Sehr geehrter Herr

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Sie haben auf Ihre Anfrage ja gleich eine Petition folgen lassen, für die ich im Eingabenausschuss der Bürgerschaft als Berichterstatter bestimmt wurde. Nachdem die Antworten des Senats vorlagen habe ich eine "Senatsbefragung" im Ausschuss erbeten, weil die Antworten im schriftlichen Verfahren nicht ausreichten, damit ich mir ein umfassendes Urteil erlauben konnte. Deshalb antworte ich Ihnen erst jetzt, nachdem die Anhörung erfolgt ist, auf Ihre hier in diesem Forum gestellten Fragen:
Im Rahmen des Fahrradforums wurde übereinstimmend, also auch mit den Vertretern des ADFC gemeinsam festgestellt, dass auf der Grundlage des "Veloroutenkonzepts", welches selbstverständlich in der Zuständigkeit der Fachbehörde für ganz Hamburg entwickelt wird, in den Bezirken eigene, feinere Netze weiter entwickelt werden. Dies ist zum Teil dem Umstand geschuldet, dass eine hamburgische Fachbehörde nicht stadtweit dieselbe genaue Ortskenntnis haben kann, wie sie die Bezirke haben. In der alltäglichen Benutzung des Fahrrads ist aber auch die Gestaltung der Wege z.B. zur Schule oder zum Markt wesentlich entscheidender, als die Frage eines übergeordneten Fahrradroutennetzes durch die ganze Stadt.
Dazu kommt, dass mit der Bezirksverwaltungsreform auch erreicht werden sollte, Zuständigkeiten klarer zuzuordnen als bisher. Nun bestehen deutlich klarere Zuständigkeiten entweder bei der landesweiten Fachbehörde oder bei den Bezirken. Damit soll auch erreicht werden, dass sich Betroffene mit ihren lokalen Problemen zunächst an die Bezirke wenden können und es dort auch eine klar definierte Zuständigkeit und Handlungsmöglichkeit gibt.
Letztlich ist für eine erfolgreiche Radverkehrsförderung auch wichtig, dass sich die Bezirke nicht etwa übergangen fühlen und daraus das Gefühl entwickeln, nicht selber aktiv mitwirken zu können bzw. zu müssen. Aus diesen drei Gründen halte ich es für unabdingbar, die Bezirke in Fragen der Radverkehrsförderung aktiv zu beteiligen.
Selbstverständlich wäre es fragwürdig, wenn Bezirke nur so gering bemessene Mittel erhielten, dass auf dieser Basis keine wirksamen Maßnahmen ergriffen werden könnten und es ist auch überlegenswert, den Bezirken über die "Grundmittel" hinaus z.B. in einem Wettbewerbsverfahren die Möglichkeit zu geben, sich mit kreativen Vorschlägen um begrenzte zusätzliche Mittel zu bewerben. Ein Verfahren, bei denen ganze Bezirke aber völlig "leer" ausgehen, kann aber nun wirklich nicht dazu führen, dass überall in der Stadt mehr Fahrrad gefahren wird. Das aber ist und bleibt mein Ziel.
Vollkommen richtig finde ich Ihre Anregung, die Vorhaben der Bezirke fachlich und in Bezug auf die Verkehrssicherheit bei den zuständigen Landesbehörden prüfen zu lassen - und zwar ausdrücklich vor der Beschlussfassung in den Bezirken.
Mit freundlichen Grüßen
Jörg Lühmann