Kerstin Andreae (GRÜNE)
Kandidatin Bundestagswahl 2005
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich. Besuchen Sie das aktuelle Profil.

Grunddaten
Kerstin Andreae
Jahrgang
1968
Berufliche Qualifikation
Diplom-Volkswirtin
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wohnort
-
Wahlkreis
Freiburg
Ergebnis
11,0%
Landeslistenplatz
3, Baden-Württemberg
weitere Profile
Wenn Sie Frau Andreae eine Frage stellen möchten, nutzen Sie ganz einfach das Frageformular auf dieser Seite. abgeordnetenwatch.de wird Ihre Frage für Sie an Frau Andreae zur Beantwortung weiterleiten. Die beantworteten Fragen erscheinen dann hier im Profil.
Fragen an Kerstin Andreae
Auswahl der Fragen und Antworten
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Energie
22.08.2005
Von:

Sehr geehrte Frau Andreae

Hat sich das Energiespeisegesetz denn für Freiburg gelohnt? Direkt werden dadurch doch sicher keine Arbeitsplätze geschaffen.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Kerstin Andreae
bisher keineEmpfehlungen
24.08.2005
Sehr geehrter Herr ,

das Gesetz, welches oft als Energieeinspeisegesetz bezeichnet wird, ist das Erneuerbare Energien Gesetz. Seit dem Jahr 2000 werden die Erneuerbaren Energien (EE) durch die rot-grüne Bundesregierung durch dieses Gesetz gefördert. Die Förderung von Solarenergie (Photovoltaik und Solarthermie), Biomasse, Windenergie, Wasserkraft, Geothermie und Biogas und anderen Erneuerbaren Energien hat dazu geführt, dass mittlerweile in ganz Deutschland 130.000 Arbeitsplätze entstanden sind. 80.000 Arbeitsplätze davon sind direktes Resultat dieses Gesetzes. Dies sind mehr Arbeitsplätze, als die Atom- und Kohlebranche zusammen aufbringen, obwohl deren Anteil am Strommarkt etwa zehnmal so groß ist. Hier liegt enormes Wachstumspotential, welches wir ausschöpfen müssen. Wie groß der Effekt für die Region Freiburg in absoluten Zahlen ist, ist schwer zu erfassen. Gerne lade ich Sie zu unserer After Work Party am Dienstag, 13. September um 18 Uhr im Palladium (Hbf) ein. Dort spricht u.a. Herr Salvamoser (Solarfabrik), der Ihnen sicherlich gerne eine Bewertung des EEG aus Sicht eines Freiburger Unternehmers geben wird.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Kerstin Andreae, MdB
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Arbeit
26.08.2005
Von:

Hallo Frau Andreae.
Meine Frage:
Bei Hartz 4 gibt es ja eine Grenze, was eine Wohnung kosten darf. Nun sind ja in Freiburg die Mieten im Bundesvergleich sehr hoch. Werden Sie etwas dafür tun, dass diese Grenze in Freiburg angehoben wird?
Gruß aus Freiburg
Antwort von Kerstin Andreae
bisher keineEmpfehlungen
31.08.2005
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage!

Die Kosten für Unterkunft und Heizung werden bereits jetzt in Höhe der tatsächlichen Aufwendungen getragen, soweit angemessen. Es ist zunächst Aufgabe der Kreise und kreisfreien Städte, über die Angemessenheit dieser Kosten zu entscheiden. Der Gesetzgeber hat der Bundesregierung allerdings die Möglichkeit gegeben, die Frage der Angemessenheit detaillierter im Wege einer Verordnung zu regeln. Bündnis 90/Die Grünen werden auf die Nutzung dieser Möglichkeit drängen, wenn sich rausstellen sollte, dass die Kommunen ihren Ermessensspielraum mißbrauchen, um Haushaltsmittel auf Kosten der Hilfeempfänger einzusparen.

Persönlich stehe ich sowohl mit der Stadt Freiburg, als auch mit der Arbeitsagentur auch hinsichtlich dieser Frage in engem Kontakt. Dabei ist von allen Beteiligten klar erklärtes Ziel, dass der Spielruam, den Stadt und Arge haben, auch genutzt wird.

Ihre Kerstin Andreae, MdB
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Wirtschaft
05.09.2005
Von:

Der Ausweg aus der Krise der Arbeitsgesellschaft sieht der Mainstream in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft – national wie international - in der Steigerung der Produktivität bei Senkung der Arbeitskosten, Rationalisierungen und einem drastischen Abbau der sozialen Sicherungssysteme. Angeblich soll dieses Patentrezept - also im Endeffekt mehr Wachstum - es schaffen, die Arbeitslosigkeit zu stoppen und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Im Ergebnis wird jedoch lediglich die Produktivität steigen: es werden noch weniger Menschen noch mehr Waren, Güter, Dienstleistungen für ein geringeres Einkommen erwirtschaften und noch weniger Menschen werden sich noch weniger leisten können. Weil ich als 52jährige Erwerbslose nicht einfach immer ärmer werden will, möchte ich folgende Fragen stellen:

1) Halten Sie Vollbeschäftigung zu menschenwürdigen Bedingungen in Deutschland in den nächsten 20 Jahren für erreichbar?
2) Wenn nein, wie wollen Sie verhindern, dass die beschriebene Entwicklung zu einer dauerhaften Benachteiligung und Verarmung weiter Bevölkerungskreise geht?
3) Wie beurteilen Sie die Chancen und Möglichkeiten, die ein bedingungsloses Grundeinkommen (siehe z.B. www.grundeinkommen.de) in diesem Zusammenhang bietet?
Und was tun Sie um die Initiative für einen Freiburg-Pass und ein Sozialticket für Bürger mit geringem Einkommen zu unterstützen (Initiative des Runden Tisches Freiburg zur Umsetzung der Hartz IV Gesetze)?
MfG
Ingrid
Antwort von Kerstin Andreae
bisher keineEmpfehlungen
09.09.2005
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Fragen.

zu Frage 1) + 2)
Ich bin mir sicher, das wir in Deutschland genügend Kompetenzen und Potenzial haben, dass langfristig alle Menschen, die arbeiten möchten und können, eine Arbeit finden. Dazu benötigen wir den Umbau und die Modernisierung unserer Wirtschaft. Wir Grüne streiten dafür, dass im Bereich des Umweltschutzes und der Umwelttechnologie das hohe Potenzial für Arbeitsplätze genutzt wird. Wir müssen aber anerkennen, dass wir in einem zusammenwachsenden Europa und in einer globalisierten Welt leben. Wir können unsd sollten nicht mit Niedriglohnländern konkurrieren sondern uns auf unsere Stärken besinnen.

zu Frage 3)
Wir setzen andere Schwerpunkte als der "Runde Tisch Freiburg". Priorität hat für uns die Qualifizierung und Vermittlung von erwerbslosen Menschen. Ziel ist, die Erwerbslosigkeit zu beenden und wieder einen Arbeitsplatz zu finden. Die Konzentration auf immer neue Transferleistungen geht am Problem vorbei. Zurzeit werten wir die Ergebnisse von Hartz IV für Freiburg aus. Die gemeinsame Projektstruktur von der Stadt Freiburg und der Agentur für Arbeit war ein richtiger Schritt, die Kooperation in der ARGE funktioniert sehr gut. Mit dem Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente, wie z.B. Trainingsmaßnahmen, beruflicher Weiterbildung oder beschäftigungsbegleitenden Leistungen, konnte für viele Menschen in Freiburg Arbeitslosigkeit beendet oder verhindert werden. Trotzdem gibt es noch viel zu tun!

Ihre Kerstin Andreae, MdB
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Arbeit
13.09.2005
Von:

Hallo Kerstin,

kurze Frage, aber sehr warscheinlich heftig komplizierte Antwort:

Würde sich die Herabsetzung der wöchentlichen Arbeitszeit auf rund 70%, oder weniger, nicht ungeheuer positiv auf die Einnahmen der Sozialkassen, die Arbeitslosenzahl und die Wirtschaft auswirken?

Die Standard-Antwort bei Kleinbetrieben zu Arbeitszeitkürzungen gilt dann ja fast nicht mehr, weil bei 3 Mann schon ein vierter fällig wird (ausserdem machen die eh alle Überstunden).
VOLLER Lohnausgleich tut ja nicht unbedingt Not.
Rein rechnerisch sollten dann aber keine AL´s mehr über bleiben. Das hat dann zur Folge das die AL-Kasse für andere Zwecke eingesetzt werden kann. Zum Beispiel die Rentenkassenrücklagen die der Kohl verheizt hat wieder auffüllen.
Ich würde gerne einen Job machen der mich 2 oder 3 Tage in der Woche bindet, dafür aber meine Grundversorgung sichert!

Danke und viel Glück, Olly
Antwort von Kerstin Andreae
2Empfehlungen
15.09.2005
Hallo Olly,

vielen Dank für die Frage so kurz vor Torschluss. Trotzdem antworte ich noch gerne, schließlich ist das Thema "Arbeit und Schaffung von Arbeitsplätzen" zentral. Leider hat sich in den vergangenen Jahren und in der ökonomischen Theorie und Praxis dargestellt, dass die einfache Rechnung: jeder arbeitet 1/3 weniger, dann gibt es 33% mehr Arbeitsplätze nicht aufgeht. Dies liegt an Fixkosten, an Produktivitätsverlusten oder schlicht an der Tatsache, dass anfallende Arbeit konjunkturell schwankt.

Insofern möchten wir ein Konzept verwirklichen, dass diesem Rechnung trägt und (mehr) sichere Arbeitsplätze bei flexibleren Arbeitszeiten ermöglicht.

Viele Menschen wünschen sich Auszeiten für die Familie oder für andere Betätigungen. Andere können sich vor Überstunden kaum noch retten. Wir wollen deshalb eine neue Arbeitszeitpolitik, die beide Interessen zusammenbringt. Arbeitszeitkonten, Familien-Teilzeit, Job-Rotation und Job-Sharing sind hierzu viel versprechende Instrumente. Die generelleVerlängerung der Wochenarbeitszeit oder die Ausgrenzung von älteren Menschen durch Vorruhestandsregelungen sind der falsche Weg zur Senkung der Arbeitslosigkeit.

Außerdem regen wir an, in Tarifverhandlungen Möglichkeiten zur Reduzierung der Arbeitszeit bei anteiligem Lohnverzicht zu prüfen. Die vorhandene Arbeit könnte so in bestimmten Bereichen auf mehr Schultern verteilt werden. Wir wissen um die Schwierigkeiten eines solches Vorschlags und dass es in den unteren Lohngruppen keinen Spielraum für solche Lösungen gibt. Aber für viele könnte ein solches Modell berufliche Sicherheit mit mehr individueller Freiheit verbinden.

Ich hoffe, damit noch ein wenig mehr an Argumentation geliefert zu haben, warum es gut ist, die Grünen zu wählen. Vielen Dank für die Grüße und gleichfalls alles Gute!

Kerstin Andreae, MdB
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Ihre Frage an Kerstin Andreae
Die Fragefunktion wurde inzwischen geschlossen.