Maria Eichhorn (CSU)
Kandidatin Bundestagswahl 2005
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Grunddaten
Maria Eichhorn
Jahrgang
1948
Berufliche Qualifikation
Diplom Handelslehrerin
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wohnort
-
Wahlkreis
Regensburg
Ergebnis
53,0%
Landeslistenplatz
3, Bayern
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Frage zum Thema Bildung
31.08.2005
Von:

Sehr geehrte Frau Eichhorn,

1.Was haben Studiengebühren mit Bürokratieabbau zu tun?
2.Warum finde ich im Unionsprogramm nichts zu Bafög und Studiengebühren?
Antwort von Maria Eichhorn
bisher keineEmpfehlungen
09.09.2005
1.Was haben Studiengebühren mit Bürokratieabbau zu tun?

Sehr geehrter Herr ,

in erster Linie hat die Einführung von Studiengebühren zum Ziel, die Qualität des Studiums, die Betreuung und die Ausstattung von Hochschulen und Bibliotheken zu verbessern und nicht Bürokratie abzubauen. Studienbeiträge tragen zum besseren Studienerfolg und zu kürzeren Studienzeiten bei. Fast überall sind in den letzten Jahren, so auch in Großbritannien, Australien, den Niederlanden und Österreich, Studienbeiträge eingeführt worden. Nirgendwo hat es negative Auswirkungen gegeben.
Voraussetzung für die Einführung ist jedoch deren soziale Abfederung, damit auch in Zukunft ein Studium von Studenten aus allen Einkommensschichten ermöglicht wird. Die Studiengebühren müssen in einer bezahlbaren Größenordnung bleiben und durch Darlehens- und Stipendiensysteme, Härtefallregelungen und Befreiungen abgefedert werden.


2.Warum finde ich im Unionsprogramm nichts zu Bafög und Studiengebühren?

Zum Thema Studiengebühren steht nichts im Regierungsprogramm von CDU und CSU, da diese nach Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes in der Zuständigkeit der Länder liegen. Das Bafög ist nicht genannt, da bereits im Jahr 2004 ein Beschluss zur Ausbildungsförderung gefaßt wurde. In diesem Beschluss befürwortet die Union eine Kombination von Bafög, Bildungssparen (d.h. Geld wird für Bildungszwecke angespart und vom Staat gefördert) Bildungsdarlehen und Entgelten bei einkommensabhängiger Darlehensrückzahlung sowie Freiplätze für Begabte und Bedürftige.
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Frage zum Thema Gesundheit
31.08.2005
Von:

Sehr geehrte Frau Eichhorn,

welche Position beziehen Sie bzw. Ihre Partei zu den zunehmend schlechter werdenden Bedingungen für Klinikärzte in Deutschland (Kürzung von Einkommen, sehr kurze Zeitverträge), welche bereits zu einer massiven Abwanderung hochqualifizierter junger Ärzte ins Ausland geführt haben?
Mit welchen Konzepten möchte Ihre Partei der zunehmende Bürokratisierung des Gesundheitssektors (Dokumentation, Kodierung usw.) entgegnen, in deren Folge Ärzten für die eigentliche Arbeit am und mit den Patienten kaum noch Zeit bleibt?
Besteht die Absicht, das deutsche Gesundheitssystem tatsächlich zunehmend rein auf Gewinnmaximierung zu orientieren, wo v.a. ältere Menschen und Patienten mit komplexen Krankheitskonstellationen zum "Verlustgeschäft" für Kliniken werden?

Da Ihre Partei das Ziel hat, ab Herbst diesen Jahres die Regierungsverantwortung zu übernehmen, möchte ich Sie bitten zu o.g. Fragen kurz Stellung zu nehmen.

mit freundlichen Grüssen
Z.
Antwort von Maria Eichhorn
bisher keineEmpfehlungen
13.09.2005
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihren Eintrag vom 31. August 2005. Gerne komme ich Ihrer Bitte nach, meine Standpunkte zu den angesprochenen Themen darzustellen.

Die hohe Einsatzbereitschaft und das Wirken der Gesundheitsberufe für die medizinische Versorgung in Deutschland sind hoch einzuschätzen. Nicht zuletzt die jüngst erschienene Studie von Prof. Beske hat erneut gezeigt, welch hohes Leistungsniveau das deutsche Gesundheitswesen im internationalen Vergleich erbringt. Diese Leistungsfähigkeit gilt es zu erhalten, denn die Patientinnen und Patienten erwarten zu Recht, nicht von übermüdeten und unkonzentrierten Ärzten behandelt zu werden.

Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes wurde das Arbeitszeitgesetz novelliert, womit auch klargestellt ist, dass Bereitschaftszeit Arbeitszeit ist. Wir haben keinen Anlass, von dieser Auffassung des Europäischen Gerichtshofs (EUGH) abzuweichen. Die Union räumt dem Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer und der tariflichen Vertragsgestaltung höchste Priorität ein. Es ist aber vor allem Aufgabe der Tarifpartner die am 9. Februar 2005 vereinbarten Eckpunkte zum Bereitschaftsdienst, welche eine erhöhte Flexibilität zur Arbeitszeitgestaltung auf der Grundlage des neuen Arbeitszeitgesetzes beinhalten, so auszugestalten, damit praxisnahe Lösungen in den Krankenhäusern auch umgesetzt werden können.

Eine Einteilung in "aktive" und "inaktive" Bereitschaftsdienstzeit, so wie sie die EU-Kommission derzeit noch beabsichtigt, ist nach unserer Auffassung nicht praxisnah umsetzbar. Dies verschärft die bürokratische Belastung aller Beteiligten und verschlimmert ferner die Belastungen der im Bereitschaftsdienst tätigen Pflegekräfte, medizinisch-technischen Assistenten und Krankenhausärzte.

Ihrer Forderung nach einem Abbau überflüssiger Bürokratie kann ich mich voll und ganz anschließen. Wir wollen, dass die Beschäftigten im Gesundheitswesen wieder mehr Zeit für ihre eigentliche Aufgabe, den Dienst am Patienten, haben. Der vielfach immense Verwaltungsaufwand ist konsequent zu reduzieren, unnötige Regelungen müssen gestrichen und notwendige Vorschriften vereinfacht werden. Hier ist allerdings nicht nur der Gesetzgeber auf Bundes- und Landesebene, sondern auch die Selbstverwaltung des Gesundheitswesens gefordert, die zahlreiche konkrete Dokumentationspflichten selbst festgesetzt hat.

Wir wollen, dass auch in Zukunft alle Versicherten Zugang zu einer qualitativ hochwertigen Versorgung auf dem aktuellen Stand des medizinischen Wissens und Könnens haben. Deshalb werden wir die gesetzliche Krankenversicherung mit der Einführung der solidarischen Gesundheitsprämie auf eine solide und dauerhaft verlässliche Finanzgrundlage stellen. Steigende Ausgaben infolge des medizinisch-technischen Fortschritts können nicht wie bisher aus einkommensbezogenen Beiträgen finanziert werden, weil dies automatisch zu steigenden Arbeitskosten und beschäftigungspolitisch motivierten Rationierungen führt. Mit der Umstellung auf solidarische Gesundheitsprämien bleibt der medizinische Fortschritt bezahlbar. So können im Gesundheitswesen neue Arbeitsplätze entstehen und Wachstumspotentiale entfaltet werden, ohne dass andere Branchen unter einer Verteuerung der Arbeitskosten leiden.

Für CDU und CSU ist klar: Was medizinisch notwendig ist, muß für alle Versicherten – unabhängig von Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand oder finanzieller Leistungsfähigkeit – erbracht werden.

Mit der Entkoppelung von Arbeits- und Gesundheitskosten durch die Einführung der solidarischen Gesundheitsprämie schaffen wir die Voraussetzung für eine bezahlbare und bedarfsgerechte Versorgung der Versicherten.

Eine Stärkung des Wettbewerbs auf der Seite der Leistungserbringer ist nicht gleichzusetzen mit einer Gewinnmaximierung der Kliniken, sondern muss auch zu einem echten Qualitätswettbewerb führen. Qualität kann nicht durch überbordende Vorschriften verordnet werden, sie muss durch leistungsfördernde Rahmenbedingungen für eigenverantwortliches Handeln der kompetenten und motivierten Angehörigen der Gesundheitsberufe ermöglicht und belohnt werden. Dabei ist die Fachkompetenz der Gesundheitsberufe unverzichtbarer Bestandteil aller Bemühungen für Qualitätssicherung und Qualitätssteigerung.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Maria Eichhorn
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