Jörg Länge (ÖDP)
Kandidat Landtagswahl Baden-Württemberg 2011
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Jörg Länge
Geburtstag
08.03.1943
Berufliche Qualifikation
Sonderschullehrer
Ausgeübte Tätigkeit
Sonderschullehrer i.R.
Wohnort
89143 Blaubeuren
Wahlkreis
Ehingen , Stimmen (Wahlkreis): 1.006
(...) Da in Europa die Flächen für Agrotreibstoffe natürlich bei weitem nicht ausreichen, werden die Energiepflanzen großenteils aus Ländern wie Brasilien oder Indonesien importiert werden müssen. (...)
 
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Frage zum Thema Verkehr und Mobilität
25.02.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Länge,

was halten Sie von der Beimischung von Biokraftstoffen, z.B E10?

Grüße
Antwort von Jörg Länge
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02.03.2011
Jörg Länge
Beimischung von Biokraftstoff

Seit kurzem ist das Angebot von Benzin mit der Beimischung von 10 Prozent Biokraftstoff (E-10) an allen deutschen Tankstellen verpflichtend. Nach EU-Vorgaben sollen dem Benzin aus Klimaschutzgründen zehn Prozent Bioethanol aus Mais, Getreide, Zuckerrohr oder Zuckerrüben beigemischt werden. Bis 2020 sollen in der EU dem Benzin sogar 20 Prozent Biokraftstoffe beigemischt werden.

Den Menschen wird dabei vermittelt, dass sie beim Tanken von E-10-Sprit umweltfreundlich Auto fahren.
Die in Brüssel ansässigen europäischen Umwelt- und Entwicklungsorganisationen haben jedoch die vollständigen Klimaeffekte durch den Einsatz nachwachsender Kraftstoffe untersucht und festgestellt, dass der Einsatz von Agrarkraftstoffen dem Klima nicht nützt, sondern erhebliche Nachteile mit sich bringt.
Da in Europa die Flächen für Agrotreibstoffe natürlich bei weitem nicht ausreichen, werden die Energiepflanzen großenteils aus Ländern wie Brasilien oder Indonesien importiert werden müssen. Weil laut Gesetz keine Regenwälder für Agrarkraftstoff gerodet werden dürfen, wird ein verhängnisvoller Verdrängungswettbewerb in Gang gesetzt: Biomasse für die Kraftstoffe wird auf bestehenden Plantagen angebaut, für die Nahrungserzeugung werden dafür aber neue Gebiete gerodet.
Die Studie belegt eindeutig, dass sich durch diese indirekte Landnutzung eine deutlich schlechtere Klimabilanz ergibt, als beim Sprit aus Erdöl.

Der wirksamere Weg zu einer klimafreundlicheren Mobilität wäre eindeutig, die rasche Entwicklung von energieeffizienteren Autos. Diese Entwicklung haben unsere Konzerne auch mangels unzureichender politischer Vorgaben bisher leider weitgehend verschlafen.

Dazu müssen alle Möglichkeiten der Verkehrsverlagerung auf klimafreundlichere Verkehrsmittel wie Fahrrad, Bus und Bahn und das Schaffen von Siedlungsstrukturen, die weniger Verkehr erzeugen, genutzt werden. Ganz wichtig ist auch, dass sich jeder Einzelne überlegt, ob wirklich jede Autofahrt nötig ist.

Die gegenwärtige Preispolitik an den Tankstellen ist mehr als ärgerlich. Die herkömmlichen Benzinsorten werden verteuert, so dass mehr E-10-Sprit verkauft wird. Dazu wird meist nicht darauf hingewiesen, dass mit E-10 der Spritverbrauch um ca 3 Prozent höher ist als beim herkömmlichen Superbenzin, was den Preisvorteil natürlich relativiert. Die aggressive Preispolitik zugunsten des Biosprits hängt natürlich v.a. damit zusammen, dass die Mineralölkonzerne gesetzlich verpflichtet sind, einen bestimmten Anteil an Biokraftstoff zu verkaufen.

(Die Informationen für diese Antwort habe ich teilweise der Mitgliederzeitschrift des VCD entnommen.

Mit freundlichen Grüßen

Jörg Länge
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Frage zum Thema Gesellschaft
20.03.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Länge,

ich finde das ÖDP-Programm ja ganz gut, aber wie erklären Sie sich, dass die ÖDP seit mehr als 20 Jahren immer noch sehr klein und unbedeutend ist sowie in keinem Landesparlament vertreten ist?

Mit freundlichen Grüßen,

Antwort von Jörg Länge
bisher keineEmpfehlungen
22.03.2011
Jörg Länge
Sehr geehrter Herr ,

Ich antworte gerne auf Ihre Frage, denn ich stelle diese auch mir selbst. Seit mehr als 20 Jahren arbeite ich politisch in der ÖDP. Lohnt sich der Einsatz? Bis jetzt gelang doch immer noch nicht der große Durchbruch.

Der Hauptgrund ist meiner Meinung nach, dass die ÖDP den Bürgern nicht nach dem Mund redet, und den Wählern keine falschen Versprechungen macht.
Die ÖDP sagt den Menschen die unangenehme Wahrheit, dass unser bisheriger Lebensstil und unser Wirtschaften weder umwelt- noch sozialverträglich, noch generationengerecht, noch nachhaltig sind.. Die Politiker der etablierten Parteien versprechen die Lösung fast aller Probleme in einem immerwährenden Wirtschaftswachstum. "Immer mehr, immer höher, immer schneller heißen die Parolen" obwohl sie genau wissen, dass das auf einer begrenzten Erde nicht möglich ist. Die ÖDP ist die einzige Partei, die seit ihrer Gründung diesen Glauben an ein unendliches Wirtschaftswachstum als Quelle menschlichen Glücks entlarvt und auf die "Grenzen des Wachstums" hinweist, natürlich nicht zur Freude vieler Bürger.
Außerdem würde die Übertragung unseres verschwenderischen Wirtschafts- und Lebensstils weltweit unsere Lebensgrundlagen noch schneller zerstören, also müssen wir doch unseren Lebensstil verändern.
Natürlich kann die Abkehr von der heutigen Wachstumspolitik mit dem BIP als Maßstab nicht ohne Abkehr von lieb gewordenen Gewohnheit vonstatten gehen, und wer macht das schon gerne.
Als Beispiel nenne ich die Energieproblematik. Wir brauchen zwar mehr Effizienz und Erneuerbare Energien, aber ohne Suffizienz, also sparsameren Umgang mit Energie, werden die Erfolge durch Mehrverbrauch gleich wieder zunichte gemacht (Rebound-Effekt).
Oder erfordert eine nachhaltige Mobilität neben CO²-armen Autos genau so, unser Verhalten zu ändern, also weniger Auto zu fahren, mehr öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Dazu gehört auch die ÖDP-Forderung nach einem Tempolimit, um sofort eine ganze Menge Energie zu sparen Damit verprellt man natürlich die Bürger, die freie Fahrt für freie Bürger fordern.
Ich denke an diesen Überlegungen ist deutlich geworden, dass die ÖDP mit ihren Forderungen nach einer Wende in Politik, Wirtschaft und Lebensstil viele Menschen nicht gerade vom Hocker reißt. Die ÖDP will jedoch zu einem langfristigen Bewusstseinswandel beitragen, auch wenn sie damit keinen kurzfristigen Erfolg hat.

Um ihre Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit zu bewahren ist die ÖDP auch die einzige Partei, die laut Satzung Firmenspenden ablehnt, auch wenn dadurch ihr finanzieller Spielraum für Öffentlichkeitsarbeit sehr eingeschränkt wird. So bestreitet unser Kreisverband (Ulm/Alb-Donau) seinen Wahlkampf für zwei Wahlkreise mit nur1600 €.

Auch wenn die ÖDP bisher an der 5 %Klausel gescheitert ist, kann sie dennoch einiges bewegen. v.a. auf kommunaler Ebene wo ca 400 ÖDP-Mandatsträger in Gemeinderäten und Kreistagen sowie als Bürgermeister, tagtäglich einiges politisch bewegen. Auch außerparlamentarisch hat die ÖDP schon einige Erfolge vorzuweisen, z.B .beim erfolgreichen Nichtraucherschutz-Volksbegehren in Bayern. Als wichtigste Aufgabe sieht die ÖDP, dass sie immer wieder laut und deutlich ihre Stimme erhebt und sowohl Grüne als auch CDU oder SPD immer wieder mal zum Nachdenken bringt, auch wenn diese Stimme zum Teil gezielt unterdrückt wird.

Wer möchte, dass die ÖDP den Mut hat, weiter zu machen, sollte auch die ÖDP wählen, damit ihre Stimme weiterhin in der Öffentlichkeit gehört werden kann.



Mit freundlichen Grüßen

Jörg Länge
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