Lieber

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das Thema Stadtverkehr ist zu komplex, um es auf dieser Schiene in einem
zeitlich vertretbaren Rahmen zu behandeln. Vielleicht hat Wolf
Theilacker unsere GRÜNE-Position bei entsprechender Gelegenheit bei der
Verkehrswende dargestellt. Hier einige Punkte:
* Würde der Gemeinderat unserer Position des zweispurigen Ausbaus
der Saarlandstraße folgen, würden 160, teils alte Bäume erhalten
werden können.
* Wenn es uns gelingt, die aus unserer Sicht notwendige Verlagerung
der Kalistraße auf die Trasse Füger-/ Weipertstraße zu erreichen
und den sechsspurigen Ausbau der Mannheimer Straße zu verhindern,
können ebenfalls sehr viele Bäume erhalten werden, am Neckarbogen
viele neue gepflanzt werden und neue Bodenversiegelung in großem
Umfang vermieden werden.
* Wir tun das in unserer Macht stehende um den Modal Split des
Radverkehrs von den kläglichen 8 % mindestens erst mal zu
verdoppeln. Mehrheiten im Gemeinderat finden wir dafür selten.
Dennoch werden die Mittel für den Radverkehr im Haushalt 2012 mit
1 Mio. Euro mehr als drei mal so hoch sein wir 2010. Mehr war
nicht drin und ohne uns GRÜNE wäre das nicht geschehen.
* Das Thema Allee ist für uns GRÜNE in der Tat schwierig. Wir haben
neben der nun geplanten Vierspurigkeit des KFZ-Verkehrs auch die
Zweispurigkeit, ja sogar die Schließung für den Durchgangsverkehr
erwogen. Angesichts der ca. 40.000 Autos, die dort pro Tag fahren,
halten wir dies jedoch gegenüber den Menschen, die zwischen Allee
und Oststraße sowie an der Weinsberger- und Oststraße oder auch in
der nördlichen Innenstadt wohnen für zynisch, da sich dorthin ein
Großteil des Verkehrs verlagern würde. Das zeigt sich bereits bei
den jetzigen umbaubedingten Sperrungen.Wohnbevölkerung, die es an
der Alle kaum gibt, nicht noch stärker zu belasten, hatte für uns
Vorrang. Wir gingen allerdings davon aus, dass viele der Platanen
erhalten werden können, was dann angeblich doch nicht möglich war.
Zugegeben, die breite Trasse der Allee sieht furchtbar aus und es
wird mindestens ein Jahrzehnt dauern, bis die neu gesetzten Bäume
wieder eine ansehliche Fülle haben werden. Für uns war das der
Preis für die Stadtbahn und das Verhindern der angesprochenen
Belastungen durch den verlagerten Autoverkehr. Es ist oft leicht
fundamentalpolitisch zu argumentieren. Real gesehen, können wir
den Autoverkehr nicht so "mir nichts dir nichts" wegbekommen. Wir
müssen ihn immer wieder in Schranken weisen und die Alternativen
fördern, das ist meine Position. Auch ich finde es traurig, dass
ich vermutlich ganz schön alt werden muss, um eine Alle mit
stattlichen Bäumen zu erleben.
Mit freundlichen Grüßen
Karl-Heinz Kimmerle