Marino Freistedt (CDU)
Kandidat Bürgerschaftswahl Hamburg 2011
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Marino Freistedt
Jahrgang
1954
Berufliche Qualifikation
Pädagoge
Ausgeübte Tätigkeit
Oberschulrat im Kirchendienst im Katholischen Schulverband Hamburg, MdHB
Wahlkreis
Landesliste
Landeslistenplatz
12, Stimmen (Liste): 1.455
(...) Die "Ganztägige Bildung und Betreuung an Schulen" (GBS vormals GaBi) zielt künftig auf die Aufhebung der räumlichen Trennung von Schule und Hort ab und ist für die Kinder an Stadtteilschulen der Klassen 5 und 6 geplant. (...)
 
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Frage zum Thema Bildung und Forschung
22.01.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Freistedt,

unter dem Titel "Scheuerl manövriert Initiative mit NS-Vergleich ins Abseits" kann man auf den Webseiten der CDU-Hamburg eine Pressemitteilung finden, in der sie Herrn Scheuerl bewusste Falschaussagen bei der gescheiterten Schulreform vorwerfen:

www.cdu-hamburg.de

Wie kann es sein, dass Herr Scheuerl trotzdem bei dieser Bürgerschaftswahl einen sicheren Listenplatz der CDU erhält?

Gruß B. ...
Antwort von Marino Freistedt
bisher keineEmpfehlungen
26.01.2011
Sehr geehrter Frau ,

ich bedanke mich für Ihre Frage vom 22.1.2011. In der Tat halte ich einen Vergleich zwischen der Intention und dem Inhalt der zur Volksabstimmung stehenden Primarschule mit der Schulstruktur des NS-Regimes für nicht gegeben.

Die Entscheidung, Herrn Dr. Scheuerl als parteilosen Bewerber auf einen Listenplatz der CDU-Landesliste zu setzen, ist vom Parteivorstand gebilligt und von der Landesdelegiertenkonferenz in einer geheimen Abstimmung mit Mehrheit getroffen worden. Auch wenn ich mich in der Primarschuldebatte deutlich anders und akzentuierter als Herr Dr. Scheuerl zur Schulreform geäußert habe, so respektiere ich den Volks- entscheid. Durchgesetzt hat sich beim Volksentscheid die Initiative "Wir-wollen-lernen" mit Herrn Dr. Scheuerl an der Spitze.

In den vergangenen zwei Monaten haben CDU-Mitglieder, darunter auch ich als Sprecher der CDU-Fraktion, mit Herrn Dr. Scheuerl Gespräche geführt, deren Ergebnis Herrn Dr. Scheuerl zweifelsfrei als eine demokratisch gesinnte Persönlichkeit aufzeigt. Die Initiative "Wir-wollen-lernen" hat im Gegensatz zu anderen Meinungen keinen Absolutheitsanspruch auf ein einziges Schulsystems gestellt, sondern neben dem achtjährigen Gymnasium auch andere Schulformen respektiert.

Einige Kritiker von Herrn Dr. Scheuerl haben in der Vergangenheit allerdings die "Eine-Schule-für-alle" gefordert und damit offenbar auch bewusst - aus pädagogischen Gründen - sich einem "Einheitsschulsystem" gegenüber nicht verschlossen gezeigt.

Die deutsche Geschichte des 20. Jahrhundert zeigt aber, dass der Anspruch auf Ausschließlichkeit eines Bildungssystems nicht zu pluralistischen und demokratischen Gesellschaftsformen geführt hat.

Mit freundlichen Grüßen
Marino Freistedt MdHB
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Frage zum Thema Bildung und Forschung
01.02.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Freistedt,

auf Anraten von Herrn de Vries wende ich mich an sie. Meine Frage ist: Wann werden die Stadteilschulen im Innenstadtbereich bis nach Billstedt Ganztagsschulen und wie sind dann die Ferienbetreuung und Mittagessen geregelt.

Weitere Frage bis zu welchem Alter können die Kinder/Jugendlichen dann in die Betreuung gehen.
Antwort von Marino Freistedt
bisher keineEmpfehlungen
16.02.2011
Sehr geehrte Frau ,

ich danke Ihnen für Ihre Frage zur Ganztagsbetreuung an Stadtteilschulen in der Innenstadt von Hamburg.
Für das ganztägige Bildungssystem an Hamburger Schulen werden umfangreiche inhaltliche, personelle und finanzielle Überlegungen zur Zeit mit den Schulträgern, den KITA- und Horteinrichtungen sowie Elternbeiräten sowie freien Trägern diskutiert. Dies ist notwendig, weil sich Veränderungen in den Betreuungszeiten sehr stark auf die Nutzungsmöglichkeiten von Schulräumen, aber auch auf die personelle Ausstattung und die finanziellen Möglichkeiten auswirken. Politische Absicht ist es, Bildungs- und Betreuungsangebote schrittweise für alle Kinder auch nachmittags anzubieten, deren Eltern nicht berufstätig sind und deshalb keinen Anspruch auf einen KITA-Gutschein haben. Wir wollen als CDU für alle Kinder - unabhängig von ihrer sozialen Herkunft - mehr Bildungschancen.

Die örtlichen Gegebenheiten sind insbesondere an den Schulen sehr unterschiedlich, so dass z.B. Raum für das Mittagessen angeboten werden muss. Hinsichtlich des Angebotes sieht die offene Ganztagsschule ein kostenloses Betreuungskonzept von 8.00h - 16.00h vor. Für die ergänzenden Betreuungszeiten vor 8.00h und nach 16.00h sowie in den Ferien werden Gebühren erhoben. Die CDU wird nach der Steuerschätzung im Mai 2011 eine konkrete Kostenübersicht für die gebührenpflichtigen Zeiten vorlegen, um dann seriös allen Förderberechtigten mitteilen zu können, mit welchen Gebühren gerechnet werden muss. Langfristiges Ziel ist es, die jetzigen Gebühren schrittweise zu senken.

Die ganztägige Bildung und Betreuung in der Schule bedeutet nicht lediglich eine Ergänzung des Schulvormittags, sondern den Schülerinnen und Schülern wird in Kooperation zwischen Schulen und Kooperationspartnern ein vielfältiges Angebot zur Verfügung gestellt, das neben der Vermittlung von Fachkompetenzen auch fächerverbindendes und fächerübergreifendes Lernen ermöglicht.

Die jetzt neu eingerichteten Stadtteilschulen in der Innenstadt werden aufgrund einer Prioritätenliste mittel- bis langfristig, sofern dies die Schulkonferenzen und die neu eingeführten Bildungskonferenzen empfehlen, in Ganztagsschulen umgewandelt. Erfahrungsgemäß sind dabei auch soziale Aspekte der Elternhäuser bzw. der Sorgeberechtigten ein wichtiges Entscheidungsmerkmal.



Mit freundlichen Grüßen
Marino Freistedt MdHB
Ergänzung vom 17.02.2011
Sehr geehrte Frau ,

in Ergänzung zu meiner Antwort hinsichtlich der Ganztagsbetreuung möchte ich Ihnen noch mitteilen, dass Sie der Broschüre "Den richtigen Weg wählen" entnehmen können, dass fast alle weiterführenden Schulen in Hamburg-Mitte, mit Ausnahme der Stadtteilschule Horn, bereits Ganztagsschulen sind.
Die "Ganztägige Bildung und Betreuung an Schulen" (GBS vormals GaBi) zielt künftig auf die Aufhebung der räumlichen Trennung von Schule und Hort ab und ist für die Kinder an Stadtteilschulen der Klassen 5 und 6 geplant. Konkrete Entscheidungen einzelner Schulen und von KITA - und Hortträgern ist von den jeweiligen Verhandlungspartnern abhängig. Grundsätzlich bestehen aber beide Systeme, die Hortbetreuung im KITA-Gutscheinsystem sowie die GBS, zunächst erst einmal nebeneinander weiter. Neben fünf Pilotschulen wollen von kommenden Sommer an weitere 23 Schulen in Hamburg Schulunterricht und Hortbetreuung unter einem Dach anbieten. In diesen Tagen erscheint, herausgegeben von der Behörde für Schule und Berufsbildung, eine Informationsschrift mit genauen Informationen zu den Entgeltregelungen und zu den Kosten für die wöchentliche Betreuung in den Ferienzeiten. Titel dieser Schrift: "Neue offene Ganztagsschulen - Verlässliche und kostenfreie Bildung und Betreuung".

Bitte entnehmen Sie dieser Schrift weitere Einzelheiten.

Mit freundlichen Grüßen

Marino Freistedt MdHB
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