Michael Hartmann (SPD)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Michael Hartmann
Jahrgang
1963
Berufliche Qualifikation
Studium der Politikwissenschaft, Soziologie und deutschen Volkskunde
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Mainz
Landeslistenplatz
9, Rheinland-Pfalz
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(...) Wir als Abgeordnete des Deutschen Bundestages unterliegen nur unserem eigenen Gewissen. Ich für meine Tätigkeit kann klar sagen, dass ich mich bisher noch nie in einen Fraktionszwang "gepresst" gefühlt habe. Ich bin aber auch Demokrat genug, um mich in elementaren Sachthemen der Politik gegenüber Fragen fern ab von Gewissensentscheidungen der Fraktionslinie unterzuordnen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
12.12.2006
Von:

Sehr geehrter Herr Hartmann,

ich möchte Ihnen die Frage stellen, welche Maßnahmen die SPD in Rheinland-Pfalz oder auf Bundesebene unternimmt, um den Bürger stärker aktiv in die Politik einzubinden?

Sie als Abgeordneter und Politikwissenschaftler sind doch geradezu prädestiniert, dem Bürger die Entscheidungsfreiheit im Sinne echter Demokratie und Wahrnehmung von Bürgerrechten wieder zurück zugeben. Fraktionszwang darf wichtige und notwendige politische Maßnahmen nie wieder behindern. Das Internet bietet enorme Chancen, die Parteien- und Politikverdrossenheit des Bürgers aufzuheben. Demokratie ist keine Einbahnstraße und auch keine Sackgasse.

Bekannt sind neuere Verfahren wie eDemokratie oder eGovernment. In einer vernetzten Welt kann der Bürger direkt in die Entscheidungsfindung mit eingebunden werden. Sehr fair, wie ich meine. Denn es gilt doch immer noch die alte lateinische Weisheit "Vox populi, vox dei!"

Mit freundlichen Grüßen Ihr
Döhring MD – Arzt und Medizinischer Informatiker
Antwort von Michael Hartmann
8Empfehlungen
31.01.2007
Michael Hartmann
Sehr geehrter Herr Döhring,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage, die ich hiermit beantworte:

Als Bundestagsabgeordneter der SPD-Fraktion setze ich mich dafür ein, dass unser Grundgesetz geändert wird. Ich will für die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes erreichen, dass sie über Volksbegehren, Volksinitiativen und Volksentscheide noch aktiver Politik gestalten können, als sie dies ohnehin schon über den Urnengang machen. Ich bin im Gegenzug aber auch dafür, unsere Verfassung dahingehend zu ändern, dass der Deutsche Bundestag in Zukunft auf fünf, und nicht nur auf vier Jahre gewählt wird. Dies wird politische Entscheidungen effizienter machen und die Stellung der Abgeordneten gegenüber ihren Fraktionen stärken.

Zum Fraktionszwang: Generell gilt: Wir als Abgeordnete des Deutschen Bundestages unterliegen nur unserem eigenen Gewissen. Ich für meine Tätigkeit kann klar sagen, dass ich mich bisher noch nie in einen Fraktionszwang "gepresst" gefühlt habe. Ich bin aber auch Demokrat genug, um mich in elementaren Sachthemen der Politik gegenüber Fragen fern ab von Gewissensentscheidungen der Fraktionslinie unterzuordnen.

Sehr geehrter Herr Döhring, die SPD tut viel für die Bürgerinnen und Bürger. So bieten wir eine "Schnuppermitgliedschaft" für alle Interessierten an. Auf diese Weise kann sich jeder unverbindlich ein Bild von unserer Partei machen. Darüber hinaus bieten wir - wie in Kaiserslautern Ende des vergangenen Jahres eindrucksvoll gezeigt - Workshops und Treffen zum Kennenlernen für Jedermann an. Wir sind eine offene Gemeinschaft mit dem Menschen im Mittelpunkt unserer Politik. Schauen Sie auch mal auf unseren Internetseiten nach: www.spd.de. Es lohnt sich!

Mit freundlichen Grüßen Ihr
Michael Hartmann
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Frage zum Thema Arbeit
23.01.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Hartmann,

bitte teilen Sie mir mit, wer mir über die Eingliederungsbilanz der sog. "1-€-Jobs" der Stadt Mainz Auskunft geben kann, und vor allem, wie diese ausfällt. Ich wende mich deshalb an Sie, weil mir weder der Mainzer Oberbürgermeister, sein Sozialdezernat und auch nicht der frühere Leiter der "Arge Jobcenter" in Mainz kurz vor Weihnachten des letzten Jahres diese Information nennen wollten. Nach meiner Einschätzung dürfte sich diese Zahl nämlich im einstelligen Prozentbereich bewegen.

Mfg
F. , Mainz
Antwort von Michael Hartmann
2Empfehlungen
13.02.2007
Michael Hartmann
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage zur Eingliederungsbilanz von 1-Euro-Jobs.

Ich habe mich diesbezüglich mit dem Sozialdezernat der Stadt Mainz sowie dem Job-Center in Mainz in Verbindung gesetzt und kann Ihnen nun folgende Informationen weitergeben:

  • Im SGBII ist vorgeschrieben, dass eine Eingliederungsbilanz der 1-Euro-Jobs erstellt werden muss.

  • Die zuständige Stelle für die Erstellung einer solchen Bilanz ist das Job-Center.

  • Derzeit liegt eine Bilanz noch nicht vor, weil die Datenlage hierfür noch nicht valide sei.

  • Sobald die Daten in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehen, wird das Job-Center eine Bilanz erstellen.

Ich bedauere, dass ich Ihnen zum jetzigen Zeitpunkt keine befriedigendere Auskunft geben kann und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Michael Hartmann
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Frage zum Thema Gesundheitsreform
04.02.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Hartmann,

ich weiss sehr gut, wie diese Demokratie funktioniert. Trotzdem möchte ich Sie ganz persönlich fragen, warum Sie dieser "Gesundheitsreform" zugestimmt haben. Ich kenne keinen intelligenten Menschen, auch nicht in der gehobeneren Presselandschaft, der diese "Reform" auch nur ansatzweise gelungen findet. Kann man sich zugunsten des äußerst fragwürdigen Fraktionszwanges wirklich so verbiegen? Ich weiss, Sie wollen (müssen) wiedergewählt werden. Aber unter diesen Umständen? Es sind auf diese Weise schon viele Gesetze zustande gekommen. Und es werden noch viel mehr werden. So viele windige Kompromisse! So fährt dieser Staat ganz bestimmt gegen die Wand, spätestens unsere Enkel werden fragen, was wir jetzigen uns wohl dabei gedacht haben.

Aber das Volk kann es durch Wahlen ja leider nicht ändern.

Mit freundlichem Gruss
M.
Antwort von Michael Hartmann
7Empfehlungen
26.02.2007
Michael Hartmann
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage zur Gesundheitsreform, die Sie über die Internetseite "Abgeordnetenwatch" an mich herangetragen haben.

Der Gesundheitsreform habe ich zugestimmt, obwohl es zugegebenermaßen einige Aspekte gibt, die mir nicht gefallen oder die mir nicht weit genug gehen. Ich bin dennoch der Ansicht, dass die Gesundheitsreform unterm Strich besser ist, als das, was gemeinhin kommuniziert wird.

Nachfolgend möchte ich Ihnen drei Punkte nennen, die ich für wesentliche Verbesserungen halte und die mir persönlich besonders wichtig sind:

1) Erstmals wird kein Einwohner der Bundesrepublik Deutschland mehr ohne Krankenversicherung sein. Die SPD hat die allgemeine Versicherungspflicht für alle durchsetzen können. Die Bezahlbarkeit der Krankenversicherung ist dabei sichergestellt.

2) Erstmals müssen sich die privaten Krankenversicherungen wenigstens ein Stück weit öffnen, indem sie einen Basistarif anbieten, der den Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung entspricht. Zwar hätte ich mir eine deutlich weitergehende Beteiligung der PKVen an der Solidargemeinschaft gewünscht, aber der Einstieg ist immerhin geschafft.

3) Die Gesundheitsreform hat keinerlei Leistungskürzungen zur Folge. Der Leistungskatalog konnte sogar noch ausgeweitet werden. Hierbei wurden besonders die Leistungen für Familien (z.B. Ausweitung des Impfschutzes)sowie die Versorgungsqualität von älteren und schwerstkranken Patientinnen und Patienten verbessert.

Ich bin mir durchaus bewusst, dass die Gesundheitsreform kein Werk für die Ewigkeit darstellt. Das politische Ziel meiner Fraktion bleibt die solidarische Bürgerversicherung. Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, schrittweise eine steuerfinanzierte Säule für die Gesetzliche Krankenversicherung einzuführen, um sicherzustellen, dass sich alle nach ihrer individuellen Leistungsfähigkeit an der Finanzierung der Gesundheitskosten beteiligen und dass das Gesundheitswesen dauerhaft auf eine sichere finanzielle Basis gestellt wird.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit meinen Erläuterungen weitergeholfen habe und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Michael Hartmann
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Frage zum Thema Tornado-Einsatz
17.02.2007
Von:
-

Sehr geehrter Herr Hartmann,

im März wird im Bundestag über den Einsatz von 5 Tornados in Afghanistan entschieden.

Aus meiner Sicht handelt es sich hierbei um Kampfhandlungen, wenn auch um indirekte. Ziele werden von deutschen Flugzeugen ´aufgeklärt´, beschossen dann von anderen. Im Strafrecht würde man es Beihilfe nennen.

Ich halte es nicht nur für falsch, sondern für verhängnisvoll, wenn Deutschland sich in dieser aktiven Form beteiligt.

Und ich wünsche mir eine SPD und eine Regierung, die dies verhindert.

Es würde mich interessieren, wie Sie sich in dieser Frage positionieren.

Mit freundlichen Grüssen
-
Antwort von Michael Hartmann
12Empfehlungen
07.03.2007
Michael Hartmann
Sehr geehrte Frau -,

für Ihre Anfrage danke ich Ihnen herzlich. Ich habe Verständnis für Ihre Befürchtungen, dass der Einsatz deutscher Tornados Deutschland verstärkt in eine kriegerische Auseinandersetzung hineinziehen könnte.
Die immer noch angespannte Gefährdungslage vor allem in Süden Afghanistans erfordert die Bereitstellung ausgewählter militärischer Fähigkeiten für die Bekämpfung des Terrors und zum Schutz unserer Soldatinnen und Soldaten. Die gewaltbereite Opposition, regionale "War-Lords", anti-demokratische Kräfte und die organisierte Kriminalität sind immer noch bestimmende Faktoren für die Sicherheitslage in Afghanistan. Militante Taliban-Anhänger sickern über die 2.400 km lange Grenze zu Pakistan ein. Dabei bedrohen sie nicht nur die ISAF-Schutztruppe, sondern auch den gesellschaftlichen, sozialen und ökonomischen Fortschritt für die Menschen im Land. Anschläge der Taliban fordern darüber hinaus immer mehr zivile Opfer.

Mit der Bereitstellung deutscher Tornados zur Luftaufklärung wird Deutschland einen Beitrag dazu leisten, dass vor allem der unsichere Süden des Landes über bessere Informationen und die aktuelle Gefährdungslage verfügt. Mehr Sicherheit und mehr Schutz liegt auch im Interesse des deutschen Kontingents in Nordafghanistan. Dabei werden die Tornados nicht zur Luftnahunterstützung eingesetzt. Die Maschinen verfügen über Eigen- und Selbstschutzeinrichtungen, die den Schutz der Besatzungsmitglieder garantieren sollen. Wenn sie angegriffen werden, werden sich unsere Piloten selbstverständlich verteidigen. Die Erkenntnisse aus diesen Flügen werden von der ISAF für Schutzmaßnahmen genutzt, aber auch zur Bekämpfung der Taliban und anderer militanter Kräfte. Zudem soll die ISAF-Schutztruppe die Autorität der gewählten Zentralregierung stärken und den Wiederaufbau des Landes voranbringen. Das gelingt nur in einem relativ sicheren Umfeld.

Ganz klar ist: Wir haben für Afghanistan eine gemeinsame Verantwortung. Es gibt keine getrennte Sicherheit im Norden und Süden. Unser Ziel ist es, den Stabilisierungsprozess in Afghanistan voranzubringen. Dazu leistet Deutschland seinen Beitrag mit der Entsendung der Tornados in das Krisengebiet.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Hartmann, MdB
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Frage zum Thema Familie
16.04.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Hartmann,

es gibt Problemfelder über die wird man sich erst bewusst wenn sie mit all ihren Folgen im persönlichen Umfeld auftreten. So wird eine Witwe mit zwei minderjährigen Kindern nach Ablauf eines Jahres nach dem Krebstod des Hauptverdieners der Familie steuerrechtlich wieder wie eine Alleinstehende behandelt und der Steuerklasse 1 zugeordnet. Dies ist neben der persönlichen Belastung durch den Verlust des Vaters eine m.E. nicht gerechtfertigte Zusatzbelastung der Hinterbliebenen, die zum einen den Einkommensverlust durch Mehrarbeit auffangen und dazu ihre Kinderbetreuung einschränken muss. Die sozialen Folgen bei der Entwicklung der Kinder als auch die finanziellen Auswirkungen könnten durch eine steuerrechtlich angemessenere Bewertung gemindert werden. GIbt es diesbezüglich Überlegungen?

Mit freundlichen Grüßen

A.
Antwort von Michael Hartmann
9Empfehlungen
23.04.2007
Michael Hartmann
Sehr geehrter Herr ,

sollte - wie ich vermuten darf - sich hinter Ihrer Anfrage ein persönlicher Fall verbergen, dann sollten wir uns aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes und der erforderlichen Intimität nicht über ein öffentliches Forum darüber austauschen. Gerne kann sich die betroffene Dame aber persönlich an mich wenden. Wir können dann ein persönliches Gespräch führen.

Sollten Sie aber lediglich nach einer allgemeinen politischen Bewertung eines steuerrechtlichen Sachverhalts fragen, dann antworte ich selbstverständlich auch gerne hier noch. Lassen Sie mich das - so oder so - einfach wissen.

Mit freundlichen Grüßen
Michael Hartmann
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