Leo Mayer (DKP)
Kandidat Europawahl 2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Leo Mayer
Jahrgang
1949
Berufliche Qualifikation
Informatiker
Ausgeübte Tätigkeit
Mitarbeiter am Institut für sozial_ökologische Wirtschaftsforschung isw, München
Wohnort
-
Bundesland
Bayern
Bundeslistenplatz
1
"Die DKP tritt für die Anerkennung und rechtliche Gleichstellung von Lebensentwürfen jenseits der bürgerlichen Ehe ein und fordert die Gleichstellung selbstbestimmter Lebensweisen. Sie steht an der Seite emanzipativer, gegen Diskriminierung gesellschaftlicher Minderheiten wirkender Bewegungen."

Ich antworte mit diesem Auszug aus dem Parteiprogramm, um Ihnen zu bedeuten, dass diese Haltung nicht nur meine persönlich Meinung ist, sondern die der Mitgliedschaft der DKP. (...)
 
Persönliche Website
www.kommunisten.eu
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Frage zum Thema Bürgerrechte, Datenschutz und politische Teilhabe
28.05.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Mayer,

die Linke in unserem Lande hat ja ein Urproblem "tradiert" (wie die Soziologen sagen würden) nämlich ,daß die Arbeitermassen nicht zu ihren Veranstaltung kommen. Wie gehen Sie und die DKP damit um?
Antwort von Leo Mayer
3Empfehlungen
02.06.2009
Leo Mayer
Sehr geehrter Herr ,
das von Ihnen angesprochene Problem hat nicht nur die Linke. Die "Krise der Politik" bzw. "Krise der Repräsentativität" trifft alle Parteien. Politische Entscheidungen werden nicht in öffentlichen Debatten und von den Parteien vorbereitet und getroffen, sondern fallen ganz wo anders – bei den multinationalen Konzernen, in der Bürokratie der EU, bei Weltbank und Internationalem Währungsfond. So fühlen sich immer mehr Menschen von politischen Parteien nicht mehr vertreten. Dies ist hängt auch damit zusammen, dass die Käuflichkeit der Regierungen so sichtbar ist, wie noch nie. Noch nie waren die Abgründe so tief, die sich zwischen den Wahlversprechen und der Regierungspolitik nach gewonnener Wahl auftun. Die größten Ungeheuerlichkeiten, vom Krieg bis zu einer Politik, des gesellschaftlichen Zerfalls, werden im Namen der Demokratie begangen. Der Anschein, den es bis in die achtziger Jahre gab, dass Demokratie ein gewisses Maß an wirklicher sozialer Gerechtigkeit bringen kann, zerplatzt.
Die Lösung kann nur in einer Weiterentwicklung der Demokratie bestehen, d.h. die repräsentative Demokratie muss mit Elementen einer partizipativen und direkten Demokratie ergänzt werden.
Für die DKP bedeutet dies, dorthin zu gehen, wo "die Arbeitermassen" sind. Dabei geht es nicht darum, die DKP als "Verteter" ihrer Interessen darzustellen, sondern dafür zu wirken, dass die Menschen selbst ihre Interessen vertreten, in dem sie sich organisieren und selbst aktiv werden.
Mit freundlichem Gruß
Leo Mayer
www.kommunisten.eu
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Frage zum Thema Sozialpolitik
29.05.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Mayer,

wie ist ihr Einstellung zu gleichgeschlechtlichen Ehen?

in Hoffnung auf eine baldige Rückmeldung,
ihr Zwerg von Kling
Antwort von Leo Mayer
5Empfehlungen
02.06.2009
Leo Mayer
Sehr geehrter Herr Kling

im Programm der DKP heißt es dazu:

"Die DKP tritt für die Anerkennung und rechtliche Gleichstellung von Lebensentwürfen jenseits der bürgerlichen Ehe ein und fordert die Gleichstellung selbstbestimmter Lebensweisen. Sie steht an der Seite emanzipativer, gegen Diskriminierung gesellschaftlicher Minderheiten wirkender Bewegungen."

Ich antworte mit diesem Auszug aus dem Parteiprogramm, um Ihnen zu bedeuten, dass diese Haltung nicht nur meine persönlich Meinung ist, sondern die der Mitgliedschaft der DKP.

Mit freundlichem Gruß

Leo Mayer

www.kommunisten.eu
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Frage zum Thema Bürgerrechte, Datenschutz und politische Teilhabe
02.06.2009
Von:

Guten Tag, lieber Leo Mayer,

wie stehen Sie und die DKP zu den in jüngeren Jahren entstandenen sozialen Bewegungen (attac, Umweltschutz, Arbeitsloseninitiativen usw.), die auf der gesellschaftlichen Bühne agieren? Sehen Sie diese als Konkurrenz zu den Parteien, speziell zu Ihrer Partei, zumal vor allem junge Menschen sich heutzutage parteipolitisch nicht gerne binden wollen? Oder doch als Ergänzung, auch als Ihre Kooperationspartner, Mitstreiter?

Vielen Dank und freundliche Grüße

Antwort von Leo Mayer
4Empfehlungen
04.06.2009
Leo Mayer
Liebe

wir KommunistInnen betrachten die sozialen Bewegungen nicht als Konkurrenz, sondern als notwendige Voraussetzung für die Veränderung von Gesellschaft und Politik. Im Mittelpunkt kommunistischer Politik steht nicht Stellvertreterpolitik, sondern radikale Demokratie und Partizipation. Unser Ziel ist die Befreiung der Menschen aus einem System vielfacher Ausbeutungs-, Unterdrückungs- und Entfremdungsverhältnisse. Diese Befreiung kann nur durch die Selbstbefreiung realer Menschen erfolgen. Die sozialen Bewegungen sind der Raum und der Ort, wo sich die arbeitende Klasse, d.h. diese ganz realen Menschen, engagieren und sich selbst Lernprozesse organisieren.
Als Kommunisten haben wir zu prüfen, was unser Ansatz zu diesem Prozess beitragen kann, in dem die arbeitende Klasse selbst ihre Zukunft in die Hände nimmt. Deshalb werden Sie auch in diesen Bewegungen häufig auf Mitglieder der DKP stoßen.

Mit freundlichen Grüßen
Leo Mayer
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Frage zum Thema Arbeitsmarktpolitik
04.06.2009
Von:

Was will die DKP und Du als Abgeordneter dafür tun, meine sozialen Interessen, also Klasseninteressen, zu vertreten. Ergänzung: Deine Partei nennt die arbeitenden Menschen Arbeiterklasse und nicht, wie die Anderen, Arbeitnehmer. Machst Du das bewußt, mit einem weltanschaulichen Hintergrund? Oder nur um Dich sprachlich von den Anderen zu unterscheiden?
Antwort von Leo Mayer
4Empfehlungen
04.06.2009
Leo Mayer
Sehr geehrter Herr ,

entgegen der landläufigen Meinung hat das Europäische Parlament gerade bei den Richtlinien und Verordnungen, die die Lebens- und Arbeitsbedingungen direkt beeinflussen, entscheidende Bedeutung. Bolkestein-Richtlinie, Arbeitszeitrichtlinie, Liberalisierung des Gesundheitswesen, .. bedürfen der Zustimmung des Europäischen Parlaments. Das Problem liegt nicht im mangelnden Einfluss, sondern in der Zusammensetzung des Parlaments. Die einzige Fraktion, die für einen Bruch mit der neoliberalen und kapitalistischen Logik der Europäischen Union eintritt, ist die Fraktion der Vereinigten Linken/Nordisch-Grün-Links (GUE/NGL).
Die DKP würde sich als Teil dieser Fraktion dafür einsetzen, dass die neoliberale Politik beendet und eine politische Wende zu einem Europa eingeleitet wird, das sich an den Interessen der arbeitenden Menschen orientiert.

Als Kommunisten setzen wir uns aber vor allem dafür ein - unabhängig davon, ob wir Parlamentsmandate erreichen - , dass Sie selbst Ihre Interessen besser vertreten können. Denn die Emanzipation der Menschen kann nicht durch eine Partei erfolgen, sondern ist nur als Selbstbefreiung denkbar. Deshalb engagieren wir uns dafür, dass sich die, vielfältigen Unterdrückungsmechanismen unterworfenen, Menschen, d.h. vor allem arbeitende Klasse, selbst organisieren, die Vertretung ihrer Interessen in die eigenen Hände nehmen und Gegenmacht gegen das Kapital aufbauen.
Das bedeutet, dass sich die Mitglieder der DKP auch selbst in Gewerkschaften und sozialen Bewegungen engagieren, und dass wir uns entschieden gegen alle Maßnahmen zur Wehr setzen, mit denen die Selbstorganisation erschwert, gewerkschaftliche und andere demokratische Recht eingeschränkt werden.
Wir sprechen bewusst von "arbeitenden Menschen" als Synonym für "arbeitende Klasse" oder Arbeiterklasse", denn wir betrachten es als eine unserer Aufgabe, dazu beizutragen, dass sich die arbeitenden Menschen ihrer Klassenlage im Kapitalismus - als ausgebeutete und unterdrückte Klasse - bewusst werden. Wir gehen auch davon aus, das nur durch den Klassenkampf soziale und demokratische Fortschritte erreicht werden können.

Im Übrigen stellt natürlich der Begriff "Arbeitnehmer" die tatsächlichen Verhältnisse auf den Kopf.

Mit freundlichen Grüßen
Leo Mayer
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Frage zum Thema Sozialpolitik
05.06.2009
Von:

Lieber Leo Mayer
Ich hatte einen Traum....
Inhalt meines traums war das alle Parteien die linksgerichtet sind sich zusammensetzen und ein einheitliches Programm für alle Bürger und Bürgerinnen umsetzen und schließlich mitbestimmen.
Leider war es nur ein Traum.
Warum finden keine Gespräche mit KPD,Linken und ÖDP womöglich sogar Grünen statt um einen linksblock zu errichten der nicht einfach zu übersehen ist?
Meiner Meinung nach schwirren alle Arbeiter in einem luftleerem Raum umher den die SPD in den letzten 12 Jahren hinterlassen hat.
Glauben sie an die Erfüllung meines Traums?
Mit Hilfe der Gewerkschaften und der Zusammenarbeit aller Arbeiterparteien glaube ich das eine Wende möglich ist.
Ton Steine Scherben (die ich das letzte Mal bei der grünen Raupe sah) sang " Die letzte Schlacht gewinnen wir".
Wenn alle Parteien die für Menschenrechte und sozialer Gerechtigkeit zusammenstehen können sie gegen diese soziale Ungerechtigkeit bestehen.
Helfen sie bitte mit das es nur ein Traum ist.
Was tut die KPD dafür Gespräche mit anderen linken Parteien zu führen?
Warum wird nicht zusammengearbeitet so wie es CDU/CSU und FDP schon immer macht?
Danke für die Antwort
Ihr
Antwort von Leo Mayer
2Empfehlungen
07.06.2009
Leo Mayer
Sehr geehrter Herr ,

wenn Ihr "Traum" von der Zusammenarbeit all der Kräfte, die für eine gerechte und friedliche Welt eintreten, nicht wahr wird, dann wird auch unser "Traum" von einer anderen Welt nicht wahr.
Deshalb darf es nicht beim Traum bleiben. Die DKP setzt sich, wie es im Programm heißt, für die "Bildung breiter gesellschaftlicher Allianzen" ein. Hans-Jürgen Urban, Vorstandsmitglied der IG Metall, nannte es auf dem Kapitalismus-Kongress von attac eine "Mosaik-Linke", in der eigenständige Bewegungen und Organisationen für die gleiche Zielsetzung mobilisieren und aktiv werden.
Das Wesentliche wird sein, dass in diesem gemeinsamen Projekt jede soziale und politische Kraft ihre Eigenständigkeit und Identität behalten kann, aber sich für die gemeinsam erarbeiteten Ziele einsetzt.
Zweifellos muss die Linke angesichts der Tiefe der Krise des Kapitalismus die Geschwindigkeit erhöhen, um so ein Projekt voranzubringen. Der Widerstand und die Aktivitäten von Gewerkschaften und sozialen Bewegeungen werden dabei ausschlaggebend sein, ob und wie schnell dieser "Traum" zur Realität wird.
Wir betrachten unser Wahlprogramm und die Gemeinsame Plattform der Partei European Left zur Wahl des Europäischen Parlaments als einen Diskussionsbeitrag für dieses gemeinsame Projekt eines anderen, gerechteren und friedlicheren Europas. (siehe unter www.kommunisten.eu )

Mit freundlichen Grüßen
Leo Mayer
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