Ingo Böttcher (Einzelbewerber)
Kandidat Bürgerschaftswahl Hamburg 2008
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Ingo Böttcher
Jahrgang
1964
Berufliche Qualifikation
14 Jahre Lokalreporter im Hamburger Osten
Ausgeübte Tätigkeit
Freier Journalist und Fotograf
Wohnort
-
Wahlkreis
Billstedt - Wilhelmsburg - Finkenwerder , Stimmen (Wahlkreis): 3.183, 3,2%
Landeslistenplatz
keinen
(...) Kurz: Für sie als Radfahrerin zwischen St. Pauli und Rothenburgsort (und all die netten Leute auf dem Elberadwanderweg) bleibt alles so (schlecht) wie es ist: An Högerdamm und Amsinckstraße entlang, dann irgendwie über die Megakreuzung Brückenstaße wursteln, rechts in den Mühlenweg: Durchatmen, geschafft, endlich Elbe. (...)
 
Persönliche Website
www.hamburg-02.de
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Frage zum Thema Bürgerbeteiligung und Bürgergesellschaft
18.02.2008
Von:

1.) Wie ist die Berichterstattung in den verschiedenen Medien (Fernsehen, Rundfunk, Zeitungen, Zeitschriften) über Ihren Wahlkampf und die von Ihnen propagierten Ziele?

2.) Gibt es einen Unterschied zwischen der Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Medien und der privaten Medien?
Antwort von Ingo Böttcher
12Empfehlungen
19.02.2008
Ingo Böttcher
Sehr geehrte Frau ,

die Berichterstattung über meinen Wahlkampf beschränkt sich auf die Wochenblätter, die uns Einzelbewerber durchaus fair und gleichberechtigt behandeln. Das Hanse Journal hat ganzseitig das Thema Einzelbewerber an zwei Beispielen (u. a. an mir) aufgegriffen.

Ansonsten scheint die Hamburger Presselandschaft sich mehr in klassischer Art für Spitzenkandidaten und Farbenspiele zu interessieren. Von irgendeiner Berichterstattung über mich kann ich nicht berichten, da unterscheiden die privaten und öffentlichen sich nicht. Klar, ich hätte erwartet und gehofft, dass das eigentlich neue an dieser Wahl, die Wahlkreise, die Wahlkreisstimme und die Wahlkreiskandidaten, eine größere Rolle spielen. Aber ich habe auch so gut wie keine aktive Pressearbeit gemacht, und es ist illusorisch, darauf zu warten, dass die Medien einen von sich aus entdecken. Oder Glückssache. Landtagswahlen sind für die Kollegen in den Politikredaktionen eine Gelegenheit, ein großes Rad zu drehen. Die kleinen Rädchen im Getriebe der Landespolitik geraten da schon mal aus dem Blick. So läuft das eben.

Ganz der Journalist bin ich Ihr

Ingo Böttcher
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Frage zum Thema Bürgerbeteiligung und Bürgergesellschaft
20.02.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Böttcher,

halten Sie es für sinnvoll, daß in Deutschland ein ähnliches Gesetz wie in Frankreich geschaffen wird, daß in den letzten 14 Tagen vor der Wahl die Medien über alle Kandidaten in gleichem Umfang berichten müssen?

Oder haben Sie andere Vorschläge, damit die Chancengleichheit für alle Kandidaten erhöht weren kann?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Ingo Böttcher
9Empfehlungen
20.02.2008
Ingo Böttcher
Sehr geehrter Herr ,

ich halte es nicht für sinnvoll, die Berichterstattung über Wahlen, Kandidaten etc. durch gesetzliche Maßnahmen zu regulieren oder gar zu kontingentieren. Im Gegenteil, ein solcher Eingriff in die Pressefreiheit würde auf meine entschiedene Ablehnung stoßen. Ich bin auch ziemlich sicher, er hätte vor den Verfassungsgerichten keine Chance, was mich beruhigt.

Die formale Chancengleichheit der Kandidierenden herzustellen ist Aufgabe des Wahlrechts, sie zu gewährleisten die des Landeswahlleiters. Das ist ein komplizierter Prozess, in dem unterschiedliche Interessen ausgeglichen werden müssen. So kann man trefflich über die Frage streiten, in welche Reihenfolge die Parteien bzw. die Bewerber bzw. die Parteien auf dem Stimmzettel stehen. Ich sehe hier aber keinen Anlass, die Dinge zu dramatisieren, auch wenn im Hamburger Fall nicht alles nach meinen Vorstellungen gelaufen ist. Wer glaubt, dass das Wahlrecht (nur u.a. in dieser Hinsicht) verbessert werden kann (und das tue ich), der möge sich der aktuellen Volksinitiative für ein faires Wahlrecht anschließen (www.faires-wahlrecht.de).

Sie werden mir zustimmen, dass weder materielle noch massenmediale Chancengleichheit aller Kandidierender überhaupt erreichbar sind. Deshalb ist es besonders wichtig, dass die WählerInnen sich von sich aus über die BewerberInnen informieren. Das setzt den offenen Zugang zu Informationen und entsprechende Informationsnangebote voraus. Leider - aber immerhin! - deckt kandidatenwatch hier nur die digitale Sphäre ab . Es wäre zu überlegen, ob nicht einen Monat vor der Wahl vom Landeswahlamt eine Print-Veröffentlichung heraus gegeben werden sollte, in der alle Kandidierenden "auf gleicher Augenhöhe" (also in gewissem Maße standardisiert, vielleicht in zufälliger Reihenfolge) über sich informieren könnten.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Böttcher
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Frage zum Thema Bürgerbeteiligung und Bürgergesellschaft
20.02.2008
Von:

hallo ingo böttcher,
die iba hat viel vor in wilhelmsburg. ihre planungen werden derzeit, sowie sie herausgelassen werden, von den parteivertreterInnen in den zuständigen ausschüssen eilfertig durchgewinkt. die pläne werden von den parteien scheinbar als offenbarungen dankbar empfangen und haben dann etwas sakrosanktes. der iba-erfolg dürfe nicht gestört werden, so ist zu hören, deswegen dürfe man da nicht reinreden.
da ich die vorstellung habe, dass ein von mir gewählter abgeordneter meine interessen vertritt (oder allgemeiner: die der jetzt hier wohnenden bevölkerung) und nicht die einer privaten gesellschaft (wie die iba-gmbh eine ist) frage ich: wie würde ein zukünftiger abgeordneter böttcher zur iba allgemein stehen und wie würde er sich zu einzelnen planungen verhalten?

ich frage dies, da ich nicht erkennen kann, dssß irgendein mir bekannter plan der iba meine konkrete lebenssituation auf der elbinsel verbessern würde. im gegenteil: vergrößerung von industriegebieten, zubauen von ökologisch wertvollen freiräumen, wandlung von wohngebieten in mischgebiete (in denen es lauter, dreckiger und verkehrsreicher sein darf), überflutung des stadtteils mit dauerparty-ablärm und errichtung von hochhaustürmen lassen den stadtteil ungemütlicher werden. und teurer natürlich.
und ich vermute, dass die parteien von sich aus nicht auf solche ideen gekommen wären, bzw derartige vorhaben m. E. als stadtteilschädlich ablehnen würden, wenn sie nicht von dieser gmbh kämen.

auf antwort gespannt
v. prondzinski
Antwort von Ingo Böttcher
7Empfehlungen
22.02.2008
Ingo Böttcher
Hallo v. prondzinski

ein parteifreier Abgeordneter Ingo Böttcher würde der IBA mit einer gesunden Skepsis gegenüber stehen und deren Ideen und Pläne selbstverständlich als alles andere als sakrosankt betrachten. Sondern zunächst als Mittel zum Zweck: Was kann, zum Beispiel, die IBA beitragen, um die Hafenquerspange zu verhindern. Oder das Kohlekraftwerk Moorburg?

Alle Planungen sollten aus lokaler Sicht bewertet werde. Also genau unter dem Aspekt, den Sie in Ihrer Frage nennen: Verbessern die Handlungen der IBA die konkrete Lebenssituation auf der Insel. Oder verschlechtern sie sie womöglich, bewirken sie Druck auf die, die hier schon jetzt leben, bedrohen sie die sozialen Strukturen und Naturräume, die den besonderen Charakter der Elbinsel ausmachen?

Die IBA, da sollte man sich keine Illusionen machen, zielt ja genau auf eine Aufwertung und Verwertung der aus Sicht "der Stadt" in mancher Hinsicht brach liegenden Elbinsel. Und auf die internationale Darstellung der Schaffenskraft unserer Baubürokratie und -wirtschaft. Da ist ein Verdrängungsprozess unvermeidlich. Er muss thematisiert und dokumentiert werden.

Ich schlage dazu eine genaue und umfassende Bestandsaufnahme und Beobachtung des derzeitigen Mietniveaus, der gewerblichen Strukturen, der Naturwerte, der Verkehrs-Situation etc. vor. Damit ließe sich die "Aufwertung" in ihren Auswirkungen kontinuierlich dokumentieren - und wo nötig gegensteuern.

Weitere Anmerkungen und Positionen zur IBA und der Stadtentwicklung in Wilhelmsburg können Sie meinen Antworten an Herrn Utte (7.2.), Frau Lang (6.2.) , Herrn Enziger (26.1.) und Herrn Nebelbauer (21.1.) entnehmen.

Aus dem Endspurt des Wahlkampfs grüßt

Ingo Böttcher
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