Sehr geehrter Herr

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nach meinem Kenntnisstand werden alle Kinder gleichermaßen gefördert und es findet keine bewusste Bevorzugung statt. Leider liegt mir keine Statistik des Bildungsministeriums vor hinsichtlich der Leistungsunterschiede zwischen Mädchen und Jungen.
Wer Bildungsarmut verhindern will, muss Kinder früh fördern und dabei das einzelne Kind mit seinen Fähigkeiten und seinen Interessen in den Mittelpunkt stellen. Gerade in den ersten Jahren werden wichtige Weichen gestellt; deshalb fordern wir Grüne eine qualitativ hochwertige Betreuung und Bildung für alle Kinder ab dem ersten Lebensjahr, will heißen ein flächendeckendes, hochwertiges Angebot an Krippen, Kitas und echten Ganztagsschulen.
Mit einer besseren Personalausstattung, kleineren Gruppen und einem hohen Ausbildungsniveau des Personals steigt die Qualität der individuellen kindbezogenen Förderung. Wichtig finden wir auch, dass Anreize für Männer geschaffen werden, sich in diesem Berufsfeld zu betätigen, da deren prozentualer Anteil hier noch deutlich zu gering ist. Erschwerend kommt hinzu, dass Jungen den Mädchen in ihrer Entwicklung oftmals hinterher hinken. Das frühe Sortieren von Kindern auf unterschiedliche Schultypen verbaut somit Entwicklungchancen, demotiviert und nimmt vielen Kindern schon frühzeitig die Lust am Lernen und verbaut ihnen so ihre Zukunftschancen.
Teams aus ErzieherInnen, LehrerInnen und SozialpädagogInnen, die gemeinsam für die SchülerInnen zuständig sind und außerschulischer Unterricht im Rahmen einer Nachmittagsbetreuung gehören zu einer guten Schule dazu. Wo Workshops für Mädchen angeboten werden - zum Beispiel im naturwissenschaftlichen Bereich - können nach unserer Auffassung ebenso Workshops speziell für Jungen - nicht nur im sportlichen sondern auch z. B im kulturellen Bereich - angeboten werden. Leseförderung sollte für alle SchülerInnen angeboten werden, da durch unsere medienbetonte Gesellschaft der Zugang zum Bücherlesen verloren geht. Hier wird allerdings durch das Schulamt und die Kinder- und Jugendbuchmesse schon seit geraumer Zeit gegengesteuert. Jungen, die Leistungsschwächen zeigen, sollten beizeiten eine Förderung erfahren.
Ich will mich dafür einsetzen, dass in der Lehrerausbildung verstärkt auf eine geschlechtsspezifische Förderung hingewirkt wird.
Ich hoffe, ich konnte Ihre Fragen zufriedenstellend beantworten.
Mit freundlichen Grüßen
Karin Burkart