Matthias Lietz (CDU)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Matthias Lietz
© Bundestagsfraktion CDU/CSU
Geburtstag
12.03.1953
Berufliche Qualifikation
Diplom-Ingenieur
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Lubmin
Wahlkreis
Greifswald - Demmin - Ostvorpommern
Ergebnis
38,0%
Landeslistenplatz
3, Mecklenburg-Vorpommern
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(...) Ihre These, dass Munitionsaltlasten Touristen fernhalten würden, möchte ich damit beantworten, dass Mecklenburg-Vorpommern den Tourismus braucht! Übertreibungen und Darstellungen von Horrorszenarien auf Kosten des Bundeslandes sind kontraproduktiv für die Tourismuswirtschaft und tun unserem Land nicht gut. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
29.03.2013
Von:

Sehr geehrter Herr Lietz,
mit Interesse las ich das Interview in der Ostseezeitung vom 27.03.2013, wo Sie über Ihre ersten Bundestagserfahrungen berichten. Bevor ich zu Ihrem Lieblingsthema Energiestandort Lubmin komme, noch eine Frage zu der Entwicklung der Häfen in Vorpommern, die Ihnen ja offensichtlich auch sehr am Herzen liegt: Der Gleisanschluss nach Vierow wurde fertiggestellt und plötzlich merkte man, dass es im Bahnhof Greifswald gar keine Rangiermöglichkeit mehr gibt. Das Anschlussgleis nach Ladebow wird wieder hergestellt, da hat man doch das gleiche Problem. Und überhaupt: Lohnt es sich wirklich, so viel Steuergelder für kaum genutzte Infrastruktur auszugeben? Vielleicht erneuern wir demnächst den Gleisanschluss in den Südhafen von Wolgast? Da denkt man schon mal darüber nach, ob das nicht verdeckte Aufrüstung ist- in den 30-er Jahren hat das auch so angefangen! Die Worte, für die vor einigen Jahren ein Bundespräsident zurück trat, sind heute gesellschaftsfähig!
Nun aber zum Energiestandort, für den Sie bedauern, dass es mit dem dänischen Investor Dong Energy nicht geklappt hat, uns ein Steinkohlekraftwerk mit einer Wärmeleistung von 3,7 GW und einem Wirkungsgrad von 46 % in eine Tourismus- und Gesundheitsregion, in eine mehrfach national und international geschützte Landschaft zu stellen. In Dänemark wäre es von Anfang an nicht genehmigungsfähig gewesen. Fachleute sprechen von einer Technologie von gestern und sicher ist das ein Hauptgrund, dass Dong seinen Plan aufgegeben hat.
Damit will ich den Kampf der Bürgerinitiativen und Umweltorganisationen gegen das Dong-Kraftwerk nicht unter- aber auch nicht überbewerten! Die meisten hatten die damals schon geplanten Gaskraftwerke als eine vernünftige Alternative bezeichnet. Das ist auch heute noch deren Meinung, schließlich gibt es schon Gaskraftwerke mit 60 % Wirkungsgrad (Irsching 4). Die entscheidende Frage ist aber: Was macht man mit den restlichen 40 % der Primärenergie?
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Frage zum Thema Wirtschaft
11.04.2013
Von:

Hallo Herr Lietz,
Sie bedauern in einem Interview, dass Dong Energy in Lubmin kein riesiges Steinkohlekraftwerk in eine Tourismus- und Gesundheitsregion, in eine mehrfach national und international geschützte Landschaft stellen konnte. Fachleute von Bürgerinitiativen (BI) sprachen von einer Technologie von gestern, sicher ein Hauptgrund, dass die Investition aufgegeben wurde. Nun kämpfen Sie für die geplanten Gaskraftwerke, die damals und auch heute die BI als eine bessere Lösung sehen. Schließlich gibt es bereits solche mit 60 % Wirkungsgrad. Entscheidend ist aber: Wohin mit den restlichen 40 % der Primärenergie? In Kühltürmen oder Gewässern wird sie nutzlos vernichtet. In kleineren Blockheizkraftwerken (BHKW) gelingt deren Nutzung jedoch hervorragend mit Wirkungsgraden nahe 90 %! Nur, bei Anlagen mit einer Wärmeleistung in der Größenordnung Gigawatt kann so eine Abwärmemenge kaum sinnvoll verwertet werden- schon gar nicht am Standort Lubmin, wo es weit und breit keinen Abnehmer der Wärme gibt. Hier würde die in den Greifswalder Bodden geleitet, wodurch ein sensibles Ökosystem mit hoher Wahrscheinlichkeit zerstört wird. Nicht nur Biologen, Naturschützer und Touristen wird das ärgern, sondern auch die Wirtschaft: Die Vernichtung der Laichgebiete des Herings wird nicht nur die heimischen Fischer in den Ruin treiben, sondern auch ausländische. Fazit der Bürgerinitiativen: Es ist das falsche Kraftwerk am falschen Standort.
Warum wollen Sie also mit Gewalt so einen "Energiestandort Lubmin" entwickeln? Wegen 50 Arbeitsplätzen? Andere Firmen haben dort inzwischen das Mehrfache geschaffen! Und zukünftige Steuereinnahmen? Da sind die global agierenden Investoren heute so clever, dass hier kaum Steuern anfallen!
Warum hat E.ON auf das GuD I verzichtet, warum dümpelt GuD II von EnBW vor sich hin? Warum gibt es für GuD III keinen Investor? Es sei denn, Herr Glawe wirft Gasprom Millionen hinterher. Warum und für welchen Preis musste EWN eigentlich die Dong-Unterlagen kaufen?
Antwort von Matthias Lietz
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16.04.2013
Matthias Lietz
Sehr geehrter Herr Klinger,

vielen Dank für Ihre Anfragen. Da Ihre Anliegen sich mit unterschiedlichen Themen und teilweise sehr komplexen Sachverhalten befassen, ist es schwierig diese in einer kurzen Stellungnahme zu beantworten. Gern möchte ich Ihnen daher ein persönliches Gespräch anbieten.

Da mir über Abgeordnetenwatch.de keine persönlichen Daten von Ihnen übermittelt wurden, würde ich Sie bitte, sofern Interesse besteht, sich mit einem meiner Büros in Verbindung zu setzen. Die Kontaktdaten finden Sie unter meiner Internetadresse: www.matthias-lietz.de

Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Matthias Lietz
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Frage zum Thema Privatisierung der Wasserversorgung verhindern (Grünen-Antrag)
16.04.2013
Von:

Sehr geehrter Herr Lietz,

als Christ glauben Sie natürlich nicht, dass unser Leben einmal im Wasser entstand, wie das von Wissenschaftlern behauptet wird. Trotzdem erkennen Sie sicher an, dass Wasser ein elementares Grundnahrungsmittel ist. Als ehemaliger Bürgermeister wissen Sie, dass die Wasserversorgung in kommunaler Hand gut aufgehoben und sicher gewährleistet ist. Warum wollen Sie dann ohne Not zusehen, wie die EU der Privatisierung der Wasserversorgung Tür und Tor öffnet? Was versprechen Sie sich von einer solchen Privatisierung für Ihre Wähler, denen Sie ja neben Ihrem eigenen Gewissen verpflichtet sind?
Die Privatisierung wird immer hochgelobt: "Privat kann’s besser als der Staat". Auf jeden Fall sind auch Ihnen "Erfolgsmodelle" der Privatisierung bekannt: Bahn, Post und Telekom. Als Kunde stelle ich nur fest: Der Service verschlechtert sich dramatisch und die Preise steigen meistens trotzdem. Im Bereich der Unternehmen werden solche aufgekauft, saniert (sprich massenweise Personal entlassen) und anschließend mit hohem Gewinn wiederverkauft. Bekannt geworden sind auch Privatisierungen von Wohnimmobilien (z.B. Dresden) mit katastrophalen Folgen für die Mieter.
Antwort von Matthias Lietz
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16.05.2013
Matthias Lietz
Sehr geehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage hinsichtlich der Konzessions-Richtlinie für die Wasserversorgung. Zunächst einmal kann ich Ihnen mitteilen, dass ich mich persönlich und die gesamte CDU/CSU-Fraktion gegen die Pflicht zur Privatisierung- bzw. Ausschreibung der Wasserversorgung aussprechen. Mit der Vorlage des entsprechenden Richtlinienvorschlages wurden hier seitens der Kommission ganz klar Kompetenzen überschritten, was ich strikt verurteile. Der verantwortliche EU-Kommissar Barnier hat inzwischen eingelenkt.

Wir haben in Deutschland ein System, in welchem die die Kommunen wählen können, welche Organisations- bzw. Rechtsformen sie nutzen wollen, um der Pflichtaufgabe der Wasserversorgung nachzukommen. In mehr als der Hälfte der Fälle wird dies über Dienstleistungskonzessionen durch Dritte sichergestellt und hat sich bewährt.
Die Weitergabe an Dritte meint hier – und das ist ein ganz wesentlicher Punkt, der in der Diskussion leider oft unterschlagen wird – NICHT die Abgabe der Pflichtaufgabe der Wasserversorgung der Bevölkerung durch die öffentliche Hand an Privatunternehmen, sondern die Art der Durchführung und Organisation dieser Pflichtaufgabe. Der Staat stellt weiterhin die Wasserversorgung der Bevölkerung sicher und daran wird auch nichts verändert!

Ich hoffe Ihnen weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen alles Gute für die Zukunft.

Mit freundlichen Grüßen

Matthias Lietz
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