Jürgen Trittin (DIE GRÜNEN)
Abgeordneter Bundestag 2009-2013
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Angaben zur Person
Jürgen Trittin
Geburtstag
25.07.1954
Berufliche Qualifikation
Diplom-Sozialwirt, Journalist
Ausgeübte Tätigkeit
MdB, Fraktionsvorsitzender
Wohnort
Berlin
Wahlkreis
Göttingen
Ergebnis
13,0%
Landeslistenplatz
2, Niedersachsen
(...) Zu Ihrer ersten Frage: eine Möglichkeit, den Bürgerinnen und Bürgern auch zwischen den Wahltagen die Möglichkeit zu geben, ihren Willen zu bekunden, ist die Einführung direktdemokratischer Instrumente. Wir bringen regelmäßig Gesetzentwürfe zur Einführung von Volksentscheiden auf Bundesebene ein, die aber nicht die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit im Deutschen Bundestag erhalten. Dennoch werden wir weiter dafür werben. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
24.09.2013
Von:

Hallo Herr Trittin,

am Tag nach der Bundestagswahl wurden Sie in einem Fernsehinterview gefragt ob Sie es für wahrscheinlich halten, dass die Wähler den Grünen gegenüber Misstrauen beiesen haben, weil Ihre Partei sich zunehmend als bevormundender Oberlehrer hervortut. Sie sagten darauf dass die Wähler dabei vornehmlich den sog. "Veggie-Day" falsch interpretiert haben und dass die Grünen niemanden bevormunden wollen. Denken Sie tatsächlich dass es dabei NUR um diese nette kleine Wahlkampfidee für Ihre Stammwählerschaft ging oder könnte dabei auch die lange Liste grüner Verbotsforderungen eine Rolle gespielt haben, die im Zuge des Bundestagswahlkampfes weniger prominent hervortraten? Ich kann mich erinnern dass zu diesem Thema vor Kurzem eine große deutsche Sonntagszeitung titelte "Die grünen Oberlehrer". Fleisch auf Bezugsschein, Autofreie Tage, Tempolimits, Computerspielverbote, Paintballverbot, Waffenrechtsverschärfungen, Raucherdiskriminierung und dazu immer wieder Steuererhöhungen! Gibt man bei Google "Partei XY fordert Verbot" ein, erhält man die meisten Treffer mit weitem Abstand zu Ihrer Partei. Hinzu kommt das arrogante und tatsächlich "Oberlehrer"-mäßige Auftreten Ihrer Parteimitglieder bei diesen Themen, z.B. das Verhalten von Frau Künast bei Fernsehauftritten oder auch der Auftritt Ihres Kollegen Hernn Winkler hier bei Abgeordnetenwatch.
Wird Ihre Partei diesen Kurs weiterfahren oder darf man den geschlossenen Rücktritt der Parteispitze als ersten Schritt zu einer Rückbesinnung auf das grüne Selbstverständnis als Bürgerrechtspartei deuten?

Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Jürgen Trittin
2Empfehlungen
25.09.2013
Jürgen Trittin
Sehr geehrter Herr ,

leider haben es der politische Gegner und die Medien geschafft, uns dieses Etikett zu verpassen obwohl sich davon nichts im Wahlprogramm wieder findet. Wir stehen dazu, dass der Staat bestimmte Regeln und Leitplanken aufstellen muss. Wir stehen aber auch dazu, dass sich jeder frei entfalten kann. Der Veggie-Day ist noch nicht einmal eine Bestimmung, sondern lediglich der Vorschlag einer Förderung von Kantinen, die an einem Tag fleischfreie Gerichte anbieten.

Mit freundlichen Grüßen

Team Trittin
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Frage zum Thema Soziales
25.09.2013
Von:

Sehr geehrter Herr Trittin,

ich bedauere Ihren Rücktritt sehr ! Wenn Ihre Partei nun meint, sie müsse sich in einem kleinen Rechtsschwenk etwas von ihren bisherigen Positionen entfernen und in Richtung "Mitte" marschieren, wird sie sich dort verlieren. Ihr Profil wird verschwimmen und sich nach und nach auflösen. Ist meine Sorge begründet?

Mit freundlichen Grüßen

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Frage zum Thema Soziales
28.09.2013
Von:

Sehr geehrter Herr Trittin,
Als Teil der 8,4 Prozent der Wähler, der aus Überzeugung ihre Partei gewählt hat,bedauere ich ihren Rücktritt sehr. Wenn nun ihre Partei das komplette Programm zur Disposition stellt, weiß ich nicht mehr was ich darüber denken soll. Ich habe ja ihre Person (nicht Frau - , die war mir zu blass) und auch ihre Inhalte mit dieser Wahl unterstützt.Ich bin übrigens der festen Überzeugung, dass sie an dieser Wahlniederlage nicht alleine Schuld sind. Da gibt es meines Erachtens nach viele Indikatoren für welche sie teilweise gar nichts können wie z.B. die Wahlplakate. Deswegen halte ich die parteiinternen Schuldzuweisungen gegenüber ihnen für falsch und überzogen. Herr sagte ja nun der Platz ihrer Partei wäre zwischen CDU und SPD und man müsse in Zukunft mehr auf die CDU zugehen. Dies erweckt bei mir die Befürchtung ihre Partei könnte zu einem Abziebild der CDU werden. In diesem Falle kann ich ihre Partei bis auf weiteres nicht mehr wählen. Das liegt vor allem am Verhalten der CDU und insbesondere CSU in Person von Herr gegnüber ihnen in der Pädophilie-Debatte, ohne irgendeine Rücksicht auf Gefühle und Befinden. Das gilt auch für die Opfer. Wie müssen diese sich nun eigentlich fühlen, wenn ein so sensibles Thema zum Wahlkampfthema hochstilisiert wird.

Meine Fragen:
1.Wenn sie aufgrund der Niederlage nun zurücktretten müssen, warum muss dies dann nicht auch Frau - tun?
Sie war doch auch für den Wahlkampf verantortlich.
2. Wie soll ich mich nun von ihrer Partei, mit Ausnahme von ihnen als Bundestagsabgeordneter,vertretten fühlen, wenn nun die Inhalte über den Haufen geworfen werden sollen?
Muss ich nun damit rechnen das ihre Partei sich zu einem Abziebild der CDU entwickelt?
4. Halten sie Herrn für einen geeigneten Nachfolger(auch rhetorisch)?
Letzter Rat: Lassen sie sich bei Verhandlungen nicht über den Tisch ziehen.

Mit freundlichen Grüßen und Danke für ihere Leistungen
Antwort von Jürgen Trittin
1Empfehlung
30.09.2013
Jürgen Trittin
Sehr geehrte Frau ,

Herr Trittin ist nicht zurückgetreten, sondern stellt sich nicht mehr zur Wahl als Fraktionsvorsitzender. Dies in erster Linie auch nicht, um die "Schuld" für die verlorene Wahl zu übernehmen, sondern um eine personelle Neuaufstellung für 2017 vorzubereiten.
Schon vor der Wahl war klar, dass es nach der Bundestagswahl eine personelle Neuaufstellung geben wird.

Sicherlich wäre es falsch, alle Positionen, die wir in 30 Jahren erarbeitet haben, aufzugeben und völlig verfehlt wäre es ein Abziehbild der CDU zu werden.
Es ist sicherlich der momentanen Situation geschuldet, dass manche Äußerungen zum Wahlprogramm oder zu unseren Positionen "verbalradikal" sind. Dies ist eher Ausdruck der hohen Erwartungen an das Wahlergebnis und der Enttäuschung über das schlechte Abschneiden.
Sicherlich wird eine ausgiebige Debatte dazu führen, dass unsere Position weitgehend richtig ist.

Mit freundlichen Grüßen
Team Trittin
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