Katharina Fegebank (GRÜNE)
Abgeordnete Landtag Hamburg

Grunddaten
Geburtstag
27.02.1977
Berufliche Qualifikation
Politik- und Europawissenschaftlerin, M.A., M.E.S.
Ausgeübte Tätigkeit
MdHB
Wohnort
Hamburg
Wahlkreis
Fuhlsbüttel - Alsterdorf - Langenhorn , über Wahlkreis eingezogen
Landeslistenplatz
7
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(...) Ich stehe dazu, dass wir im ewigen Spannungsverhältnis von Gemeinwohlinteresse und Einzelinteresse über die Weiterentwicklung der direkten Demokratie nachdenken müssen - sowohl parteiintern als auch in der Öffentlichkeit. M.E. steht dies überhaupt nicht im Widerspruch zur Unterstützung der Transparenzinitiative, was die GAL sehr intensiv getan hat. (...)
Parlamentarische Arbeit
Vorsitz
Soziales, Arbeit und Integration
Ordentliches Mitglied
Europaausschuss
Stellvertretendes Mitglied
Gesundheitsausschuss
Stellvertretendes Mitglied
Wissenschaftsausschuss
Fragen an Katharina Fegebank
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Frage zum Thema Umwelt
23.06.2011
Von:

Hallo Frau Fegebank,


mit großem Entsetzen, wenn auch ohne große Überraschung habe ich zur Kenntnis nehmen müssen, dass Sie den butterweichen ´Kompromiss´ von AKW-Flüsterin Merkel ohne Not zustimmen wollen.
www.bild.de

Neben dem Appell an Sie, sich dies GRÜNDLICHST zu überlegen (schließlich waren die Grünen - jedenfalls bisher - die Anti-Atompartei) habe ich eine Frage:
Wie passt dieses Verhalten mit den grünen Atom-Ausstiegsforderungen zum Jahre 2017 zusammen?
www.focus.de


Gruß,

Antwort von Katharina Fegebank
1Empfehlung
24.10.2011
Katharina Fegebank
Sehr geehrter Herr ,

entschuldigen Sie die verspätete Antwort, ihre Frage ist mir sprichwörtlich "durchgerutscht", was sicher daran liegen mag, dass mein Abgeordnetenprofil bei abgeordnetenwatch.de leider bisher noch nicht so hoch mit Fragestellungen frequentiert ist. Nichtsdestotrotz möchte ich die Antwort aber gerade deshalb umso lieber und besonders ausführlich nachholen.

Wie sie wissen, kämpfen Bündnis 90/Die Grünen, Umweltverbände und die AKW-Bewegung seit über 30 Jahren für ein Ende der Hochrisikotechnologie Atomkraft. Seit mehr als 30 Jahren gibt es unzählige Demonstrationen und Proteste gegen die Atomenergie, die einen breiten Konsens in der Gesellschaft GEGEN die Atomkraft und FÜR Erneuerbare Energien geschaffen haben.

Als Konsequenz aus der Katastrophe in Japan forderten wir im März 2011 einen rasanten Atomausstieg bis zum Jahr 2017. In diesem Sommer 2012 beschloss die schwarz-gelbe Koalition den Atomausstieg zu 2021/22, nachdem sie zuvor erst gegen den Widerstand der Bevölkerung den Ausstieg aus dem Atom-Ausstieg ging. Eine Kehrtwende, die sicherlich ohne die schrecklichen Ereignisse in Fukushima nicht vollzogen worden wäre. Uns als GRÜNE gehen die schwarz-gelben Ausstiegspläne nicht weit genug. Zu hoch ist uns das Risiko, dass uns bei dieser Restlaufzeit für die für uns untragbare Atom-Energieform bleibt.

Nichtsdestotrotz haben wir auf einer Sonderdelegiertenkonferenz, dem grünen Parteitag, beschlossen, als GRÜNE im Bundestag für den schwarz-gelben Ausstieg zu stimmen. Das GRÜNE Szenario, mit einem Ausstieg bis 2017, bleibt für uns Beschlusslage. Anerkennen mussten wir aber, dass diese Forderung politisch nicht durchsetzbar war. Wir haben uns nach langer und intensiver Debatte daher dafür entschlossen, dem Kompromiss zuzustimmen, war doch damit erstmals erreicht, dass sich eine Koalition aus allen im Bundestag vertretenen Parteien klar für den Ausstieg ausgesprochen hat.

Auch wenn wir unsere Vorstellungen aufgrund der gegebenen Mehrheiten im Bundestag nicht durchsetzten konnten, so ist es doch gelungen, dass ein festes Ausstiegsdatum vorgelegt wurde. Eine GRÜNE Ablehnung wäre auch aus meiner Sicht lediglich einem parteitaktischen Manöver gleichgekommen. Als GRÜNE werden wir uns selbstverständlich weiterhin für einen schnelleren Ausstieg einsetzen und alles politisch mögliche tun, dass der letzte Meiler in Deutschland noch vor 2022 vom Netz gehen kann.

Wir müssen den Weg in die Zukunft schneller gehen. Dafür werden wir auch weiterhin kämpfen. Wir brauchen in Deutschland aber gleichzeitig auch eine konsequente Umsetzung der damit einhergehenden Energiewende. Wir müssen konsequent für die Dezentralisierung des Energiemarktes und der Energieversorgung eintreten. Die Förderung der Regenerativen Energien muss weiterhin immens vorangetrieben werden. Und der "neuen Brückentechnologie", Kohle- (Stichwort: CCS-Abscheidung) aber auch Gas-Kraftwerken muss, wo es geht, immer eine grüne Alternative entgegengesetzt werden.

Mit besten Grüßen
Ihre Katharina Fegebank
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
22.12.2011
Von:

Hallo Frau Fegebank,

in der ´Welt´ lassen Sie sich mit folgendem Spruch zitieren: "Olaf Scholz macht eine solide, klare und verlässliche Politik." [ www.welt.de ]

Diese Aussage hat mich meinen Morgenkaffee feinsprühend über den Frühstückstisch verteilen lassen.

Weiter steht dort, "Es reiche als Opposition nicht, auf Fehler des Senates zu warten."

Das stimmt generell so. Nur: Hier in Hamburg muss man schon mit reichlich Blindheit geschlagen sein, um die
- unsolide
- unklare
- und nur für die Konzerne verlässliche Politik
von King Olaf nicht zu erkennen.

Kurze Übersicht gefällig? Ob igs, IBA, HPA, HAB-Begünstigung, Moorburgtrasse, Stadtbahn [ www.taz.de ] (ein – ehemals? – grünes Projekt übrigens [ www.nahverkehrhamburg.de ] ) oder sein arrogantes Gebahren gegenüber der Netz-Initiative [ www.mopo.de ] und Bürgerbeteiligung allgemein.

Allein diese Punkte müssten auch der trägsten Oppositionspartei wie Vorlagen auf dem Silbertablett vorkommen. Aber Sie brauchen laut ´Welt´ noch "zum einen Geduld, andererseits aber auch Angriffslust und Kreativität". – Nun ja.

Apropos Bürgerbeteiligung:

Bei ´Schalthoff live´ präsentierten Sie ein interessantes Demokratieverständnis. Dort mussten Sie "in dieser Deutlichkeit sagen", dass Sie " ´ne gewisse Härte und auch Hartnäckigkeit gegenüber ´Mehr Demokratie´ " erwarten [16:07 – 16:17 im 2. Clip]. Zudem brachten Sie – ohne Not – die vermeintliche Notwendigkeit von Quoren ins Spiel.

Dazu fällt mir nicht mehr viel ein.

Außer dieser Frage: Können Sie mir helfen, die Diskrepanz zwischen der Tatsache, dass die GAL Bündnispartner einer Transparenz-Initiative ist und Ihrer Forderung, welche eben genau diese Initiative behindern wird, aufzulösen?


Gruß,

Antwort von Katharina Fegebank
bisher keineEmpfehlungen
29.12.2011
Katharina Fegebank
Lieber Herr ,

ich danke Ihnen für Ihre Statements zu meinen Zitaten in der Welt und meinen Aussagen in der Sendung Schalthoff Live. Blickt man nur auf das von Ihnen erwähnte Zitat muss ich Ihnen Recht geben, dass man sich als Oppositionspolitikerin damit nicht gern zitiert haben möchte. Leider habe ich nur einen sehr begrenzten Einfluss auf das, was von mir in einem Artikel abgedruckt wird - das freigegebene Zitat war in einen sehr viel weiteren Kontext eingebettet, in dem ich eine ganze Reihe von Kritik- und Angriffspunkten gegenüber dem Scholz-Senat genannt habe (einige davon erwähnen Sie selbst auch in Ihrem Schreiben). Weiter habe ich gesagt, dass nach der bisherigen Regierungszeit der Eindruck bei einem Großteil der Bevölkerung entstanden ist, dass Olaf Scholz bisher solide und verlässlich sein Regierungsprogramm abarbeitet. Was daraus entstanden ist, haben Sie in dem Artikel lesen können. Vielleicht haben Sie das jüngste Interview von mir vom 27.12. in der Welt gelesen - das Jahr 2012 wird das Jahr der Attacke. Vielleicht korrigiert das Ihren Eindruck ein wenig.

Ich stehe dazu, dass wir im ewigen Spannungsverhältnis von Gemeinwohlinteresse und Einzelinteresse über die Weiterentwicklung der direkten Demokratie nachdenken müssen - sowohl parteiintern als auch in der Öffentlichkeit. M.E. steht dies überhaupt nicht im Widerspruch zur Unterstützung der Transparenzinitiative, was die GAL sehr intensiv getan hat.

Für weiteren Fragen stehe ich gern zur Verfügung.
Beste Grüße und alles Gute für 2012!
Katharina Fegebank
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