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Hallo Frau Schieder,
um es gleich vorwegzunehmen: sexuelle Gewalt gegen Kinder ist ein abscheuliches Verbrechen. Gleiches gilt für Kinderpornografie im Netz. Dies steht außer Frage und muss auch nicht näher erläutert werden.
Gegen das Kinderpornographiebekämpfungsgesetz liegt eine Online-Petition vor, die von über 130.000 Menschen unterzeichnet wurde. (Noch nie wurde eine Petition von so vielen Menschen mitgetragen) Dies weist meines Erachtens auf erhebliche Zweifel in der Bevölkerung gegen dieses Gesetz hin.
Verschiedene IT-Experten bescheinigen dem Gesetz eine völlige Nutzlosigkeit, da die Sperren von jedem Durchschnitts-Internetbenutzer, mit Hilfe von Anleitungen die im Netz zu finden sind, innerhalb von 30 Sekunden umgangen werden können.
Grundrechtsexperten zeigen sich besorgt über das Gesetz, da damit eine Infrastruktur für weitere Internetzensur bereitgestellt wird.
Ebenfalls wird kritisiert, dass die Internetseiten mit kinderpornographischen Inhalten nicht unverzüglich gelöscht, sondern nur verschleiert werden.
Sogar der Online-Beirat ihrer Partei forderte, dem Gesetz nicht zuzustimmen.
Warum haben Sie trotzdem für dieses Gesetz gestimmt? Finden Sie nicht, dass man die Zweifel der Menschen gegen dieses Gesetz ernst nehmen sollte? Spielen die Sorgen der Bevölkerung und Expertenmeinungen bei Ihrem Abstimmungsverhalten überhaupt eine Rolle?
Der vielzitierte "rechtsfreie Raum" war das Internet übrigens auch vor dem beschlossenen Gesetz nicht.
mfg
