Judith Skudelny (FDP)
Abgeordnete Bundestag

Grunddaten
Judith Skudelny
© FDP-Bundestagsfraktion
Geburtstag
02.10.1975
Berufliche Qualifikation
Rechtsanwältin
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Leinfelden-Echterdingen
Wahlkreis
Nürtingen
Ergebnis
11,7%
Landeslistenplatz
12, Baden-Württemberg
weitere Profile
(...) Könnten Sie mir das Ablehnungsschreiben Ihrer Gemeinde zukommen lassen? Auf dieser Basis könnte ich mich dort als Abgeordnete erkundigen, warum eine - aus meiner Sicht für die kindliche Entwicklung unbedingt notwendige - Kindergartenbetreuung nicht möglich sein soll. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Fragen an Judith Skudelny
Auswahl der Fragen und Antworten
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Finanzen
11.12.2010
Von:

Wie soll ich mit Hartz 4 Mit 360€ zurecht kommen ,"Wo sowieso alles überteuert ist":
UND ALLES NOCH VIEL TEURER WIRD?
Antwort von Judith Skudelny
bisher keineEmpfehlungen
11.01.2011
Judith Skudelny
Sehr geehrter Herr ,

ich bin grundsätzlich der Auffassung, dass der Hartz IV-Regelsatz ausreicht. Als Insolvenzverwalterin komme ich regelmäßig in Familien bzw. zu Personen, die von Grundsicherung leben. Dass man mit dem Geld finanziell eingeschränkt ist, ist richtig. Aber das von Ihnen als "Hartz IV" bezeichnete Arbeitslosengeld II (ALG II) ist die Sicherung des Existenzminimums. Mehr als dieses kann und soll aus meiner Sicht die Gesellschaft nicht leisten.

Beim Bezug vom Arbeitslosengeld II soll es sich zudem nicht um einen Dauerzustand handeln, sondern um eine Überbrückung, bis man wieder eine Arbeit gefunden hat. Natürlich gibt es auch Härtefälle, wenn jemand z.B. aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann. Zur Gewährleistung eines Existenzminimums können in diesen Fällen zusätzliche Leistungen erfolgen.

Zudem kommen zu den Ihnen zur Verfügung stehenden 364 EUR noch Krankenversicherung und Wohngeld. Damit liegen die Bezüge eines ALG II Empfängers bei rund 1.000 EUR, die von der Gesellschaft erwirtschaftet werden müssen - in wirtschaftlich guten wie in schlechten Zeiten.

Ihre Auffassung, dass immer alles teurer wird, kann ich auch nicht teilen. Die Verbraucherpreise erhöhten sich in Deutschland im Jahresdurchschnitt 2010 gegenüber 2009 um ca. 1,1 Prozent. Das vereinzelt Dinge wie Strom teurer werden, bestreite ich nicht. Bei Nahrungsmitteln sehe ich einen anderen Trend.

Zukünftig werden bei der Berechnung des Arbeitslosengeldes Preissteigerungen berücksichtigt. Hierzu wird ein Mischindex herangezogen. Dieser besteht zu 70 Prozent aus der bundesdurchschnittlichen Entwicklung der Preise aller regelbedarfsrelevanten Güter und Dienstleistungen sowie zu 30 Prozent aus der bundesdurchschnittlichen Entwicklung der Nettolöhne. Gebildet wird der Index an jedem 1. April, angepasst werden die Regelleistungen dann zum 1. Juli. Das eine Anpassungsregelung bislang nicht existierte, ist ein Versäumnis der SPD, welche mit den Grünen diese Gesetze ja eingeführt hat.

Zuletzt möchte ich noch auf das FDP-Modell des Bürgergeldes hinweisen. Sozialleistungen, die sich aus Steuern finanzieren, sollen möglichst vollständig in einer einzigen Transferleistung – dem Bürgergeld – zusammengefasst werden. Das heißt, im Bürgergeld werden das Arbeitslosengeld II einschließlich der Leistungen für Wohnen und Heizung, das Sozialgeld, die Grundsicherung im Alter, die Sozialhilfe (ohne Sozialhilfe in besonderen Lebenslagen), der Kinderzuschlag und das Wohngeld zusammengefasst. Die Leistungen werden beim Bürgergeld grundsätzlich pauschaliert gewährt und von einer einzigen Behörde, dem Finanzamt, verwaltet. Das Bürgergeld sichert die Lebensgrundlage für Bürger, die nicht über ein ausreichendes Einkommen verfügen. Durch die Zusammenfassung und Pauschalierung von Leistungen und ihrer Verwaltung in einer Behörde werden diejenigen vom Bürgergeld profitieren, die dies nach unserem Willen sollen: die Bedürftigen, nicht die Findigen.
Der Bürgergeldanspruch für einen Alleinstehenden ohne Kinder soll nach Vorstellung der FDP im Bundesdurchschnitt 662 Euro pro Monat betragen. Dieser Betrag entspricht den heutigen durchschnittlichen Ausgaben für Grundleistung, Unterkunft und Heizung eines ALG-II-Empfängers (ohne Krankenversicherung).

Soweit Sie sich für die Neuregelungen bei Hartz IV, insbesondere auch die Verbesserungen für Kinder interessieren, können Sie sich gerne erneut an mich wenden. Auch Fragen zur von der FDP in der Regierungskoalition durchgesetzten Erhöhung des Schonvermögens zum Schutz von z.B. privaten Rücklagen für die Altersversorge von Menschen, die viele Jahre in die Sozialkassen eingezahlt haben und dann in die Abhängigkeit von Sozialhilfesystemen geraten, beantworte ich Ihnen gerne.

Mit freundlichen Grüßen

Judith Skudelny
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Finanzen
15.08.2011
Von:

Hallo Frau Skudelny,

ich will mich kurz vorstellen.. ich habe BWL (Schwerpunkt Finanzen) studiert und bin seit 10 Jahren selbstständiger Unternehmer im Finanzbereich und daher auch schon 10 Jahre für meine Mandanten tätig.. bei der Anzahl der Mandanten bekomme ich immer wieder ein gutes Stimmungsbild der Menschen ab... aktuell ist die Lage eher keine gute...

...daher hätte ich heute heute mal eine Frage an Sie:

Da ja nach einer turbolenten Woche an der Börse der DAX etliche Punkte verloren hat und die Probleme sowohl in Amerika wie auch im Euroraum weiter am köcheln sind, ist die Politik bei ihrer vergeblichen Suche nach einer Lösung jetzt auf ein neues kurzfristiges Heilmittel gestossen.. die Euro-Bonds...

...meine konkrete Frage für heute lautet: Was halten sie von den Euro-Bonds?

Ich bin über ihre fachliche Antwort sehr gespannt.

viele Grüße
Antwort von Judith Skudelny
bisher keineEmpfehlungen
23.11.2011
Judith Skudelny
Sehr geehrter Herr ,

ich halte wenig davon, einen europäischen Rettungsschirm über Eurobonds oder andere gemeinsame Anleiheaufkäufe zu finanzieren. Bei den Eurobonds muss man in erster Linie auf die genaue Ausgestaltung schauen. In der aktuell in der Presse kursierenden Fassung handelt es sich um europäische Staatsanleihen, für die die Staaten gesamtschuldnerisch haften. Allein die Staatsschulden von Griechenland, Irland, Portugal, Spanien und Italien betragen zurzeit 3.100 Milliarden Euro und wachsen weiter an. Auch wenn nur ein Teil dieser Schulden in Eurobonds umgewandelt wird, würde dies die Bundesrepublik Deutschland weit überfordern. Ist sie doch bereits jetzt - neben Frankreich, dessen Tragfähigkeit auch nicht unumstritten ist - eine der tragenden Säulen des Rettungsschirms. Eurobonds würden zwar kurzfristig eine Stabilität in die europäische Finanzwirtschaft bringen. Ob jedoch in einer vermeintlich stabilen Lage notwendige Reformschritte umgesetzt werden, bezweifle ich. Billiges Geld war bereits in der Vergangenheit der Grund der Staatskrisen. Neues billiges Geld ist daher aus meiner Sicht nicht die Lösung. Infolge von Eurobonds befürchte ich daher, dass Deutschland sein Toprating AAA verliert. Durch unseren Haftungsanteil werden die stark verschuldeten Staaten der Eurozone faktisch in unsere Bilanz eingepreist. Die daraus resultierenden höheren Zinskosten würden Bund, Länder und Gemeinden extrem belasten. Bei 1,5 Prozent mehr an Zinsausgaben durch Eurobonds kämen auf den Bund an Mehrausgaben pro Jahr mindestens 19,68 Milliarden Euro zu, auf die Länder 9 Milliarden Euro und auf die Gemeinden 1,85 Milliarden Euro.

Mit der Einführung von Eurobonds, so fürchte ich, wird unsolides Wirtschaften einzelner Staaten von der Staatengemeinschaft der Währungsunion aufgefangen. Am Finanzmarkt würden sich die Zinsunterschiede für Staatsschulden europaweit weitgehend angleichen. Infolgedessen würde der Druck zur Sanierung maroder Staatshaushalte und zur Durchführung von Wirtschafts- und Strukturreformen vermindert. Eurobonds können - trotz kurzfristiger Entspannung auf dem Finanzmarkt - letztlich dazu führen, dass die Staatsverschuldung in den Euroländern weiter zunimmt. Die Sozialisierung der Haftung durch Eurobonds führt folglich keineswegs zu mehr Solidität der Schuldner, sondern vielmehr zu einer Verzögerung und Verschärfung des Problems innerhalb der Währungsunion. Das Prinzip der Marktwirtschaft darf nicht ausgehebelt werden. Deshalb setze ich mich dafür ein, dass Eurobonds nicht kommen werden.

Mit freundlichen Grüßen

Judith Skudelny
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Ihre Frage an Judith Skudelny
  • Wurde Ihre Frage bereits gestellt?
    Durchsuchen Sie alle Fragen und Antworten in diesem Profil nach einem Stichwort:
  • Ihre Frage wurde bisher nicht gestellt?
    Geben Sie bitte hier Ihre Kontaktdaten und Ihre Frage ein:
  •  

    Die Angabe Ihres vollständigen Namens ist verpflichtend.
    Der Name wird verschlüsselt und ist nicht über Suchmaschinen auffindbar.

  •  

    Die Angabe Ihres vollständigen Namens ist verpflichtend.
    Der Name wird verschlüsselt und ist nicht über Suchmaschinen auffindbar.

  •  
    An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen

    Die Angabe einer gültigen E-Mail-Adresse ist verpflichtend.
    Dies ist notwendig, um Sie über eine Antwort des Abgeordneten zu informieren oder bei Rückfragen kontaktieren zu können. Ihre E-Mail-Adresse wird weder an den Abgeordneten noch an Dritte weitergegeben.

  •  

    Diese Angabe ist verpflichtend.
    Sie wird nicht veröffentlicht, aber an den Abgeordneten weitergegeben.

  •  

    Diese Angabe ist optional.
    Sie wird nicht veröffentlicht und nur zur internen Verwendung bzw. für evtl. Rückfragen benötigt.

  • noch 2000 Zeichen

  • Folgende Felder wurden nicht ausgefüllt oder weisen Fehler auf:
    Vorname, Nachname, E-Mail-Adresse und Wohnort

  • Ich erkläre mich mit der Veröffentlichung meiner Frage auf abgeordnetenwatch.de und mit der dauerhaften Archivierung im digitalen Wählergedächtnis einverstanden.
    Die Freischaltung von Fragen kann je nach Nutzeraufkommen u.U. einige Stunden dauern, da alle eingehenden Fragen von einem Moderatorenteam überprüft werden.
    Ich habe den Moderations-Codex gelesen und sichergestellt, dass meine Frage nicht gegen diesen verstößt. Moderations-Codex aufrufen
    Falls meine Frage nicht freigeschaltet werden kann, werde ich darüber von einem Moderator informiert.
    Aus Gründen der Rechtssicherheit wird Ihre IP-Adresse gespeichert, aber nicht veröffentlicht oder an Dritte weitergegeben. Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.