Mark Roach (DIE LINKE)
Kandidat Bundestagswahl 2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Mark Roach
Jahrgang
1955
Berufliche Qualifikation
Industriekaufmann
Ausgeübte Tätigkeit
Gewerkschaftschaftssekretär in der ver.di Bundesverwaltung
Wohnort
Hamburg-Bergedorf
Wahlkreis
Hamburg Harburg-Bergedorf
Ergebnis
10,2%
Landeslistenplatz
-, Hamburg
(...) 4.   DIE LINKE macht einen erheblichen Schritt nach vorn! In allen drei Ländern über 20 %. Aber werden wir nicht größenwahnsinnig. In Sachsen gab es leichte Verluste, weil den Wählern die konkrete Wechselperspektive fehlte. (...)
 
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Frage zum Thema Innere Sicherheit und Justiz
18.09.2009
Von:

Wollen Sie die Strafen für Missbrauch verschärfen?
Antwort von Mark Roach
1Empfehlung
19.09.2009
Mark Roach
Hallo ,

 Missbrauch ist ein schlimmes Verbrechen. Der Missbrauch findet ja entweder im Schutze des Elternhauses oder einer sonst vertrauten Umgebung statt. Ja selbst wenn später in Ausbildung und Beruf der Vorgesetzte oder Chef eine junge Frau missbraucht, ist das immer ein Einbruch in die eigentlich vertraute Umwelt. So wird Vertrauen zerstört und damit ggf. auch Beziehungsfähigkeit und sehr viel vom Selbstwertgefühl! Das ist besonders schlimm, weil es ganz lange wirkt! Deshalb muss den Opfern auch anschließend jede mögliche Hilfe und Unterstützung gegeben werden. Andererseits muss diese Gesellschaft Missbrauch energisch bekämpfen.  Trotzdem sind wir - DIE.LINKE -generell der Auffassung, dass die Strafen scharf genug sind. Was verbessert werden muss, ist die Ermittlung und Aufdeckung. Auch dafür braucht es nicht neuer Gesetze, sondern schlicht mehr und vielleicht besser ausgestattetes Personal. Auch muss in der Justiz dafür gesorgt werden, dass zeitnäher verhandelt wird und so dann auch der Lerneffekt für Straftäter schneller einsetzt.  DIE.LINKE ist keine Law-and-Order-Partei, die jeden gleich lebenslang wegsperrt. Straftäter müssen - soweit irgend möglich - resozialisiert werden. Auch Sie bitte ich um Ihr Vertrauen und Ihre beiden Stimmen bei der Bundestagswahl.  

Danke
Mark Roach
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Frage zum Thema Arbeit
18.09.2009
Von:

Hallo Herr Roach

In unserem relativ großen Bekanntenkreis diskutieren wir sehr intensiv über die augenblickliche Situation. Wir machen uns große Sorgen um die Zukunft. Wir befürchten, dass der leichte Konjunkturaufschwung, der im August verkündet wurde, schnell wieder vorbei gehen wird.
Glauben Sie auch, dass nach den Wahlen die Arbeitslosigkeitszahlen wieder steigen werden?
Und wenn ja, was wird das für Konsequenzen haben? Haben Sie auch wie wir das Gefühl, dass der Öffentlichkeit gegenwärtig die Wahrheit vorenthalten wird?

Ihr Hr.
Antwort von Mark Roach
1Empfehlung
19.09.2009
Mark Roach
Hallo Herr

Sie sprechen da ein Thema an, dass mir ebenfalls Angst macht. Denn es gibt ja viele Anzeichen dafür, dass Ihre Annahme stimmt.  Da ist das Ende der Abwrackprämie. Viele Millionen neue Autos sind verkauft worden, fahren jetzt auf den Straßen. Wer soll da in Deutschland noch neue Autos kaufen? Der Einbruch in der Automobilindustrie kann daher nur vermieden werden, wenn die Exporte wieder anziehen. Tun sie das? Das zweite Problem ist die Kurzarbeit. Die ist ja ausgeweitet worden, um eine Brücke zu bauen. Firmen, die wenig Aufträge haben, sollen Menschen in Kurzarbeit schicken, um sie nicht entlassen zu müssen. Was aber, wenn es am Ende der Kurzarbeit noch immer nicht genug Aufträge gibt? Dann stehen auch diese Menschen vor der Entlassung! Wir haben ggw. 1,5 Millionen Kurzarbeiter!  Aber besonders beunruhigend finde ich die Nachricht aus der Financial Times Deutschland vom 25.8.09:"Eine Art Stillhalteabkommen zwischen Industrie und Regierung verhindert derzeit einen größeren Arbeitsplatzabbau in Deutschland. Der Pakt gelte bis zur Bundestagswahl am 27. September, erfuhr die Financial Times von mehreren Spitzenmanagern. "Deutschland ist momentan vor Veränderungen sicher. Aber nach der Wahl wird sich die Botschaft ändern. Das ist ganz normal", sagte Hakan Samuelsson, Vorstandschef des Münchner Dax-Konzerns MAN."  Nun ist die FTD keine linke Zeitung. Und der Chef des MAN-Konzerns ist auch kein Linker. Also ist das keine reine Propaganda der LINKEN. Wir müssen das also ernst nehmen.  Was also passiert, wenn die Arbeitslosigkeit steigt? Die Steuereinnahmen und Sozialversicherungsbeiträge sinken. Dafür steigen die Ausgaben der Arbeitslosenversicherung!  Es wird also der Ruf kommen nach Kürzung von Ausgaben. Die Konservativen rufen da besonders gerne nach der Kürzung von Sozialleistungen! Und die Diskussion über höhere Steuern wird ausbrechen. Auch dazu hatten wir bereits erste Vorboten. Herr Oettinger, CDU-Ministerpräsident in Baden-Württemberg, hatte gefordert die Mehrwertsteuer für Lebensmittel (!) auf den normalen Satz zu heben. Und wir müssen uns erinnern, dass Deutschland auch bei der Mehrwertsteuer im europäischen Vergleich eher im unteren Bereich liegt. Eine Anhebung auf 25 % wäre danach noch drin! Das wäre eine gesellschaftliche Katastrophe. Denn Hartz IV Empfänger würde eine Erhöhung der Mehrwertsteuer voll treffen. Die geben ihr ganzes "Einkommen" für Essen und Trinken und sonstigen Konsum aus. Herr Ackermann käme besser davon, weil er größere Teile seines Einkommens sparen kann. Diese werden also von der Mehrwertsteuer nicht erfasst.  Eine unsoziale Politik kündigt sich an. Herr , sagen Sie es Ihren Freunden und Bekannten, was da droht! Sagen Sie ihnen, dass es endlich eine Alternative gibt. DIE.LINKE steht für konsequent soziale Politik! Auch ich stehe dafür! Deshalb bitte beide Stimmen für DIE.LINKE 

Danke
Mark Roach
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Frage zum Thema Arbeit
21.09.2009
Von:

Lieber Mark,

vorab möchte ich Dir erst einmal sagen, dass ich mich freue, Dich in der Linkspartei wieder zu finden! Ich hatte Dich bereits ein paar Male erlebt, wo Du als Gewerkschaftssekretär auftratst und meiner Meinung nach immer mit fundiertem Wissen glänztest und nicht scheutest, dieses Wissen an geeigneter Stelle anzubringen. Schade, dass es nicht deutlich mehr von Deiner Sorte gibt...

Tatsächlich habe ich zwei Fragen an Dich:

Zum Einen wunderte ich mich, als ich den Wahlomat betätigte (und dort zu meinem Erstaunen herausfand, dass mir die "Violetten" einen Milimeter näher stehen als die Linken), dass das Thema "Bekämpfung der Arbeitslosigkeit" überhaupt nicht angesprochen war.
So populistisch (und m.E. deutlich hilflos) Steinmeiers Vorstoß war, 4 Millionen Arbeitsplätze zu schaffen (an keiner einzigen Stelle konnte ich erkennen, wo Steinmeiers Verdienst dabei läge), so deutlich hätte m.E. die Linkspartei hier glänzen können.

Also, meine Frage: Hat der Wahlomat versagt? (und warum hat dies die Linkspartei nicht schon längst angeprangert?)

und die andere Frage: Hat denn nun die Linkspartei ein Konzept(!), wie die Arbeitslosigkeit abzubauen sei?

Vielen Dank,

Antwort von Mark Roach
bisher keineEmpfehlungen
21.09.2009
Mark Roach
Hallo

da hast du aber überaus freundliche Worte gefunden. Herzlichen Dank dafür! Ich tue nur was ich kann und wovon ich überzeugt bin.  

Aber zu deinen Fragen:Auf die Auswahl der Fragen beim Wahl-O-Mat haben wir keinen Einfluss. Das ist so. Und eigentlich ist es mir auch Recht. Insgesamt sollten die Parteien, die sich zur Wahl bewerben, keinen Einfluss auf die Fragen haben. Denn die Fragen sollen ja unabhängig sein. Das wäre ja so, als ob sich die Bank, die sie beurteilende Ratingagentur selber aussuchen dürfte!   

Aber zum Zweiten. Wir fordern den ökologischen Umbau von Verkehr und Energieversorgung. Und das schon, als Steinmeier sich noch auf die Außenpolitik konzentrierte. Du kannst es hier runterladen: die-linke.de
Da wir es waren, die dies im März 09 vorgestellt haben, hat es auch nicht so einen Pressewirbel drum gegeben, wie bei Steinmeier. Und um es auf den Punkt zu bringen. Ich kann an dem Steinmeierschen Programm nur einen Punkt schlecht finden: Es ist nicht besonders glaubwürdig, so ein Programm drei Wochen vor den Wahlen auf den Tisch zu zaubern, wenn man selber - auch als Person - 11 Jahre lang an der Bundesregierung unmittelbar beteiligt war. Fragt sich doch der geneigte Leser, warum Herr Steinmeier nicht längst getan hat, was er jetzt erst versprechen will.  Oder der Steinbrück. Entdeckt zwei Wochen vor der Wahl, dass es sich vielleicht gut machen würde, wenn er eine Kapitaltransfersteuer (sog. Tobin-Steuer) fordert. Auch das fordert die LINKE gemeinsam mit Attac schon lange! Herr Steinbrück, als zuständiger Minister, hätte sich schon lange an die Umsetzung machen können.  Und - leider - bei einigen Forderungen kommt die SPD ja immer noch nicht aus den Startlöchern: Abschaffen der Rente mit 67 oder Abzug aus Afghanistan sind immer noch Themen, auf die die anderen nicht eingegangen sind. Obwohl die Mehrheit der Bevölkerung unsere Position teilt! Aber es steht ja allen offen jetzt lieber gleich das Original zu wählen und nicht das kleinere Übel!!!! Deshalb, lieber , auch wenn du mich nicht wählen kannst: Unterstütze DIE.LINKE mit beiden Stimmen! 

Herzliche Grüße Mark Roach
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Frage zum Thema Finanzpolitik
21.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Roach,

wollen Sie die Steuren senken und wenn ja welche? Was wollen Sie für die Rentner unternehmen?

Mit freundlichen Gruß

Antwort von Mark Roach
1Empfehlung
23.09.2009
Mark Roach
Sehr geehrter Herr ,

ich muss Sie enttäuschen. Ich glaube nicht, dass die Finanzsituation des Staates geeignet ist, Ihnen Steuersenkungen zu versprechen. Der noch anstehende Einbruch auf dem Arbeitsmarkt wird neue tiefe Löcher in den Haushalt reißen. Und gleichzeitig werden die Aufgaben des Staates wachsen. Gestern im Handelsblatt dazu zwei Artikel: Die Bundesagentur für Arbeit fordert mehr Geld vom Staat und die Rentenversicherung hat auch Bedarf angemeldet wegen der Rentengarantie!

Und es wird darum gehen, ein neues Konjunkturpaket aufzulegen.

Deshalb bin ich auch der Auffassung, dass alle die, die Ihnen Steuersenkungen versprechen, Ihnen nicht die Wahrheit sagen. Es ist schon kein Zufall, dass Herr Oettinger, CDU-Ministerpräsident von Baden-Württemberg darauf hingewiesen hat, dass die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel auf den normalen Satz angehoben werden sollte, also von 7 auf 19 %! Einige verweisen auch darauf, dass im europäischen Vergleich unsere 19 % eher niedrig seien.

Herr , ich sage deutlich: die Anhebung der Mehrwertsteuer ist unsozial, sie trifft alle die am härtesten, die nicht viel Geld sparen können, sonders alles ausgeben. Wir wollen als DIE.LINKE, dass sich die Vermögenden und Hochverdienenden stärker an der Finanzierung der Gemeinschaft beteiligen. Wir brauchen eine Vermögenssteuer für Vermögen, die mehr als 1 Mio. Euro betragen. Wir brauchen eine Anhebung der Körperschafts- und Kapitalertragssteuer auf europäisches Niveau!

Wenn dies alles so passiert, wird man auch bei den Rentnern nichts kürzen müssen.

Herr , ich mache Ihnen keine Versprechungen, ich schenke Ihnen reinen Wein ein! Gerade deshalb bitte ich um Ihr Vertrauen, um Ihre Unterstützung. Denn eines verspreche ich doch: endlich wieder eine soziale Politik!

Mark Roach
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Frage zum Thema Finanzpolitik
24.09.2009
Von:
Boy

Lieber Mark Roach,

aktuell tagt der G20 Gipfel in Pittsburgh und eines der Themen, das im Vorwege für diesen Gipfel gehandelt wurde, ist eine Regulierung der Finanzmärkte, um einen erneuten Crash zu vermeiden.

Was kann man Deiner Meinung nach von dem Gipfel erwarten?

Wenn es zu keinen internationalen / europäischen Regelungen kommt, welche wirksamen Konzepte kann man zumindest auf nationaler Ebene umsetzen?

Gerade weil Du selbst als Gewerkschaftler aktiv Arbeitnehmerinteressen in der Bankwirtschaft vertrittst und Dich mit den wirtschaftlichen Grundlagen der Banken beschäftigst, würde mich Deine Meinung dazu interessieren.

Mit freundlichen Grüßen
Boy M.
Antwort von Mark Roach
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24.09.2009
Mark Roach
Hallo Boy, 

ich bin mir nicht mehr sicher, ob dieser Gipfel wirkliche Ergebnisse erzielen wird. Zu viel Zeit ist vergangen seit dem großen Ereignis der Lehman-Pleite. Es gibt schon wieder zu viele, die hoffen, man käme mit dem blauen Auge davon. Aber natürlich hoffe ich, dass der Gipfel Erfolge hat.  Was brauchen wir: Wir brauchen strengere Eigenkapitalunterlegungen, gestaffelt nach der Größe der Banken. Und wir brauchen eine Reform der Basel II-Grundsätze. Unabhängig von der Bonität des Kunden muss Eigenkapital hinterlegt werden. Dies führt nämlich in einer solchen Krise dazu, dass die Banken nicht auch noch prozyklisch die Kreditvergabe einschränken bzw. verteuern!  Wir brauchen eine striktere Regulierung der Kapitalmärkte. Zweckgesellschaften außerhalb der eigenen Bilanz zu führen, muss genauso verboten werden, wie Hegde-Fonds und bestimmte Produkte, die zu kompliziert sind und eigentlich gesellschaftlich keinen Sinn machen. Dazu passt der FinanzTÜV, der bestimmte Finanzprodukte genehmigen muss, bevor sie auf den Markt kommen.  Ich bin sehr froh, dass Peer Steinbrück den Vorschlag der Tobin-Steuer endlich aufgegriffen hat (wobei ich das Gefühl habe, das riecht nach Wahlkampfgetue. Er hätte den Vorschlag schließlich schon lange umsetzen können!), denn diese Steuer, das bestätigte mir sogar ein McKinsey-Partner, ist eine einfache, marktwirtschaftliche Form um extreme Auswüchse auf dem Kapitalmarkt zu bekämpfen. Den Großteil dieser Vorschläge könnte man auch national umsetzen. Nicht in allem müssen wir den Amerikanern und Engländern nachlaufen.  Also Boy, es gibt viel zu tun. Vergiss nicht wählen zu gehen! Und motivier bitte auch die Kollegen in allen PSD Banken! Und alle Bekannte. Am Sonntag, beide Stimmen für DIE.LINKE. Denn die ist konsequent sozial!

Herzlichen Gruß Mark Roach
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