Jörg Rupp (DIE GRÜNEN)

Jörg Rupp
Jahrgang
1966
Berufliche Qualifikation
IT- System- Kaufmann
Ausgeübte Tätigkeit
Sozialpädagoge
Wohnort
76316 Malsch
Wahlkreis
Karlsruhe-Land
Ergebnis
10,1%
Landeslistenplatz
20, Baden-Württemberg
(...) Für mich steht außer Frage, dass der grüne Kandidat auch die Erststimmen haben sollte. Und ein kleiner Nachsatz: angesichts dessen, was uns an sozialen Einschnitten von einer schwarz-gelben Regierung erwartet, von den Unabwägbarkeiten in der Atomfrage ganz abgesehen, halte ich den Begriff "Tigerentenkoalition" für zu verniedlichend. Atomkoalition träfe es besser. (...)
 
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Frage zum Thema Bildung und Kultur
25.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Rupp,

was genau verstehen Sie unter dem Ziel "gemeinsames Lernen bis Klasse 9"? Die Grundschule quasi von 4 auf 9 Jahre verlängern und erst danach in weiterbildende Schulen aufteilen? Wie soll das funktionieren? Ich meine, wir haben unser jetziges System, also nach der 4. Klasse trennen, ja nicht ohne Grund irgendwann einmal eingeführt oder? Gehen Sie davon aus, dass durch den neuen Weg mehr Schüler die Möglichkeit auf einen höheren Bildungsabschluss haben?

Und was hat es mit der breiten öffentlichen Debatte über Computer- und Killerspiele auf sich? Vielen deutschen Bürgern wird klar sein, dass das eigentliche Problem nicht in ein paar popeligen Spielen liegt, sondern schon in dem Grund, weshalb Kinder in diese virtuelle Welt flüchten, bzw. was sie aus der realen Welt heraustreibt. Mir scheint, die Einzigen, die das noch nicht so sehen, sind Politiker... Was genau haben Sie da also vor, wenn Sie sagen, dass ein reines Verbot Quatsch wäre?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Jörg Rupp
1Empfehlung
25.09.2009
Jörg Rupp
Sehr geehrte Frau ,

gemeinsames Lernen bis Klasse 9 (oder 10):
Kinder sollen nicht schon in der Grundschule unter einen solchen Leistungsdruck gesetzt werden, nur damit sie in der 4. Klasse selektiert - und gedemütigt werden. Gemeinsamer Unterricht bis zur 9. (oder 10. Klasse) bedeutet auch, dass mehr Raum bleibt für individuelle Förderung. Studien an Modellschulen und aus dem Ausland zeigen, dass alle SchülerInnen von einem solchen längeren gemeinsamen Lernen profitieren - und das Vorurteil, die Schwächeren würden die Stärkeren "nach unten" ziehen, tatsächlich auch ein Vorurteil ist, das keiner ernthaften Untersuchung stand hält. GEW und Grundschulverband, die Waldorfschulen, der Landesjugendring, der Landesfamilienrat, der DGB und das Diakonische Werk Württemberg und neben und nach uns GRÜNEN auch die SPD sehen das so und ähnlich. Viele weitere Informationen finden Sie unter www.in-einer-schule-gemeinsam-lernen-bw.de .

Computerspiele:
"Flüchten" denn diese Kinder tatsächlich? Ich glaube, nicht mehr oder nicht weniger als wir früher geflüchtet sind. Nur gehts halt heute woanders hin. Die Möglichkeiten sind andere als früher, die Effekte die selben. Früher saß einer tagelang im Keller, um mit Papmachée seine Eisenbahn zu gestalten, heute macht sein Kind das am PC - früher spielten wir Winnetou - heute halt am PC - online, vernetzt und mit Teamspeak (und andere Systeme) auch mit Kommunikation. Die Problematik liegt für mich vor allem tatsächlich in der Gewaltdarstellung bei den sogenannten "Killer"spielen , weswegen ich diese Spiele für mich persönlich ablehne (ich hab früher auch kein Risiko gespielt). Darüber hinaus fördert es militaristisches Denken bei den Jugendlichen - auch das lehne ich ab. Lösungsmöglichkeiten, die nur auf Gewalt beruhen, sind zwar eigentlich verboten - die von den Spielen anderen angebotenen Möglichkeiten spielt aber faktisch keiner. Darüber hinaus wissen wir alle, die wir schonmal vor irgendeinem Film das Taschentuch gezückt haben um die emotionalen Wirkungen von fiktiven Gegebenheiten. Aus diesen Grünen würde ich nun aber nicht ableiten wollen, sogenannte "Killer"spiele verbieten zu müssen. Ich finde, es gibt eine Reihe von Gefahren - nicht zuletzt Suchtgefahren -, die durch intensives Computerspielen entstehen können. Die Schwere der Gefahr liegt aber auch am/n der individuellen SpielerIn. Wenn ich also Verbote für Quatsch halte, dann möchte ich erreichen, dass man mit den SpielerInnen gemeinsame Lösungen und Informationen findet, der der Sorge gerecht wird.

LAN-Parties sollten dauerhaft von Informationsveranstaltungen begleitet werden. Dazu gehören Informationen zu den Gefahren, die Erinnerung daran, dass Spielehersteller auch Geld verdienen möchten und schon dafür sorgen, dass Online-Zeit, Spielzeit lange andauert. Ich anerkenne, dass mit dem Verband der ComputerspielerInnen auch ein Ansprechpartner da ist, dem klar geworden ist, dass diese Informationen und Debattenbereitschaft auch von den SpielerInnen kommen muss. Dass ich meine Kinder gern lieber draußen in der Natur als vor dem PC sähe, ist dabei sicherlich verständlich. Dass die das nicht immer so machen, für mich dabei aber klar. Ich halte dabei Verharmlosung - Vergleiche mit Schach oder ähnliches - ebenso für falsch wie eine einseitige Verteufelung.

Mit freundlichen Grüßen

Jörg Rupp
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Frage zum Thema Rolle der Regionen und Kommunen
26.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Rupp,

im Kandidaten-Check unter dem Punkt "Länderfusion" sprechen Sie sich dafür aus, die Stadtstaaten abzuschaffen.
Warum?
Antwort von Jörg Rupp
bisher keineEmpfehlungen
26.09.2009
Jörg Rupp
Sehr geehrter Herr ,

schön dass Sie den Kandidatencheck gemacht haben und danke für Ihre Frage. Ich denke, dass wir zuviele Bundesländer haben, die vervielfachten Funktionen kosten immense Steuergelder. Gerade Stadtstaaten und kleine Bundesländern profitieren auch überdimensional vom Lastenausgleich, den ich grundsätzlich für richtig und wichtig halte. Als ersten Schritt schlage ich daher vor, die Stadtstaaten abzuschaffen und an eines der umliegenden Bundesländer anzugliedern. Die Stadtstaaten als kleinste Einheiten sind meines Erachtens nicht mehr zu vertreten, ihre scheinbare Unabhängigkeit ein unnötiger Ballast. Auch die Fusion anderer, kleinerer Bundesländern könnte man sich vorstellen - so bspw. eine Vereinigung von Saarland und Rheinland-Pfalz. Allerdings sollte das alles nicht ohne einen Bürgerentscheid passieren. Da mag es dann passieren, dass das abgelehnt würde - aber das ist Demokratie. Trotzdem glaube ich, dass ein solcher Schritt überfällig ist.

Mit freundlichen Grüßen
Jörg Rupp
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