Mechthild Dyckmans (FDP)
Abgeordnete Bundestag

Grunddaten
Mechthild Dyckmans
© FDP-Bundestagsfraktion
Geburtstag
26.12.1950
Berufliche Qualifikation
Richterin
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Kassel
Wahlkreis
Kassel
Ergebnis
7,8%
Landeslistenplatz
5, Hessen
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(...) Wegen der Frage der Kostenübernahme muss ich Ihnen leider mitteilen, dass es zur Zeit keine regelhafte Kostenübernahme für Cannabis bzw. cannabinoidhaltige Arzneimittel gibt. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen bieten einen gewissen Ermessensspielraum, eine Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse in besonderen Einzelfällen zu gewähren, insbesondere dann, wenn für die Behandlung einer lebensbedrohlichen bzw. schwerwiegenden Erkrankung keine andere Therapie zur Verfügung steht, mit der ein besserer Behandlungserfolg zu erzielen ist. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Familie
12.05.2010
Von:

Sehr geehrte Frau Dyckmans,

immer wieder wird von der FDP hervorgehoben was alles für die Kinder getan wird. Gut das Kindergeld wurde um 20,00 € erhöht, aber was passierte dann, die meisten Träger der Kindergärten in unserer Region erhöhten den Beitrag pro Monat um ca. 15,00 €. Was bleibt dann den Familien für ihre Kinder? Des weiteren war es doch eine ungerechtigkeit den gut gestellten Familien, durch den höreren Freibetrag, mehr Kindergeld zur Verfügung zustellen. Herr Westerwelle begründete dass ja damit: diese Familien würden ja auch mehr Steuern bezahlen. Der Freibetrag verdoppelt ja fast die Erhöhung des Kindergeldes. Wobei aus meiner Sicht ja gerade die Familien mit kleinem Einkommen das höhere Kindergeld viel mehr benötigen als die Gutverdienenden.
Jetzt will auch Herr Koch Ministerpräsident von Hessen an den Familien und an der Bildung Sparen.
Wie ist denn ihre Meinung dazu?

Für eine Antwort bedanke ich mich schon jetzt rechtherzlich.
Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Mechthild Dyckmans
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04.11.2010
Mechthild Dyckmans
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage vom 12. Mai 2010 und entschuldigen Sie bitte die verspätete Antwort.

Die FDP hat sich stets darum bemüht sichere Rahmenbedingungen für Familien zu schaffen, um sie im Alltag zu entlasten. Dazu zählt auch die im Wachstumsbeschleunigungsgesetz festgelegte Erhöhung des Kindergeldes und die Anhebung des Kinderfreibetrags. Es ist wichtig jedes Kind zu fördern und ihm einen frühen Zugang zu Bildungs- und Betreuungsangeboten zu ermöglichen. Gerade weil der Kinderfreibetrag erst ab einem bestimmten Einkommen in Anspruch genommen werden kann, wurde gleichzeitig auch das Kindergeld erhöht. Ferner hat sich die FDP auch in Hessen dafür eingesetzt, dass trotz der ehrgeizigen Sparziele, die sich das Land gegeben hat, der Haushalt für Bildung und Familie nicht gekürzt wird.

Mit freundlichen Grüßen
Mechthild Dyckmans, MdB
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
18.05.2010
Von:

Werte Frau Dyckmans,

am 21.12.2009 antworteten Sie auf die Frage von Herrn Schwab, dass Tschechien kein Vorbild in der Drogenpolitik sein könnte. Dazu folgende Zahlen:

Drogentote Bayern: 2008: 247; 2009: 250
www.bka.de

Drogentote Tschechien: 2006: 42; 2007: 40
www.emcdda.europa.eu

Einwohnerzahl Bayern: 12.501.200 (31. Juli 2009)
de.wikipedia.org

Einwohnerzahl Tschechien: 10.501.197 (30. September 2009)
de.wikipedia.org

Bayern: 2,00 Drogentote pro 100.000 Einwohner Tschechien: 0,38 Drogentote pro 100.000 Einwohner
Meine zwei Fragen dazu sind, warum in Bayern fünfmal mehr Personen drogenbezogen Sterben als in Tschechien, wenn hierzulande eine so viel bessere gesundheitliche und präventive Versorgung besteht? Zum anderen, wäre es denkbar, dass die Politik der Repression eine viel größere Rolle spielt, als die deutsche Politik annimmt, wie auch Studien der UNO und der Reuter Trautmann-Bericht nahelegen?

mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Mechthild Dyckmans
3Empfehlungen
04.06.2010
Mechthild Dyckmans
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre erneute Anfrage.

Zuerst einmal möchte ich betonen, dass ich den Tod von jedem Drogentoten zutiefst bedauere.

Die Drogentodeszahlen sind in Deutschland um acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Im Jahr 2009 kamen 1.331 Menschen durch den Konsum illegaler Drogen ums Leben. Der Rückgang der Zahl der Drogentoten in Deutschland auf den drittniedrigsten Stand der letzten zehn Jahre zeigt, dass die Drogentodeszahlen langfristig sinken.

Überdosen von Heroin und Mischkonsum von Heroin mit anderen Drogen sind allerdings immer noch die häufigsten Todesursachen. Weiter angestiegen sind die Todesfälle aufgrund gesundheitlicher Langzeitschädigungen. Ihr Anteil ist von 11 % (2006) auf rund 20 % (2009) der Verstorbenen angestiegen.

Diese Entwicklung bestätigt, dass die Angebote zur gesundheitlichen Versorgung für Drogenabhängige notwendig sind und eine Überlebenshilfe darstellen. Die Drogenpolitik in Deutschland zielt auf Einhaltung der gesetzlichen Verbote und auf Angebote zur Schadensminimierung. Unverzichtbare Hilfs- und Behandlungsangebote sind deshalb: Maßnahmen zur Schadensreduzierung, wie die qualitätsgestützte Substitutionsbehandlung mit Methadon oder Buprenorphin, Drogenkonsumräume, Spritzentausch und Kontaktläden sowie die diamorphingestützte Behandlung, die derzeit in die Regelversorgung überführt wird.

Zu Ihrem Vergleich von Bayern und Tchechien kann ich nur entgegnen, dass die Zahlen kaum vergleichbar sind, da in anderen Ländern andere Grundvoraussetzungen bestehen. Ich könnte auch die Gegenfrage stellen, warum Sie nicht die Zahlen der tchechischen Drogentoten mit denen der Bundesländer Mecklemburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen vergleichen. Diese Bundesländer hatten zum 31. Dezember 2009 zusammen 10,2 Mio. Einwohner. Die Zahl der Drogentoten betrug in diesen Ländern insgesamt 38 Todesfälle.

Mit freundlichen Grüßen
Mechthild Dyckmans
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Frage zum Thema Gesundheit
19.05.2010
Von:

Sehr geehrte Frau Dyckmanns,

Ich bin seit einem Sportunfall vor 3 Jahren chronischer Schmerzpatient, und habe Probleme im oberen Rückenbereich. Meine Verletzung ist nicht operrabel, und leider kann ich nur durch relativ starke Medikamente wie z.B. Diclofenac, Linderung erfahren. Ich habe mich daher mehr oder minder damit abgefunden, obwohl ich noch relativ jung (Anfang 30) bin, dass ich noch lange auf Symptombehandlung, also Schmerzmedikamente, angewiesen bin, denn die unterschiedlichsten Therapieformen, von normaler, bis hin zu alternativer Medizin (die Auflistung würde hier den Rahmen sprengen) haben nicht geholfen, bzw. auch nur kurzfristige Linderung gebracht.

Die auftretenden Neben und Langzeitwirkungen von Diclofenac siehe u.a.: ( www.wissenschaft.de de.wikipedia.org ) bin ich jedoch in keinster Weise bereit in Kauf zu nehmen, wenn ich als Alternative Cannabis einnehmen könnte, und damit nicht nur die Symptome lindern kann, sondern auch Ursachen - denn Cannabis wirkt in multipler Art und Weise, Muskelentspannend, Schmerzlindernd, Stimmungsaufhellend, um nur einige Wirkungen zu nennen, die bei mir direkt positiv zum Tragen kommen.
Hierzu ein paar Links aus anderen Ländern, wo Cannabis schon seit längerem Legal zur medikamentösen Behandlung verfügbar ist: en.wikipedia.org #Spain #Canada um nur eine kurze Zusammenstellung von Wikipedia zu zeigen. Dronabinol ist hier keine Alternative, da dort u.a. die Muskelentspannende Wirkung fehlt, und die Arznei mit ca. 600€ im Monat sehr teuer ist.
Da Cannabis illegal in DE ist, kann ich so diese Therapieform nicht benutzen, ohne Angst vor Verfolgung durch Polizei und Justiz zu fürchten - und muss weiter mit meinen Schmerzen und den unzulänglichen Therapieformen die in DE möglich sind, leben.
Warum ist Cannabis in natürlicher Form zur Medikamentösen Behandlung in Deutschland illegal?

Mit freundlichen Grüssen
Antwort von Mechthild Dyckmans
2Empfehlungen
31.05.2010
Mechthild Dyckmans
Sehr geehrter Herr ,

haben Sie vielen Dank für Ihre Frage.

Das Verbot des Anbaus, Besitzes und Handels mit Cannabispflanzen beruht auf internationalen Abkommen zur Bekämpfung des Drogenanbaus und -handels, zu deren Einhaltung sich Deutschland verpflichtet hat. Eine wichtige Funktion des Verbots ist es zu verhindern, dass Cannabis zu Rauschzwecken missbraucht wird.

Wie der Bundesgesundheitsminister, Herr Dr. Philipp Rösler, befürworte auch ich alle Anstrengungen, die dazu führen, dass wirksame Arzneimittel auf der Basis von Cannabis für Patientinnen und Patienten mit schweren Erkrankungen in den Verkehr gebracht werden können. Dazu wird eine Empfehlung des Betäubungsmittel-Sachverständigenrats derzeit geprüft.

Der Betäubungsmittel-Sachverständigenrat hat auf seiner Sitzung am 3. Mai 2010 eine modifizierte Umstufung von Cannabis bzw. Cannabis-Extrakt in den Anlagen I bis III des Betäubungsmittelgesetzes empfohlen. Damit könnte im Falle einer rechtlichen Umsetzung erreicht werden, dass in Deutschland Cannabis-Extrakthaltige Fertigarzneimittel hergestellt und auf Betäubungsmittelrezept verschrieben werden könnten. Damit könnte sowohl sichergestellt werden, dass der Handel und die Anwendung von Cannabis zu Rauschzwecken weiterhin verboten bleiben, als auch, dass behandelnden Ärzten eine weitere Therapieoption zur Verfügung stünde, deren Kosten von den Krankenkassen übernommen werden könnten.

Mit freundlichen Grüßen
Mechthild Dyckmans
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
21.05.2010
Von:

Werte Frau Dyckmans,

am 21.5.2010 antworteten Sie auf die Frage von Hr. Block, "dass es nicht beabsichtigt ist, Cannabis zu legalisieren".

Meine Frage dazu ist, wie Sie eine "Legalisierung" definieren?

In dem Zusammenhang bitte ich Sie nach Möglichkeit - das Gesundheitsministerium hat sicherlich Material dazu - aufzuzeigen, welche Gesetze und Regelungen in Kraft treten bei einer (theoretischen) Veränderung des Status von Stoffen gemäß §1 BtMG und Anlagen 1 bis 3, insbesondere wenn ein Stoff (z.b. wie bei Modafinil 2008 geschehen) aus dem BtMG-Anhängen genommen wird?

mfg,
M.
Antwort von Mechthild Dyckmans
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28.07.2010
Mechthild Dyckmans
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage.

Unter "Legalisierung" von Cannabis verstehe ich die Aufhebung des Verbots des Drogenverkehrs und die Aufhebung der Strafvorschriften.

Würde man Cannabis, wie Sie es vorschlagen, einfach aus dem Anhang des Betäubungsmittelgesetzes streichen, würde dies nicht nur eine Legalisierung, sondern eine völlige Freigabe darstellen, da Cannabis in diesem Fall wie jedes andere Lebens- oder Genussmittel ohne jede Einschränkung für jeden frei zur Verfügung stünde.

Wegen der in diesem Forum bereits mehrfach ausgeführten gesundheitlichen Risiken des Cannabiskonsums sowie der internationalen Verpflichtungen ist für die Bundesregierung eine Freigabe nicht zu verantworten.

Mit freundlichen Grüßen

Mechthild Dyckmans
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Frage zum Thema Gesundheit
21.05.2010
Von:

Sehr geehrte Frau Dyckmans
 

Ich zitiere von ihrer Seite des Ministeriums für Gesundheit. Dort steht folgender Satz.
 
"Für eine erfolgreiche Sucht- und Drogenpolitik müssen alle ins Boot geholt werden, die hierzu mit ihrer Expertise und in ihrem Arbeitsbereich etwas beitragen können", betont Mechthild Dyckmans. 
 
Da ich selbst Betroffener bin was die Medikamentenabhängigkeit angeht hätte ich einige Fragen an sie als neue Drogenbeauftragte.
 
1.Aus welchem Grund steht dieser zitierte Satz in Anführungszeichen? Und warum sprechen Politiker immer in der müssen und müssten Form anstatt es einfach zu tun?
2.Wenn sie davon sprechen bestimmte Lobbys in ihr Boot holen zu wollen, dann würde mich interessieren ob dazu auch die pharmazeutische Industrie gehört? Wenn ja dann frage ich sie wie sie es anstellen werden diese Gruppe in ihr Boot zu bekommen? Da hatte Herr Seehofer jetziger Ministerpräsident von Bayern schon so seine diverse Schwierigkeiten während seiner Amtszeit.
3.Finden sie es richtig dass Ärzte die suchterzeugende Substanzen wie in meinem Fall 17 Jahre ohne Aufklärung verordnen nicht strafrechtlicht verfolgt werden?
4.Finden sie es richtig dass Ärzte vor Gericht nicht ihre Unschuld beweisen müssen, sondern der Patient dem Arzt eine Schuld nachweisen muss?
5.Finden sie es richtig dass die Richter sich dabei des Kausalitätsprinzips bedienen um es dem Geschädigten somit fast unmöglich machen zu ihrem Recht zu kommen.
6.Finden sie es richtig dass wie in meinem Fall ein Universitätsprofessor als Gutachter herangezogen wurde der den selben Arbeitgeber hatte als der Richter. Nämlich den Freistaat Bayern?
7.Warum spricht man von ihrer Seite immer von Präventionsmaßnahmen die ausreichend seien um das Problem in den Griff zu bekommen obwohl es immer mehr Abhänigge von Medikamenten gibt?

Ich hoffe sie können mir auf meine Fragen eine für mich einleuchtende Antwort geben
Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Mechthild Dyckmans
1Empfehlung
08.07.2010
Mechthild Dyckmans
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Gern beantworte ich Ihre Fragen zum Thema Arzneimittelabhängigkeit. Ich bitte Sie aber auch um Verständnis, dass ich nicht auf jedes Detail Ihrer Fragen eingehen kann. Dies würde den Rahmen dieses Forums sprengen.

Nun zu Ihren Fragen zu meiner Homepage:

Auf meiner Homepage verwende ich Anführungszeichen, wenn ein Zitat von mir verwendet wird. Das Wort "müssen" bedeutet nicht, dass ich es nicht auch tue. Selbstverständlich beziehe ich alle wichtigen Akteure in meine Sucht- und Drogenpolitik mit ein.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich mich als Drogenbeauftragte der Bundesregierung zu Ihren Fragen rund um Ihre Krankheitsgeschichte und um die Rolle Ihrer Ärzte nicht äußern kann.

Gern kann ich Ihnen meine Haltung zur Arzneimittelabhängigkeit im Allgemeinen mitteilen:

Die Grenze zwischen Gebrauch, Missbrauch und Abhängigkeit zu ziehen, ist bei Medikamenten besonders schwierig. Diese sind nämlich zunächst keine Suchtmittel, sondern dienen der medizinischen Hilfe. Eine unsachgemäße Verwendung jedoch - sei es durch eine nicht fachgerechte ärztliche Verordnung oder eine unsachgemäße Selbstmedikation - kann in die Abhängigkeit führen.

In Deutschland sind schätzungsweise 1,4 bis 1,9 Millionen Menschen arzneimittelabhängig.

Angesichts dieses großen, ernst zu nehmenden Problems ist es mir wichtig, die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren. Den Risiken der Arzneimittelabhängigkeit will ich durch die Weiterentwicklung eines Leitfadens gemeinsam mit Ärzten und Apothekern entgegenwirken. Auch andere Maßnahmen sind in dem Bereich geplant. Dazu ghören nicht nur Präventionsmaßnahmen. Darüber hinaus fördert das Bundesgesundheitsministerium den ambulanten Arzneimittelentzug in einem Modellprojekt.

Mit freundlichen Grüßen

Mechthild Dyckmans
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