Joachim Günther (FDP)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Joachim Günther
Jahrgang
1948
Berufliche Qualifikation
Diplom Ingenieur, Parlamentarischer Staatssekretär a. D.
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Vogtland - Plauen
Landeslistenplatz
1, über Liste eingezogen, Sachsen
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(...) Als mich am 19. Februar 2009 in Berlin die Nachricht erreichte, dass Enka ihr Unternehmen in Elsterberg schließen wird, war ich entrüstet und erschüttert. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Fragen an Joachim Günther
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
09.12.2006
Von:

Sehr geehrter Herr Günther,

die Bundesrepublik ist seit 2002 seitens der EU aufgefordert, das Schornsteinfegermonopol (es verstößt u.a. gegen die Niederlassungsfreiheit) abzuschaffen.
Millionen Eigentümer und Mieter ärgern sich seit Jahren über die Machenschaften der Schornsteinfeger, die für Scheindienstleistungen wie das Kehren sauberer Schornsteine (ein Gasschornstein produziert keinen Ruß) oder das Bemessen bereits vermessener Anlagen, beim Bürger Entgelte erpressen. Jedes Jahr fließen so 2,2 Milliarden Euro in die Taschen der Schornsteinfeger.
Lesen Sie im BISchG, hier § 52 (4) nach. Dort steht - sinngemäß - daß der Betreiber einer nicht beanstandeten Anlage die Kosten hierfür nicht zu übernehmen hat. Trotzdem ignorieren das die Schornsteinfeger und deren Aufsichtsbehörden!
Es ist ein Skandal, daß ein Schornsteinfeger mehr Rechte als die Polizei hat. Grund ist ein aus dem Jahr 1933 bis heute geltendes Schornsteinfegergesetz, das den 16.000 Schornsteinfegern in diesem Land paradiesische Zustände beschert, gänzlich ohne Wettbewerb!
Wie kann es sein, daß das Schornsteinfegergesetz festlegt, Grundrecht aus dem Grundgesetz, hier Artikel 13, einfach außer Kraft zu setzen?
Was tun Sie ganz konkret, um diesem Skandal ein Ende zu bereiten. Für einfachste Tätigkeiten wie das Kehren von Schornsteinen benötigt ein modernes Industrieland kein Monopol aus der Nazizeit! Es ist heute nicht vermittelbar, den Bürgern zwangsweise Scheindienstleistungen durch die Schornsteinfeger aufzubürden, wo an anderen Stellen der Staat an die Eigenverantwortung der Bürger appelliert!
Ebenso wie wir keinen Bezirkselektrikermeister haben brauchen wir keinen Bezirksschornsteinfegermeister!
Bis zum 17.12. ist die Bundesregierung aufgefordert, das Schornsteinfegermonopol aufzuheben, sonst droht ein Vertragsverlertzungsverfahren. Wie man hört, sollen lediglich kosmetische Korrekturen an der heitigen Regelung vorgenommen werden. Wer hat in diesem Land Angst vor den Schornsteinfeger?
Antwort von Joachim Günther
3Empfehlungen
26.04.2007
Joachim Günther
Die Antwort von Joachim Günther lautet:

"An der in Deutschland geltenden Regelung muss etwas geändert werden, weil auch hier geltendes EU-Recht zu beachten ist. Die FDP-Fraktion im Deutschen Bundestag mahnt das seit langem an. Doch das Schornsteinfegermonopol abschaffen kann am Ende nur die Bundesregierung. Und sie ist es auch, die eine Übergangsregelung schaffen muss."

Herzliche Grüße
Daniela Hommel-Kreißl
Pressesprecherin des MdB Joachim Günther
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Frage zum Thema Verwaltung und Föderalismus
13.12.2006
Von:

Sehr geehrter Herr Günther,

wie jedes Jahr ärgere ich mich über die Zwangsmitgliedschaft in einer IHK, die für mich nichts Sinnvolles tut.
Jedes Jahr werden Beiträge erhoben, ohne Leistungen zu erbringen - ist dies ein Selbstbedienungsladen? Gerne bezahle ich für Dienstleistungen, die ich dort in Anspruch nehmen würde, so ich sie benötige.
Aber so einfach Geld berappen, sozusagen als Strafe dafür, dass ich mich Selbständig gemacht habe, sehe ich nicht ein.
Es war auch irgendwann einmal die Rede davon Verwaltung, Papierkrieg und viele andere Bürokratie zu vereinfachen, zu verringern, nur gesprürt davon haben wir nichts.
Was unternehmen Sie für freie Bürger und Kammergeschädigte?
Für eine Antwort wäre ich sehr verbunden, am Besten mit dem Bescheid, dass es für "freie" Bürger keinen Kammerzwang geben kann.
Antwort von Joachim Günther
2Empfehlungen
26.03.2007
Joachim Günther
Antwort auf die Anfrage von aus Plauen: Abschaffung der IHK

"Die Industrie- und Handelskammern (IHK) nehmen aus meiner Sicht sehr wichtige Aufgaben wahr. Und davon profitieren alle Mitgliedsbetriebe. Man denke nur an den gesamten Ausbildungsbereich oder daran, dass seitens der IHK Auslandsbüros aufgebaut werden. Diese Büros sind für deutsche Unternehmer erste Anlaufstellen, wenn sie Kontakte zu Firmen im Ausland aufbauen und sich so weitere Standbeine schaffen wollen.

Die IHK stellt eine Selbstverwaltung dar. Und ich denke, dass die Selbstverwaltung in dem Fall besser funktioniert, als es eine übergeordnete staatliche tun würde. Denn genau das ist ja die Alternative zur Abschaffung der IHK – eine den Unternehmern vor die Nase gesetzte staatliche Verwaltung.

Dass es Strukturreformen innerhalb der IHKs geben muss, ist völlig klar. Und ich denke, dass man da in den meisten dieser Institutionen bereits auf einem guten Weg ist."
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
26.06.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Günther,

welcher Abgeordnete Ihrer Fraktion beschäftigt sich mit der Abwehr der global tätigen Scientology- Organisation, insbesondere mit dem "World Institute of Scientology Enterprises" (WISE) und dem Privat - Geheimdienst OSA?


Mit freundlichen Grüßen
W.
Antwort von Joachim Günther
1Empfehlung
28.06.2007
Joachim Günther
In diesem Fall wenden Sie sich bitte an die innenpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion Gisela Piltz, die auch Mitglied im Innenausschuss des Bundestages ist. Frau Piltz und ihre Mitarbeiter werden sich bemühen, Ihre Fragen zu beantworten. Kontakt bekommen Sie entweder per E-Mail gisela.piltz@bundestag.de oder unter Tel.-Nr. 030/22771388.
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
13.08.2007
Von:
uwe

Sehr geehrter Herr Günther,

1. Ist Ihrer Meinung der Verkauf von 49% der DB notwendig, wenn ja warum?
Es wird in der Öffentlichkeit kommuniziert dass sich die Leistungsfähigkeit der Bahn im Fernverkehr, in den Nebenstrecken, im nationalen und internationalen Wettbewerb verbessern soll.

2. Warum sollten private Investoren Gewinne aus dem internationalen Logistikgeschäft nutzen um deutsche Nebenstrecken zu unterstützen und den deutschen Pendlern preiswertere und attraktive Angebote in der Fläche zu unterbreiten?

3. Kennen Sie potentielle Investoren und deren Vertreter?
Der Bund kann das Netz durch Zahlung eines Wertausgleichs wieder unter seine Kontrolle bringen. Der Wertausgleich wird teilweise doppelt so hoch wie der geplante Verkaufserlös geschätzt?

4. Würden Sie darin einen Verkauf des Netzes durch die Hintertür sehen?

5. Sind Sie dafür bei Verkauf sofort Rücklagen für den später eventuell zu zahlenden Wertausgleich zu bilden?

6. Kennen Sie das britische privatisierte Eisenbahnsystem persönlich?

7. Glauben Sie das eine privatisierte DB zu mehr Wettbewerb mit positiven Auswirkungen für den deutschen Bahnkunde führt? Wenn ja, wie? Der Bahnkunde will ja zu einer bestimmten Zeit zu einem bestimmten Ort, es gibt aber nur ein Gleis auf dem nicht zwei Züge gleichzeitig fahren können. Also kann sich bestenfalls nur der Kunde zwischen zwei Anbietern entscheiden dem die Zeit egal ist. Oder? Ist das der Wettbewerb den Sie wollen?

8. Sehen Sie einen Widerspruch zwischen Wert der DB und geplantem Verkaufserlös?

9. Sehen Sie einen Widerspruch in dem Versprechen dass durch die Privatisierung mehr in die DB investiert werden kann und den Renditeerwartungen der Investoren?

10. Welche 10 Vorteile (die sich auch nachprüfen und abrechnen lassen) sehen Sie für die Kunden einer privatisierten DB im Vogtland?

11. Warum ist es Ihrer Meinung nach noch nicht gelungen Angebote zu unterbreiten die genau auf die Zielgruppe der wöchentlichen Fernpendler zugeschnitten sind?

Vielen Dank
Uwe Härtel
Antwort von Joachim Günther
bisher keineEmpfehlungen
17.09.2007
Joachim Günther
Für die FDP ist die anstehende Kapitalprivatisierung der Deutschen Bahn AG ein wichtiges Thema. Dabei orientieren wir uns unverändert an den Zielen der Bahnreform, die wir 1993 als Regierungsfraktion maßgeblich auf den Weg gebracht haben. Wir wollen den Verkehrsträger Schiene stärken und die Belastungen des Steuerzahlers senken. Das Schlüsselinstrument dafür ist Wettbewerb auf der Schiene, den wir konsequent fördern wollen. Eine Wettbewerbsbranche Schienenverkehr ist auch die beste Gewähr für die Sicherung von Beschäftigung im Bahnsektor. Dies sind somit die Leitlinien für unsere Position zur Bahnprivatisierung.

Die FDP-Bundestagsfraktion lehnt das Modell der geplanten Teilprivatisierung, das Verkehrsminister Tiefensee jetzt vorgestellt hat, entschieden ab. Ich will aber nicht ausschließen, dass dabei für uns auch andere Motive maßgeblich sind, als die in Ihrem Brief angesprochenen Punkte. Wir wenden uns nicht grundsätzlich gegen eine Privatisierung der Deutschen Bahn, sondern wollen sichergestellt wissen, dass Wettbewerb auf der Schiene möglich ist und eine klare Unterscheidung zwischen staatsnahen und staatsfernen Aufgaben erfolgt.

Aus Sicht der FDP-Bundestagsfraktion muss daher bei der Privatisierung zwischen den Infrastrukturbereichen einerseits und den Transport- und Logistikbereichen andererseits unterschieden werden. Nach Art. 87e Absatz 3 Grundgesetz muss der Bund dauerhaft Mehrheitseigentümer der Infrastrukturgesellschaften bleiben. Das ist auch sinnvoll, weil die Infrastruktur – also vor allem das Schienennetz – dauerhaft nur mit hohen Zuschüssen des Bundes unterhalten werden kann. Eine Privatisierung würde dazu führen, dass die Zuschüsse letztlich in Aktionärsdividenden verwandelt würden, was selbstverständlich nicht Sinn der Sache sein kann. Außerdem muss auch berücksichtigt werden, dass die Infrastruktur als Drehscheibe des Verkehrs auch das Schlüsselinstrument ist, um Wettbewerb auf der Schiene zu behindern. Aus diesem Grunde wollen wir, dass die Infrastruktur erstens vom restlichen DB-Konzern getrennt und zweitens nicht privatisiert wird.

Nach unserer Auffassung kann es nicht im Interesse des Bundes oder allgemein des deutschen Steuerzahlers liegen, mit der Deutschen Bahn AG unter Einsatz von Steuermitteln einen global agierenden Mobilitäts- und Logistikdienstleister aufzubauen. Ein solcher Staatskonzern passt nicht in die Unternehmenslandschaft. Es wäre eine grobe Verletzung der ordnungspolitischen Spielregeln gegenüber privaten Unternehmen derselben Branche, die sich nicht auf eine staatlich garantierte Konkursfestigkeit verlassen können. Aufgabe des Staates ist die Wahrnehmung der Infrastrukturverantwortung – nicht mehr und nicht weniger. Als Transport- und Logistikunternehmer ist der Staat weder gefragt noch kompetent. Ein integrierter Börsengang verbietet sich aus allen diesen Gründen. Die Privatisierung der Transport- und Logistiksparten hingegen ist für die FDP eine selbstverständliche Forderung, denn diese Geschäftsfelder haben - anders als die Infrastruktur - nichts mit staatlichen Aufgaben zu tun.

Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, nach welchem der Bund zwar formaler Eigentümer der Infrastrukturgesellschaften bleiben soll, das wirtschaftliche Eigentum in diesen Gesellschaften jedoch der DB AG übertragen wird. Damit kommt es faktisch doch zu einer Teilprivatisierung des Schienennetzes. Es handelt sich um ein verkapptes Integrationsmodell. Die FDP-Bundestagsfraktion lehnt dieses so genannte "Eigentumssicherungsmodell" ab. Es besitzt alle Nachteile des Integrationsmodells im Hinblick auf nachteilhafte Wirkungen auf den Wettbewerb, die Stärkung der Schiene im intermodalen Wettbewerb und die Entwicklung der Kosten für die Steuerzahler. Besonders absurd ist, dass der Bund später – will er das Netz als bundeseigenes Unternehmen weiter führen – einen Wertausgleich zahlen muss, der mit mindestens 7,5 Milliarden Euro höher sein wird, als die jetzt für die Hälfte des Gesamtkonzerns zu erwartenden Privatisierungserlöse (5 – 8 Mrd. Euro).

Aus all diesen Gründen halten wir es für richtig, die Infrastruktur bei einer bundeseigenen Gesellschaft zu belassen und die Transport- und Logistiksparten der Bahn zu privatisieren. Diese Privatisierung halten wir jedoch – möglicherweise im Unterschied zu der von Ihnen vertretenen Position – für richtig, weil nicht einzusehen ist, warum der Bund sich dauerhaft als Transport- und Logistikunternehmer betätigen sollte. Einig sind wir mit Ihnen in der Ablehnung des jetzigen Privatisierungskurses der Regierung. Durch unser Modell wäre auch sichergestellt, dass es zu keinen Streckenstilllegungen in der "Fläche" kommt. Gleichzeitig würde das System Schiene insgesamt durch verbesserten Wettbewerb gestärkt.
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
25.08.2007
Von:
Uwe

Sehr geehrter Herr Günther,

welchen Beitrag leisten Sie, damit der völkerrechtswidrige Zustand auf Kuba (Guantanamo) beendet wird und den dort festgehaltenen Bürgern der Erde die garantierten Menschenrechte einer zum Vorbild aller Staaten suggerierter westlicher Wertevermittlung gegeben werden?

Halten Sie es für richtig, dass die westliche Wertegemeinschaft die Auffassung vertritt, dass allein ihre Wertevorstellung zur Weltnorm genügt?

MfG
U.
Antwort von Joachim Günther
1Empfehlung
10.09.2007
Joachim Günther
Die Bundesregierung und auch wir als FDP-Fraktion im Deutschen Bundestag haben wiederholt darauf hingewiesen, dass die in Guantanamo Inhaftierten vor ein rechtsstaatliches Gericht zu stellen sind. Dort muss der ungehinderte Zugang von Verteidigern und anderem Rechtsbeistand möglich sein. Wie in vielen anderen Fällen ist Guantanamo eine Entscheidung der USA, in die sich die Regierung dieses Land nicht hinein reden lässt.

Ich glaube nicht, dass die westliche Wertegemeinschaft die Auffassung vertritt, dass allein ihre Wertvorstellungen zur Weltnorm genügen. Aber es kann auch nicht sein, dass Terroristen und fanatische Moslems, die jede Form des Menschenrechts missachten, ihre Vorstellungen durchsetzen.
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