Sozialstaates abzubauen, indem man damit alle bisherigen sozialen Dienste "in einem Abwasch" erledigen möchte. In einer vielseitigen Gesellschaft gibt es vielseitige Problemlagen. Aus diesem Grund ist es meiner Meinung nach notwendig, durch unterschiedliche Instrumente auf diese zu reagieren d. h. lieber einen Ausbau des Sozialstaates und dessen sozialer Instrumente anzustreben.

Dementsprechend setzte ich mich zusammen mit meinen Kolleginnen und Kollegen der SPD-Bundestagsfraktion für einen freien und effektiven Mix von arbeitsmarktpolitischen Instrumenten ein, die die Integration von Bürgern in das Erwerbsleben erleichtern und langfristig erhalten. Das Bildungssystem muss verbessert werden, damit jeder mit der gleichen Voraussetzung in die Arbeitswelt eintreten kann. Um eine lückenlose und auf individuelle Problemlagen zugeschnittene Beratung zu ermöglichen, müssen soziale Dienste ausgeweitet werden.

Wenn Sie mich nach meinem persönlichen Konzept von Arbeit und Gesellschaft in der Zukunft fragen, so trete ich für Tätigsein ein Leben lang ein. Das heißt nicht, dass jeder Mensch für den Erwerb arbeiten sollte, bis er umfällt, sondern dass auch die heute ehrenamtlichen Tätigkeiten, wie z.B. das Vorlesen in einem Altenheim, als Tätigkeit anerkannt und honoriert werden. Das kann beispielsweise eine Honorierung im Rahmen von Rentenansprüchen sein. Es gibt so viele Dinge zu tun, die nötig sind für unsere Gesellschaft, und damit diese Dinge getan werden, setze ich auf ein Anreizsystem. Damit erkennt die Gesellschaft an, dass jemand etwas für sie tut, und man selbst fühlt sich berufen, etwas für die Gesellschaft zu tun. Ich fürchte, ein BGE würde das nicht schaffen.

Mit freundlichen Grüßen
Monika Griefahn
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