Martina Gregersen (GRÜNE)

Martina Gregersen
Jahrgang
1966
Berufliche Qualifikation
Maler- und Lackiererin
Ausgeübte Tätigkeit
MdHB mit vollem Zeiteinsatz
Wohnort
-
Wahlkreis
Eppendorf - Winterhude , Listenplatz 1
Landeslistenplatz
-
(...) Ich befürworte aber nicht militärische Einsätze, die allein dem Zweck dienen, wirtschaftliche Interessen durchzusetzen oder fremden und anders denkenden Völkern unsere Wertvorstellungen aufzuzwingen. Diese müsse ihren eigenen Weg gehen, bei dem wir ihnen stets mit Rat und Tat (etwa in Form von Entwicklungs- und Wiederaufbauhilfen) zur Seite stehen sollten. (...)
 
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Frage zum Thema Internationales
26.01.2011
Von:
van

Wie werden Sie abstimmen bezüglich des Afghanistaneinsatzes?
Ich hoffe sehr, für einen sofortigen Abzug!
Antwort von Martina Gregersen
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01.02.2011
Martina Gregersen
Liebe Frau van ,

wenn ich ganz ehrlich bin, bin ich sehr froh darüber, dass ich als Abgeordnete der Hamburgischen Bürgerschaft diese Frage nicht beantworten musste.

Als überzeugte Pazifistin lehne ich grundsätzlich jede Form der Gewalt ab, egal, in welchem Namen und aus welchen Motiven sie verübt wird. Und trotzdem gibt es Notsituationen, in denen es mir sehr sehr schwer fällt einfach tatenlos verharren zu müssen, wenn Einzelnen, Gruppen oder Minderheiten Gewalt angetan wird. Menschen in Notsituationen beizustehen ist eine Bürgerpflicht und mir ein großes Bedürfnis, was auch international seine Gültigkeit besitzt.

Den Afghanistaneinsatz habe ich trotzdem stets abgelehnt. Aber als eine Bekannte von mir dort als Entwicklungshelferin tätig war und uns mehrere Male sehr lange und detaillierte Informationen direkt aus Afghanistan schickte, begann ich meine Meinung zu überdenken. Dass soll nicht etwa heißen, dass ich diesen Einsatz für gut erkläre, aber die Ausführungen haben meine Sichtweise verunsichert. Denn ohne Militäreinsätze konnten selbst die wichtigen und friedlichen Hilfseinrichtungen vor Ort kaum arbeiten. Oftmals saßen sie frustriert und tatenlos in einer der Städte rum und warteten darauf, endlich wieder in die Dörfer zu können, um medizinische Versorgung, Hilfen zu Leben und Bildungsangebote, gerade für Mädchen und Frauen, anbieten zu können.

Ich befürworte aber nicht militärische Einsätze, die allein dem Zweck dienen, wirtschaftliche Interessen durchzusetzen oder fremden und anders denkenden Völkern unsere Wertvorstellungen aufzuzwingen. Diese müsse ihren eigenen Weg gehen, bei dem wir ihnen stets mit Rat und Tat (etwa in Form von Entwicklungs- und Wiederaufbauhilfen) zur Seite stehen sollten.

Ich lehne auch jeden militärischen Einsatz, der über den Schutz von Hilfebedürftigen und Entwicklungshelfern hinausgeht, kategorisch ab.

Lieben Gruß
Ihre Martina Gregersen
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
27.01.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Gregersen,

das Hamburger Abendblatt berichtete diese Woche zum Thema Stadtbahn und S4. Darin wurde der Eindruck erweckt, dass die Grünen das S-Bahn-Projekt nicht fördern wollen, weil es in Konkurrenz zu ihrem "Lieblingsprojekt" Stadtbahn stünde.

1. Entspricht diese Behauptung der Realität?
2. Wie stehen Sie zum Projekt S4, das ja gerade auch für Hamburgs Osten eine deutliche Verbesserung des ÖPNV bedeuten würde?

Mit freundlichen Grüßen


PS: Ich persönlich bin ein Befürworter der Stadtbahn. Einen Ausbau des S-Bahn-Netzes halte ich jedoch für genauso notwendig.
Antwort von Martina Gregersen
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01.02.2011
Martina Gregersen
Lieber Herr ,

vielen Dank dafür, dass Sie nachfragen. Nein, wir Grünen wollen nicht nur die Stadtbahn bauen, sondern den Nahverkehr insgesamt attraktiver machen. Dazu gehören diverse Verbesserungen, wie zum Beispiel eine dichtere Taktung von Bussen und Bahnen, die Einrichtung neuer Buslinien, noch längere Züge oder Busse dort einzusetzen, wo es viel zu voll ist. Und selbstverständlich gehört in diesem Zusammenhang auch der Ausbau der S4 nach Ahrensburg. Wir brauchen dazu aber auf der Trasse mindestens ein weiteres Gleis um noch mehr Menschen eine Gleisanbindung zukommen zu lassen.

Die Planungen hierzu betreffen aber nicht allesamt nur Hamburg, sondern sind auf der Strecke nach Ahrensburg und Bad Oldesloe eben auch das Land Schleswig-Holstein und die Kostenaufteilung zwischen den Ländern und ist daher nur in guter Zusammenarbeit zu bestreiten. Und hier liegt das derzeitige Problem, dass den Eindruck erweckt, es kommt nicht wie gewünscht voran oder wird nur halbherzig befördert. Hier geht es um Millionen und da wird wohl auch etwas bei gepokert. Das ist für die Menschen vor Ort alles sehr ärgerlich und dauert auch mir wirklich zu lange.

Die Stadtbahn hingegen plant und baut Hamburg allein und könnte daher Zeitverzögerungen auf das Minimum reduzieren. Das tut Hamburg aber leider auch nicht, da noch umfangreiche Bürgerbeteiligung stattfinden soll und auch Herr Ahlhaus durch seinen quasi Abbruch des Planfeststellungsverfahrens kurz vor der Ablauffrist eine schnellere Planung zunichte gemacht hat.

Für mich persönlich sind beide Projekte gleichsam wichtig. Als jemand, der in Bramfeld aufwuchs, weiß ich nur zu gut, wie notwendig eine günstige, schnelle und staufreie Anbindung an die nächsten U- und S-Bahnhaltestellen ist. Außerdem ist eine Stadtbahn vier bis fünfmal günstiger als der Kilometer U-Bahnbau. Und auch betriebswirtschaftlich macht es sehr viel Sinn eine Stadtbahn zu bauen, sind die Betriebskosten doch deutlich geringer als das Bussystem. Außerdem ist die Stadtbahn auf Dauer unverzichtbar, weil wir auf vielen Streckenabschnitten einfach keine noch längeren Busse fahren lassen können, die trotzdem nicht mehr für die Menschenmengen ausreichen.
Fangen wir also endlich an Bramfeld, Steilshoop und den Betriebshof ans Stadbahnnetz zu bekommen und weiten dieses Netz danach dahin aus, wo heute schon schon die Beschwerdelage sehr hoch ist und eine Verbesserung dringend geboten ist. Denn ich möchte nicht, dass die Menschen wieder auf das Auto umsteigen, weil die Busse ständig überfüllt sind.

Lieben Gruß
Ihre Martina Gregersen
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Frage zum Thema Städtebau und Stadtentwicklung
02.02.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Gregersen,

in persönlichen Gesprächen vor der Bürgerschaftswahl 2008 mit GALiern hatten auch Sie persönlich hoch und heilig versprochen, dass es niemals zu einer Koalition mit der CDU kommen würde.

Das Ergebnis haben wir alle NACH der Bürgerschaftswahl 2008 zu sehen und zu spüren bekommen.
Wenn ich mir so dass Programm zur Bürgerschaftswahl 2008 ungeachtet der sowieso schon gebrochenen Zusagen anschaue, kommt mir die GALle hoch.

S. 10 des Programms ("Kohlekraftwerk verhindern")
Statt dessen genehmigt Anja Hajduk das Kohlekraftwerk Moorburg.

S. 13 des Programms ("Umweltzone")
Es gibt immer noch keine Umweltzone. Dass eine Stadt ohne Umweltzone zur Umwelthauptstadt 2011 gekürt wird, ist ein Hohn. Dass aber eine Stadt mit grüner Regierungsbeteiligung keine Umweltzone hat, ist eine Ungeheuerlichkeit.

S. 21 ff (kindliche Förderung, vereinbarkeit Familie und Beruf)
Statt dessen Kita-Gebühren und Betreuungsnebenkostenerhöhung.

S. 27 (Studiengebühren abschaffen)
Die Studiengebühren wurden NICHT abgeschafft.

S. 30 f. u. S. 35 (Spaltung der Stadt verhindern, kein Ghetto für Reiche)
Statt dessen wird der Hafen-City und der ElPhi immer mehr Geld hinterher geworfen, obwohl die wenigsten Hamburger je einen Nutzen davon haben werden. (Stichwort: Oberschichtenstadtteil)

S. 47 (Nazis bekämpfen)
Sie selbst haben gegen ein NPD-Verbot gestimmt.

S. 48 (Kriminalität bekämpfen, Bürgerrechte wahren)
Statt dessen stehen am ausschließlich am hamburger Flughafen Nacktscanner.

Und so weiter und so fort.

Wahrscheinlich habt ihr euch mit der CDU einfach nur übernommen und wart ein zu schwacher Koalitionspartner. (Tja... wer sich mit dem Teufel einlässt...) Das hätte man vorher aber wissen müssen.
Daher folgende Frage:

Aus welchen Gründen sollte man die GAL dieses mal wählen? Versprochen wurde letztes Mal auch eine Menge.
Antwort von Martina Gregersen
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03.02.2011
Martina Gregersen
Lieber Herr ,

ich kann Ihren Unmut über unsere und meine Wahlaussage von vor drei Jahren nur zu gut verstehen. Ich wollte aber wirklich keine Koalition mit der CDU im Rathaus führen und war selbst genauso entsetzt wie Sie. Während der Koalitionsverhandlungen habe ich sehr viel Feuerholz hacken müssen um damit selbst irgendwie klar zu kommen. Doch als die CDU dann fast alle GAL-Forderungen erfüllen wollte und die Linke sich verweigerte, gab es kaum einen anderen Ausweg.

Und komischerweise gelang die Zusammenarbeit wesentlich besser als je erwartet, auch wenn es in einigen Bereich durchaus unterschiedlichste Ansichten gab.

So konnten wir mit der CDU in meiner Verantwortung z.B. die Sozialfahrkarte wieder einführen, das Blindengeld nicht wie andere Bundesländer kürzen, sondern an die Rentenentwicklung ankoppeln, wir stockten das Personal der Wohnungslosenhilfe der Bezirke auf und investierten ordentlich in den Nahverkehr und Radverkehrsausbau.

Natürlich wäre es für uns Grüne zu schön gewesen, wenn wir Moorburg hätten verhindern können. Und glauben Sie mir bitte, wir haben es auch gewollt und versucht. Jedoch leben wir in einem Rechtsstaat, in dem eine Regierung leider nicht einfach alle schon bestehenden Verträge zunichte machen kann - so gern sie das auch möchte.

Warum stimmte ich und mit mir meine gesamte Fraktion gegen das NPD Verbot? Ich bin Ihnen dankbar, dieses noch einmal ausführen zu können.
Keiner von uns ist Fan der NPD oder teielt ihre Ziele, eher das Gegenteil. Wir wollten aber einem NPD-Verbot nur zustimmen, wenn wir zu 100 Prozent von dem Erfolg dieses Verfahrens überzeugt gewesen wären. Nichts wertet eine Partei oder Gruppe mehr auf als ein großes Medienecho durch gewonnene Prozesse. Ich empfinde eine solche namentliche Abstimmung dazu in der Bürgerschaft daher als kontraproduktiv und öffentliche Effekthascherei. Wenn ein Verbot durchsetzbar ist, dann bedingt das ordentlicher juristischer Verfahren, aber nicht meiner Zustimmung in der Bürgerschaft, zu einer Zeit wo das nicht gewährleistet werden kann.

Sie fragen, warum man nun die GAL wählen soll? Das sollten Sie, weil ich weder die CDU noch die SPD allein und ohne Korrektiv als Regierung empfehlen kann. Die SPD mit Scholz steht nicht für den ökologisch wie betriebswirtschaftlich wichtigen Bau der Stadtbahn. Außerdem steht die SPD auch nicht für eine ökologische Modernisierung, sondern für eine autogerechte Stadt und empfindet die Ökologie als Hemmnis der Wirtschaft. Dabei ist sie ein richtiger Jobmotor!

Eine Umweltzone möchte die GAL immer noch einführen, wenn belegbar ist, dass dadurch die Luftreinhaltungsvorschriften der EU eingehalten werden können. Dazu gaben wir eine Studie in Auftrag, die die bestehenden deutschen, wie auch europäischen Modelle auf Hamburg übertragen und bewerten soll. Ich kenne das Ergebnis leider noch nicht. Auch wenn ich den Verkehr in Hamburg vielerorts für zu viel und für Anwohner als Starke Belastung halte, halte ich die Reihenfolge, erst zu untersuchen und danach politisch zu handeln für die richtige.
Dass Politik beim Thema Luftreinhaltung agieren muss ist aber unbestritten. Vielleicht sind aber andere Maßnahmen noch effektiver.

Die Studiengebühren wollen wir, wie es auch in unser Wahlprogramm steht, weiterhin abschaffen. Dennoch hatte die GAL nicht die absolute Mehrheit und so muss man auch Kompromisse eingehen. Die Studiengebühren wurden durch uns aber wenigstens reduziert und nun nachgelagert erhoben. Nun mögen die Bedingungen dafür zwar haushalterisch schlechter, aber politisch wesentlich besser sein.

Die Kitagebüren wurden seit 10 Jahren nicht angehoben. Der Sozialsenator machte viele sehr unschöne Kürzungsvorschläge (Blindengeld streichen, Sozialticket streichen), die wir nicht mittragen wollten. Um dieses bei der angespannten Haushaltslage zu umgehen stimmten wir also zu, die Kitagebüren für die Besserverdienenden um 7 Prozent nach 10 Jahren anzuheben. Das die Daten falsch waren und es bei der Umsetzung bis zu 30 Prozent der Eltern traf, liegt nicht an uns, sondern an der Behörde. Mir persönlich tut das sehr leid. Denn ich würde gern bei der Kita komplett die Gebühren zu streichen, weil nichts wichtiger ist als eine gute frühe Förderung für alle Kinder.

Für meine weiteren Ausführungen schauen Sie doch auf mein Profil als Abgeordnete: www.abgeordnetenwatch.de

Lieben Gruß
Ihre Martina Gregersen
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
03.02.2011
Von:

Ich bin seit ca. 35 Jahren Taxifahrer in Hamburg.
Unser Gewerbe steht vor riesigen Problemen: Die Kosten laufen uns weg, und die Wartezeiten am Posten werden immer länger. Wir arbeiten heute schon für 2 WEuro netto die Stunde!
Gleichzeitg versucht die Behörde uns dringend notwendige Tarifkorrekturen vorzuenthalten, wie zB die Abschaffung der ´unbezahlten Wartezeit´ im Stau!
ALLE Verbände sind der Überzeugung, die Karenzminute muß weg, aber die BSU weigert sich, uns entgegen zu kommen.
Wie stehen Sie zur Abschaffung der KM?
Antwort von Martina Gregersen
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09.02.2011
Martina Gregersen
Sehr geehrter Herr ,

vielen Danke für Ihre Frage. Sie wissen sicherlich besser als ich, dass es im Hamburger Taxengewerbe teilweise sehr widersprüchliche Meinungen über den Taxenrarif gibt. Da sie sich schon seit Jahren für die belange der TaxifahrerInnen in Hamburg einsetzen und dieses auch sehr intensiv tun, wird Ihnen meine Antwort sicherlich nicht neu erscheinen.

Es gibt ein laufendes Gutachten zur Situation des Taxengewerbes in Hamburg. Diese Untersuchung ist die Grundlage für die Anpassung der Taxentarife. Der letzte Zwischenbericht können Sie sich hier runterladen: www.hamburg.de
Hier wird die Kostenstruktur und die Einnahmesituation im Hamburger Taxengewerbe dargestellt.

In den Runden zur letzten Anpassung des Taxentarifs wurden sehr widersprüchliche Forderungen der Taxenverbänden aufgestellt, dies ist sehr Schade, da eigentlich die Verbände mit einer Stimme sprechen sollten. Die Karenzminute, wie sie richtig schreiben, wird von allen Verbänden zur Disposition gestellt. Die GAL wird sich einer Überprüfung nicht verschließen. Jedoch sollte man sich allgemein der Frage nach einem besseren und anderem Konzept des Taxentarifs stellen. Der Wille muss natürlich von allen Verbänden und Beteiligten ausgehen, denn auf Dauer kann die regelmäßige Prozedur mit den immer gleichen Argumenten nicht weitergehen.

Mit besten Grüßen

Martina Gregersen
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Frage zum Thema Soziales
17.02.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Gregersen,

ich schildere Ihnen mein Problem und hätte gerne eine Antwort darauf, wie dieser misslige Zustand geändert werden könnte, wenn man die Grünen wählt.

gemeinsam mit meiner Frau befinde ich mich im Studium der Sozialökonomie an der Universität Hamburg und in mancherlei Dingen fühlt man sich als Student ziemlich allein gelassen und beinahe dazu gezwungen, das Studium abzubrechen, das doch eigentlich dafür gedacht ist, mal ein guter Steuerzahler zu sein und dem Lande zu helfen.
Genauer gesagt geht es um die Tatsache, dass das Bafög erst dann ausgezahlt wird, wenn es fertig bearbeitet und überarbeitet worden ist. Wir sind nacheinander im Oktober, Dezember und Februar um die Einreichung von Unterlagen gebeten, die vorher jeweils nicht eingefordert worden sind. Uns kommt es mittlerweile als Hinhaltetaktik vor und vielleicht sogar als abgesprochenes Spiel, um den Haushalt nicht zu belasten. Einem Studenten, der mit Bafög und einem Nebenjob gerade so das Studium finanzieren kann, dem das Bafög von 5 Monaten fehlt (3000 Euro) und das als Studentenehepaar, also mal 2, fällt der Boden unter den Füßen zusammen. Wie soll das funktionieren? Man wird in Privatinsolvenz getrieben, obwohl nach allen Regeln und Gesetzen das Bafög überhaupt nicht zur Frage steht.
Weshalb ich schreibe: Machen Sie etwas in diesem Bereich! Setzen Sie das Studium vieler Studenten nicht auf´s Spiel.
Aus eigener Erfahrung (meine Frau hat zu Beginn 2 Semester in Aachen studiert) kennen wir bessere Zustände. Dort wird ab der ersten Bearbeitung des Antrages ein vorläufiges Bafög von 350 Euro monatlich sofort ausgezahlt, um das Studium nicht zu gefährden!!!
Selbst ein Überbrückungsdarlehen ist bei uns in Hamburg abgelehnt worden.

Ist es möglich in hamburg dort etwas zu ändern und Einfluss auf das Bafög-Amt auszuüben?
Die Mitarbeiter dort sind an Personal total unterbesetzt, wie diese mir immer wieder am Telefon vorjammern.

Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Martina Gregersen
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18.02.2011
Martina Gregersen
Sehr geehrter Herr ,

es tut mir sehr leid, dass Sie und Ihre Partnerin so lange ohne Bafög auskommen müssen. Natürlich schafft es kaum jemand ein halbes Jahr lang ohne Unterstützung zu leben. Ich habe selbst mal viele Monate auf die Auszahlung meiner Witwenrente warten müssen und weiß daher sehr gut wovon Sie sprechen.

Wenn ich nach der Wahl noch in der Bürgerschaft sitze, will ich der Sache gern nachgehen und abfragen, wie lange die Bearbeitungsdauer der Baföganträge in der Regel ist, warum es Fälle von bis zu einem halben Jahr wie bei Ihnen gibt und ob manche etwa noch länger auf die Bewilligung ihrer Unterstützung warten müssen. Wenn Ihr Fall dann wirklich keine traurige Ausnahme darstellt, dann müssen wir Politiker etwas ändern. Niemand darf durch solche Umstände in Überschuldung oder Wohnungslosigkeit gedrängt werden!

Ich will gern mit den nach der Wahl dafür zuständigen Kollegen gemeinsam nach Lösungen suchen. Die von Ihnen beschriebenen und bereits anderswo praktizierten Modelle klingen für mich sehr plausibel.

Wenn sich in Ihrem Fall aber auch in den nächsten Tagen nichts tut, dann wenden Sie sich bitte telefonisch an mich und ich will sehen, wie ich direkt weiterhelfen kann. Denn ein vielleicht irgendwann eingeführtes, besseres Modell kann für Sie ja momentan nicht hilfreich sein.

Einen lieben Gruß nach Bramfeld, wo ich meine Kindheit verbrachte,
sendet Ihnen

Ihre Martina Gregersen
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