Mechthild Dyckmans (FDP)
Abgeordnete Bundestag

Grunddaten
Mechthild Dyckmans
© FDP-Bundestagsfraktion
Geburtstag
26.12.1950
Berufliche Qualifikation
Richterin
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Kassel
Wahlkreis
Kassel
Ergebnis
7,8%
Landeslistenplatz
5, Hessen
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(...) Alkohol, also auch Absinth, unterscheidet sich grundsätzlich von den in den Anlagen des Betäubungsmittelgesetzes aufgeführten Stoffen. (...) Der Gesetzgeber hat bewusst auf eine Unterstellung des Alkohols unter das Betäubungsmittelgesetz verzichtet. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Fragen an Mechthild Dyckmans
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Frage zum Thema Internationales
14.03.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Dyckmanns,

warum haben Sie sich, ebenso wie ein Großteil ihrer Fraktion, dem entwicklungspolitischen Aufruf "Das Versprechen einhalten!" ( www.deine-stimme-gegen-armut.de ) bisher nicht angeschlossen?

Als Wähler Ihres Wahlkreises bitte ich Sie, sich diesem wichtigen Anliegen anzuschließen.

Mit freundlichen Grüßen,

Antwort von Mechthild Dyckmans
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05.04.2011
Mechthild Dyckmans
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage vom 14.03.2011.

Ich unterstütze das Ziel, in die Entwicklungszusammenarbeit mehr zu investieren. Klar ist auch, dass trotz der Haushaltslage und der Sparpläne die Entwicklungsländer weiterhin zu unterstützen sind. Allerdings erachte ich es in Zeiten von Finanz- und Wirtschaftskrise für notwendig– und das nicht nur in Europa – mögliche Alternativen in Erwägung zu ziehen, um den festgesteckten Zielen näher zu kommen. Der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dirk Niebel, hat mitgeteilt, dass das Ziel von 0,7 Prozent allein aus Steuermitteln nicht zu erreichen sei. Ich begrüße seinen Einsatz dafür, sich für neue Finanzierungswege einzusetzen, wie zum Beispiel einen Entwicklungsschatzbrief.

Mit freundlichen Grüßen
Mechthild Dyckmans, MdB
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Frage zum Thema Gesundheit
16.03.2011
Von:
Hau

Sehr geehrte Frau Dyckmans,

Sie haben für die Laufzeitverlängerung der deutschen Kernkraftwerke gestimmt. Sind Sie angesichts des Beweises, dass auch noch so unwahrscheinliche Restrisiken eintreten können, weiterhin der Überzeugung, dass wir dieses Risiko in Kauf nehmen müssen?
Ich persönlich will es nicht in Kauf nehmen, bin aber u.a. durch Ihre Entscheidung dazu GEZWUNGEN.
Sind Sie sich dessen bewusst? Finden Sie das in Ordnung?

Ich bitte Sie um konkrete Antworten, bitte keine vorgefertigten Werbetexte.

Grüße,
M.Hau
Antwort von Mechthild Dyckmans
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21.03.2011
Mechthild Dyckmans
Sehr geehrte Frau Hau,

haben Sie vielen Dank für Ihre Frage vom 16.03.2011.

Die schreckliche Katastrophe in Japan hat uns allen noch einmal die Risiken der Kernenergie vor Augen geführt. Die Bundesregierung hat daher das Moratorium beschlossen, wonach die sieben ältesten Atomkraftwerke für drei Monate abgeschaltet werden, um eine umfassende Sicherheitsanalyse durchzuführen. Die übrigen Kraftwerke werden bei laufendem Betrieb hinsichtlich ihrer Sicherheit überprüft. Für die FDP bleibt klar, dass die Energieversorgung Deutschlands in Zukunft über Erneuerbare Energien laufen soll. Die Kernkraft war immer nur eine zeitlich befristete Brückentechnologie hin zum Zeitalter der Erneuerbaren Energien.

Mit freundlichen Grüßen
Mechthild Dyckmans, MdB
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Frage zum Thema Gesundheit
21.03.2011
Von:

Liebe Frau Dyckmans,

Bei dem thema Canabis sprechen von "Stimmen in der Fachliteratur" und "gefährlichen Nebenwirkungen" könnten sie mir bitte den gefallen tun und die Fachliteraturen benennen sowie die genauen Nebenwirkungen (die jedoch nicht durch die Represion und den verbot führen)?

Ich bitte sie mich nicht falsch zu verstehen und diese Frage als angriff auf sie zu sehen ich will mich nur objektiv mit dem Thema auseinandersetzen.


Ich würde mich über eine schnelle antwort freuen.

mit Freundlichen Grüßen

Antwort von Mechthild Dyckmans
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03.05.2011
Mechthild Dyckmans
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage.

Allgemeine Informationen zu den Gesundheitsrisiken durch Cannabiskonsum finden Sie unter anderem bei Dieter Kleiber und Karl-Artur Kovar: Auswirkungen des Cannabiskonsums, Berlin/Tübingen 1997; Wolfgang Schmidbauer und Jürgen vom Scheidt: Handbuch der Rauschdrogen, Frankfurt 2004 sowie Franjo Grotenhermen (Hg.) Cannabis und Cannabinoide, Pharmakologie, Toxikologie und therapeutisches Potential, Bern 2004. Die umfangreichste Übersicht über die meisten international publizierten Studien auf Deutsch finden Sie bei Kay Uwe Petersen und Rainer Thomasius: Auswirkungen von Cannabiskonsum und -missbrauch, Lengerich 2007.

Systematische Meta-Analysen der umfangreichen internationalen Fachliteratur weisen auf eine ganze Reihe von wahrscheinlichen Gesundheitsrisiken durch einen langjährigen Cannabisgebrauch hin: Abhängigkeitserkrankungen, Verkehrsunfälle, Einschränkungen der Atemwegsfunktionen, Herz-Kreislauferkrankungen, die Entstehung von Hirntumoren sowie Entwicklungsverzögerungen beim Gebrauch im Jugendalter und Einschränkungen der seelischen Gesundheit (z.B. Hall W, Degenhardt L.: Adverse health effects of non-medical cannabis use. Lancet. 2009 Oct 17;374(9698):1383-91.; Calabria B, Degenhardt L, Hall W, Lynskey M.: Does cannabis use increase the risk of death? Systematic review of epidemiological evidence on adverse effects of cannabis use. Drug Alcohol Rev. 2010 May;29(3):318-30.). Zusammenhänge zwischen Cannabisgebrauch und dem Auftreten psychotischer Symptome sind ebenfalls häufig (z.B. Minozzi S, Davoli M, Bargagli AM, Amato L, Vecchi S, Perucci CA. An overview of systematic reviews on cannabis and psychosis: discussing apparently conflicting results Drug Alcohol Rev. 2010 May;29(3):304-17.).

Ein systematisches kanadisches Review bestätigt diese Beobachtungen und weist zusätzlich darauf hin, dass der Gebauch von Cannabis während der Schwangerschaft bleibende Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, der Informationsverarbeitung und der Motorik der Kinder hervorrufen kann (Kalant H.: Adverse effects of cannabis on health: an update of the literature since 1996. Prog Neuropsychopharmacol Biol Psychiatry. 2004 Aug;28(5):849-63).

Ein neues Gesundheitsrisiko entsteht durch die Verwendung so genannter Designer-Drogen: Synthetische Cannabinoide wie JWH-018 (die z.B. in "Spice" beigemischt werden) erhöhen offensichtlich das Risiko für Psychosen (Every-Palmer S: Synthetic cannabinoid JWH-018 and psychosis: An explorative study. Drug Alcohol Depend. 2011 Feb 10.

Dies zeigt, dass eine Angebotsreduzierung durch das Verbot des Anbaus, des Besitzes, und des Handels von Cannabis weiterhin erforderlich ist, genauso wie Präventionsmaßnahmen, Beratungs- und Behandlungsangebote, um die Gesundheitsrisiken und -schäden durch den Cannabiskonsum weiter zu reduzieren.

Mit freundlichen Grüßen
Mechthild Dyckmans
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Frage zum Thema Abschöpfung von Zusatzgewinnen aus AKW-Laufzeitverlängerung
22.03.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Dyckmans,

Grohnde liegt deutlich näher an Kassel als Fukushima an Tokyo. Bei der von Ihnen mitbeschlossenen Laufzeitverlängerung wird das AKW von heute an gerechnet mindestens weitere 21 Jahre in Betrieb sein.
Natürlich hoffen wir alle, dass dieser Reaktor keine Katastrophe verursacht. In der 3-Monatsfrist des Moratoriums soll auch Grohnde im laufenden Betrieb auf Reaktorsicherheit geprüft werden.
Meine Fragen:
  • Wie funktioniert eine Überprüfung im laufenden Betrieb?
  • Wer wird mit den sicherheitstechnischen Überprüfungen beauftragt?

Unabhängig von den angekündigten Überprüfungen könnte theoretisch natürlich auch innerhalb der 3-Monatsfrist ein Störfall eintreten. Lassen wir die erheblichen Gesundheitsgefährdungen mal außer Acht (Augen zu und durch), so wird ein erheblicher wirtschaftlicher und finanzieller Schaden entstehen. Daher stellen sich für mich weitere Fragen an Sie als Juristin :
  • Ist sichergestellt, dass die Betreibergewinne der letzten Jahre (Bsp. EON 2009: 6,2 Mrd Euro, 2010: 8,6 Mrd. Euro) in vollem Umfang zum Ausgleich derartiger Schäden verwendet werden?
  • Wie hoch ist die Versicherungssumme beispielsweise von EON für das AKW Grohnde?
  • Inwieweit gibt es eine persönliche Haftung der Vorständs- und Aufsichtsratsmitglieder der Betreibergesellschaften im Falle von Vorsatz bzw. grober Fahrlässigkeit ?
  • Inwieweit gibt es eine persönliche Haftung der Mitglieder des Bundestages, die für die Verlängerung der Laufzeiten und der damit zumindestens mathematisch deutlich erhöhten Risiken gestimmt haben ?

Wenn ich mir vorstelle, dass viele Menschen unverschuldet beispielsweise durch den Verlust des Arbeitsplatzes in die private Insolvenz und damit an den Rand der wirtschaftlichen Existenz geraten, wäre es ein Trost zu wissen, dass die Verantwortlichen für oben aufgeführte mögliche Schäden ebenfalls mit dem gesamten Privatvermögen haften. Aber vermutlich tragen sie nur die "Verantwortung" ohne jegliche Konsequenzen.

Gruß
G.
Antwort von Mechthild Dyckmans
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25.03.2011
Mechthild Dyckmans
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage vom 22. März 2011.

Bei der Sicherheitsüberprüfung, die vorgenommen wird, geht es um technische Fragen. Die Risikoanalyse aller deutschen Kernkraftwerke wird von der Reaktorsicherheitskommission als Gremium unabhängiger Experten in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden der Länder und dem Bundesumweltministerium vorgenommen.

Bezüglich Ihrer weitergehenden Fragen bitte ich Sie, sich an die zuständigen Aufsichtsbehörden, bzw. Unternehmensvorstände zu wenden.

Weitere allgemeine Informationen finden Sie unter: www.bmu.bund.de

Mit freundlichen Grüßen
Mechthild Dyckmans, MdB
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
25.03.2011
Von:

Sehr geehrte Fr. Dyckmanns,

in Ihrer Antwort auf meine Frage vom 01.02.2011 schreiben Sie, dass in Großbritanien anders als im deutschen "Betäubungsmittelgesetz - die illegalen Drogen in unterschiedliche Klassen A, B und C einordnet" werden.

Wie unterscheidet sich die Unterteilung in Kategorie A bis C von der Unterteilung die in den Anlagen 1 bis 3 des deutschen BtMG stattfindet?

Des weiteren ist die Aussage von Prof. Nutt, "Alkohol und Tabak seien schädlicher als LSD, Ecstasy und Cannabis" klar auf die, mit diesen Substanzen verbundenen sozialen Problemmustern und deren Häufigkeit sowie der Häufigkeit von Todesfällen die aus dem Konsum besagter Substanzen resultieren, bezogen.
Wie kommen Sie also zu der Verallgemeinerung in Ihrern Antwort vom 24.03.2011?

Sie schreiben außerdem: "Zum einen ergeben sich die Risiken weniger aus den verschiedenen Substanzen, sondern eher durch schädliche Konsummuster. Zum anderen kommt es darauf an, die durch den Gebrauch aller - und nicht nur einzelner psychoaktiver - Substanzen entstehenden Risiken insgesamt zu verringern."

Diese Meinung teile ich und frage mich, bzw. Sie, deshalb umso mehr:

Wird es zu einem Tabak- und Alkoholverbot kommen oder begründen Sie ein Ausbleiben dessen mit der kulturellen Verwurzelung dieser Substanzen in Deutschland und blenden damit die kulturellen Wurzeln des Hanfes in Deutschland aus?

Müssten nicht die so erfolgreichen repressiven Maßnahmen auf die Volksdrogen ausgedehnt werden, die ja den größten Teil der Drogentoten in Deutschland erzeugen?


Vielen Dank im Voraus für Ihre Antworten
Antwort von Mechthild Dyckmans
3Empfehlungen
07.04.2011
Mechthild Dyckmans
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Der britische Misuse of Drugs Act unterscheidet sich vom deutschen Betäubungsmittelgesetz vor allem dadurch, dass er Drogen in den Anhängen A, B und C in Gefahrenklassen unterteilt, deren Besitz je nach Gefahrenklasse unterschiedlich harte Strafen nach sich zieht. Im deutschen Betäubungsmittelrecht gibt es diesen Automatismus nicht, das heißt, die Art oder die Klassifizierung des Betäubungsmittels hat grundsätzlich keinen Einfluss auf den gesetzlichen Strafrahmen. Die Entscheidung, ob die Art und die unterschiedlichen Gefahren der bei einer Straftat verwendeten Betäubungsmittel bei einem Urteil berücksichtigt werden, trifft der Richter.

Tabak und Alkohol sind keine Drogen im Sinne des Betäubungsmittelgesetzes, es wird daher und aufgrund der Tatsache, dass der Konsum von Tabak und Alkohol in unserer Gesellschaft seit langem akzeptiert und ihr Gebrauch verbreitet sind, zu keinem Tabak- oder Alkoholverbot kommen.

Mit freundlichen Grüßen
Mechthild Dyckmans
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