Kerstin Griese (SPD)
Abgeordnete Bundestag 2009-2013
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Angaben zur Person
Kerstin Griese
Jahrgang
1966
Berufliche Qualifikation
Historikerin
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Ratingen
Wahlkreis
Mettmann II
Ergebnis
35,6%
Landeslistenplatz
14, über Liste eingezogen, Nordrhein-Westfalen
(...) Ich bin - wie auch die anderen Abgeordneten - in der Regel dann im Plenarsaal des Bundestages, wenn die Themen meiner Ausschüsse aufgerufen werden - Europapolitik sowie Arbeit und Soziales - und bei wichtigen Regierungserklärungen oder Grundsatzdebatten. Denn der Bundestag ist - im Unterschied zu manchen Parlamenten anderer Staaten - ein so genanntes Arbeitsparlament. Das heißt, dass im Zentrum der Tätigkeit die Detailberatungen in den Ausschüssen und den verschiedenen Fraktionsgremien stehen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
27.03.2013
Von:
Dr.

Sehr geehrte Frau Giese,

wo soll denn im Reichsdeputationshauptschluss etwas zur Entschädigung der Kirchen stehen? Das eigentümliche Kirchengut wird ausdrücklich nicht angetastet, und ansonsten ging es um die Umwidmung von Einkommensquellen, die von den Kirchen, nachdem ihnen staatliche Leistungen (Justiz, Finanzverwaltung etc.) abgenommen waren, nicht mehr in Anspruch genommen werden mussten.

Mit freundlichen Grüßen
Theo
Antwort von Kerstin Griese
2Empfehlungen
09.04.2013
Kerstin Griese
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für diesen Hinweis. Als Historikerin finde ich diese Diskussion sehr spannend, muss aber ergänzend klarstellen, dass dies für die heutige gesellschaftliche Realität nur begrenzt weiterhilft.

Mit dem Reichsdeputationshauptschluss sind die Kirchen für die Enteignung
und Säkularisierung kirchlicher Güter entschädigt worden. Sie sind für eine
Quelle entschädigt worden, die ihnen regelmäßig die Finanzierung ihrer
Arbeit sicherte. Deshalb ging es damals nicht um eine einmalige Zahlung,
sondern um einen Ersatz für die wirtschaftliche Grundlage, die es den
Kirchen ermöglichte, Strukturen und Personal zu finanzieren.

Die Weimarer Reichsverfassung, deren Artikel wir ins Grundgesetz übernommen
haben, hat als einen wichtigen Schritt zur Trennung von Staat und Kirche
diese Leistungen genau so gesetzlich verankert, wie wir es jetzt vorfinden.
Dabei handelt sich nicht um eine Privilegierung oder Bevorzugung der
Kirchen, sondern um geltendes Recht und um geltende Verträge.

Mit freundlichen Grüßen

Kerstin Griese
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Frage zum Thema Soziales
09.04.2013
Von:

Warum wird für die steuerliche Besserstellung (Benachteiligung) von Ehrenamtlichen nichts getan? Ich kann nicht nachvollziehen, warum ein ehrenamtl.GF eines Vereins, der wenn auch nicht üppig bezahlt, steuerlich besser gestellt wird als ein "normaler Ehrenamtler". In Zeiten steigender Benzinpreise etc. kann ich z.B. steuerlich kein KM-Geld gegenüber dem FA geltend machen!Oder auch andere Auslagenerstattungen?Als Ehrenamtler wollen wir keine Bezahlung, aber doch aufgrund der steigenden Kosten einen kleinen Ausgleich. Ab und an werden bei Projekten KM-Gelder gezahlt aber auch nicht in dem Maße wie es erforderlich sind. Die Städte/Landkreise streichen zunehmend die Zuschüsse an Vereine, karikative Einrichtungen etc. Zweiter Punkt oder Frage wäre: Die Ehrensamtskarte ist eine gute Sache, aber warum erhält der Ehrenamtler diese nicht bereits nach einem halben Jahr befristet bis zur Beendigung seiner Ehrenamtstätigkeit? Auf diese Weise würde die Tätigkeit mehr gewürdigt und ich glaube es würden auch mehr Ehrenamtliche geben. Ich hoffe Sie nehmen sich dieses Themas an, oder vielleicht können Sie auch dem Kanzleraspiranten dieses Thema andienen.

MfG D.
Antwort von Kerstin Griese
2Empfehlungen
26.04.2013
Kerstin Griese
Sehr geehrter Herr ,

ihrem Wunsch, das Ehrenamt deutlicher zu fördern, kann ich uneingeschränkt zustimmen. Leider bleibt das von der CDU/CSU/FDP-Koalition unlängst beschlossene "Gemeinnützigkeitsentbürokratisierungsgesetz" weit hinter dem zurück, was ich unter einer nachhaltigen Förderung des bürgerschaftlichen Engagements verstehe. Zwar hebt das Gesetz die "Übungsleiterpauschale" wird von 2.100 Euro auf 2.400 Euro an, wovon vor allem Sporttrainer profitieren. Die Aufwandsentschädigungen für die Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr, des THW und anderer Rettungsdienste bleiben jedoch außen vor, was ich für ungerechtfertigt halte. Insgesamt ist das von der schwarz-gelben Bundesregierung vorgelegte Gesetz mutlos und lässt viele Chancen aus. Den Entschließungsantrag der SPD-Fraktion, der eine Verbesserung der strukturellen Rahmenbedingung für das bürgerschaftliche Engagement fordert, finden Sie unter dip21.bundestag.de .

Das freiwillige Engagement halte ich für ein sehr wichtiges Thema, um das ich mich kontinuierlich kümmere. Bereits 2008 habe ich das Forum Ehrenamt für Niederberg und Ratingen – kerstin-griese.de – initiiert, in dem mir Freiwillige aus meinem Wahlkreis wertvolle Hinweise geben. Die Möglichkeiten der Weiterentwicklung der Ehrenamtskarte werden in diesem Kreis ein Thema sein, wobei ich auch ihre Vorschläge ansprechen werde.

Mit freundlichen Grüßen

Kerstin Griese
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Frage zum Thema Senioren
28.04.2013
Von:

Da ich weiß Sie sind nicht für meinen Wahlkreis zuständig,wende ich mich trotzdem an Sie,da sonst scheibar keiner zur Verfügung steht.
Bitte nennen Sie mir doch einen Grund, warum ich die SPD wählen soll? Wir haben alle noch die Zeit Ihrer Regierung im Gedächnis als H.Schröder dran war.Heute soll das alles vergessen sein?
Sollten wir Bürger wirklich so dumm sein,daß wäre schön für die SPD. bin eine alte Wählerin Ihrer Partei,schon seit dem Elternhaus.Warte immer noch auf Ihre Empörung über die 0,25 Rentenerhöhung,weder von der SPD noch von den Grünen hört man ein Wort,wo sie doch sonst gegen alles sind und in Oposition gehen !Mindestlöhne von 8 oder 9 Euro sind ja auch keine Lösung! Wenn man weiß wie Preise gestiegen sind.Von Mieten ganz zu schweigen.
Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Kerstin Griese
bisher keineEmpfehlungen
02.08.2013
Kerstin Griese
Sehr geehrte Frau ,

entschuldigen Sie bitte die verspätete Antwort, durch ein Büroversehen ist Ihre Anfrage leider liegengeblieben, das sollte nicht passieren. Ich möchte Ihnen, wenn auch spät, trotzdem gern antworten.

Sie fragen mich, weshalb Sie heute noch SPD wählen sollen und führen die rot-grüne Regierungszeit als Grund gegen eine erneute Wahl an. Ich weiß, dass die Hartz-Reformen von vielen Menschen als un-sozialdemokratische Reformen wahrgenommen worden sind. Wir haben im Reformprozess zu viel von Fordern und zu wenig von Fördern gesprochen und vielen Menschen ihre Ängste vor sozialem Abstieg nicht genommen. Aber ich bin bis heute zutiefst davon überzeugt, dass unsere Reformpolitik notwendig und richtig war. Dass Deutschland im europäischen Vergleich seit Jahren als starker Staat mit geringer Arbeitslosigkeit und stabiler Wirtschaft dasteht, ist eine Folge unserer Reformen, auch wenn sich unsere Nachfolgeregierung mit diesen fremden Federn gern schmückt.
Es war wichtig und richtig, diese Reform des Arbeitsmarktes zu wagen. Jetzt aber, wo es Deutschland gut geht, die Arbeitslosigkeit niedrig ist und die Steuereinnahmen ständig steigen, ist es Zeit, alle die mitzunehmen, die an diesem Aufschwung aus verschiedenen Gründen bisher nicht oder nur wenig teilnehmen konnten. Wir brauchen dringend eine Arbeitsmarktpolitik, die gerade den schwer vermittelbaren Arbeitssuchenden wie Berufsanfängern, älteren Arbeitnehmern und Alleinerziehenden beim (Wieder-)Einstieg in den Beruf hilft. Und wir müssen den Missbrauch von Leiharbeit, Minijobs und Niedriglohnbeschäftigung, der leider auch im Zug der Arbeitsmarktreformen aufgetaucht ist, stoppen. Im Einklang mit den Gewerkschaften fordern wir einen flächendeckenden Mindestlohn von 8,50 €. Eine höhere Summe überfordert gerade die vielen kleinen (Handwerks-)betriebe und führte damit nicht zu mehr und besser bezahlter Beschäftigung, sondern zu Entlassungen und Betriebsaufgaben.

Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten haben in der Regierungsverantwortung den Ausbau der Kinderbetreuung und der Ganztagsschulen vorangetrieben, denn wir wollten und wollen zum einen Eltern die Freiheit lassen, sich für Beruf und Familie entscheiden zu können. Und wir wollten und wollen zum anderen mit dem Ausbau der frühkindlichen Betreuung gerade Kindern aus benachteiligten Elternhäusern bessere Startbedingungen ermöglichen. Chancengleichheit ist eine Grundvoraussetzung. Deshalb zählt für uns der Ausbau der Kinderbetreuung und guter Schulen zu den vordringlichen Aufgaben. Gute Bildung ist der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben und ermöglicht den Aufstieg, sie wollen wir stärken.

Gleichzeitig wächst die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland seit Jahren an und diese Entwicklung wird sich noch verstärken. Deshalb brauchen wir dringend eine Pflegereform, die Verbesserungen für Pflegebedürftige, ihre Angehörigen und für Pflegende bewirkt. Dieses wichtige Thema darf nicht auf die lange Bank geschoben werden, sondern muss jetzt angepackt werden, ein mit Experten und Praktikern aus der Pflege entwickeltes Konzept dazu haben wir bereits.

In einer schrumpfenden Gesellschaft wie der unseren ist die Sicherung der Rente ein schwieriges Problem. Eine sinkende Zahl junge Menschen muss Renten einer wachsenden Zahl von Rentnerinnen und Rentnern tragen. Das heißt entweder höhere Rentenbeiträge für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die dadurch ein geringeres Einkommen haben, oder weniger stark steigende Renten für Rentenbeziehende. Hier gibt es keine einfache Lösung. Wir wollen mit einer neuen Solidarrente von 850 € sicherstellen, dass jeder, der lange gearbeitet hat, im Alter von seiner Rente leben kann. Die Arbeitswelt hat sich geändert. Immer mehr Menschen wechseln die Stellen und haben in ihrer Erwerbsbiografie Lücken; die Altersarmut, heute sehr gering, wird in Zukunft ein größeres Problem sein. Betriebsrenten und die privaten Vorsorge müssen deshalb gestärkt werden, es darf keine Altersdiskriminierung am Arbeitsmarkt geben und Frauen müssen mehr als früher noch für ihre Rente durch eigene Erwerbstätigkeit vorsorgen.

Sie sprechen zu Recht an, dass die steigenden Mieten ein Problem sind. Um die Mietkosten für alle bezahlbar zu lassen, wollen wir eine Mietpreisbremse, die Mieterhöhungen bei Bestands- und bei Neuvermietungen begrenzt.

Die SPD hat eine lange Geschichte, 150 Jahre, und in dieser Zeit stand sie immer für Gerechtigkeit, Solidarität und Freiheit. Das gilt auch heute noch, dieser Tradition fühlen wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten uns verbunden.
Ich würde mich sehr freuen, wenn sie diese Argumente unterstützen können und die SPD (wieder) wählen wollen.

Mit freundlichen Grüßen
Kerstin Griese
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Frage zum Thema Kinder und Jugend
29.04.2013
Von:

Frage zum Entwurf, die weibliche Beschneidung als Straftat zu werten: Sie haben §1631 d BGB zugestimmt.
Die Beschneidung der m/w Vorhaut ist eine alte Tradition. Propheten kamen beschnitten zur Welt. Ibn Qudamah: "Beschneidung ist eine Pflicht für den Mann und eine Ehre für die Frau, aber es ist für sie keine Pflicht. Die Beschneidung der Frau ist grundsätzlich nicht haram, jedoch EMPFOHLEN."
Im Judentum ist Beschneidung Pflicht. Ein unbeschnittener Jude ist ein Paradoxon. Rabbis Morsiano oder Teichtal machen sich für den Erhalt der Metzitzah B´peh stark. Rabbi Goldschmidt erklärt, das Aussaugen sei Tradition. Rabbi Metzger erklärt, dass es nicht ohne Betäubung stattfinden darf. Die Beschn., sei ein "Stempel auf dem Körper eines Juden, von dem man sich nie verabschieden kann." Es ist also wichtig, Kinder zu beschneiden, um sie in Gemeinschaften aufzunehmen. (Kindeswohl!)
Irrtümlicherweise wird die weibl. und männl. Beschneidung als Verstümmelung gesehen. Bei der leichten Form wird nur die (Klitoris-)vorhaut entfernt/nur angeritzt! Genitalien bleiben intakt!
Im Islam ist die weibl. Beschneidung nicht negativ: Mohammed:"Aber ja, es ist erlaubt. Komm näher, damit ich dich unterweisen kann: Wenn du schneidest, übertreibe nicht, denn es macht das Gesicht strahlender und es ist angenehmer für den Ehemann".
Laut Art. 3 GG dürfen Mädchen nicht im Empfangen von Ritualen benachteiligt werden! Bundestag: bit.ly
Die Gefahr beim Verbot weiblicher Beschn. ist, dass diese illegal stattfindet!
Würden Sie das religiöse Leben befürworten, indem Sie der Mädchenbeschneidung (wie bei der männlichen) zustimmen, so diese lege artis durchgeführt wird damit der Beschneidungstourismus aufhört? Ihre Zustimmung NUR, wenn das Genital nicht verändert, analog zur männlichen Beschn., völlig intakt bleibt. Wenn nicht die Klitorisvorhaut entfernt werden darf, würden Sie stattdessen KONSEQUENTERWEISE dem symbolischem Anritzen als Alternative zustimmen?
Antwort von Kerstin Griese
1Empfehlung
25.07.2013
Kerstin Griese
Sehr geehrte Frau ,

ich lehne die weibliche Beschneidung in jeglicher Form ab und halte Ihre Argumentation für völlig abwegig. Die SPD-Bundestagsfraktion setzt sich für die konsequente Bekämpfung der Genitalverstümmelung von Frauen im In- und Ausland ein und hat hierzu einen Gesetzentwurf zur Änderung des Strafgesetzbuches im Frühjahr eingebracht (Bundestagsdrucksache: 17/12374).

Mit freundlichen Grüßen
Kerstin Griese
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Frage zum Thema Soziales
29.06.2013
Von:

Sehr geehrte Frau Griese,
können Sie sich vorstellen einmal in eine Lebenssituation zu geraten, in der Sie auf die Hilfe und Unterstützung eines Berufsbetreuers angewiesen sein könnten? Wie soll Ihr Berufsbeteuer für Sie arbeiten?
Mit freundlichen Grüßen

Berufsbetreuerin
Antwort von Kerstin Griese
2Empfehlungen
18.07.2013
Kerstin Griese
Sehr geehrte Frau ,

da ich Familienangehörige habe, die in dem Fall, in dem ich meine eigenen Angelegenheiten aufgrund von Krankheit oder Demenz nicht mehr selbst verfolgen könnte, das für mich übernehmen könnten, halte ich es für wenig wahrscheinlich, eine Berufsbetreuerin oder einen -betreuer zu brauchen. Deshalb halte ich es auch für wichtig, eine Betreuungsvollmacht abzuschließen.

Sollte ich dennoch in diese Situation kommen, wünsche ich mir von meinem Betreuer oder meiner Betreuerin, absolut zuverlässig, erfahren und vertrauenswürdig zu sein. Eine einschlägige Ausbildung in den Bereichen Jura, Sozialarbeit oder Psychologie halte ich für wünschenswert, ebenso Lebenserfahrung und sehr gute Kenntnisse und Fähigkeiten im Umgang mit Behörden, Ämtern und Krankenkassen, um meine Belange überall bestmöglich vertreten zu können. Selbstverständlich erwarte ich, dass er oder sie meine Interessen soweit wie möglich nach meinen Wünschen vertritt und sich selbst durch regelmäßigen Kontakt mit mir und gegebenenfalls meinen Angehörigen darüber ein genaues Bild verschafft.

Mit freundlichen Grüßen

Kerstin Griese
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