Jürgen Koppelin (FDP)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Jürgen Koppelin
Jahrgang
1945
Berufliche Qualifikation
Bankkaufmann, Rundfunkredakteur
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Steinburg - Dithmarschen Süd
Landeslistenplatz
1, über Liste eingezogen, Schleswig-Holstein
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(...) Bei Beschaffungsmaßnahmen der Bundeswehr gilt, das Aufträge ins Ausland selbstverständlich vergeben werden, jedoch auch dafür gesorgt wird, dass im gleichen Umfang dann in Deutschland erworben wird. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Finanzen
26.06.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Koppelin,

vollmundig versprechen uns Politiker aller Parteien keine Erhöhungen von Steuern und Abgaben. Fast immer mit Zusatz: "sofern dieses zu vermeiden ist".

Doch Hand auf’s Herz, ist angesichts der wachsenden Staatsverschuldung, der sinkenden Einnahmen für Bund und Kommunen und unter Berücksichtigung der festen gesetzlichen Ausgaben (knapp 80% des Bundeshaushaltes) eine Erhöhung der Steuern und/oder Abgaben überhaupt zu vermeiden?

Können Sie für die nächste Legislaturperiode garantieren, dass Sie einer möglichen Steuer- und Abgabenerhöhung Ihre Zustimmung verweigern?
Können Sie garantieren, dass Beiträge zu Sozialversicherungssystemen nicht steigen werden oder Leistungen aus diesen gekürzt werden?

Wenn Ihre Antwort "nein" lautet, so erläutern Sie mir bitte, in welchen Bereichen Ihre Schwerpunkte der Einnahmensteigerungen und Ausgabensenkungen liegen werden.

Für Ihre Antwort danke ich Ihnen.

Mit freundlichen Grüßen,

Antwort von Jürgen Koppelin
2Empfehlungen
29.06.2009
Jürgen Koppelin
Sehr geehrter Herr ,

einer Steuer- und Abgabenerhöhung werde ich nicht zustimmen. Entscheidend ist, dass endlich die Ausgabenseite des Bundeshaushalts einer kritischen Betrachtung unterzogen wird. Dazu hat die FDP-Fraktion zum Bundeshaushalt 2009 bereits Sparvorschläge von gut 12 Milliarden Euro gemacht. Diese können Sie auf meiner Homepage einsehen. Die Adresse lautet:
www.juergen-koppelin.de
Die nächste Bundesregierung muss sich zum Ziel setzen, einen Staat der Bescheidenheit zu schaffen. Wir werden auf der Ausgabenseite radikal sparen müssen.
Diese Diskussion will nicht der Bundesfinanzminister, will nicht die Bundeskanzlerin, wollen weder CDU/CSU und SPD. Sie müssten dann eindeutig entscheiden zwischen unsinnigen und sinnvollen Ausgaben, über notwendige Kürzungen. Es würde dann eine Debatte notwendig, welche Aufgaben unser Staat tatsächlich hat, wer in unserem Staat welche Lasten tragen muss und wer zukünftig wen finanziert. Schon deshalb ein klares Bekenntnis für Steuersenkungen.

Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Koppelin
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Frage zum Thema Finanzen
27.06.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Koppelin,

in der Bild werden Sie zu einer Bestellung japanischer Jeeps im Auftrag der Bundeswehr mit den Worten zitiert: "Gerade jetzt müssen wir in Deutschland Arbeitsplätze sichern. Über diese Beschaffung hat man offenbar nicht genügend nachgedacht!"

Dieses Zitat irritiert mich hochgradig. Heißt das etwa, dass die FDP einen merkantilistischen Ansatz zur Lösung der Wirtschaftskrise verfolgt bei dem der nationale Markt über alles geschützt werden soll?

Wie stehen Sie zur Einführung von Strafzöllen aus alleiniger Motivation zum Schutz heimischer Arbeitsplätze, Aufrufe vorwiegend "Made in Germany"-Produkte zu kaufen.

Oder sind Sie etwa wirklich an einem Ausschreibungsverfahren interessiert, wo nicht nach Qualität, Leistung, Preis und sozialen Kriterien bewertet wird, sondern zusätzlich die Interessen des deutschen Arbeitsmarkts über denen von beispielsweise dem japanischen gestellt werden?

Ich hoffe, dass dieser "globalisierungskritische" Eindruck nur dadurch entstanden ist, dass Ihr Zitat aus dem Zusammenhang gerissen wurde. Bei der anstehenden Wahl würde es nicht helfen, wenn sich die Profile von FDP und SPD auch noch unscharf miteinander vermischen.

Mit freundlichen Grüßen,

Antwort von Jürgen Koppelin
2Empfehlungen
29.06.2009
Jürgen Koppelin
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage bezüglich der Beschaffung der Bundeswehr.

Wenn Sie mir glaubhaft versichern können, dass auch das japanische Militär selbstverständlich grundsätzlich bereit ist deutsche Fahrzeuge zu erwerben, werde ich natürlich meine Meinung ändern. Mir ist auch nicht bekannt, dass Japan bei der deutschen Rüstungsindustrie je etwas gekauft hat.

Bei Beschaffungsmaßnahmen der Bundeswehr gilt, das Aufträge ins Ausland selbstverständlich vergeben werden, jedoch auch dafür gesorgt wird, dass im gleichen Umfang dann in Deutschland erworben wird.

Ebenso trete ich dafür ein, dass die deutschen Auslandsvertretungen deutsche Automarken fahren. Das mögen Sie vielleicht auch für falsch halten.

Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Koppelin
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
10.07.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Koppelin,

leider scheint das aktuelle Urteil des BVerfG sich nur kurz im medialen Licht aufzuhalten - eine Tatsache die sich mit der Arbeitsweise der parlamentarischen Auseinandersetzung zur Ratifizierung zu decken scheint.

Schnell, unkommentiert und ohne öffentliche Beteiligung.

Als Student der Rechtswissenschaft ist es mir völlig unverständlich wie es überhaupt dazu kommen kann, dass das Deutsche Parlament erst durch ein Gericht - wenn auch nur unzureichend - darüber Aufklärung erlangt, welche Konsequenzen diese Ratifizierung mit sich bringt.

Diese Tatsache lässt beschämder Weise nur den Schluss zu, dass es sich um höchst unprofessionelle Arbeit seitens des gesamten Parlaments handeln muss.

Wie sonst lässt sich erklären, dass sich die bestehende Bundesregierung wiederstandslos damit abfindet zukünftig nationale Souveränität an eine demokratisch nicht legitimierte Institution abzutreten?

Wie ist so etwas parteiunabhängig als MdB öffentlich zu vertreten?

MfG

M.
Antwort von Jürgen Koppelin
1Empfehlung
14.07.2009
Jürgen Koppelin
Sehr geehrter Herr ,

das Bundesverfassungsgericht hat Parlament und Demokratie den Rücken gestärkt. Karlsruhe hat festgestellt, dass der Vertrag von Lissabon grundgesetzkonform ist, solange der Deutsche Bundestag als gewählte Vertretung des Deutschen Volkes bei allen Fragen der Europäischen Integration aktiv beteiligt ist. Die Kläger sind mit ihrem Anliegen gescheitert.

Die FDP-Bundestagsfraktion hat während des gesamten Ratifizierungsverfahrens betont, dass der Bundestag in der Europapolitik eine aktivere Rolle spielen muss. Die FDP begrüßt, dass das Bundesverfassungsgericht insbesondere in den Bereichen der Vertragsänderung, des Strafrechts, des Steuer- und Sozialrechts Bundestag und Bundesrat als den zentralen Ort der Entscheidung über weitere Integrationsschritte ansieht. Die FDP wird sich intensiv an der Erarbeitung des vom Bundesverfassungsgericht geforderten neuen Begleitgesetzes beteiligen. Unser Ziel bleibt ein baldiges Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon. Eine endgültige Bewertung des Urteils kann jedoch erst nach vollständiger Bewertung der Begründung abgegeben werden. Das wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum europäischen Haftbefehl hatte das Gericht deutliche Versäumnisse des Bundestages mit den Umgang von europäischen Vorgängen bemängelt. Seit der Zeit wurden sehr tief greifende Veränderung im Parlament vorgenommen, so dass man heute sagen kann, dass der Bundestag europatauglich ist. Die Möglichkeiten der Einflussnahme auf die europäischen Entscheidungsprozesse werden ausgeschöpft und angewendet. Ich persönlich war dafür, dass die Bevölkerung über den Lisabonn-Vertrag direkt hätte abstimmen sollen. Das hätte die jetzige Situation vielleicht entstehen lassen. Ich stimme daher Ihrer Auffassung eher nicht zu.



Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Koppelin
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
22.08.2009
Von:
E.

Sehr geehrter Herr Koppelin,

mich interessiert es, ob Sie als Vertreter der liberalen Partei sich dafür einsetzen werden, dass die Zwangsmitgliedschaften der Unternehmer/Unternehmen in der IHK oder Handwerkskammer abgeschafft werden soll.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr E.
Antwort von Jürgen Koppelin
bisher keineEmpfehlungen
24.08.2009
Jürgen Koppelin
Sehr geehrter Herr ,

Liberale sind für Reformen bei den Kammern, nicht für deren Abschaffung. Reformbedarf besteht etwa bei den Doppelmitgliedschaften oder dort, wo die Kammern mit ihrem Dienstleistungsangebot Privaten Konkurrenz machen. Bei der Wahrnehmung von hoheitlichen Aufgaben und in der beruflichen Bildung leisten die Kammern zumeist gute Arbeit. Jeder, der die Kammern gänzlich abschaffen möchte, muss eine staatsferne Lösung präsentieren, wo die hoheitlichen Aufgaben dann wahrgenommen werden sollen. Mehr Staat kann jedenfalls keine Lösung sein.

Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Koppelin
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Frage zum Thema Finanzen
05.10.2009
Von:
-

Sehr geehrter Herr Koppelin,

ein Wahlkampfthema erscheint mir inzwischen als Tabu. 7% für Hotel und Gaststättengewerbe.
Wir haben die FDP zur Kanzlermacherin gewählt. Das Thema 7% wird in den Koalitionsverhandlungen bisher ausgeklammert.

Sind Sie bereit den Absturz der FDP auf unter 10% zu verhindern, indem Sie das Thema Chancengleichheit in Europa für die Gastronomie zur Sprache bringen? Oder wollen Sie am Ende als Wahlbetrüger dastehen ?

Mit freundlichen Grüßen aus der Tourismushochburg
St.-Ording
-
Antwort von Jürgen Koppelin
bisher keineEmpfehlungen
07.10.2009
Jürgen Koppelin
Sehr geehrter Herr ,

da wissen Sie mehr als ich. In den Koalitionsverhandlungen wird nichts ausgeklammert.
Im übrigen haben die Gespräche erst begonnen. Haben Sie doch ein bisschen Geduld und warten wir die Ergebnisse ab.

Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Koppelin
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