Manfred Grund (CDU)
Kandidat Bundestagswahl 2005
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Grunddaten
Manfred Grund
Jahrgang
1955
Berufliche Qualifikation
Diplom Elektroingenieur
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wohnort
-
Wahlkreis
Eichsfeld - Nordhausen - Unstrut-Hainich-Kreis I
Ergebnis
37,4%
Landeslistenplatz
1, Thüringen
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Frage zum Thema Verkehr
04.08.2005
Von:

Mit dem Fahrplanwechsel der DB im Dezember 2004 mussten wir in Nordthürungen durch den teilweisen Wegfall von Haltepunkten im Landkreis Nordhausen für die Regionalexpressverbindung von und nach Kassel Einschränkungen wegen maroder Gleisanlagen hinnehmen. Die Thüringer CDU Landesregierung hatte im Landtagswahlkampf im letzten Jahr entsprechende Maßnahmen versprochen, um dies auszugleichen. Bisher ist da nichts geschehen. Berufspendler aus Nordthüringen sind auf diese Verbindung angewiesen, da Arbeitsplätze in Nordthüringen durch eine verfehlte Struktur- und Arbeitsmarktpolitik rar sind. Wie wollen Sie, die Fehlentwicklungen im Nordthüringer Nahverkehrsangebot kurzfristig korrigieren ? Hier besteht vor dem nächsten Fahrplanwechsel im Dezember dringender Handlungsbedarf.
Antwort von Manfred Grund
1Empfehlung
06.09.2005
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage auf kandidatenwatch.de. Das Thema Bahnanbindung interessiert mich auch sehr, weil ich - wie Sie wissen - ein häufiger Nutzer der Bahnverbindungen zwischen Nordthüringen und Berlin bin.

Zunächst gilt es aber, die Zuständigkeiten festzustellen. Für das Eisenbahnwesen trägt ohne Zweifel der Bund die Zuständigkeiten. Deshalb möchte ich Ihre Anfrage gern beantworten. Wie Sie bereits richtig ausführten, ist der Regionalverkehr auf der Schiene jedoch eine Landesangelegenheit. Mit der Regionalisierung erhalten die Länder jedes Jahr finanzielle Mittel vom Bund für den Öffentlichen Personennahverkehr. Die Idee dahinter ist, dass die Länder viel besser als der Bund die regionalen und lokalen Schwerpunkte erkennen können, um darauf auch kurzfristig zu reagieren. Die Länder sollen diese Gelder für Bahnverbindungen verwenden und dies an Nachfrage und dem Nutzerverhalten ausrichten. Die Länder bestellen also bei einem Verkehrsunternehmen (Deutsche Bahn Regio, Connex oder andere) die Verbindungen und legen auch die Haltepunkte fest.

Die Wirtschaftlichkeit steht natürlich auch beim Regionalverkehr im Mittelpunkt. Es ist schließlich Geld des Steuerzahlers, das erwirtschaftet werden muss. Der Bund hat aber keine Rechenschaftsrechte gegenüber dem Land. Ob zusätzliche oder bisherige Halte in Nordthüringen noch finanzierbar sind, kann ich also nicht ermitteln.

Vordergründig gibt es aber technische Probleme an der Strecke. Es ist in der Tat zutreffend, dass der Regionalexpress Halle – Kassel nicht mehr in Bleicherode Ost oder Wolkramshausen hält. Schuld daran sind die Langsamfahrstrecken. Um den Verlust der Fahrtzeit auszugleichen, sind Halte entfallen. Nur so konnte nach Antwort der Bahn an mich am Knoten Halle der Betriebsablauf gesichert werden. Andernfalls hätte der Zug ab Sangerhausen eingestellt werden müssen, was keine Alternative wäre. Auf den vormaligen Halt in Glückauf wurde verzichtet, weil hier nach Zählungen der Bahn weniger als 26 Einsteiger pro Tag gezählt wurden. Hier wurde jedoch ein Bedarfshalt, der beim Zugbegleiter gemeldet werden muss, eingeführt.

Eine Verbesserung ist noch nicht in Sicht. Die Strecke war ja für einige Jahre Ausweichlinie für den Knoten Erfurt während des dortigen Baus. Vor allem Güterzüge haben nun aber die Trasse Halle – Kassel an einigen Stellen schwer geschädigt. Im Zuge der Lückenschließung Anfang der 90er Jahre wurde ja der Abschnitt Eichenberg – Bernterode völlig neu errichtet (Verkehrsprojekt Deutsche Einheit – VDE Nr. 6). Zwischen Bernterode und Halle müsste investiert werden. Nach Aussagen der Bahn ist anhand der Mittelzuweisungen des Bundes in den Investitionsplänen der nächsten 5 bis 6 Jahre keine Instandsetzung dieser Strecke möglich. Es ist eine Schande, dass gerade eine rot-grüne Bundesregierung die Finanzmittel für die Bahn sowie die Regionalisierungsmittel der Länder stetig abgesenkt hat.

Es wird also darauf ankommen, dass eine neue Bundesregierung andere Prioritäten setzt. Die Union hat sich zum weiteren Ausbau der Infrastrukturprojekte bekannt. Neben der ICE-Trasse durch den Thüringen Wald wollen wir auch Mittel für andere wichtige Bahnprojekte bereitstellen. Dies ist zunächst die Mitte-Deutschland-Schienenverbindung wegen der Bundesgartenschau in Gera und Ronneburg. Ich will aber Nordthüringen nicht vergessen lassen. So denke ich an ein Projekt, dass die Fortführung des VDE-Projektes Nr. 6 bis halle ermöglichen soll.

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr Manfred Grund, MdB
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Frage zum Thema Bürgerrechte
12.09.2005
Von:

Sehr geehrter Herr Grund,

ich habe folgende 4 Fragen an Sie:

1. Welchen Beruf üben Sie zurzeit aus?
2. In welchen Vorständen, Aufsichts-, Verwaltungs- oder Beiräten oder sonstigen Gremien eines Unternehmens, einer Vereinigung oder einer Körperschaft beliebiger Rechtsform sind Sie tätig (Tätigkeiten und Funktionen mit Vergütung, Aufwandsentschädigung o. ä. sowie ehrenamtliche Tätigkeiten und Funktionen)?
3. Werden Sie, wenn Sie in den 16. Bundestag gewählt werden, Ihren Beruf weiter ausüben, wenn ja in welcher Form?
4. Werden Sie als Bundestagsabgeordnete/r zu Beginn der 16. Legislaturperiode der unveränderten Übernahme der vom 15. Deutschen Bundestag am 30. Juni 2005 geänderten und verschärften Verhaltensregeln für Abgeordnete zustimmen?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Manfred Grund
bisher keineEmpfehlungen
13.09.2005
Sehr geehrte Frau ,

Ihre Fragen möchte ich kurz und präzise beantworten:

1. Bundestagsabgeordneter, seit 1994, gelernt bin ich Elektroingenieur.

2. Ich selbst beziehe keine außerparlamentarischen Nebeneinkünfte.

Ich bin Mitglied der Vertreterversammlung der Feuerwehrunfallkasse Thüringen, ehrenamtlich. Es wird eine Aufwandsentschädigung gewährt. Fahrtkilometer werden erstattet.

Da ich mich mit diesem Ehrenamt Vermutungen und Verdächtigungen aller Art aussetze, so auch von Ihnen, werde ich bei nächster Gelegenheit meine Mitgliedschaft nieder legen. Offensichtlich ist Sachkenntnis suspekt.

3. Ja, ich möchte weiter als Bundestagsabgeordneter wirken.

4. Die Neuregelung bindet aber auch den 16. Deutschen Bundestag. Deshalb prinzipiell: Transparenz und Kontrolle sind für das Vertrauen der Wähler in die Politik und die Politiker von herausragender Bedeutung. Selbst der Anschein sachwidriger Abhängigkeiten von Abgeordneten muss strikt vermieden werden, um die Akzeptanz politischer Entscheidungsprozesse zu gewährleisten. Dies betrifft alle Tätigkeiten und Nebentätigkeiten, die der Abgeordnete neben dem Mandat ausübt, und die daraus erzielten Einkünfte.

Im Rahmen der verfassungsrechtlichen und gesetzlichen Möglichkeiten halte ich es für richtig, dass alle Einkünfte aus beruflicher und sonstiger Tätigkeit dem Bundestagspräsidenten anzuzeigen sind.

Transparenz ist aber kein Selbstzweck. Sie ist nur da sinnvoll und zu rechtfertigen, wo sie tatsächlich in der Lage ist, Abhängigkeiten aufzudecken. Eine pauschalierte Veröffentlichung der aus zulässigen Nebentätigkeiten erzielten Einkünfte eines Abgeordneten schafft lediglich eine Scheintransparenz. Sie ist verfassungsrechtlich bedenklich und politisch problematisch, weil sie keinerlei Rückschlüsse über mögliche Interessenkonflikte zulässt. Die verfassungsrechtlichen Bedenken beziehen sich insbesondere auf die Unabhängigkeit des Mandats, die Berufsfreiheit, den Datenschutz und den Schutz der Privatsphäre. Hier dürfen wichtige Elemente der Demokratie nicht ausgehöhlt werden.

Ich denke, dass eine weitere Präzisierung der Verhaltensregeln nicht erforderlich ist.

Ihr

Manfred Grund, MdB
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Frage zum Thema Arbeit
13.09.2005
Von:

Sehr geehrter Herr Grund,

die aktuellen Rekordarbeitslosenzahlen zeigen meiner Meinung nach dringenden Handlungsbedarf zur effektiven Reduzierung der Arbeitslosenrate. Dazu gehört aus meiner Sicht sowohl die Schaffung neuer regionaler Arbeitsplätze als auch die Förderung der Attraktiviät vorhander Arbeitsplätze.

Wie kann man angesichts einer solchen Zielstellung bei steigenden Kraftstoffpreisen, staknierender Konjunktur und absehbarer PKW-Maut über eine Abschaffung bzw. Senkung der Pendlerpauschale sinnieren??? Mit dieser Maßnahme trifft man in erster Linie die Arbeitnehmer welche notgedrungen bereit sind größere Wege in Kauf zu nehmen um der Arbeitslosigkeit zu entfliehen.

Als sogenannter "Wirtschaftsnomade" befinde ich mich selbst in einer derartigen Pendlersituation. Meine Frau lebt in Thüringen während ich unter der Woche arbeitsbedingt in Hessen lebe. Das oft recht kurze Wochenende verbringen wir gemeinsam in Thüringen. Nach Ansicht Ihrer Partei würde ich zukünftig einen Job in Thüringen finden oder aber unser Sozialsystem nutzen müssen. Eine zweite Variante wäre daß wir beide unseren Hauptwohnsitz nach Hessen verlegen. Ist das so gewünscht? Irgendwie fehlt mir hier noch der richtige Durchblick? Würden Sie mir bitte kurz die Überlegungen und Pläne der CDU erläutern? Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüssen
Antwort von Manfred Grund
1Empfehlung
14.09.2005
Sehr geehrter Herr ,

ich habe gegen die Absenkung der Pendlerpauschale aus den von Ihnen angeführten Gründen votiert, konnte mich allerdings nicht durchsetzen. Letzte Woche habe ich Frau Merkel vorgeschlagen, die Pendlerpauschale nur im Gegenzug zur Rücknahme der Öko-Steuer zu reduzieren. Dies war in der Thüringer Presse nachzulesen und mir auch einen Tagebucheintrag auf meiner Internetseite (Blog) wert. Im Übrigen betrifft Wochenendpendler die beabsichtigte Absenkung nicht.

Viele Grüße,
Manfred Grund, MdB
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Ihre Frage an Manfred Grund
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