Katrin Werner (DIE LINKE)
Abgeordnete Bundestag

Grunddaten
Katrin Werner
© Die LINKE
Geburtstag
25.05.1973
Berufliche Qualifikation
Kauffrau im Einzelhandel
Ausgeübte Tätigkeit
-
Wohnort
Trier
Wahlkreis
Trier
Ergebnis
8,6%
Landeslistenplatz
3, Rheinland-Pfalz
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(...) Ich glaube nicht, dass unsere Gesellschaft krank ist. (...) Krank hingegen sind die einzelnen Landesregierungen, die mit der Bundeswehr einen Kooperationsvertrag eingehen, wie bspw. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
23.02.2010
Von:

Sehr geehrte Frau Werner,

seit Jahrzehnten plant -und baut man- die Autobahntrasse der A1 durch das Gebiet der Eifel. Seit langer Zeit verzögert sich der Weiterbau der Autobahntrasse durch die Bestrebungen von Umweltschützern, die darin einen empfindlichen Einschnitt in die Natur befürchten. Deren Befürchtungen hofft man nun durch den Bau von Wildbrücken gerecht zu werden.

Befürworter der A1 erhoffen sich eine verbesserte Infrastruktur in der Vulkan- und Ahreifel bis hin zum Nürburgring. Sie fordern einen besseren und schnelleren Verkehrsweg für Pendler, auch will man den zu erwartenden Anstieg des Güterverkehrs auf der Straße entlasten.

Wie stehen Sie zum Weiterbau der A1? Glauben Sie, daß der Lückenschluss eine unverzichtbare Maßnahme ist? Glauben Sie, daß damit die Infrastruktur des Gebiets so stark verbessert wird, daß damit die ökologischen Probleme aufgewogen werden? Sind Sie der Meinung, daß die Kosten für den Bau der Trasse eine sinnvolle Investition in die Zukunft der Bevölkerung sind?

Beste Grüße,
Antwort von Katrin Werner
bisher keineEmpfehlungen
22.03.2010
Katrin Werner
Lieber Herr ,

dem Ausbau der A1 in der Eifelregion stehe ich sehr kritisch gegenüber. Die ökologischen Konsequenzen für die Eifel sind nicht absehbar - gerade im Bereich des Artenschutz bedrohter Tiere.
Durch den Ausbau der A 1 sehe ich keine Verbesserung der Infrastruktur für die Vulkaneifel. Statt Millionen in den Ausbau bzw. Neubau von Autobahnen zu investieren, bedarf die Eifel eines nachhaltigen und ökologischen Mobilitätskonzeptes.
Darunter zählt der Ausbau des Schienenverkehrs (vor allem die Strecken (Gerolstein – Daun, Gerolstein – Prüm, Daun – Kaisersesch) für den ÖPNV aber auch Transportverkehr. Über Sozialtickets, Pendlertickets und weitere Angebote kann man den ÖPNV gegenüber dem individualisierten Personalverkehr attraktiver machen.

Mit besten Grüßen

Katrin Werner
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Frage zum Thema Schulen
03.03.2010
Von:

Sehr geehrte Frau Werner,

Frage: Ist unsere Gesellschaft krank, wenn ausgerechnet Schulen dazu beitragen, daß junge Menschen in Afghanistan sterben?

Diese Frage drängte sich beim Lesen eines Kommentars der Berliner Zeitung vom 1.3.2010 - geschrieben von einem Jugendreporter - auf.

Ein Auszug:

"Da die Zahl der Interessenten für den Wehrdienst stark rückläufig ist, schickt die Bundeswehr zurzeit verstärkt rhetorisch gut geschulte Jugendoffiziere an die Schulen, um Schüler für die Streitkräfte und den Standpunkt zu begeistern, dass Krieg ein legitimes Mittel für den Erhalt des Friedens ist. Und als ob das nicht genug wäre, herrscht bei diesen Veranstaltungen auch noch Anwesenheitspflicht, wenn sie im Rahmen des Unterrichts stattfinden.

Es ist ein Skandal, dass Schüler, die nicht lernen möchten, wie man eine tödliche Waffe benutzt, bei solchen Veranstaltungen anwesend sein müssen. Die Bevölkerung schwört dem Krieg zunehmend ab, dafür sprechen die sinkenden Zahlen der Bundeswehrbewerber und Umfragen zum Krieg in Afghanistan. Und trotzdem erlauben die Schulen, dass die Jugendoffiziere zum Werben in die Klassen kommen dürfen – auf Kosten der Unterrichtszeit!

Im Schulgesetz ist das Neutralitätsgebot festgeschrieben, die Besuche der Jugendoffiziere sind jedoch ganz klar Veranstaltungen, die junge Menschen dazu bringen sollen, Kriegseinsätze zu unterstützen. Und das wird keineswegs dadurch neutralisiert, dass auch Vertretern von Friedensorganisationen Unterrichtszeit zur Verfügung gestellt wird."

Frage: Kennen Sie Lehrkräfte bzw. Schulleitungen, die die Einladung von Jugendoffizieren ablehnen oder auf Antrag der Eltern die Kinder von der Teilnahmepflicht am Unterricht befreien und während der Anwesenheit des Jugendoffiziers Ersatzunterricht in der Parallelklasse ermöglichen?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Katrin Werner
4Empfehlungen
22.03.2010
Katrin Werner
Sehr geehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage. Ich kann Ihre Frage sehr gut verstehen, würde diese aber leicht verändern. Ich glaube nicht, dass unsere Gesellschaft krank ist. Lieber möchte ich die Argumentation des Jugendreporters aufgreifen: Die Mehrheit in Deutschland lehnt den Krieg in Afghanistan ab und gerade die sinkende Zahl der Bundeswehrbewerber spricht hier eine deutliche Sprache. Krank hingegen sind die einzelnen Landesregierungen, die mit der Bundeswehr einen Kooperationsvertrag eingehen, wie bspw. Nordrhein-Westfalen oder jüngst Rheinland-Pfalz. Interessant dabei ist jedoch unter welchen inhaltlichen Deckmantel der Einsatz von Jungoffizieren legitimiert wird:
In Rheinland-Pfalz soll die Bundeswehr in den Schulen über "Friedenssicherung möglichen und/oder notwendigen Instrumente der Politik" informieren. Weiterhin heißt es im Kooperationsvertrag, dass "Informationen zur globalen Konfliktverhütung und Krisenbewältigung genauso wie Informationen zu nationalen Interessen einzubeziehen seien."
Diese hier genannten Aufgaben gehören eigentlich in den Zuständigkeitsbereich der Landeszentralen für politische Bildung. Deren Anliegen es ist, über politische Probleme ausgewogen zu berichten, so dass sich SchülerInnen selbst eine Meinung bilden können und diese nicht von ideologisch vorgeprägten Institutionen oktroyiert wird.
Dieser Pseudo-Bildungsauftrag von Soldaten an Schulen dient der Verschleierung – und auch hier kann man dem Jugendreporter der Berliner Zeitung nur Recht geben – dass die Bundeswehr verzweifelt nach Jungoffizieren sucht. Diese Amerikanisierung unserer Gesellschaft ist jedoch nicht neu: Kooperationsvereinbarungen mit der Bundeswehr wurden in den CDU-regierten Ländern Nordrhein-Westfalen (Oktober 2008), im Saarland (März 2009), Baden-Württemberg (Dezember 2009) und in Rheinland-Pfalz (März 2010) inzwischen abgeschlossen – auf Freizeitmessen, wie der Online-Spiele-Messe "Gamescon" oder bei Informationsveranstaltungen für Schüler zur Berufsausbildung findet man neustens auch Stände der Bundeswehr.
DIE LINKE und auch ich persönlich stellen sich gegen diese Militarisierung von öffentlichen Räumen: Denn im Unterricht muss das Neutralitätsgebot gelten; des Weiteren dürfen SchülerInnen gegen ihren Willen nicht von Soldaten unterrichtet werden. Auch ist es unverständlich, dass sich Soldaten in die Lehrerausbildung bei ReferendarInnen einmischen. Die Schule ist ein nicht-militärischer Ort! Der Zivildienst wurde nicht hart erkämpft, damit man jungen Menschen nun über Schulzwang das Recht nimmt, eine pazifistische Einstellung zu vertreten. Wenn Schulen hierzu die Schulpflicht instrumentalisieren, berauben sie SchülerInnen ihrer Freiheitsrechte. Und dies ist nicht hinnehmbar.
Zu Ihrer Frage: In Rheinland-Pfalz wurde der Kooperation zwischen Landesregierung erst diesen Monat verabschiedet, d.h. noch ist die Bundeswehr nicht an den Schulen. Deshalb kenne ich keine LehrerInnen und Schulleitungen, die sich bisher – positiv oder negativ – dazu geäußert haben. Mein Anliegen wird es aber sein, mit allen Organisationen, den SchülerInnen und auch den Schulleitungen, die sich diesem Unterricht widersetzen, Öffentlichkeit herzustellen. Kurzfristig werde ich mich dafür einsetzen, dass Schüler, die an diesem Unterricht nicht teilnehmen möchten, am Unterricht einer Parallelklasse teilnehmen können; langfristig ist mein Ziel, diesen Kooperationsvertrag des Landes vollständig abzuschaffen.

Katrin Werner
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Frage zum Thema Finanzen
27.09.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Werner,

am kommenden Donnerstag wird im Bundestag über den EMS abgestimmt.

Die Frage, welche ich Ihnen nur stellen kann lautet:

Sie werden doch hoffentlich gegen diese Sache stimmen, oder?

Eine andere Entscheidung ist in meinen Augen nicht möglich, da es ansonsten der Abschaffung aller demokratischen Grundsätze gleichkäme, und quasi einen Weg in diktatorische Gefilde bedeuten würde.

Wie stimmen Sie im Angesicht dieser Tatsachen ab Frau Werner?

MFG

Antwort von Katrin Werner
1Empfehlung
28.09.2011
Katrin Werner
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage zur morgigen Abstimmung des Bundestags über den erweiterten Eurorettungsschirm. Ich werde mit Nein stimmen. Denn auch der ausgeweitete Rettungsschirm wird weder den Euro, noch die EU retten - im Gegenteil: Es werden weiterhin Milliarden von Steuergeldern dafür verbrannt, Bankprofite und Spekulationsgewinne zu sichern. Den Ländern, die Gelder aus dem Fonds erhalten, wird ein Rettungsring aus Blei zugeworfen. Die ökonomisch unsinnigen und sozial ungerechten Kürzungsprogramme treiben die Länder in die Rezession: Ihre Schulden werden weiter steigen. Daher wird meine Fraktion, DIE LINKE, morgen gegen die Aufstockung und Ausweitung des Euro-Rettungsschirms stimmen.

DIE LINKE fordert stattdessen, endlich die Verursacher und Profiteure der Krise zur Kasse zu bitten. Die Schuldenkrise und der wachsende private Reichtum sind zwei Seiten derselben Medaille. Allein das Vermögen der europäischen Millionäre und Multimillionäre beläuft sich auf über 10 Billion Euro, dem stehen 10 Billionen Euro an Staatsschulden der gesamten EU gegenüber. Durch eine Vermögensabgabe für Superreiche ließe sich die europäische Schuldenkrise auf einen Schlag überwinden. Dies wäre nur gerecht, denn sowohl von der Zockerei auf den Finanzmärkten als auch von der Bankenrettung haben in erster Linie die Reichen und Superreichen profitiert.

Weiterhin müssen die Spekulanten an die Kette gelegt werden, indem die Staatsfinanzierung von den Kapitalmärkten abgekoppelt wird und die privaten Banken vergesellschaftet und strikt reguliert werden. Um die Ursachen der Krise anzugehen, brauchen wir eine koordinierte Wirtschaftspolitik in der EU, die vor allem auf den Abbau der hohen deutschen Exportüberschüsse zielt - über Mindestlöhne auch in Deutschland und mehr öffentliche Investitionen. Wer wirklich Ja zu Europa sagen will, muss den erweiterten Eurorettungsschirm ablehnen. Denn Europa wird sozial sein, oder es wird nicht sein.
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Frage zum Thema Zweites Rettungspaket für Griechenland
29.02.2012
Von:

Sehr geehrte Frau Werner

Ich frage Sie in Ihrer Eigenschaft als rheinland-pfälzische Abgeordnete, wo Sie während der Abstimmung über das zweite Rettungspaket für Griechenland waren? Eine der Vorgängerfragen bezieht sich ja auf die Abstimmung über den Stabilisierungsfond. Darauf antworten Sie zwar gleich im ersten Satz, dass Sie mit "Nein" stimmen werden, haben sich aber scheinbar an der Abstimmung am 29. September 2011 dann doch nicht beteiligt. Nun kenne ich zwar das Verhalten Ihrer Fraktion zum zweiten Griechenland-Rettungspaket - aber nicht das der rheinland-pfälzischen Abgeordneten der Linkspartei. Sowohl der für meinen Wahlkreis zuständige Herr Ulrich als auch Ihre Kollegin, Frau Senger-Schäfer, haben sich an dieser Abstimmung nicht beteiligt. Gibt es eine eigene, rheinland-pfälzische, Linie bei dieser Abstimmung oder warum haben Sie sich nicht an der parlamentarischen Abstimmung über dieses extrem große und umfangreiche Paket beteiligt?

Mit freundlichen Grüßen



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