Sehr geehrter Herr

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Danke für Ihr Interesse an diesem wichtigen Thema und an meiner Meinung dazu. Die grüne Bundestagsfraktion teilt Ihre Auffassung, dass die Lage der Flüchtlinge in Deutschland dringend und an vielen Stellen verbessert werden muss. Bündnis 90/Die Grünen fordern im Bundestag die Abschaffung der Residenzpflicht (Bundestagsdrucksache 17/3065) sowie die Aufhebung des Asylbewerberleistungsgesetzes (Bundestagsdrucksache 17/1428). Gemeinsam mit den Wohlfahrtsverbänden, Pro Asyl und den vielen Unterstützern aus der Zivilgesellschaft setzen wir uns ferner für eine stichtagsunabhängige bundesgesetzliche Bleiberechtsregelung (Bundestagsdrucksache 17/7463) ein. Damit soll zum einen Ausländer/innen, die bisher lediglich eine Aufenthaltserlaubnis auf Probe nach § 104a Absatz 1 Satz 1 AufenthG erhalten haben, eine gesicherte Perspektive eröffnet werden. Zum anderen gilt es, die Zahl der Kettenduldungen für Personen, die sich seit mehreren Jahren hier aufhalten, deutlich zu reduzieren.
Was die Situation der Flüchtlinge in Horst anbelangt, habe ich mich bei der GAL Bürgerschaftsfraktion erkundigt, die darauf wie folgt geantwortet hat:
"In Horst sind dem 1. Oktober 2006 Flüchtlinge untergebracht. Die Außenstelle wurde damals eingerichtet, weil die ebenso schlechte, aber immerhin auf Hamburger Stadtgebiet liegende Unterbringung auf den sogenannten Wohnschiffen in Neumühlen mietvertraglich auslief.
Die Situation in Horst ist –so sehen wir Grüne in Hamburg es – ist nicht tragbar, weshalb im Koalitionsvertrag der Regierung GAL/CDU die Vereinbarung getroffen wurde, zum nächst möglichen Zeitpunkt den Mietvertrag mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern, dem das Gelände gehört, zu kündigen und adäquaten neuen Raum zu suchen, der es ermöglicht, Flüchtlinge, insbesondere Familien mit Kindern zu besseren Bedingungen unterzubringen. Bis zu diesem Zeitpunkt sollte nur die Mindestbelegung genutzt werden.
In der Praxis wurden dann aber tatsächlich mehr Menschen dort untergebracht. Grund waren die steigenden Flüchtlingszahlen. Die Unterbringungsmöglichkeiten in Hamburg waren ausgeschöpft und es gelang nicht, schnell genug Ersatz zu finden. Seit dem Regierungswechsel in Hamburg hat sich nichts getan. Inzwischen wurde aber von Seiten des Landes Mecklenburg-Vorpommern der Vertrag gekündigt. Bis Ende 2012 kann Horst noch genutzt werden, dann muss Schluss sein."
Hamburg ist schon lange in der Pflicht, für eine "würdige Unterbringung" seiner Flüchtlinge zu sorgen, durch die Vertragsbeendigung nun auch ganz praktisch. Die GAL wird sich weiter dafür einsetzen. Ich hoffe, mit Erfolg.
Ebenso hoffe ich, dass es der grünen Bundestagsfraktion gelingt, bei der Verbesserung der schwierigen Situation von Flüchtlingen in Deutschland einiges voranzubringen.
Mit freundlichen Grüßen
Krista Sager
Krista Sager MdB