Jörg van Essen (FDP)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Jörg van Essen
Jahrgang
1947
Berufliche Qualifikation
Jurist, Oberstaatsanwalt a. D.
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Hamm - Unna II
Landeslistenplatz
3, über Liste eingezogen, Nordrhein-Westfalen
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(...) Im Hinblick auf gewaltverherrlichende Computerspiele, die ja auch Thema beim Ratstreffen der Innen- und Justizminister der Europäischen Union in Dresden waren, erlaube ich mir auf eine aktuelle Pressemitteilung meiner Fraktionskollegin Frau Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hinzuweisen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
13.08.2008
Von:
G.

Sehr geehrter Herr van Essen,

Deutschland hat die UN-Konvention gegen Korruption und auch die Antikorruptionskonvention des Europarates unterzeichnet. Keine von beiden hat Deutschland ratifiziert. Der Ratifikation steht die im internationalen Vergleich lasche deutsche Regelung zur Abgeordnetenbestechung (§ 108 e StGB) entgegen. Es überrascht mich, dass Deutschland nicht kann, was offensichtlich die USA, Frankreich, Großbritannien und sogar China und Russland können - diese Staaten haben die UN-Konvention ratifiziert.

Auf welche Weise setzen Sie als Abgeordneter und ehemaliger Oberstaatsanwalt sich persönlich dafür ein, dass der Bundestag die gesetzlichen Regelungen für die Bestechung von Abgeordneten verschärft und Deutschland damit seine internationalen Verpflichtungen erfüllt?

Vielen Dank und freundliche Grüße,
Antwort von Jörg van Essen
1Empfehlung
27.08.2008
Jörg van Essen
Sehr geehrter Herr !

Vielen Dank für Ihre E-Mail zum Thema Korruption. Sie kritisieren in Ihrer Zuschrift die in Ihren Augen im internationalen Vergleich lasche deutsche Regelung zur Abgeordnetenbestechung.

Es ist bekannt, dass ich die Bestimmungen der Konvention gesetzgeberisch wenig gelungen empfinde. Ich verweise insoweit auf meine Antwort vom 11.06.2007 auf diesem Portal. Meine damaligen Sorgen bestehen unverändert.

Seien Sie aber versichert: Ich nehme Zuschriften wie die Ihre sehr ernst. Allerdings muss ich zugeben, dass ich Ihren Hinweis auf China eher befremdlich empfinde. Gerade die aufgezeigte Parallele zum chinesischen Parlament zeigt mir, dass wir bei den Beratungen sehr vorsichtig vorgehen müssen, um nicht am Ende die Freiheit des Mandats zu gefährden. Ein gut gemeinter Weg führt leider nicht immer in die richtige Richtung. Das chinesische Parlament ist für mich jedenfalls nicht das Vorbild einer gelungenen Demokratie, sondern lässt bei mir die Alarmglocken schrillen. Freilich möchte ich damit Ihre Sorge nicht abtun. Eine Gesellschaft ist gut beraten, Korruptionsvorwürfe wie wir sie jetzt z.B. über Siemens lesen können sehr ernst zu nehmen. Es ist gut und vollkommen richtig, das die Öffentlichkeit bei diesem Thema sehr genau hinsieht.

Ich habe übrigens das gute Gefühl, dass wir letztlich das gleiche Anliegen verfolgen: Eine lebendige Demokratie! Da Sie meine frühere Tätigkeit ansprechen: Gerade als früherer Oberstaatsanwalt ist es mir daher um so wichtiger, in der Sache vernünftige Regeln hinzubekommen, die dieses wichtige Gut auch weiterhin garantieren. Bloße Symbolpolitik war nie meine Art.

Noch eines: Weil ich weiß, dass es in der öffentlichen Diskussion auch immer wieder um Lobbyismus als solches geht, möchte ich an dieser Stelle auch auf ein ganz anderes Thema hinweisen: Die Forderung der Linken nach einem verpflichtenden Lobbyisten-Register. Ich glaube, dass manch ein Argument aus meiner Rede im Sommer zeigt, wie leicht der demokratische Diskurs durch solche unbedachte Regeln zu gefährden ist. Ein Link zu meiner Rede habe ich Ihnen eingefügt:

www.joerg-van-essen.de

Mit freundlichen Grüßen

Jörg van Essen, MdB.
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Frage zum Thema Finanzen
22.08.2008
Von:
Uwe

Sehr geehrter Herr van Essen,

die IKB wurde jetzt für einen "niedrigen dreistelligen Millionenbetrag" an den texanischen "Investor" Lonestar verkauft. Entsprechende Berichte finden sich sogar in der Zeitung mit den großen roten Buchstaben. Die Heuschrecken hatten es nicht nötig, die gewünschten 800 Millionen zu bezahlen. Wir haben 10 Miliarden Subvention durch Steuergelder einfließen lassen. Das Geld ist nun weg. So stelle ich mir Steuerverschwendung vor. Lonestar ist bereits dadurch aufgefallen, daß sie Hypotheken aufgekauft hatten. Von denen stammt der Trick, die Grundschuld in voller Höhe einzutreiben, unabhängig von allen bisher geleisteten Tilgungen. Siehe freie Presse, Radio, TV, Managermagizin und Wirtschaftswoche. Dadurch haben nicht nur zahlreiche Deutsche Haus und Hof verloren, es wurden sogar Leute in den Selbstmord getrieben. (ARD MONITOR) Aber das interessiert Finanz- und Wirtschaftsminister nicht, Hauptsache, das Milliardengrab ist ein Jahr vor der Bundestagswahl weg und was wird aus den einfachen Leuten? Wir lassen uns das nicht mehr gefallen und fordern den Gesetzgeber auf, Abhilfe zu schaffen. Eine erste Maßnahme für jeden Hypothekenzahler ist: Sofort die Grundschuld auf ISTWERT bringen. Das kostet beim Notar ungefähr 75 Euro und verhindert schlimmere Ausuferungen. Komisch ist nur, daß die Regierung diesen Hinweis nicht gibt. Warum eigentlich nicht? Wann werden endlich klare präzise Gesetze ohne Wenn und Aber erarbeitet? Das ist lange überfällig, damit zum Wohle des deutschen Volkes Schaden durch unfähige Politiker ferngehalten wird. Hier kann nur m. E. die FDP etwas bewirken. Die unselige SPD/CDU Vereinigung ist nicht im Intreresse einer gesunden Entwicklung.

Was wird Ihre Partei gegen den Mißbrauch von Grundschulden anstreben?

Mit Hochachtung, Uwe
Antwort von Jörg van Essen
bisher keineEmpfehlungen
27.08.2008
Jörg van Essen
Sehr geehrter Herr !

Vielen Dank für Ihre Zuschrift zum Verkauf der IKB. Zu den Vorgängen um die IKB hat sich auch Herr Stein in diesem Forum an mich gewandt. Ich nehme auf meine Antwort Bezug. Meine Fraktion wird auf der bevorstehenden Klausurtagung Mitte September erörtern, ob die Notwendigkeit eines Untersuchungsausschusses besteht. Ich möchte daher an dieser Stelle auch den Käufer Lone Star nicht bewerten.

Gleichzeitig möchte die Gelegenheit aber nutzen, Sie darauf hinzuweisen, dass die FDP-Bundestagsfraktion schon im März einen ganzen Maßnahmenkatalog zum besseren Schutz von Darlehensnehmern vorgelegt hat. So sollte z.B. die Wirksamkeit einer Forderungsabtretung des Darlehensgebers bei vertragsgemäß bedienten Krediten von der Genehmigung der Kreditnehmers abhängen. Die Einzelheiten ergeben sich aus unserem Antrag "Optimaler Darlehensnehmerschutz bei Kreditverkäufen an Finanzinvestoren" (BT-Drs. 16/8548). Ein Link zu unserem Antrag, der eine Vielzahl weiterer Forderungen enthält, habe ich nachfolgend in diese Antwort eingefügt:

dip21.bundestag.de

Sie kritisieren in Ihrer Zuschritt insbesondere unzureichende Information im Umgang mit Grundschulden durch die Bundesregierung. Sie werden verstehen, dass ich mich hierzu kurz fasse: Warum die Bundesregierung keine bessere Aufklärung betreibt, kann nur dort beantwortet werden. Meine Fraktion hat sich nicht nur auf Hinweise und allgemeine Kritik beschränkt, sondern konkrete gesetzgeberische Maßnahmen vorgeschlagen, deren Umsetzung leider an der zögerlichen Haltung der Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD gescheitert ist.

Mit freundlichen Grüßen

Jörg van Essen, MdB,
Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion
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Frage zum Thema Finanzen
22.08.2008
Von:

Sehr geehrter Herr van Essen,

Sie sind oder waren Staatsanwalt. Wird die Staatsanwaltschaft automatisch in der Sache IKB tätig oder muß ich als Privatperson eine Anzeige wegen Vernichtung von Volksvermögen? Hintergrund ist die Finanzspritze der IKB, die nunmehr laut Handelsblatt für magere 400 Mio. € verramscht wurde. Die IKB war zu ihrer besten Zeit 3 Milliarden Wert. Der Bund hielt 38,5 % daran. Jetzt hat er über 10 Milliarden Steuergelder hineingepumpt und die KfW ruiniert, um dann die IKB für 400 Mio zu verschleudern ! Ein Untersuchungsausschuß soll mit allen Mitteln verhindert werden?

10 Milliarden verschwendet, wofür? Für das Gesichtwahren der beteiligten Politiker?
Wie geht das mit einer Anzeige, damit ein Untersuchungsausschuß tätig wird?

Mit freundlichen Grüßen, Steuerzahler ieh-mail@arcor.de

Antwort von Jörg van Essen
1Empfehlung
27.08.2008
Jörg van Essen
Sehr geehrter Herr !

Vielen Dank für Ihre Zuschrift zur IKB-Krise. Ich verstehe Ihren Ärger nur zu gut. Es ist ein Skandal, in welchem Maße hier Steuergelder verbrannt wurden. Ganz zurecht hat unser Partei- und Fraktionsvorsitzender Dr. Guido Westerwelle kürzlich in der ARD bekräftigt, dass es falsch ist, wenn sich der Staat zum Bankier erhebt. Das ist Aufgabe von Privaten!

Ich selbst habe noch Mitte des Monats bekräftigt, dass für die FDP-Bundestagsfraktion auch ein Untersuchungsausschuss zur IKB-Affäre weiterhin eine Möglichkeit bleibt. Gleichzeitig hängt es jetzt von der Bundesregierung ab, ob es diesen Untersuchungsausschuss geben wird. Wir werden genau prüfen, inwieweit diese unsere Fragen auch ohne das scharfe Schwert eines Untersuchungsausschusses beantwortet. Ein Untersuchungsausschuss ist - auch in Anbetracht der knappen Zeit einer zu Ende gehenden Legislaturperiode - kein Selbstzweck.

Meine Fraktion wird auf der bevorstehenden Klausurtagung Mitte September erörtern, ob die Notwendigkeit eines Untersuchungsausschusses besteht. Wir werden schnell handeln können: Die Vorbereitungen für eine entsprechenden Untersuchungsauftrag laufen seit geraumer Zeit, um einen entsprechenden Beschluss auch zeitnah umsetzen zu können. Wir haben bereits vor der parlamentarischen Sommerpause beschlossen, in Gespräche mit den anderen Fraktionen über die Notwendigkeit eines Untersuchungsausschusses und gegebenenfalls die Formulierung eines Untersuchungsauftrages einzutreten. Ein Link zu der entsprechenden Pressemitteilung finden Sie nachfolgend:

www3.fdp-fraktion.de

Bitte haben Sie Verständnis, dass ich mich auf eine politische Bewertung der Vorgänge beschränke und keine rechtliche Bewertung aus Sicht meiner früheren Tätigkeit als Oberstaatsanwalt abgeben möchte. Die Politik tut in meinen Augen gut daran, die Gewaltenteilung zu beachten. Es ist allein Sache der zuständigen Staatsanwaltschaft, die Vorgänge unter strafrechtlicher Sicht zu beleuchten.

Übrigens: Das Einsetzen eines Untersuchungsausschusses ist mit Hürden verbunden: Um einen Untersuchungsausschuss einzusetzen, muss ein Viertel der Mitglieder des Bundestages dafür stimmen. Über dieses notwendige Quorum verfügen die drei Oppositionsfraktionen gemeinsam im Parlament. Eine Anzeige eines Bürgers reicht also nicht. Gleichzeitig können Sie sich aber jederzeit an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages wenden.

Eines möchte ich nicht verhehlen: Mich freut Ihre Zuschrift, da diese mir - ebenso wie viele ähnliche Zuschriften - deutlich zeigt, dass die Bürger ganz genau hinsehen, wie mit ihren Steuergeldern umgegangen wird. Die FDP mahnt seit jeher zu einem ordentlichen und überlegten Umgang mit Steuergeldern!

Mit freundlichen Grüßen

Jörg van Essen, MdB,
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Frage zum Thema Wirtschaft
21.09.2008
Von:

Sehr geehrter Herr van Essen,

die Nationaldruckerei wurde an PRIVAT verkauft und zurückgekauft.
Wissen Sie, welche Nationalität die Käufergemeinschaft hatte?

Kann man es ausschließen, daß für einen gewissen Eigennutz Pässe und vielleicht auch Noten gedruckt wurden?
Die Kontrollmechanismen würden mich doch sehr interessieren.
Die Versuchung ist groß.

War der Verkauf überhaupt sinnvoll unter Hans Eichel? Wurde da etwa sogar MINUS gemacht?

Kann die FDP in dieser Sache recherchieren oder ist das zu brisant?

Der gebeutelte Steuerzahler , Bernhard
Antwort von Jörg van Essen
1Empfehlung
09.10.2008
Jörg van Essen
Sehr geehrter Herr !

Vielen Dank für Ihre Zuschrift, auf die ich Ihnen gerne antworte:

Der unter Rot-Grün initiierte Verkauf an den Investor Apax (Sitz in London) war seinerzeit einzig fiskalisch motiviert. Hans Eichel wollte das schnelle Geld zum Stopfen von Haushaltslöchern. Der Verkauf ging an einen Investor, der von der SPD selbst gern als Heuschrecke bezeichnet wird.

Aus heutiger Sicht kann dieser Verkauf als weitgehend gescheitert angesehen werden. Statt der damals von Apax angekündigten 25% Umsatzrendite bei 820 Mio € Umsatz wies der Konzern seinerzeit 400 Mio € Verlust aus. Zudem wurden dem Finanzinvestor rd. 250 Mio € des Kaufpreises gestundet; auf die Zahlung wartet der Bund bis heute noch. Weitere 450 Mio. € Kredit finanzierte die Hessische Landesbank. Der Schuldenberg wurde nicht Apax aufgebürdet, sondern mit dem Segen der Rot-Grünen Regierung musste die Bundesdruckerei jährlich fortan 75 Mio € Zinsen und Tilgung leisten. Diese Altlasten wirken bis heute nach.

Allerdings konnte die Krise durch eine verdeckte Rückabwicklung der Privatisierung bereinigt werden. Apax verkaufte seine Anteile für 1 € an zwei Treuhandfirmen.

Übrigens: Die FDP hat diesen Verkauf an den damaligen Investor abgelehnt.

Mit freundlichen Grüßen

Jörg van Essen, MdB,
Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion
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Frage zum Thema Gesundheit
11.10.2008
Von:

Sehr geehrter Herr van Essen,

als besorgte Mutter möchte ich Sie nicht mit wilden Verschwörungstheorien belästigen, ich habe eher etwas fundiertes Material vorliegen.

Als erstes: wenn Autoabgase schon in allen Dimmensionen vom Gesetzgeber als krankmachend, krebserregend und allgemein ungesund angesehen werden (ganz besonders Dieseltreibstoffe), dann muß dieser auch gegen übermäßige Verbrennungsrückstände der Luftfahrt Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Kerosin ist dem Diesel sehr ähnlich und erhält Zuschlagstoffe, die ich nicht im Kaffee haben möchte.

Jemand kann meine Beobachtungen bestätigen und hat unter chemtrails.de Fotos über dem Hammer Stadtgebiet geschossen. Siehe auch www.chemtrails.de

Ich komme zur Frage: Kann der Gesetzgeber die Gafahrlosigkeit dieser Abgase feststellen lassen oder hat er das bereits getan? Reine Wasserstreifen lösen sich auf, diese neue Art bleibt stundenlang stehen. Das macht mir Angst. Gibt es eigentlich einen signifikanten Anstieg von Atemwegserkrankungen?

Ich wäre sehr beruhigt, allein deshalb weil ich keinen Verschwörungstheorien aufsitzen möchte. Nachdenklich stimmt mich jedoch diese Vernebelung des Himmels dennoch.

Ich bitte im Interesse meiner Zwillinge um Rat undHilfe,

Antwort von Jörg van Essen
3Empfehlungen
15.10.2008
Jörg van Essen
Sehr geehrte Frau ,

Ihre Sorge um das Wohl Ihrer Kinder verdient allen Respekt. Ich möchte zu Ihren Fragen kurz Stellung nehmen.

Die mit dem weltweiten Klimawandel verbundenen Herausforderungen sind der FDP-Bundestagsfraktion durchaus bewusst. Der Klimawandel sowie dessen Ursachen und Wirkungen stellen eine globale Herausforderung dar, der die internationale Staatengemeinschaft mit weltweit ansetzenden Maßnahmen begegnen muss. Insbesondere die Klimawirksamkeit des Luftverkehrs beruht zum überwiegenden Teil (zu etwa 60 Prozent) auf CO2-Emissionen. Darüber hinaus sind auch die Treibhauswirkungen von Wasserdampf sowie die Reaktionsprodukte von Stickoxidemissionen (Ozon und Methan) von Bedeutung. Eine gewisse Rolle spielen ferner Ruß- und Sulfataerosole, während die Treibhauswirkung von Kondensstreifen und Zirruswolken noch nicht hinreichend geklärt ist. Neben den unterschiedlichen emittierten Substanzen ist zu berücksichtigen, dass sich die Entstehungsmechanismen und Wirkungen der treibhauswirksamen Substanzen in mehr oder weniger großer Flughöhe teilweise erheblich von denen bodennaher Emissionen unterscheiden. Ein wirksames und zugleich wirtschaftliches Emissionshandelssystem für den Luftverkehr sollte entsprechend der tatsächlichen Klimawirksamkeit des Luftverkehrs differenziert ausgestaltet sein und sowohl unterschiedliche Emissionen als auch die Verschiedenartigkeit der Entstehungsmechanismen und Wirkungen berücksichtigen.

Zu den in Ihrer E-Mail angesprochenen „Chemtrails“ kursieren im Internet eine Reihe obskurer Verschwörungstheorien. Es gibt derzeit keine Anhaltspunkte, dass die Angelegenheit ernsthaften Anlass zur Sorge gibt. Sie erhalten auf diesem Wege eine Stellungnahmen des Umweltbundesamtes und eine Stellungnahme des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit die sich mit diesem Thema wissenschaftlich auseinandersetzen.

In der Hoffnung, Ihnen auf diesem Wege weitergeholfen zu haben verbleibe ich

Mit freundlichen Grüßen

Jörg van Essen, MdB
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