Von:
Dr.


Sehr geehrter Herr MdB Wellmann,
alles nur eine Luftnummer?
Auf einer Bürgerversammlung gegen Fluglärm am 14.05.2012 in Zehlendorf verkündeten Sie stolz, dass der damalige Air Berlin-Chef Mehdorn Ihnen bei einem Treffen zugesagt hatte, dass sich Air Berlin bei den Flügen über Berlin für eine mögliche Fluglärmvermeidung einsetzen wird.
Aus der Morgenpost v. 18.4.2013 erfahre ich, "Piloten nehmen oft den kürzesten Weg über die Stadt". Es werden weder Flugrouten, noch Flughöhen eingehalten – in Einzelfällen wurde sogar schon in 600 m geflogen!
Die Flugsicherung DFS und die Flughafengesellschaft FBB erfinden Ausreden, um die Verstöße der Airlines aktiv zu vertuschen oder zu decken, "Gewitterwolken", Windböen", usw. (Das ist nichts neues, kennen wir z.B. aus Frankfurt). Dabei machen die Piloten nur das, was die Airlines erwarten, nämlich so fliegen, dass möglichst wenig Kerosin verbraucht wird, ob die Bürger unter dem Fluglärm leiden, ist egal (Air Berlin führt sogar eine Statistik, welche Piloten am meisten Kerosin verbrauchen).
Aber letztlich haben die Politiker mit der Zustimmung zu den Flugrouten ja klar festgelegt, das der Profit der Airlines vor Bürgerwohl geht, denn warum wird Berlin nicht umflogen – eben nur, weil es etwas mehr Kerosin kostet und so die Profite der Airlines schmälern würde.
Das Versprechen des Berliner Senats, der Flughafengesellschaft FBB, dass der Südwesten Berlins nur in einer Höhe von 2.000 m überflogen werden wird – die übliche Täuschung und Beschwichtigung!
So steht der Bürger ohnmächtig einem System gegenüber, welches durch den Einfluss und Geld (sprich Parteispenden, Sponsoring, Freiflüge, usw.) der Luftverkehrslobby dirigiert wird, d.h. Wirtschaftsinteressen der Airlines zuerst. Wundert es Sie da nicht, dass immer weniger Bürger wählen gehen – mit 40% sind die Nichtwähler die größte Partei -, dass die Bürger immer staatsverdrossener werden? Der "Wutbürger"?
Fühlen Sie von Hr. Mehdorn ernstgenommen? Alles nur eine Luftnummer?