Krista Sager (GRÜNE)
Kandidatin Bundestagswahl 2009
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Krista Sager
Jahrgang
1953
Berufliche Qualifikation
Gymnasiallehrerin für Deutsch und Geschichte
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Hamburg
Wahlkreis
Hamburg Eimsbüttel
Ergebnis
25,9%
Landeslistenplatz
1, Hamburg
(...) Davon würde auch die Uni in Eimsbüttel profitieren. Ich werde mich im Übrigen bei den Grünen in Hamburg dafür einsetzen, dass die Uni in Eimsbüttel bleibt. (...)
 
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Frage zum Thema Bildung und Kultur
18.09.2009
Von:

Hallo alle zusammen,

Ich heißé und bin deutscher staatsbürger und bin 16 Jahre alt. Ich interresiere mich mehr in die Richtung Bildung und Kultur sowie auch Menschenrecht. Meine Nationalität ist Kurdisch. :)

Ich hätte gerne eine frage gelöst bekommen unzwar lautet sie :

Warum Kurden die mehr als 40 Millionen Einwohner haben keinen Recht auf einen eigenen Staat bekommen ?

Das soll nichts böses und rassistisches heißen:)
Ich kann nicht mehr hinsehen wie jeder zuguckt und dabei nichts unternimmt ?
Jeden tag passieren im Kurdischen Gebiet, von denen keiner was mitkriegt schlimme Situatuionen.

Ich hoffe ich bezwecke etwas mit meinem TEXT und Video :)

EIn Beispiel Video des TERRORS:

www.youtube.com




Danke
Antwort von Krista Sager
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21.09.2009
Krista Sager
Sehr geehrter Herr ,

die konkrete Lebenssituation der Kurdinnen und Kurden hängt nach meiner Überzeugung nicht davon ab, ob sie in einem kurdischen Nationalstaat leben oder unter einer kurdischen Regierung. Entscheidend ist vielmehr, ob die Menschenrechte eingehalten werden und wie es um den Schutz der Minderheiten bestellt ist: ob in der Türkei, dem Iran, dem Irak oder in Syrien. Zu den Menschenrechten gehören das Recht auf körperliche Unversehrtheit und der Schutz vor staatlicher Willkür ebenso wie die Meinungs-, Versammlungs- und Informationsfreiheit.
Für die Autonome Region Kurdistan im Nordirak beispielsweise, die kurdisch regiert ist, zeichnet Amnesty International eine durchaus kritische Lage der Menschenrechte. Die Lage ist von zahlreichen Menschenrechtsverletzungen wie Folter, Verschwindenlassen, Unterdrückung der Redefreiheit oder willkürlichen Verhaftungen auch von Seiten der Sicherheitskräfte geprägt (vgl. Amnesty Bericht vom 14. April 2009). Auch in der Türkei gibt es immer noch zahlreiche Menschenrechtsverletzungen, von Seiten der türkischen Sicherheitsorgane, aber auch von Seiten der PKK, wenngleich der türkische Staat in den vergangenen Jahren seine Politik gegenüber der kurdischen Minderheit zu ändern begonnen hat.
Wer die Situation der Kurden verbessern will, muss dafür streiten, dass sich die Staaten, in denen Kurden leben, zu stabilen rechtsstaatlichen Demokratien entwickeln, in der die Bürger nicht in erster Linie Sunniten, Aleviten und Kurden sind, sondern zuallererst einmal gleiche Staatsbürger, die eine bestimmte ethnische und religiöse Identität haben, und in denen Minderheitenrechte umfassend geachtet werden. Als Deutsche können wir das unterstützen, indem der Türkei faire Verhandlungen für einen EU-Beitritt garantiert werden. Der Weg in die EU wird für die Türkei nur über die Anerkennung der religiösen und ethnischen Vielfalt und der Menschen- und Minderheitenrechte laufen.

Mit freundlichen Grüßen
Krista Sager
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Frage zum Thema Soziales und Familie
19.09.2009
Von:

Sehr geehrte Frau / Sehr geehrter Herr
mit einer Gruppe von Interessierten Wählerinnen und Wählern haben wir ein paar Fragen ausgearbeitet, auf die wir gerne persönliche Antworten der Direkt-Kandidatinnen und -Kandidaten haben möchten.

Wir werden Ihre Antworten in unserem kleinen Forum vortragen und diskutieren.

1.) "Als Bürger der Bundesrepublik Deutschland wünsche ich mir als, über Erststimme direkt in den Bundestag gewählten, Volksvertreter eine Person, die "an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen" ist (GG §38.1). Wie ernst nehmen Sie in Abstimmungsfragen, bei denen ein (wenn auch versteckter) Fraktionszwang angemahnt wird, die Verpflichtung, nur dem eigenen Gewissen und den Interessen der Wähler Ihres Erststimmen-Wahlkreises gemäß abzustimmen?"

2.) "Die gewaltigen Schuldsummen von Staat und Ländern sind für mich erschreckend und beängstigend.
Welche Lösungsvorschläge sehen Sie, dieses Schuldenfiasko systematisch in den Griff zu bekommen, ohne mit der Ausrede einer ´allgemeinen Haushalts-Notlage´ wichtige und gesellschaftlich unverzichtbare Leistungsbereiche mit Kürzungen oder Streichungen zu belasten?"

3.) "Der in Wahlkampfreden verwendete Arbeitsbegriff ist m.E. heute nicht mehr zeitgemäß, da er nur die herkömmlichen Arbeitsverhältnisse (sprich: Erwerbsarbeit) berücksichtigt. Wie stehen Sie persönlich zum tradierten Begriff ´Arbeit´? Werden Sie Sich persönlich als Volksvertreter für eine Neuausrichtung des Arbeitsbegriffes auf Themenwelten wie Familienarbeit, soziales Engagement, kulturelle Wertschaffung und Ähnliches unter Berücksichtigung einer angemessenen Entlohnung einsetzen? Wie ist Ihre Meinung zu dem Vorschlag eines allgemeinen ´Bürgergeldes´, bzw. einer ´Grundsicherung für Alle´?"

Wir danken für Ihre aufrichtigen Antworten.
i.A. , Hamburg.
Antwort von Krista Sager
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23.09.2009
Krista Sager
Sehr geehrter Herr ,

zu 1.: In Deutschland gibt es laut Grundgesetz, wie Sie zu Recht zitieren, kein imperatives Mandat, weder gegenüber der Fraktion oder Partei, noch gegenüber den WählerInnen oder dem Wahlkreis. Seien Sie sicher, dass ich auch zukünftig im Bundestag nach bestem Wissen und Gewissen abstimme werde. Wenn Sie sich mein Abstimmungsverhalten ansehen, werden Sie feststellen, dass ich in manchen Fällen anders votiert habe als die Mehrheit meiner Partei. Politik ist allerdings in erster Linie Teamarbeit. Als Einzelgängerin erreicht man kaum etwas. Deshalb ist es so wichtig, sich in Parteien und Fraktionen zusammenzuschließen und auch zu Regierungsbündnissen, darin den Kompromiss zu suchen, um die politischen Ziele letztlich auch umsetzen zu können.

zu 2.: Durch die Finanzkrise ist die Staatsverschuldung in Deutschland noch einmal sprunghaft angestiegen. Die finanziellen Handlungsspielräume der öffentlichen Hand sind damit abermals eingeschränkt worden. Wir Grünen plädieren daher für eine einmalige und zeitlich befristete Vermögensabgabe nach Art. 106 Grundgesetz, damit vor allem auch ihren Beitrag leisten, die zuvor am stärksten von der finanzmarktgetriebenen Ökonomie profitiert und große Vermögen aufgebaut haben. Darüber hinaus wollen wir Grünen die immer weiter ansteigende Staatsverschuldung durch eine flexible und mit der Konjunktur atmende Schuldenbremse begrenzen. Einnahmen und Ausgaben müssen über den Konjunkturzyklus hinweg übereinstimmen. Bei den Ausgaben kommt es darauf an, sie strikt auf die Infrastrukturen der Zukunft, auf ökologisches Wirtschaften, auf mehr Bildung und auf einen erneuerten sozialen Ausgleich auszurichten. Nur so legen wir mit unseren Ausgaben für die nachfolgenden Generationen den Grundstein künftigen Wohlstands. Das gibt es aber nicht zum Nulltarif. Deshalb ist es so unseriös, großspurig Steuersenkungen zu versprechen. Denn die Steuersenkungen von heute sind die Schulden und die Sozialkürzungen von morgen. In unserem Wahlprogramm finden sie eine Reihe von Vorschlägen, wie wir durch die Umwandlung des Solidaritätszuschlags in einen Bildungssoli, eine gerechtere Erbschaftssteuer, die Streichung von Ausnahmen bei der Ökosteuer und die Anhebung des Spitzensteuersatzes die Einnahmeseite des Staatshaushaltes verbessern wollen.

zu 3.: Arbeit erschöpft sich nicht in Erwerbsarbeit, da haben sie ganz recht -, und ich will ergänzen, dass sie das auch noch nie getan hat. Es gibt eine ganze Reihe von Tätigkeiten, die nicht in Form von Erwerbsarbeit geleistet werden, und ohne denen die Gesellschaft dennoch keinen Bestand hätte: allen voran die Haus- und Erziehungsarbeit, weite Teile der Betreuung und Pflege, aber auch das von Ihnen angesprochene soziale, ökologische oder künstlerische Engagement. Allerdings leben wir auch in einer Arbeitsgesellschaft, und das heißt, dass gesellschaftliche Anerkennung maßgeblich aus der Teilhabe an Erwerbsarbeit resultiert. Die faktische Wirkung von Erwerbsarbeitslosigkeit auf das Selbstwertgefühl der meisten Arbeitslosen zeigt, wie stark sie verankert ist. Bedenken sie bitte, wie groß zum Beispiel der Unterschied für die Betroffenen ist, ob sie ALG II beziehen und in einem Ein-Euro-Job arbeiten oder ob sie für das in der Summe nahezu gleiche Geld im Rahmen des Kommunal-Kombi einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit im öffentlichen Interesse nachgehen.

Ein bedingungsloses Grundeinkommen liefe Gefahr, die Gesellschaft von der Aufgabe zu entheben, sich gemeinsam um die Teilhabe aller zu kümmern. Das Grundeinkommen würde dann wie eine Ruhigstellungsprämie für alle wirken, die nicht am gesellschaftlichen Arbeitsprozess teilhaben können – ob im Rahmen der Erwerbsarbeit oder von Freiwilligenarbeit.

Mit freundlichen Grüßen
Krista Sager
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Frage zum Thema Innere Sicherheit und Justiz
24.09.2009
Von:

Guten Tag Frau Sager!


Meine Frage bezieht sich auf das Handeln und Wirken der deutschen Geheimdienste und darauf, daß diese wohl weit weniger "unschuldig" sind als ihr Name "Bundesamt für den Verfassungsschutz", bzw. "Bundes Nachrichtendienst" den Bürger glauben lassen.

Der Verfassungsschutz - das ist hinlänglich bekannt - ist in der NPD so weit verbreitet, daß ein Abzug der V-Männer die Partei enorm schwächen würde. Es liegt also die Vermutung nahe, daß das BAfdVS nicht nur beobachtet sondern auch aktiv steuert. Und darin ist auch die Begründung zu finden, warum man die Partei nicht schon längst verboten hat.

Ich vergleiche das Handeln der Verfassungsschützer gerne mit "Agents Provokateurs" - das sind diese netten Polizisten, die zum Beispiel in Heiligen Damm friedliche Demonstranten zum Steinewerfen anstiften, um sich dann später per Code-Wort wieder unter die Kollegen zu mischen.

Der allseits bekannte und hoch geschätzte Herr Michael Buback geht inzwischen davon aus, daß deutsche Geheimdienste direkt oder indirekt am Tod seines Vaters beteiligt waren - zumindest aber Zugang zu Insiderwissen aus der RAF hatten.

Manchmal beschleicht mich das Gefühl, daß die deutschen Geheim- dienste nicht nur schützen und vorbeugen, sondern auch gezielt desinformieren und inszenieren - ja, sogar aktiv Straftaten begehen.

Wie schätzen Sie diesen Verdacht ein?

Vielen Dank für Ihre Antwort und viele Grüße,

Antwort von Krista Sager
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05.10.2009
Krista Sager
Sehr geehrter Herr ,

Bündnis 90/Die Grünen sind der Auffassung, dass die Geheimdienste stärker kontrolliert werden müssen. Das geltende Gesetz über die parlamentarische Kontrolle nachrichtendienstlicher Tätigkeit des Bundes gewährleistet zumindest keine hinreichende Kontrolle der Geheimdienste. Deshalb haben wir in der ablaufenden Wahlperiode die Initiative ergriffen, einen Gesetzentwurf vorgelegt und im Untersuchungsausschuss "BND" durch den Kollegen Christian Ströbele maßgebliche Akzente gesetzt.
Unser Gesetzentwurf zur "Verbesserung der parlamentarischen Kontrolle der Geheimdienste sowie des Informationszugangsrechts" zielt auf eine Aufwertung und mehr Transparenz des Parlamentarischen Kontrollgremiums. Sie finden ihn unter dipbt.bundestag.de .

Mit freundlichen Grüßen

Krista Sager
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