Ingbert Liebing (CDU)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Ingbert Liebing
Jahrgang
1963
Berufliche Qualifikation
Diplom-Politologe, Bürgermeister der Gemeinde Sylt-Ost a. D.
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Nordfriesland - Dithmarschen Nord
Landeslistenplatz
9, Schleswig-Holstein
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(...) Aber im letzten Jahr hat der Umwelt- und Agrarausschuss des schleswig-holsteinischen Landtages vorgeschlagen, dass das Sporttauchen auch in landeseigenen Seen erlaubt werden soll. (...) Das Landeswassergesetz wurde verändert, und trat mit den Neuerungen am 11. Februar 2008 in Kraft, infolge dessen kann nun in den Gewässern Sporttauchen betrieben werden. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
21.08.2009
Von:
-

Sehr geehrter Herr Liebig,

die Bahnstrecke zwischen Itzehoe und Westerland ist eine der wenigen Strecken in Deutschland mit Fernverkehr, die immer noch nicht elektrifiziert ist, für die beiden anderen Strecken wird diese Elektrifizierung aber in absehbarer Zeit kommen.

Die Deutsche Bahn AG plant bis 2018 alle lokbespannten IC-Züge durch Triebzüge ähnlich dem ICE, genannt ICX zu ersetzen, die ausschließlich elektrisch fahren können, ein Einsatz auf der Marschbahn scheidet damit aus, da dann kein Lokwechsel mehr möglich ist, eine Dieselvariante wird es wegen des geringen Einsatzbereiches nicht geben.

Warum wird bislang nichts gegen das drohende Aus des Fernverkehrs auf der Marschbahn unternommen? Zwar ist die Maßnahme der Elektrifizierung aufgrund ungünstiger Kosten-Nutzen-Analyse nicht in den BVWP aufgenommen worden, doch erstens wurde die Analyse durch ein süddeutsches Unternehmen durchgeführt und zweitens wurde dabei nicht berücksichtigt, dass der für den wichtigen Tourismus bedeutsame Fernverkehr bald hier eingestellt werden muss, wenn keine Elektrifizierung erfolgt.

Es kann nicht sein, dass man dies Maßnahme nur wegen des Autozugs Sylt nicht durchführt, da lassen sich Lösungen finden, die Bahn verdient sich mit dem Sylt-Shuttle mit uralen Loks, die woanders nicht mehr gebraucht werden, eine goldene Nase und kann diese Investition leicht stemmen. Wenn Milliarden für Afghanistan und marode Banken übrig sind, warum dann nicht in Zukunftsinvestitionen unserer Heimat? Was haben Sie bisher persönlich konkret unternommen, um die Elektrifizierung der Marschbahn zu erreichen und was gedenken Sie in Zukunft in dieser Sache zu unternehmen, um die Westküste in Berlin mal so gut zu vertreten, wie es süddeutsche Abgeordnete für ihre Heimat tun?

Mit freundlichem Gruß

-
Antwort von Ingbert Liebing
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01.09.2009
Ingbert Liebing
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage. Ich habe mich in der von Ihnen angesprochenen Angelegenheit schriftlich an die Deutsche Bahn AG gewandt, um die von Ihnen beschriebenen negativen Auswirkungen zu verhindern.

Sie erhalten umgehend Nachricht, wenn die Antwort der Deutschen Bahn AG bei mir eingetroffen ist.

Mit freundlichen Grüßen

Ingbert Liebing
Ergänzung vom 25.09.2009
Sehr geehrter Herr ,

die Antwort auf meine Anfrage bei der Deutschen Bahn bezüglich Ihrer Frage ist nun bei mir eingegangen und ich kann Entwarnung geben:

Die Deutsche Bahn bestätigte mir, dass auch mit den neuen ICx-Zügen, die die heutigen InterCity-Züge langfristig ersetzen werden, weiterhin umsteigefreie Verbindungen nach Westerland/Sylt geplant sind.

Hierfür sei vorgesehen, durch das Vorspannen einer Diesellokomotive den Betrieb auf nicht elektrifizierten Netzabschnitten auch mit dem ICx sicherzustellen.

Ich hoffe ich konnte Ihnen damit weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Ingbert Liebing
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Frage zum Thema Land- und Forstwirtschaft
23.08.2009
Von:

Hallo Herr Liebing,

wie ich bereits gelesen habe, wurde die Frage bereits vermehrt gestellt, wie Sie zur derzeitigen Lage in unserer Landwirtschaft stehen. Warum ist es nicht möglich, eine Lösung für die Milchquote zu finden. Warum ist es überhaupt so weit gekommen? Die Existenzen sind sehr bedroht und wir müssen von unserem Ersparten leben. Da nützt es uns auch nichts, wenn die Prämie früher ausgezahlt wird. Diese ist bei fast allen Landwirten schon voll eingeplant in die laufenden und getätigten Investitionen und Finanzierungen.
Ich möchte nicht sagen, dass nichts getan wird, aber die die was "tun" oder etwas bewegen möchten, sind unnahbar für uns. Wir fühlen uns nicht ernst genommen. Soll die Landwirtschaft auch nur noch aus riesigen Betrieben bestehen, die nur MASSE und keine Qualität produzieren? So langsam fehlt die Motivation 70 Stunden und mehr zu arbeiten und NICHTS dafür zu ernten. Noch dazu werden massenhaft Biogasanlagen genehmigt und die eigenen Nachbarn machen sich mit den Pachtpreisen kaputt. Noch dazu kommt, dass die Zeitung Berichte veröffentlicht, die unsere Mitmenschen, die nichts mit Landwirtschaft zu tun haben, verunsichert, ein falsches Bild über uns Landwirte vermittelt und ein Leben außerhalb unsres Betriebes nicht immer einfach macht. Es muss was passieren und wir kleinen Leute müssen auch entscheiden dürfen. Sonst wird es bald keine kleinen und mittlere Betriebe geben.
Zum Schluss möchte ich noch sagen, dass ich diese Internetseite für sehr gut befinde.
Mit freundlichen Grüßen

C.
Antwort von Ingbert Liebing
2Empfehlungen
03.09.2009
Ingbert Liebing
Sehr geehrter Herr ,

mir ist Ihre schwierige Situation bewusst. Die Durchsetzung von direkten staatlichen Eingriffen zur Stabilisierung des Milchmarktes und Milchpreises sind allerdings schwer durchsetzbar, denn Hauptakteur ist in dieser Sache die EU und nicht der Bund. Auch ich will nicht, dass die Landwirtschaft bald nur noch aus wenigen Großbetrieben besteht. Die Vielfalt unserer Landwirtschaftsbetriebe muss erhalten bleiben und dafür werde ich mich auch in Zukunft weiter einsetzen.

In den letzten Wochen und Monaten wurden Hilfsmaßnahmen in die Wege geleitet, von denen vor allem die kleineren Betriebe profitieren sollen.
Ziel der CDU/CSU ist es, dass die Landwirte vernünftige Einkommen erwirtschaften können und die verdiente Anerkennung für Ihre Leistungen als Beitrag für unser aller Wohl bekommen. Wir wollen die politischen Rahmenbedingungen schaffen, die für Sie eine zukunftssichernde Entwicklung und ein Miteinander in der Landwirtschaft sichern können. Im Mittelpunkt stehen dabei Investitionsförderung, sowie die angestrebte Erhaltung der Einkommensdiversifizierung. Wichtig sind aus Sicht der CDU, die Entlastung der Landwirte von Kosten und Bürokratie. Erhalt der Vorsteuerpauschale und die Streichung des Selbstbehalts beim Agrardiesel sind zwei von vielen notwendigen Maßnahmen.

Eine Weitere betrifft die Liquiditätslage der Betriebe. Zur Überbrückung der angespannten Liquiditätslage hat die Landwirtschaftliche Rentenbank (LR) ihr Angebot erweitert, sodass die Milchviehbetriebe zinsgünstige Darlehen erhalten können. Der Bund hat 25 Mio. € zur Verfügung gestellt, dadurch werden die angesprochenen Darlehen billiger.

Wir beabsichtigen weitere Hilfen, mit denen wir Sie und Ihre Kollegen bei den Betriebskosten entlasten wollen. Dies wollen wir durch die Bereitstellung von Bewirtschaftungs- und Strukturbeihilfen und die Förderung des Absatzes von Milch und Milcherzeugnissen erreichen. Die Förderung des Absatzes ist besonders wichtig, weil die Ursache für die gegenwärtige Krise auf dem Milchmarkt nicht ausschließlich bei der Milchquote liegt. Vielmehr findet sich die Ursache der anhaltenden fehlenden Nachfrage von Milch und Milcherzeugnissen wieder.

Die EU-Zahlungen stellen einen Ausgleich für die mit den höheren Verbraucher-, Tier- und Umweltschutzstandards der EU verbundenen Kosten dar.
Um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden, stehen in der EU-Agrarpolitik die Direktzahlungen und Förderungen nicht im Zusammenhang mit der Produktion, sondern sind mit der Erfüllung von Auflagen im Umwelt-, Natur-, Klima- und Tierschutz verbunden. Diesen Weg der Marktorientierung und Abgeltung gesellschaftlicher Leistungen wird die CDU weiter gehen.

Die Sorge, dass bei landwirtschaftlicher Massenproduktion die Qualität auf der Strecke bleibt, teile ich. Dieser Gefahr muss entgegengewirkt werden.
Auch ich finde, dass Qualität und die Sicherheit unserer Lebensmittel Priorität haben. Deshalb müssen wir das Qualitäts- und Sicherheitsbewusstsein vom Erzeuger bis hin zum Verbraucher noch mehr in den Vordergrund rücken. Die CDU setzt sich dafür ein, dass privatwirtschaftlich organisierte Qualitätssicherungssysteme hierfür mit den staatlichen Lebensmittelkontrollen verknüpft werden. Unser Ziel ist es dabei, mehr Klarheit und Transparenz bei der Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln zu verbessern.

Eine nationale Lösung losgelöst von der EU ist jedoch leider nicht möglich, da das EU-Recht uns keinen Spielraum für nationale Regelungen lässt.
Deutschland kann weder die Milchquote aus diesem Grund nicht alleine abschaffen oder begrenzen, noch Erwerber- oder Verbraucherpreise eigenständig festlegen. Die Landwirte sollen sich auf den internationalen Märkten besser absichern können, deshalb planen wir steuerliche Voraussetzungen zu schaffen, damit Preisschwankungen durch dann geschaffene Risikorücklagen aufgefangen werden können. Aus Sicht der CDU muss die EU-Agrarpolitik zusätzlich ein finanziell verlässliches Sicherheitsnetz schaffen.
Ich hoffe, ich konnte Ihre Fragen beantworten und Ihnen einen Einblick in den momentanen Stand der Dinge geben. Sie sehen, es bewegt sich eine Menge und die CDU hat bereits Lösungsmöglichkeiten erarbeitet, die ihre Situation nach einer hoffentlich schnellen Umsetzung verbessern werden können.

Mit freundlichem Gruß

Ingbert Liebing, MdB
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