Lars Oberg (SPD)

Lars Oberg
Jahrgang
1979
Berufliche Qualifikation
Diplom-Kommunikationswirt
Ausgeübte Tätigkeit
Referent im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
Wohnort
-
Wahlkreis
Tempelhof-Schöneberg WK 2
Ergebnis
39,9%
Landeslistenplatz
-, Tempelhof-Schöneberg
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Persönliche Website
www.lars-oberg.de
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Frage zum Thema Wirtschaft
29.08.2006
Von:

Sehr geehrter Herr Oberg,

wie stehen Sie zur IHK Zwangsmitgliedschaft KMUs ?
Antwort von Lars Oberg
bisher keineEmpfehlungen
01.09.2006
Lars Oberg
Sehr geehrter Herrr ,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich Ihnen gerne beantworten möchte. Ich bin gegen eine Zwangsmitgliedschaft kleiner und mittlerer Unternehmen in der IHK. Dem entsprechend habe ich dem Leitantrag "Wirtschaftspolitische Ziele der SPD Berlin", der auf dem Landesparteitag am 26. November 2005 verabschiedet wurde, zugestimmt. Die Berliner Wirtschaftspolitik muss darauf ausgerichtet sein, Arbeitsplätze zu erhalten und neue zu schaffen. Das bedeutet, dass wir auf der einen Seite bestehende Unternehmen unterstützen müssen und auf der anderen Seite dafür Sorge tragen, dass Neuansiedlungen von Unternehmen und Existenzgründungen gefördert werden.. Dazu leistet sicherlich auch die IHK im Hinblick auf unterstützende Maßnahmen (Beratung, Prüfung etc.) ihren Beitrag. Allerdings zeigen Mitgliederbefragungen wiederholt eine große Unzufriedenheit unter den Unternehmerinnen und Unternehmern, so dass die Kammern meiner Meinung nach ihre Aufgaben hinterfragen und den Abbau von Bürokratie auch in ihren Strukturen vorantreiben müssen.

Beste Grüße,
Lars Oberg
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Frage zum Thema Finanzen
04.09.2006
Von:

Sehr geehrter Herr Oberg !
Parteien, die dem Risikoabschirmungsgesetz zugestimmt haben, sind für mich eigentlich nicht wählbar. Ein Ende der Bankgesellschaft Berlin mit Schrecken wäre mir lieber gewesen als ein Schrecken ohne Ende. Ganz generell bin ich der Meinung, daß die öffentliche Hand keine Geschäftsbanken betreiben dürfen sollte. Die diversen Skandale aus den Siebziger Jahren in Westdeutschland (HeLaBa usw.) und die unzähligen Berliner Bauskandale (der nächste kommt bestimmt) lassen eigentlich keinen anderen Schluß zu.
Auf der letzten Hauptversammlung hat man gesehen, wohin die Reise geht:. Ein neuer Name soll von der Vergangenheit ablenken. Die "Konsolidierung" der Bankgesellschaft, die ja nicht unwesentlich durch Personalabbau zustande gekommen ist, kommt Privaten zugute, während Schulden und Risiken bei der öffentlichen Hand bleiben.
Darüberhinaus ist die strafrechtliche Aufarbeitung unbefriedigend.
Wie soll es Ihrer Meinung nach weitergehen ? Wie kann die von der EU zum Wohl der Berliner Bürger geforderte Veräußerung funktionieren, ohne andere öffentliche Haushalte zu gefährden (hiermit meine ich den Verkauf an eine Sparkassenorganisation, der mal im Gespräch war) ? Nennen SIe mir Gründe -und zwar nur auf dem Gebiet des Bankenskandals- meine Stimme der SPD zu geben !
Antwort von Lars Oberg
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06.09.2006
Lars Oberg
Sehr geehrter Herr ,

gerne nenne ich Ihnen Gründe, warum Sie am 17. September 2006 Ihre Stimme der SPD geben sollten. Die SPD hat wesentlich zur Aufklärung des Bankenskandals beigetragen und die Voraussetzungen für eine strafrechtliche Verfolgung der Beteiligten geschaffen. Damit wurde dem "Schrecken" tatsächlich ein Ende gesetzt; ein unkontrollierbarer Zusammenbruch der Bankgesellschaft keine Alternative gewesen wäre - die Folgen wären unabsehbar gewesen. So war es besser, sich mittels des Untersuchungsausschusses den Fakten und Konsequenzen zu stellen. Auch bin ich der Meinung, dass die Sparkassen in öffentlicher Hand bleiben sollten.. Sie übernehmen wichtige Funktionen, wenn es um die Betreuung der "kleinen Sparer" oder um die Beratung von kleinen und mittelgroßen Unternehmen geht.

Beste Grüße

Lars Oberg
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Frage zum Thema Bildung und Forschung
06.09.2006
Von:

Sehr geehrter Lars Oberg.

Weil ich an der HU Berlin beschäftigt bin, interessiert mich dieses Thema besonders. In Ihren Veröffentlichungen (Website usw.) betonen Sie immer wieder, dass Sie strikt gegen Studiengebühren in Berlin sind. Sie selbst hätten sonst auch nicht studieren können.

Dazu einige Fragen (dass diese Position richtig ist, davon brauchen Sie mich nicht überzeugen und dass dasLandesangelegenheit ist, weiß ich auch):
1.) Gilt dieses "Nein" gegen alle Studiengebühren oder nur gegen Gebühren fürs Erststudium? Wie ist Ihre Haltung zu "Studienkonten", die Studiengebühren für Zweit- und Langzeitstudenten und viel Bürokratie beinhalten?
2.) Ihr regierender Bürgermeister (SPD) ist für Studiengebühren für alle Studenten (wie in CDU-Ländern) ab den 1. Semester - die SPD in Berlin mehrheitlich für Studienkonten. Was machen Sie konkret, um eine Mehrheit für Ihre Position in der SPD zu bekommen?
3.) Das strikte Nein gegen Gebühren vertreten im Wahlkampf die Linkspartei.PDS, WASG und zumindest in Berlin Bündnis90/Die Grünen. Die SPD eben nicht. Warum ist sie dennoch wählbar, wenn das eine derartige Schlüsselfrage ist?
4.) Die Einführung von Studienkonten in Berlin scheiterte vor ca. 2 Jahren am Votum eines Parteitags der damaligen PDS, die damit ihren Wissenschaftssenator demontierte. Wie hätten Sie sich fiktiv in der Abgeordnetenhausabstimmung verhalten? Hätten Sie mit ihrer Partei gestimmt (die die Konten schon akzeptiert hatte) oder ist das für Sie eine "Überlebensfrage", die keine Kompromisse zulässt?

Ich freue mich auf Ihre Antwort.
Antwort von Lars Oberg
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07.09.2006
Lars Oberg
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Fragen. Ihre erste Frage kann ich mit einem klaren "Nein" beantworten. Ich bin gegen Studienkonten und –gebühren welcher Art auch immer. Für mich ist und bleibt Bildung ein öffentliches Gut, zu dem alle Menschen freien Zugang haben müssen. Ich weiß, dass meine Ansicht zurzeit noch eine Minderheitenposition in der Berliner SPD darstellt. Aber schon seit geraumer Zeit arbeite ich u. a. mit den Jusos zusammen auf allen Ebenen für ihre Durchsetzung. Das geschieht zum Beispiel durch entsprechende Anträge auf Kreisdelegiertenversammlungen und Landesparteitagen. Dass sich der Regierender Bürgermeister Wowereit gegen Studiengebühren ausgesprochen hat, ist auch ein Ergebnis unserer Bemühungen. Damit dieses Ziel langfristig erreicht wird, brauche ich allerdings die Unterstützung von Menschen wie Ihnen in der Gesellschaft und in der Fraktion. Trotz der noch nicht einheitlichen Meinung bei dieser "Schlüsselfrage", steht die SPD für zahlreiche weitere Themen, durch die sie wählbar ist und bleibt, z. B. bei Fragen zum Ausbau der Gesamtschulen. Die Frage der Studiengebühren ist für mich eine Frage, die keine Kompromisse zulässt. Die Antwort auf ihre letzte Frage lautet somit: Ich hätte dagegen gestimmt.

Beste Grüße

Lars Oberg
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Frage zum Thema Verkehr
12.09.2006
Von:

Hallo Herr Oberg,

die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz plant im Zuge der Feinstaubverordnung den inneren S-Bahnring ab 01.01.2008 als Umweltzone auszuweisen. Dies hätte zur Folge, dass ältere Wagen ohne geregelten Kat diesen nicht mehr befahren dürfen.
Ich bin davon persönlich betroffen, da ich ein historisches Kraftfahrzeug besitze und im Innenstadtring wohne. Eine Nachrüstung von Oldtimern mit Katalysatoren ist leider nicht möglich.
Die zuständige Behörde reagierte bei meiner telefonischen Nachfrage eher ablehnend, was Ausnahmeregelungen für Oldtimer angeht. Diese Sperrung würde für mich quasi eine Enteignung bedeuten und die Zuteilung des H-Kennzeichens und Anerkennung als kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut ad absurdum führen. Es wäre zu vergleichen mit einem denkmalgeschützten Altbau, der nicht mehr bewohnt werden darf, weil die Wärmeschutzverordnung nicht eingehalten wird.

Neben meinen persönlichen Einschränkungen, hätte diese Sperrung auch folgende weitere Folgen:
  • auf historische Fahrzeuge spezialisierte Werkstätten müssten schließen, weil die Kunden nicht mehr zu ihnen kommen bzw. diese ihren Oldie verkauft haben
  • keine Stadtrundfahrten mehr in historischen Bussen
  • keine Hochzeitspaare mehr in Oldtimern
  • keine Oldietreffen mehr in Berlin
  • kein publicicty-wirksamer Oldtimerkorso mehr wie zur Eröffnung des Tiergarten-Tunnels.

Sie sehen, dass diese Umweltzone weitreichende Folgen hat, ganz abgesehen von den vielen Familien oder Kleinbetrieben, die ein älteres Modell fahren und sich gar keinen Neuwagen leisten können.
Daher würde mich Ihr Standpunkt dazu sehr interessieren.

MfG
Antwort von Lars Oberg
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15.09.2006
Lars Oberg
Sehr geehrter Herr ,


vielen Dank für Ihre Anfrage.
Gerne möchte ich Ihnen meinen Standpunkt mitteilen. Ich unterstütze die Einrichtung einer Umweltzone innerhalb des S-Bahnringes, denn nach meiner Meinung ist eine Reduzierung der oft hohen Feinstaubbelastung nötig. Diese ist gesundheitsschädigend, wobei sie besonders Kinder sowie alte und/oder kranke Menschen schnell belastet. Besonders der Lieferverkehr durch alte Lkw muss dringend eingeschränkt werden. Auch bin ich fast ausschließlich mit dem Fahrrad oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln – schon allein aus Umweltschutzgründen - unterwegs.
Auf der anderen Seite bin ich durchaus der Meinung, dass Oldtimer Kulturgüter sind, die eine Stück unserer Industriegeschichte dokumentieren. Im gepflegten Zustand sind sie in der Tat eine Bereicherung für unsere Stadt. Da ihre Zahl in unserer Stadt überschaubar ist, befürworte ich daher Ausnahmeregelungen für Oldtimer mit H-Kennzeichen.

Beste Grüße,

Lars Oberg
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
16.09.2006
Von:

Lieber Herr Oberg,
wie kommentieren Sie diesen offenen Brief?

Offener Brief an Lars Oberg (SPD-Kandidat des Berliner Wahlbezirks Schöneberg 2006)
Sehr geehrter Herr Oberg,

ich lebe in der Freiherr-vom-Stein-Straße (in Ihrem Wahlbezirk Schöneberg). Am Donnerstag, dem 14.09.2006 konnte ich beobachten, wie Sie in unserem Haus Ihren Wahlkampfflyer verteilt haben.

Einige Stunden zuvor hatte ich die Zeitschrift "privare – [lat.] = rauben" vor die Wohnungstüren meiner Mitbewohner gelegt. In dieser vom Berliner Bündnis gegen Privatisierung herausgegeben Zeitung werden die verschiedenen Bereiche der Berliner Privatisierungspolitik kritisch und fundiert beleuchtet. Ich war schockiert, als ich beobachten mußte, wie Sie die Zeitschriften aufhoben und diese dann in den Müllbehälter auf der anderen Straßenseite warfen. Schockiert hat mich Ihr Vorgehen vor allem deshalb, weil diese Zeitung parteiübergreifend ist!

Ist das die Art, wie Sie als Kandidat der SPD uns Bürgern wichtige Informationen vorenthalten wollen? Warum lassen Sie die Bürger nicht selbst entscheiden, welche Informationen sie lesen wollen und welche nicht? Diese Art von informativer Entmündigung steht Ihnen nicht zu. Schämen Sie sich für dieses dümmliche Vorgehen. Statt sich dafür einzusetzen, daß die Teilprivatisierung der Berliner Wasserbetriebe rückgängig gemacht wird, privatisiert die Berliner SPD munter weiter und will jetzt als erster Stadtstaat die Landesbank samt Sparkasse verkaufen und gibt damit ein wichtiges finanzpolitisches Steuerungsinstrument aus der Hand.

Ich werde diesen offenen Brief vor allem den Bürgern und Bewohnern meiner Straße als Kopie zukommen lassen, damit diese wissen, mit wem sie es bei Ihnen zu tun haben.

Und damit kein Mißverständnis aufkommt, Herr Oberg: Ich gehöre keiner Partei an, sondern bin entsetzt über Ihr schändliches Verhalten.


Ein Bewohner der Freiherr-vom-Stein-Straße, den 15.
September 2006

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