Sehr geehrter Herr

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die Berichte des Weltklimarats haben eindrücklich belegt, dass der Klimawandel bereits Realität ist. In meiner Heimatregion Westmittelfranken hat der Borkenkäfer in von jahrelanger Trockenheit vorgeschädigten Wäldern enorme Schäden verursacht. Das deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat berechnet, dass die Folgekosten des Klimawandels in Deutschland schon in wenigen Jahren auf bis zu 100 Milliarden Euro im Jahr steigen könnten. Das sind rund 1250 Euro für jeden Bürger.
Biogasanlagen stoßen nur das Kohlendioxid aus, das die eingesetzten Pflanzen während ihres Wachstums aufgenommen haben. Durch die Zumischung von Gülle werden hoch klimawirksame Methanemissionen vermieden. Und schließlich ersetzt die Abwärme Öl- und Gasheizungen in benachbarten Gebäuden. Biogasanlagen sind damit ein echter Beitrag zum Klimaschutz.
Biogasanlagen laufen fast das ganze Jahr rund um die Uhr und liefern zuverlässig Strom. Sie können deshalb problemlos den Grundlaststrom aus Kohlekraftwerken ersetzen. Im Landkreis Ansbach stammt bereits mehr als ein Drittel des Stroms aus Biogasanlagen!
Die Fachhochschule und die landwirtschaftlichen Lehranstalten in Triesdorf sind ein renommiertes Kompetenzzentrum für Biogasanlagen. Die Forschung in der geplanten Referenzanlage dient gerade dazu, die Verstromung von Biomasse noch effizienter und naturverträglicher zu machen.
Zu Frage 1: Im Jahr 2007 errichtete Biogasanlagen erhalten für jede ins öffentliche Netz eingespeiste Kilowattstunde Strom zwischen 8,03 und 10,99 ct. Für den Einsatz nachwachsender Rohstoffe wird zusätzlich ein Bonus von 6 ct/kWh und für die Nutzung der Abwärme von 2ct/kWh gezahlt. Maximal Dies sind zusammen maximal 18,99 ct/kWh. Dies entspricht dem durchschnittlichen Haushaltsstrompreis.
Es ist richtig, dass erneuerbare Energien noch über den
Stromerzeugungskosten eines Braunkohlekraftwerks liegen. Vergleicht man regenerativen Strom mit Kohlestrom, kosten die umweltfreundlichen Energien einen typischen Haushalt in Deutschland 22 Euro zusätzlich im Jahr. Die Umweltkosten des Braunkohlestroms sind aber in dieser Rechnung nicht berücksichtigt. Aus volkswirtschaftlicher Sicht sind nicht die erneuerbaren Energien subventioniert, sondern die Verstromung fossiler Energieträger.
Zu Frage 2: Landwirte haben als Energiewirte ein zweites Standbein gefunden. Ich freue mich, wenn ich in Gesprächen mit Landwirten höre, dass ihre Kinder den elterlichen Hof plötzlich wieder als Zukunftschance wahrnehmen. Auch die arbeitsintensive Erzeugung von Lebensmitteln wird wieder angemessen entlohnt. Ich stimme Ihnen aber zu, dass kein übermäßiger Wettbewerb zwischen der energetischen Nutzung von Biomasse und der Produktion von Nahrungsmitteln entstehen darf. Ich setze mich deshalb dafür ein, dass die EU die Reaktivierung von Stillegungsflächen zulässt.
Zu Frage 3: Ich lehne die Nutzung von Palmöl, für dessen Anbau Regenwald gerodet wurde, klar ab. Das Bundeslandwirtschaftsministerium arbeitet an einer Lösung, wie durch strenge Umwelt- und Sozialkriterien der Import von Palmöl beschränkt werden kann. Dieses Zertifizierungssystem wird in den kommenden Monaten vorgestellt.
Zu Frage 4: Mais liefert einen hohen Energieertrag und ist deshalb für die meisten Biogasanlagen ein wichtiger Eingangsstoff. Gerade in Triesdorf wird jedoch die Verstromung von alternativen Pflanzen, wie Amaranth erprobt.
Ich setze mich bei der für dieses Jahr geplanten Überarbeitung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes für einen Kulturlandschaftsfaktor ein, durch den die landeskulturell erwünschte Nutzung von Biomasse mit geringerem Energiegehalt, wie z.B. Mahdgut stärker gefördert wird. Außerdem soll der Bonus für nachwachsende Rohstoffe an die Einhaltung einer bestimmten Fruchtfolge gebunden werden.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Josef Göppel