Karen Haltaufderheide (DIE GRÜNEN)
Kandidatin Bundestagswahl 2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Angaben zur Person
Karen Haltaufderheide
Geburtstag
-
Berufliche Qualifikation
-
Ausgeübte Tätigkeit
-
Wohnort
-
Wahlkreis
Hagen - Ennepe-Ruhr-Kreis I
Ergebnis
5,9%
Landeslistenplatz
19, Nordrhein-Westfalen
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(...) Ich glaube dennoch, dass der Grundgedanke der Solidarität richtig ist. Aber für die Inanspruchnahme von Hilfen kann nicht die Zugehörigkeit zu einer Region oder einem Bundesland maßgeblich sein. (...)
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Frage zum Thema Finanzpolitik
15.07.2009
Von:

Werden sie für die Bürger und die Komunen eine Abschaffung des SOLI fordern, denn den Bürgern geht es auf die Nerven und den Komune in NRW fällt es auch immer schwerer und nur damit in den Neuen Bundesländer Prestigeprojekte realisiert werden.
Antwort von Karen Haltaufderheide
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19.08.2009
Karen Haltaufderheide
Sehr geehrter Herr ,

der Solidaritätszuschlag beruht auf dem richtigen Gedanken eines solidarischen Ausgleichs zwischen arm und reich, entwicklungsbedürftig und hoch entwickelt. Leider sind die gesetzlichen Regelungen vor allem dazu benutzt worden, Missbrauch damit zu betreiben. Und leider war es über das Instrumentarium der Solidaritätsabgabe und diverser Förderungen möglich, Subventionen dafür zu bekommen, dass man im Westen Arbeitsplätze abbaut, um im Osten eine moderne Produktion mit wesentlich weniger Arbeitsplätzen anzusiedeln - siehe Brandt. Solche Fälle müssen auf jeden Fall verhindert werden.

Ich glaube dennoch, dass der Grundgedanke der Solidarität richtig ist. Aber für die Inanspruchnahme von Hilfen kann nicht die Zugehörigkeit zu einer Region oder einem Bundesland maßgeblich sein. Entscheidend müssen die Hilfebedürftigkeit der Nutznießer und die langfristige Sinnhaftigkeit der geförderten Projekte sein.Es gibt einige Kommunen im Ruhrgebiet, die dringend solidarischer Hilfe reicherer Regionen bedürften.

Zusammengefasst ist meine Position:
  • Solidaritätszuschlag beibehalten, aber missbrauchsfest machen, neue Regelungen für die Erhebung und Ausschüttung erstellen und eine strenge Prüfung der Förderung gewährleisten.
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Frage zum Thema Bildung und Kultur
25.08.2009
Von:

Ist es Ziel ihrer PArtei das 3-gliedrige Schulsystem zu modernisieren oder besser abzuschaffen. wie in anderen Bundesländern auch.
Antwort von Karen Haltaufderheide
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27.08.2009
Karen Haltaufderheide
Sehr geehrte Frau ,

das dreigliedrige Schulsystem muss nach meiner Überzeugung durch eine Schulform ersetzt werden, in der Kinder länger gemeinsam unterrichtet werden und verschiedene Bildungsabschlüsse erreichen können. Es ist anerkannte Wissenschaftsmeinung, dass das dreigliedrige Schulsystem pädagogisch unsinnig ist. Weiter daran festzuhalten ist unverantwortlich gegenüber unseren Kindern. Zu allererst ist es im Alter von neun oder zehn Jahren kaum möglich, zuverlässige Festlegungen für den zukünftigen Bildungsweg der Kinder zu treffen. Zweitens kann die Schule bis zu der frühen Aufteilung kaum einen Defizitausgleich leisten für solche Kinder, die aus ihrer Lebenssituation heraus schlechtere Startchancen haben. Kindern aus "bildungsfernen Schichten", Kindern mit Migrationshintergrund und Spätentwicklern wird auf diese Weise häufig eine angemessene Bildungschance verwehrt. Es ist drittens bekannt, dass eine Mischung von guten und schlechten Schülern bessere Ergebnisse für das Sozialverhalten und das Lernen erbringt, als wenn eine Gruppe schlechter und/oder schwieriger SchülerInnen aussortiert wird. Bei längerem gemeinsamem Lernen - durchaus mit interner Differenzierung -ist die Durchlässigkeit zwischen verschiedenen Bildungsgängen viel größer, ohne dass ein Kind frühzeitig ausgegrenzt und festgelegt wird.
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Frage zum Thema Energieversorgung
13.09.2009
Von:

Werden Sie sich für eine Bergrenzung der Leiharbeit aussprechen bzw. strenge Auflagen für Leihfirmen (Lohn, Arbeitszeit, Kündigungsschutz etc.) durchsetzen?
Antwort von Karen Haltaufderheide
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14.09.2009
Karen Haltaufderheide
Sehr geehrter Herr ,

es hat sich inzwischen - wie es auch von Anfang an zu befürchten war - gezeigt, dass Leiharbeit nicht als Brücke in den regulären Arbeitsmarkt positive Effekte hat, aber sehr wohl deutlich eines der Elemente war, die die ArbeitnehmerInnenrechte geschwächt haben und zum Lohndumping beigetragen haben. Und nun in der Krise sind es natürlich auch die Leiharbeiter, die als erste ihre Jobs verlieren. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die Gesetzgebung im Bereich Leiharbeit zu verbessern. Dabei brauchen wir nur auf unsere Nachbarländer zu schauen, die zum Teil wesentlich bessere Arbeitsbedingungen für Leiharbeiter haben. Durchgängig bei den positiven Ansätzen findet sich das equal-pay-Prinzip. Für die gleiche Arbeit muss der gleiche Grundlohn gezahlt werden - der natürlich nicht unter dem flächendeckenden und gesetzlichen Mindestlohn liegen darf. In Frankreich bekommen Leiharbeiter sogar noch eine Prekariatszulage, die einen Ausgleich für die unsichere Beschäftigung darstellt.
Der ohnehin schwache Kündigungsschutz für Leiharbeiter darf keinesfalls noch weiter ausgehöhlt werden, etwa, indem die Frist für einen Beginn des Kündigungsschutzes von einem halben Jahr auf zwei Jahre heraufgesetzt wird. Vielmehr muss verhindert werden, dass die vorhandenen Regelungen weiter unterlaufen werden.
Wenn die Unterschiede zwischen Leiharbeit und regulären Beschäftigungsverhältnissen nicht mehr so groß sind wie heute, wird voraussichtlich der Anteil der Leiharbeit auch wieder zurück gehen zugunsten einer größeren Zahl von festen Beschäftigungsverhältnissen.

Mit freundlichen Grüßen
Karen Haltaufderheide
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Frage zum Thema Umweltpolitik
22.09.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Haltaufderheide,
Ich bin Geograph, arbeite fuer die Vereinten Nationen und bin der Meinung das Klimaschutz auf lange Sicht (die naechsten 100 Jahre) das einzige fuer die Menschheit wirklich wichtig zu lösende Thema ist.

Wie koennen Sie eine gute Abwägung finden zwischen der Nutzung von fossilen Brennstoffen zur Stromerzeugung mit den damit verbundenen CO2 Emmissionen die wir uns in dieser Menge nicht mehr erlauben koennen, im Vergleich zur Aufrechterhaltung von Atomenergiegewinnung bezogen auf die Gefahren der nicht wirklich gelösten Endlagerung von radioaktivem Spaltmaterial als ´Müll´ der Stromgewinnung durch Atomkraft.

Alternative Energieträger sind natuerlich bevorzugt, koennen aber in der Masse (welchen Anteil haben wir heute am Gesamtenergiebedarf an Strom?) in naher Zukunft wohl kaum die Menge an Strom erzeugen, die Kohlekraftwerke und/oder Atomkraftwerke (Deren Anteile?) produziert wird.

Vielen Dank,

Antwort von Karen Haltaufderheide
1Empfehlung
23.09.2009
Karen Haltaufderheide
Sehr geehrter Herr ,

Ich teile Ihre Einschätzung zum Klimaschutz als Priorität Nummer 1.

Inzwischen besteht zumindest verbal zwischen den Parteien Einigkeit, dass wir anstreben müssen, möglichst viel Strom und später auch Wärme aus Erneuerbaren Energien zu gewinnen. Möglichst viel heißt für uns 100 %. Das geht nicht von heute auf morgen, sondern bedarf einer gewaltigen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Anstrengung. Wir haben uns das ehrgeizige Ziel gesetzt, die Stromerzeugung 2030 zu 100 % aus Erneuerbaren Energien zu speisen; bei der Wärmeerzeugung wollen wir das bis 2050 schaffen. Das kann nur gelingen unter drei Voraussetzungen:
  • Wir müssen sofort und mit größtmöglicher Konsequenz Maßnahmen ergreifen.
  • Wir müssen uns parallel um alle Möglichkeiten kümmern, Einergie einzusparen.
  • Wir müssen eine bessere Energieeffizienz erreichen.
Ich bin allerdings auch davon überzeugt, dass es nur eine gemeinsame Lösung für die drei derzeit größten Krisen, nämlich die Wirtschaftskrise, die Klimakrise und die Energiekrise gibt, die miteinander zusammenhängen. Im Umstieg auf Erneuerbare Energien steckt ein enormes wirtschaftliches Potential. Gleichzeitig hilft er uns, sorgsamer mit endlichen Rohstoffen auf dieser Erde umzugehen, die wir auch dann noch brauchen, wenn wir die Energieversorgung aus Erneuerbaren hinkriegen. Dem Staat kommt meines Erachtens eine zentrale Rolle zu. Er muss das gesamte ihm zur Verfügung stehende Instrumentarium - Ordnungsrecht, Steuer- und Finanzpolitik, Marktanreize, öffentliche Investitionen etc. - nutzen und die Weichen für eine ökologische Modernisierung der Gesellschaft zu stellen. Nach dieser in der Kürze leider sehr groben Skizzierung der Gesamtproblematik, möchte ich noch kurz auf Ihre Detailfragen eingehen:
1. Wir hatten laut Bundesministerium für Umwelt... 2008 einen Anteil der EE von 9,5 % am gesamten Endenergieverbrauch (Strom, Wärme, Kraftstoffe) und von 15,1 % am Bruttostromverbrauch. In 2009 ist der Anteil nach bisherigem Kenntnisstand noch einmal deutlich gestiegen. Damit hat die Entwicklung die kühnsten Prognosen vom Beginn des Jahrtausends deutlich überholt. Mit entsprechendem staatlichen Anschub, z.b. eine Erneuerbare-Wärme-Gesetz, kann und muss die Entwicklung stark beschleunigt werden. 2. Wir werden noch für einige Jahre nicht auf die Nutzung fossiler Energien verzichten können. Aber der Anteil muss stetig und konsequent gesenkt und die schlimmsten Dreckschleudern müssen abgeschaltet werden. Wir dürfen auch nicht in die Falle gehen, jetzt noch neue Kohlekraftwerke zu bauen, weil sie sauberer seien als die alten. Damit schreiben wir die Entwicklung auf Jahrzehnte fest.
3. Der Anteil der Atomenergie lag in Deutschland 2008 nach verschiedenen Angaben zwischen 22 und 28 %. Es wird keine Stromlücke geben, wenn wir die Kraftwerke nach bestehenden Verträgen abschalten und gleichzeitig deutlich auf Erneuerbare, Energieeinsparung und Energieeffizienz umsteuern. Natürlich ist Atomstrom weniger CO² belastet als Strom aus fossilen Energien. Die mit der Atomenergie verbundenen Risiken sind allerdings, wie gerade in der Asse zu erahnen ist, unbeherrschbarund damit der Betrieb von Atomkraftwerken nicht verantwortbar. Wenn wir insgesamt die Bemühungen um eine Verringerung des CO²-Ausstosses deutlich verstärken, ist m.E. der Verzicht auf Atomkraft auch unter Klimagesichtspunkten vertretbar.

Mit freundlichen Grüßen

Karen Haltaufderheide
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