Miriam Gruß (FDP)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Miriam Gruß
Jahrgang
1975
Berufliche Qualifikation
Diplom Politologin
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages, Generalsekretärin der bayerischen FDP, Politikwissenschaftliche Doktorandin
Wahlkreis
Augsburg-Stadt
Landeslistenplatz
9, Bayern
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(...) Die FDP vertritt statt einem nachsorgend-kompensatorischen einen präventiven Ansatz in der Altersvorsorge. Wir treten dafür ein, Anreize zu setzen, dass Erwerbstätige schon in jungen Jahren mit dem Aufbau einer kapitalgedeckten Altersvorsorge beginnen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
03.07.2009
Bundestagswahlrecht
nicht beteiligt
02.07.2009
AWACS-Einsatz in Afghanistan
JA
18.06.2009
Internetsperren
NEIN
18.06.2009
Patientenverfügung (Stünker-Antrag)
JA
29.05.2009
Schuldenbremse
nicht beteiligt
28.05.2009
Abgabe von künstlichem Heroin an Schwerstabhängige
nicht beteiligt
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Frage zum Thema Familie
17.01.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Gruß,

immer mehr Mütter gehören zu den sog. Besserverdienenden. Stimmt es, dass bei einem Antrag auf Unterhaltsvorschuss keinerlei Einkommensprüfung bei der Mutter vorgenommen wird? D.h. eine Chefärztin mit sechsstelligem Jahreseinkommen kann mit dem Porsche vorfahren und erhält ohne weiteres diese Sozialleistung? Wäre es nicht gerechter diese Mittel an die tatsächlich bedürftigen Kinder und Mütter zu verteilen?

Bei den Unterhaltsvorschussleistungen ist oft von einer "Rückholquote" die Rede, also dass die Leistungen von der unterhaltspflichtigen Mutter oder dem Vater wieder zurückgefordert werden. Stimmt es, dass eine Rückholquote von 100% niemals erreicht werden kann, da UVG auch geleistet wird, wenn der pflichtige Elternteil z.B. erwerbsunfähig krank ist oder behindert oder bereits verstorben ist?

Was halten Sie persönlich von einem existenzsichernden Kindergeld, das hälftig an die Eltern ausgezahlt wird? So könnte Kinderarmut für die kommenden Generation verhindert werden und neben einem bewährten Solidarsystem für die Alten wäre doch Solidarität der gesamten Gesellschaft für die Kinder das beste. So wie sich jeder an der Rente der Eltern der anderen beteiligt, könnten sich doch auch alle an der Zukunft der Kinder beteiligen?

Mit freundlichen Grüßen
M.
Antwort von Miriam Gruß
2Empfehlungen
22.01.2009
Miriam Gruß
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage. Es stimmt, dass der Unterhaltsvorschuss unabhängig vom Gehalt der oder des allein Erziehenden bezahlt wird.
Danach haben Kinder bis zur Vollendung des 12. Lebensjahres, die bei einem alleinerziehenden Elternteil leben und keinen oder regelmäßigen Unterhalt erhalten, Anspruch auf Unterhaltsvorschuss für maximal 72 Monate. Hierbei gibt es keine Einkommensgrenze für Eltern. Vom Jugendamt wird für die Beantragung des Unterhaltsvorschusses ein gerichtliches Unterhaltsurteil gegen den anderen Elternteil nicht vorausgesetzt. Ist der andere Elternteil ganz oder teilweise leistungsfähig, aber nicht leistungswillig, wird er vom Staat in Höhe des gezahlten Unterhaltsvorschusses in Anspruch genommen.

Die Rückholquote drückt aus, wie oft es gelingt, den zum Unterhalt verpflichteten Elternteil wieder in die Verantwortung zu nehmen. Für Bayern gilt: Über 50.000 Kinder erhielten 2007 Unterhaltsvorschuss in Höhe von 87,6 Millionen Euro - die Rückholquote lag lediglich bei 29,6 Prozent. Hier ist auch die Verantwortung der Elternteile gefragt.

Die Forderung nach einem Grundgehalt auch für Kinder wird immer wieder in die Diskussion gebracht, um Kinderarmut zu bekämpfen. Die Frage ist allerdigs, ob es den Familien etwas nützt, wenn man sie erst mit hohen Steuern und Abgaben belastet, um ihnen anschließend wieder etwas zurückzugeben. Das ist ein Linke-Tasche-Rechte-Tasche-Spiel. Die Bundesregierung hat in den vergangenen dreieinhalb Jahren 20 Mal die Steuern erhöht. Betroffen davon sind vor allem Familien. Eine vierköpfige Familie hat im vergangenen Jahr im Durschnitt 1400 Euro weniger zur Verfügung gehabt.

Die FDP spricht sich dafür aus, Familien durch weniger Steuern und Abgaben mehr Geld zu belassen . Bei Familien die kein Einkommen haben, würde das liberale Bürgergeld greifen. Informationen finden Sie unter: www.fdp-bundespartei.de

Mit freundlichen Grüßen
Miriam Gruß
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Frage zum Thema Haushalt 2009
22.01.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Gruß,

bei der Beobachtung Ihres Abstimmungsverhaltens während des letzten Jahres 2008 im Bundestag fiel mir im Vergleich zu den anderen Abgeordneten aus Augsburg auf, dass sie an relativ vielen Abstimmungen nicht teilgenommen haben (28.11., 16.10., 25.09., 30.05., 06.02.).
Nun wurde in der Augsburger Allgemeinen vom 09.01.2009 und in der Online-Ausgabe dieser Zeitung
( www.augsburger-allgemeine.de ) am 08.01.2009 und 09.01.2009 berichtet, dass Sie für eine weitere wichtige und sicher sehr arbeitsintensive Funktion als Generalsekretärin der Bayern-FDP vorgesehen sind. Ist es Ihnen in diesem Fall überhaupt möglich, zusätzlich zu der Aufgabe als Generalsekretärin gleichzeitig Ihr Bundestagsmandat auszuüben und Ihre dortigen Aufgaben engagiert und mit voller Kraft zu erfüllen?

Derzeit werden gewöhnlichen ArbeitnehmerInnen in den Betrieben oder im Öffentlichen Dienst auch von Ihrer Partei immer größere Einschnitte beim Einkommen und eine immer stärker verdichtete Arbeitsleistung abverlangt. Dazu kommt die Angst vor dem sozialen Abstieg und die Drohung der Arbeitslosigkeit. Können wir ähnliche Rückschritte auch für die Besserverdienenden mit bisher hohem oder sehr hohem Einkommen und für die zweifellos priviligierte Schicht der BerufspolitikerInnen (sie legen die Höhe ihrer Diäten selbst fest) erwarten?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Miriam Gruß
1Empfehlung
29.01.2009
Miriam Gruß
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Die Landesvorsitzende der FDP Bayern, Frau Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, hat mich am 9. Januar 2009 als Generalsekretärin der FDP Bayern nominiert. Dieser Vorschlag ehrt mich und ich sehe die Aufgabe als eine große Herausforderung an. Sollte ich Mitte Februar von der FDP Bayern gewählt werden, bedeutet dies sicherlich eine weitere Arbeitsbelastung, der ich aber mit Freude entgegensehe. Ich bin mir sicher, dass ich sowohl das Parteiamt als auch mein Bundestagsmandat mit voller Kraft und engagiert ausüben kann. Der Job der Generalsekretärin ist bei der FDP Bayern im Übrigen ein Ehrenamt.

Die FDP setzt sich seit Jahren für ein einfaches, niedriges und gerechtes Steuersystem ein, das den Menschen mehr netto vom Brutto lässt. Die große Koalition hat in den vergangenen drei Jahren 20 Mal die Steuern und Abgaben erhöht. Das bedeutet für eine vierköpfige Familie im Durchschnitt Mehrausgaben von 1400 Euro pro Jahr.

Zu den Diäten: Die FDP fordert die Einsetzung einer unabhängigen Kommission, die die Höhe der Abgeordnetenbezüge festlegt. Nur so kann dem Vorwurf der Selbstbedienung entgegen gewirkt werden.

Mit freundlichn Grüßen
Miriam Gruß
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
29.01.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Abgeordnete

ich habe so langsam den Verdacht, dass Generalsekretäre Ihrer Partei darauf geschult werden, möglichst nichts zu sagen und darüber viele Worte zu kleiden. In der Frage ( abgeordnetenwatch.de ) wurde Ihnen vorgehalten, daß Sie bereits jetzt zeitlich den Anforderungen einer Bundestagsabgeordneten nicht nachkommen können und reihenweise Abstimmungen fernbleiben. Nun nehmen Sie einen neuen Job an, der in anderen Parteien als Fulltime-Job ausgeschrieben ist, für Sie - Ihre Worte - ein Nebenjob. Da geht es nicht um engagiert, was Sie sicher sein mögen, sondern um ZEIT. Wie wollen Sie nun diesen Job, nachdem Sie schon im Bundestag zeitlich nicht nachkommen, auch ausfüllen?

An diese Tätigkeit schließen sich für mich zwei andere Fragen noch zusätzlich an:

1) Ich habe mir einmal das Video Ihrer Pressekonferenz angeschaut und mir ist aufgefallen, daß Sie ihre Erklärung Wort für Wort - und noch recht rasch - vom Blatt abgelesen haben. Generalsekretäre sollten gewöhnlich selbstbewußte und rhetorisch versierte PolitikerInnen sein. Wer hat Ihnen diese Rede aufgeschrieben, warum durften Sie nicht frei reden und werden Ihnen auch in Zukunft die Worte vorgegeben? Im Sinne der Transparenz - wenn JA: Wer macht Ihnen diese Vorgaben? wenn NEIN: Reden Sie zukünftig frei?

2) Ein zufälliger Wirtschaftsminister, aber auch die gesammelte FDP-Fraktion im Landtag, redet immer viel von Neo-Liberalismus. Ich kenne immer nur einen Liberalismus, der auf das Jahr 1848 als historische Markierung zurückgeht und dem sich die FDP einschließlich in Bayern immer verpflichtet gefühlt hat. Was ist nun bei Ihnen, daß Sie das Attribut "neo" verwenden zu glauben und hat diese bayerische FDP noch etwas mit den liberalen Traditionen zu tun? Wenn nicht: warum?


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Frage zum Thema Schulen
09.02.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Gruß,

die Pisa-Studie weist Sachsen als erfolgreich aus.

Das Schulsystem dort hat aber nicht die Trennung nach der 4. Klasse Grundschule. Der massive Druck wird den sächsischen Kindern nicht aufgebürdet.

Hier wird nur gejammert - die Politik wirf den Schüler Negatives vor.
Dass aber die Voraussetzungen wesentlich positiver für Kinder (und somit auch Familien) gestaltet werden, will wohl keiner hören.

Was konkret gedenken Sie hier zu tun?

Falls Sie nichts konkret anreissen werden, so bitte ich dennoch um Ihre Rückantwort.

Mit freundliche Gruß
M.
Antwort von Miriam Gruß
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19.02.2009
Miriam Gruß
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Mail. In der Tat spricht die Pisa-Studie deutliche Worte. Nach meinen Erkundigungen ist es in Sachsen aber doch so, dass auch hier die Kinder nach vier Jahren Grundschule in die weiterführenden Schulen geschickt werden. Sie haben aber in der Sache Recht. Die FDP setzt sich deshalb in Bayern für eine Neugliederung des Schulsystems ein. Die Bildungsreform und die Einführung des G8 ist gescheitert. Die FDP Bayern tut nun alles in ihrer Kraft stehende, um die Misere zu beheben.

Das bisherige gegliederte Schulwesen ist nach unserer Überzeugung aufgrund der Entwicklung der Schülerzahlen, der Bildungswünsche der Eltern und Schüler sowie der steigenden Anforderungen unserer Gesellschaft längerfristig in der bisherigen Form nicht überlebensfähig. Diese Entwicklung ist jetzt schon absehbar. Im ländlichen Raum muss die wohnortnahe Schule aufrechterhalten bleiben. In den Städten fallen heute schon die Schülerzahlen an den Hauptschulen unter eine vertretbare pädagogische Grenze. Eine Neuordnung der Schullandschaft ist daher zwingend.

Aus Gründen der Entwicklung der Schülerzahlen und zum Erhalt einer wohnortnahen Beschulung ist nach Meinung der FDP Bayern den Landkreisen die Möglichkeit einzuräumen, Real- Wirtschafts- und Hauptschule bei Wahrung ihres eigenständigen Profils unter einem Dach zu vereinen.

Langfristig streben wir ein zweigliedriges Schulsystem im Anschluss an eine auf sechs Jahre verlängerte gemeinsame Primarschulzeit an. In diese wird die Realschule als Bindeglied zwischen Hauptschule und Gymnasien ihre Erfahrung und Kompetenz maßgeblich einbringen.

Mit freundlichen Grüßen
Miriam Gruß
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Frage zum Thema Schulen
19.02.2009
Von:

Hallo Frau Gruß,

ich möchte gerne zu ihrer Antwort auf die Frage von Frau Maria W. v. 09.02.2009
( www.abgeordnetenwatch.de ) nachfragen, was nun Konkretes in der derzeitigen Koalition unternommen werden soll bzw. unternommen wird. Dieses Details vermisse ich in Ihrer Antwort genauso wie den Grund, aus dem die Primärstufe nach sechs Jahren beendet werden soll.

Mich interessiert ferner der anscheinende Widerspruch in Ihrer Antwort an Frau W.: es besteht die Absicht ein zweigliedriges Schulsystem nach der Primarschulzeit zu schaffen - also vermutlich Auflösung der heutigen Form von Haupt- und Realschule sowie Beibehaltung des Gymnasiums - doch sehen sie gleichzeitig die Realschule als Bindeglied zwischen Hauptschule und Gymnasien, die ihre Beiträge zur Primärschulzeit einbringt. Was soll das genau bedeuten?

Viele Grüße
Antwort von Miriam Gruß
3Empfehlungen
20.02.2009
Miriam Gruß
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Das zweigliedrige Schulsystem besagt in der Tat, dass nach der Grundschulzeit das Gymnasium als weiterführende Schule bestehen bleibt. Darüber hinaus gibt es mindestens eine weitere Schule, in der neben weiteren Schulformen die frühere Hauptschule und Realschule zusammengeschlossen wird. Hauptschulen und Realschulen in der alten Form werden im zweigliedrigen Schulsystem nicht weiter existieren.

Diese neue weiterführende Schule soll den Lernerfolg der bisherigen Hauptschüler verbessern. Insofern soll die Orientierung eher an der heutigen Realschule stattfinden, allerdings mit Unterrichtsformen und Lernmethoden für alle Leistungsniveaus. Die neue Schulform soll ein wissenschaftsorientiertes, an der Lebenswirklichkeit und Berufswelt orientiertes Bildungskonzept verfolgen und die Schüler zu einem aussagekräftigen Abschluss führen. Gute Schüler sollen dort auch die Hochschulreife erlangen können.

Mit freundlichen Grüßen
Miriam Gruß
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