Holger Apfel (NPD)

Holger Apfel
© Holger Apfel privat
Jahrgang
1970
Berufliche Qualifikation
Verlagskaufmann
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Sächsischen Landtags
Wohnort
Riesa
Wahlkreis
Riesa-Großenhain II
Ergebnis
8,5%
Landeslistenplatz
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Frage zum Thema Bürgerrechte, Daten und Verbraucherschutz
17.07.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Apfel,

Sie gehen mit sozialen Themen auf Stimmenfang, aber warum gibt es von ihrer Fraktion nie Organklagen gegen unsoziale Entscheidungen der Bundes-bzw. Landesregierung wie es die Linke praktiziert?

Sollte die NPD wieder in den Landtag einziehen, wird sie dann auch von der Möglichkeit der Organklagen Gebrauch machen?

Wie steht die NPD zum Ausbau von Überwachungsmaßnahmen im Sinne der "Terrorbekämpfung", werden Sie diese Thematik im Wahlkampf zu einem Thema machen?

Wie stehen Sie zum Ausbau der B 93 im Erzgebirge, sollten Sie gegen den Ausbau sein was werden Sie im Landtag speziell dagegen tun?

Würden Sie linksextreme bzw. linke Verbände verbieten, wenn Sie die Möglichkeit dazu hätten?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Holger Apfel
67Empfehlungen
20.07.2009
Holger Apfel
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre zahlreichen Fragen.

Zum Thema Organklagen:

Mir sind keine entsprechenden Organklagen der LINKEN bekannt. Das ist auch gar nicht möglich, weil mit Organklagen nur Rechte eines Verfassungsorgans (oder eines Teils davon, z.B. einer Fraktion) gegen ein anderes Organ eingeklagt werden können. Es ist nicht erkennbar, welche Rechte von Abgeordneten z.B. durch Hartz IV betroffen sein könnten. Dieser Weg ist also juristisch nicht möglich.

Möglicherweise meinen Sie Verfassungsbeschwerden. Diese wiederum können nicht von einer Fraktion oder Abgeordneten eingelegt werden, sondern nur von Betroffenen, wobei der normale Rechtsweg (Sozialgerichtsbarkeit) ausgeschöpft sein muß, damit sie nicht schon aus formalen Gründen vom Verfassungsgericht abgelehnt werden können.

Letztlich ist Hartz IV aber kein rechtliches, sondern ein politisches Problem, das man nicht mit Verfassungsklagen, sondern nur durch andere politische Mehrheit oder zumindest durch die massenweise Wahl einer Partei ändern kann, die dieses Unrecht wirklich abschaffen will. Bei der LINKEN habe ich da meine Zweifel, oder wie können Sie sich erklären, daß alle sozialpolitischen Initiativen der NPD-Fraktion im Landtag nicht nur von den Regierungskoalitionen, sondern auch von der LINKEN in Bausch und Bogen abgelehnt wurden, obwohl selbst Kerstin Köditz, Abgeordnete der Linksfraktion, kürzlich in einem von ihr herausgegebenem Buch unumwunden einräumen mußte, daß es oftmals nur einen einzigen Grund gab, einen Antrag der NPD abzulehnen: Der Antrag stammte von der NPD! Damit hat sie die Katze aus dem Sack gelassen - der LINKEN geht es nicht um Sachpolitik, sondern allein um Parteipolitik. Die NPD hingegen prüft in jedem Einzelfall, ob sie Anträgen anderer Fraktionen zustimmen kann - und die NPD scheut sich eben deshalb auch nicht, ggf. sinnvolle Initativen der Linken zu unterstützen.

Übrigens: Die Landesregierungen, an denen die LINKE beteiligt war, haben sich im Bundesrat bei der Hartz-Gesetzgebung nur der Stimme enthalten - im Zweifelsfall war bei der LINKEN der Wille zu weiteren Beteiligung an den Futtertrögen einer rot-roten Regierung dann leider doch größer als die politische Überzeugung.

Zum Thema "Terrorbekämpfung":

Die Bedrohung unseres Landes durch islamistische Terroristen ist eine ernste Gefahr, die man nicht ignorieren darf. Trotzdem halte ich die von CDU-Bundesinnenminister Schäuble angestrebte Überwachung aller Lebensbereiche durch den Staat nicht für akzeptabel. Sicherheit und Freiheit sind immer schwierig auszubalancieren. Bei der Sicherheits-Diskussion habe ich aber oft das Gefühl, daß es den Vertretern nur vordergründíg um die Bekämpfung von äußeren Feinden, sondern vielmehr um die Überwachung der inneren Opposition und die Einschränkung von Bürgerrechten geht.

Zum Thema B 93:

Dazu hat sich die NPD-Fraktion noch keine abschließende Meinung gebildet. Einerseits besteht aus unserer Sicht (und der unserer Kreistagsfraktion) ein Bedarf für einen Ausbau der Ost-West-Verbindung im Erzgebirgskreis, andererseits sind aber naturschutzrechtliche Probleme zu bedenken. Die bisherigen Planungen der Behörden sind alles andere als transparent. Ich unterstütze deshalb die Forderung der "Bürgerinitiative B 93", die schon seit längerem eine Offenlegung aller bisher erhobenen Daten und Fakten der Vorstudien fordert. Nur so ist eine seriöse Entscheidung über das Verkehrsprojekt überhaupt möglich. Den jetzigen Planungen stehe ich sehr skeptisch gegenüber.

Zum Thema "Verbot von linken Vereinen":

Es ist klar, daß Vereine aufgelöst gehören, die rechtswidrige Ziele verfolgen oder sogar Straftäter unterstützen. Davon gibt es auch in Sachsen eine ganze Reihe. Einige dieser Vereine mit fragwürdigem Hintergrund werden durch ein Landesprogramm unter dem irreführenden Namen "Weltoffenes Sachsen - Für Demokratie und Toleranz" sogar mit Millionenbeträgen staatlich gefördert.

Mit freundlichen Grüßen

Holger Apfel
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Frage zum Thema Arbeit
17.07.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Apfel.

In der neusten Umfrage des MDR ist Ihre Partei nur noch mit 5 Prozent angegeben. 2004 haben Sie 9,2 Prozent gehabt.

Da stellen sich mir einige Fragen..

1. Was hat Ihre Fraktion die ganzen 5 Jahre gemacht, daß es bei den Bürgerinnen und Bürger in Sachsen nicht angekommen ist?

2. Wie stehen Sie zu den in ihren Reihen marschierenden/unterstützenden gewaltbereiten Kameradschaften?

3. Was haben Sie für Konzepte, die Finanzkrise und die Arbeitslosigkeit in Sachen zu bewältigen?

4. Sehen Sie eine Chance wieder im Landtag von Sachsen vertreten zu sein?


Ich habe 2004 auch NPD gewählt, bin aber in den letzten Jahren sehr enttäuscht worden. Die ganzen Skandale wie Austritte, Dienstwagen, Kinderporno, Waffen im Landtag, Veruntreuung der Finanzen usw. haben meinen Glauben an eine Veränderung durch die NPD begraben. Außerdem habe ich in den letzten Jahren keine Inhalte erkennen können, außer das vollstopfen von Briefkästen und kleben von Aufklebern ist nichts passiert. Bei Bürgerversammlungen oder ähnlichen Veranstaltungen habe ich nie einen Vertreter der NPD gesehen. Das ist für meine Begriffe Leuchtturmpolitik!!

Vielleicht können Sie mir zu diesen Dingen eine plausible Erklärung geben.

Beste Grüße

Antwort von Holger Apfel
74Empfehlungen
20.07.2009
Holger Apfel
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre zahlreichen Fragen, durch die ich gleich zu einer ganzen Reihe von Vorwürfen Stellung nehmen kann, die gern gegen die NPD ins Spiel gebracht werden.

Leider scheinen Sie ein Opfer der Desinformationspolitik unserer politischen Gegner und der allgegenwärtigen Totschweigespirale der Medien geworden zu sein. Das ist sehr bedauerlich.

1.)
Die NPD-Fraktion hat in den letzten 5 Jahren viele politische Initiativen im Landtag entwickelt. Allein schon die Zahl von 159 Anträgen, 189 Änderungsanträgen, 12 Dringlichen Anträgen, 10 Großen Anfragen, 2615 Kleinen Anfragen unserer Abgeordneten und vielen Mündlichen Anfragen spricht für sich. Wir haben viele Alltagsprobleme thematisiert, die den Menschen im Land auf den Nägeln brennen, wie z.B. den Ärztemangel, die Frühuntersuchungen von Kleinkindern, die bessere finanzielle Absicherung von Familien, die zunehmende Grenzkriminalität, das Hartz IV-Unrecht u.v.a.m. Stöbern Sie doch einfach einmal auf unserer Netzseite www.npd-fraktion-sachsen.de , Sie werden über die Vielfalt unserer Themen eventuell überrascht sein.

Natürlich hat jede Oppositionsfraktion fast immer das Problem, daß ihre Anträge abgelehnt werden. Aber das ist nicht unsere Schuld, sondern ein Konstruktionsproblem der sogenannten "parlamentarischen Demokratie", in der wir leben. Dieses Grundmuster schaut wie folgt aus: Alle 4 oder 5 Jahre wird einmal gewählt - und in den Folgejahren wird im Parlament und in den Ausschüssen immer so so abgestimmt, wie es die regierungstragenden Fraktionen wollen. Ob ein Antrag gut oder schlecht ist, spielt keine Rolle - kommt er von der Opposition, wird er abgelehnt. Fragen Sie doch mal die LINKE/PDS, wie oft sie in den vielen Jahren ihrer Parlamentszugehörigkeit ein Anliegen im Parlament durchbringen konnte! Die Antwort wird Sie vielleicht überraschen.

Es geht deshalb im Rahmen dieses politischen Systems nicht darum, wie viele Anträge man durchbringt, sondern wie viele Themen man ansprechen kann, die den Regierenden unangenehm sind, denen sie sich aber stellen müssen, weil die Opposition sie dazu zwingt. Andere Dinge, die die Bürger noch mehr belasten würden, kann eine konsequente Opposition wie die NPD auch verhindern. Ich bin sicher, daß es ohne einen Einzug der NPD in Sachsen oder auch den Wiedereinzug der DVU in Brandenburg 2004 heute längst Hartz V und Hartz VI geben würde.

Viele Probleme in unserem Land können nur durch einen durchgreifenden Politikwechsel geändert werden. Dabei ist der Einzug in einen Landtag nur ein kleiner Schritt auf einem weiten und schwierigen Weg. Mir ist völlig verständlich, daß es vielen Wählern, gerade den vielen Nichtwählern, die wir 2004 für uns gewinnen konnten, nicht schnell genug geht, aber Politik ist - wie der große deutsche Soziologe Max Weber einmal sagte - das Bohren von dicken Brettern.

Es verwundert mich schon, daß Sie einerseits beklagen, daß Sie so wenig von uns gehört haben, sich aber andererseits auch über das "Vollstopfen von Briefkästen" beschweren. Wenn Sie unsere Veröffentlichungen genau lesen, werden Sie wissen, womit wir uns 5 Jahre lang im Landtag beschäftigt haben.

Das Verteilen von Zeitungen und Faltblättern ist für uns neben dem Internet die einzige Möglichkeit, die Bürger direkt über unsere politischen Ansichten und Aktivitäten zu informieren. In den Tageszeitungen oder dem Fernsehen werden Sie kaum etwas finden, denn die politisch nahezu gleichgeschalteten Medien boykottieren die NPD, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, vom ersten Tag an. Eine redaktionelle Berichterstattung über unsere Arbeit findet - im Gegensatz zur Wüdigung anderer Landtagsfraktionen - nicht statt, selbst bezahlte Anzeigen werden von den Geschäftleitungen der Sächsischen Zeitung, der Leipziger Volkszeitung, der Freien Presse und der Anzeigenblätter nicht entgegengenommen.

2.)
Bei der NPD "marschieren" keine gewaltbereiten Kameradschaften. Auch hier sind Sie leider zum Opfer der jahrelangen Medienhetze geworden. Heute werden nationale Jugendliche pauschal als "gewaltbereit" dargestellt. Eine solche Diffamierung lehne ich kategorisch ab. Oft spielen bekanntlich auch die Geheimdienste oder der Staatsschutz eine dubiose Rolle, siehe z.B. den Fall des "Sturms 34" in Mittweida, an dessen Gründung ein Informant des Staatsschutzes maßgeblich beteiligt war.

3.)
Ihre Frage nach den Alternativen der NPD gegen Finanzkrise und Arbeitslosigkeit ist sehr grundsätzlicher Natur, deshalb kann ich auch nur sehr grundsätzlich antworten.

Die Finanzkrise hat gezeigt, daß die stark exportorientierte deutsche Wirtschaft sehr anfällig ist, da ihr in einer Krise die Weltmarktorientierung zum Verhängnis wird. Deswegen plädiert die NPD für die Schaffung einer stabileren volkswirtschaftlichen Struktur, einer "raumorientierten Volkswirtschaft" in der es eine Vielzahl in sich verwinkelter Branchen gibt statt einzelner auf den Export ausgerichteter Schlüsselbranchen, die im Krisenfall alles mit sich nach unten ziehen. Die herrschende "globale Marktwirtschaft" basiert auf dem sogenannten "Gesetz der komparatiblen Kostenvorteile", einer der bekanntesten Doktrinen der klassischen Nationalökonomie. Dieses "Gesetz" besagt - vereinfacht, aber durchaus treffend ausgedrückt - daß der weltweite Konsum und die Ausbeutung unserer Erde am meisten gesteigert werden können - und sollen - wenn sich Länder und Regionen in ähnlicher Weise wie einzelne Industrieunternehmen spezialisieren, und wenn dementsprechend die Bedarfsdeckung nicht mehr vorwiegend durch eine fein verästelte Wirtschaftsstruktur in der engeren oder weiteren Heimat der betroffenen Menschen organisiert wird, sondern viel mehr durch überregionale, zunehmend internationale Transfers von Waren, Information, Arbeitskräften und Kapital in Abhängigkeit von der jeweils vorherrschenden Lage auf dem Weltmärkten.

Wir alle wissen, wozu diese wirtschaftspolitische Strategie in den letzten Jahren und Jahrzehnten geführt hat, nämlich zu einer immer größeren Spezialisierung der Wirtschaft auf einige wenige Schwerpunkte, in Deutschland die Exportindustrie, besonders die des Maschinen-, Anlagen- und Fahrzeugbaus, der Elektrotechnik, der Chemie. Allein vom Automobilbau "leben" z.B. rund 15% der Deutschen, wobei ein Großteil der betreffenden Firmen in ihrer Eigenschaft als von der Großindustrie völlig abhängige Zulieferer formell zum sogenannten "Mittelstand" gehören. Gleichzeitig findet eine ungeheure Ausdünnung und Erosion der gewerblichen Vielfalt in vielen anderen Industriesparten, z.B. der Textil- und Lebensmittelindustrie, und bei Kleingewerben, z.B. im Handel und Handwerk, in der Gastronomie etc., statt. In anderen Teilen der Welt, die ebenfalls der globalen Marktwirtschaft unterworfen sind, ist es nicht anders: Viele sogenannte "Entwicklungsländer" spezialisieren sich auf die Ausbeutung einiger weniger Rohstoffe oder auf die exportorientierte und damit einseitige Landwirtschaft. Alle diese wirtschaftlichen Monokulturen sind spätestens dann dazu verurteilt, den Erstickungstod zu erleiden, wenn die Konjunktur sich grundlegend ändert und die krankhaft einseitige Wirtschaft sich nicht entsprechend schnell mit ändern kann, weil die grundlegenden Strukturen dafür sowohl in sozialer, kultureller und ökologischer wie auch in technologischer Hinsicht fehlen, je nach dem, um welches Land oder welche Region es sich jeweils handelt. Die fatale Abhängigkeit rohstoffproduzierender Länder ist in diesem Zusammenhang den meisten wirtschaftspolitisch Interessierten bekannt. Nun stellt sich aber auch heraus, daß der Wohlstand, der in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland mit Hilfe einer ähnlichen Spezialisierung, hier aber eben auf die Exportindustrie, aufgebaut wurde, ernsthaft in Frage gestellt ist, weil der internationale Marktwert oder, anders ausgedrückt, die komparatiblen Kostenvorteile der entsprechenden Leistungen der deutschen Arbeitnehmer nicht mehr so hoch sind wie in der Vergangenheit.

Die Alternative heißt: Raumorientierte Volkswirtschaft. Eine Wirtschaftsordnung , die eine harmonisch ausgewogene und differenzierte Wirtschaft in der engeren und weiteren Heimat der Menschen, d.h. in sozial und kulturell überschaubaren Räumen ermöglicht. Durch eine solche Wirtschaftsordnung würden wieder mehr Arbeitsplätze geschaffen werden, da die Wirtschaftsstruktur durchwachsener und vielfältiger wäre und aus einer Vielzahl von Branchen bestünde. Auch die Stabilität einer solchen Wirtschaftsordnung wäre viel höher als die zwischen Boom und Depression schwankende und rein auf den Export ausgerichtete Ordnung innerhalb der globalisierten Wirtschaft.

4.)
Wir werden in den nächsten Wochen einen engagierten Wahlkampf führen, mit dem wir ungeachtet der medialen Todschweigespirale nicht aus der öffentlichen Wahrnehmung zu verdrängen sein werden. Ich bin sehr optimistisch, daß die NPD am 30. August nicht nur mit "Ach und Krach", sondern mit einem außerordentlich guten Ergebnis wieder in den Sächsischen Landtag einziehen wird. Meinungsforscher wie sonstige "Experten" rechnen bekanntlich auch damit.

Nun noch zu einigen Aussagen in Ihrem Text, den Sie den konkreten Fragen angefügt haben.

"Austritte":
Die NPD hat 2003 ihre Landtagsliste gewählt, also zu einem Zeitpunkt, als kein Mensch, sicher auch Sie nicht, mit einem Einzug in den Landtag gerechnet hat; vor allem nicht mit einer so großen Anzahl von Abgeordneten. Deshalb kam es damals - wie man aus heutiger Sicht weiß - zu Nominierungen, die sich als Fehler erwiesen haben. Hinzu kommt das massive Einwirken der Geheimdienste. Wie Sie vielleicht wissen, hat das Innenministerium Monate nach dem sog. "Ausstieg" der Abgeordneten Schmidt und Baier eingeräumt, daß diese beiden Herrschaften bereits sechs Monate vor ihrem medial inszenierten Austritt aus der NPD Kontakt zum sächsischen Inlandsgeheimdienst "Verfassungsschutz" gesucht hatten und es zu zahlreichen Treffen mit Vertretern des Verfassungsschutzes kam. Sie dürfen sicher sein, daß die NPD aus ihren Fehlern gelernt hat; bei den Kandidaten unserer diesjährigen Landesliste handelt es sich um gestandene Männer und Frauen aus der Mitte des Volkes, die ihren Wählerauftrag verantwortungsvoll wahrnehmen werden.

"Dienstwagen":
Das Thema ist ein typisches Beispiel für die Verdrehung von Tatsachen. Richtig ist, daß sich die NPD-Fraktion zu allererst aus Kostengründen zu Beginn der Wahlperiode 2 Dienstfahrzeuge der E-Klasse angeschafft hat. Es handelte sich um das günstigste Leasing-Modell dreier Anbieter (Audi, VW, Mercedes), für die der Landtag Rahmenverträge für die Fraktionen und die Verwaltung abgeschlossen hat. Im Interesse des Steuerzahlers und unserer Fraktionskasse - die der Rechnungshof auch mit Blick auf größtmögliche Sparsamkeit zurecht prüft - haben wir auf dieses Angebot zurückgegriffen. Warum sollten wir z.B. für ein anderes Auto mehr Geld ausgeben, wenn wir damit besser andere Dinge finanzieren können, z.B. die Öffentlichkeitsarbeit unserer Fraktion, mit denen wir zumindest teilweise die Medienblockade gegen die Berichterstattung über unsere Arbeit durchbrechen konnten? Aufgrund von politischem Druck wurden die Leasing-Verträge bereits nach Ablauf eines Jahres von Mercedes nicht verlängert. Die Fraktion hat daraufhin zwei VW-Pasat gekauft, von denen 2006 ein Fahrzeug wieder verkauft wurde, da es aufgrund von Umstrukturierungen in der Fraktion nicht mehr benötigt wurde.

"Kinderporno":
Es ist bis heute nicht erwiesen, daß sich auf Computern des früheren Abgeordneten Matthias tatsächlich Kinderpornos befanden, denn das Verfahren wurde wegen Geringfügigkeit und Geldauflage eingestellt. Auf dem Landtagsrechner befand sich z.B. definitiv kein derartiges Material. Das wurde im Prozeß ausdrücklich bestätigt. Trotzdem wird so etwas bis heute von politischen Gegnern im Rahmen ihrer Verleumdungskampagnen behauptet. Hätte die Staatsanwaltschaft tatsächlich Beweise gehabt, wäre es mit Sicherheit zu einer Verurteilung gekommen - in diesem Fall auch vollkommen zu Recht! So aber bleibt der Eindruck, daß letztlich nur ein NPD-Politiker abgeschossen werden sollte. Diese Vermutung verstärkt sich, wenn man sich anschaut, wie zurückhaltend die Staatsanwaltschaft Zwickau mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Thomas Pietzsch wegen des gleichen Vorwurfs verfuhr - und wir vergleichsweise diskret die Medien mit diesem viel weitreichenderen Fall umgegangen sind.

"Waffen im Landtag":
Der Abgeordnete Klaus-Jürgen Menzel war zu diesem Zeitpunkt kein Mitglied der NPD mehr, da er zu diesem Zeitpunkt bereits aufgrund unsauberen finanziellen Gebarens und verschiedener anderer Vorkommnisse aus der Fraktion ausgeschlossen war. Natürlich ist das Waffenverbot im Landtag richtig, und Herr Menzel muß deshalb auch die Konsequenzen dafür tragen.

"Veruntreuung von Finanzen":
Die NPD-Fraktion hat keine Finanzen veruntreut. Diesen Vorwurf muß ich klar zurückweisen. Geschädigt wurden die Mitglieder der Partei, Spender und Darlehensgeber durch den früheren Schatzmeister Erwin Kemna, der die Partei systematisch über Jahre hinweg betrogen hat.Auch hier sind trotz der Verurteilung von Kemna die Hintergründe bis heute aber nicht genau geklärt.

"Bürgerversammlungen":
Den Vorwurf kann ich ebenfalls nicht nachvollziehen. Viele aktive NPD-Mitglieder in den Verbänden nehmen an solchen Versammlungen teil, wobei es bei vielen politischen Inhalten nicht immer notwendig ist, sich gleich als Mitglied einer Partei auszugeben - schließlich geht es doch in erster Linie um Sach- und nicht um Parteipolitk. Oftmals kommen wir aber auch in die Situation, daß ortsbekannte NPD-Aktivisten aus durchsichtigen politisch motivierten Gründen gar nicht erst zur Versammlung zugelassen werden, notfalls wird dann auch schon einmal eine öffentliche Versammlung kurzfristig vom Veranstalter zur geschlossenen Veranstaltung erklärt. Sie dürfen sicher sein, daß die NPD überall dort, wo es möglich ist und wo wir Ansprechpartner vor Ort haben, engagiert für Bürgerinteressen kämpfen.

Mit freundlichen Grüßen

Holger Apfel
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Frage zum Thema Bildung und Kultur
17.07.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Apfel,

erst kürzlich wurde in Chemnitz das Bild eines jungen Künstlers zerstört, nur weil dieser eine politisch nicht genehme Meinung vertritt. Das Bild in einer Berufsschule, rund 30 m² groß, zeigte ausschließlich die Stadtansicht von Chemnitz nach alten Vorlagen. Wie ist es möglich, dass heute im Jahr 2009 es wieder zur Zerstörung von Kunst kommen kann? Wer ist dafür verantwortlich? In Chemnitz gibt es ein sogenanntes "Kulturbüro Sachsen e.V.", warum haben die sich nicht schützend für das Bild eingesetzt? Wofür ist dieses Kulturbüro überhaupt da, wenn es nicht zur Pflege der Kunst dient? Wird es von Steuergeldern alimentiert?

Als Sachse, der aus der Nähe von Chemnitz stammt, interessiert mich dieser doch unglaubliche Fall sehr, deshalb habe ich diese Fragen auch an Spitzenpolitiker der anderen Parteien gerichtet.

www.sueddeutsche.de

Ich wurde durch diesen Artikel in der Süddeutschen darauf aufmerksam.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Holger Apfel
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20.07.2009
Holger Apfel
Sehr geehrter Herr ,

das Vorgehen gegen das Bild von Herrn Jahn Zschocke hat mich damals auch sehr empört. Unser Chemnitzer NPD-Kreisvorsitzender Jörg Schubert hatte seinerzeit eine Erklärung dazu abgegeben, die Sie hier noch einsehen können: www.npd-sachsen.de

Die Zerstörung des Bildes durch Übermalung war ein Akt der Barbarei, wie er sonst immer dem "Dritten Reich" nachgesagt wird - von den gleichen Leuten, die auch für die miese Aktion in Chemnitz zuständig waren bzw. sie veranlaßt haben.

Das von Ihnen erwähnte "Kulturbüro" setzt sich für alles Mögliche ein, nur nicht für jene Kultur, die es zu schätzen und zu bewahren gilt, wie z.B. das Bild des jungen Chemnitzer Malers.

Beim Kulturbüro Sachsen handelt es sich um einen linksextremen Verein, der massiv mit Steuergeldern u.a. aus einem Landesprogramm unterstützt wird, das den irreführenden Namen "Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz" trägt. Das Kulturbüro hat von 2005 bis 2008 mindestens 1.601.590,45 Euro aus Landes- und Bundesmitteln, also Steuergeld, erhalten. (Nachzulesen auf den entsprechenden Projektseiten des Freistaats Sachsen www.freistaat.sachsen.de und in der Antwort auf meine Anfrage an die Staatsregierung - Drs. 4/13025.)

Dieses "Kulturbüro" sorgt übrigens mit Boykottaufrufen gegen die NPD und andere patriotische Vereinigungen für eine regelrechte Pogromstimmung gegen volkstreue Deutsche in Sachsen; so werden zum Beispiel Hoteliers und Gastwirte über den Weg der systematisch eingeschüchtert, meiner Partei doch unter keinen Umständen Räumlichkeiten für politische Veranstaltungen zu vermieten.

Näheres zum sog. "Kulturbüro" können Sie auch unserem Antrag "´Antifa´-Umtriebe stoppen - ´Kulturbüro Sachsen e.V.´ dichtmachen!" entnehmen, den Sie auf der Seite des Sächsischen Landtages unter Drucksache 4/7612 finden oder unter www.npd-fraktion-sachsen.de . Die NPD-Fraktion forderte damals aufgrund der Machenschaften des "Kulturbüros" ein Verbot dieses fragwürdigen Vereins.

Mit freundlichen Grüßen

Holger Apfel
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Frage zum Thema Wirtschaft
22.07.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Apfel,

Über die Medien habe ich vor einiger Zeit erfahren, daß die Parteizeitung der NPD, die "Deutsche Stimme", in Polen gedruckt wurde und aktuell in Litauen gedruckt wird.

Meine Fragen zu:

1. Warum wird die "Deutsche Stimme" in Osteuropa gedruckt? Spielen dabei Kostengründe eine Rolle?

2. Halten Sie es für glaubwürdig, wenn die NPD einserseits gegen die Verlagerung von Arbeitsplätzen in "Billiglohn-Länder" nach Osteuropa protestiert und ihre eigene Parteizeitung selbst in "Billiglohn-Ländern" drucken läßt?

3. Warum kann die NPD ihre Parteizeitung nicht in Deutschland drucken lassen, dort wo andere "rechte" Zeitungen wie die "National-Zeitung" von Gerhard Frey auch gedruckt werden?

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Holger Apfel
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22.07.2009
Holger Apfel
Sehr geehrte Frau ,

es ist richtig, daß die "Deutsche Stimme", für die ich bis April dieses Jahres als Chefredakteur tätig war, im europäischen Ausland gedruckt wird. Kostengründe spielen dabei keine Rolle. Wenn Sie einmal die Preise in- und ausländischer Druckereien gegenüberstellen, werden Sie feststellen, daß sich das Preisniveau inzwischen stark angeglichen hat. Dem Deutsche Stimme Verlag sind sogar verschiedene inländische Druckhäuser bekannt, wo die Produktion günstiger und innerhalb kürzerer Lieferzeiten möglich wäre (sofern sie denn für uns drucken würden!).

Die Produktion der Zeitung im Ausland liegt allein darin begründet, daß sich bis heute keine inländische Rotationsdruckerei bereitfindet, die DS zu drucken. Hintergrund ist der jahrelange Antifa-Terror gegen Druckereien (wie auch Angriffe gegen Kioske, die "rechte" Zeitungen anbieten). Ich erinnere an dieser Stelle an den Brandanschlag auf die Druckerei der Wochenzeitung "Junge Freiheit" in Weimar im Jahr 1994. Damals entstand ein Sachschaden von 1,5 Mio. DM. Daraus ist ein Klima der Angst selbst unter denjenigen Druckereibesitzern entstanden, die politisch neutral sind. Die frühere PDS-Vizechefin und heutige Mitarbeiterin der stellv. SPD-Bundesvorsitzenden Andrea Nahles, Angela Marquardt, erklärte damals übrigens in einem Interview mit der "Wochenpost": "Ich halte es für legitim zu verhindern, daß die Junge Freiheit gedruckt werden kann." Angesichts dieser Hetze ist es kein Wunder, daß sich heute in der BRD keine Rollenoffsetdruckerei mehr traut, eine politisch unkorrekte Zeitung zu drucken. Wie vergiftet das politische Klima inzwischen ist, zeigt sich auch aran, daß inzwischen selbst im Ausland gegen Druckerei vorgegangen wird. So verhinderten die polnischen Behörden 2005 den weiteren Druck der Deutschen Stimme in Polen.

Im übrigen gibt es natürlich auch Druckhäuser, die aus grundsätzlichen politischen Erwägungen keine Druckaufträge patriotischer Auftraggeber entgegennehmen. Fragen Sie doch z.B. einmal meinen Kollegen Karl Nolle, Landtagsabgeordnete der SPD, ob er bereit wäre, in seinem Druckhaus die "Deutsche Stimme" zu produzieren. Sie werden überrascht sein, wie ernst es diesem "Sozialdemokrat" mit der Meinungs-und Pressefreiheit ist...

Natürlich kam auch uns frühzeitig der Gedanke, bei der Druckerei der National-Zeitung nachzufragen. Bereits vor einigen Jahren wurde uns jedoch mitgeteilt, daß der Eigentümer dieser Druckerei aus Altersgründen keine neuen Aufträge mehr annimmt.

Sehr geehrte Frau , ich darf Ihnen versichern, daß die Geschäftsleitung der Deutschen Stimme sehr daran interessiert ist, ihre Zeitung hierzulande drucken zu lassen. Natürlich sind wir deshalb dankbar für sachdienliche Hinweise zu politisch neutralen Druckereien, die sich auch von Bedrohungen und linken Anschlägen nicht einschüchtern lassen. Bitte wenden Sie sich hierfür an: redaktion@ds-verlag.de

Mit freundlichen Grüßen

Holger Apfel
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Frage zum Thema Innere Sicherheit und Justiz
24.07.2009
Von:

Guten Tag Herr Apfel,

ich habe mir mal die Zeit genommen um zu schauen was welche Fragen ihre möglichen Wähler an sie haben und was sie diesen Antworten!

und dann schreiben sie in einer ihrer Antworten bezüglich; der Probleme eine Druckerei un Deutschland zu finden" und ich Zitiere sie nun:
"Angesichts dieser Hetze ist es kein Wunder, daß sich heute in der BRD keine Rollenoffsetdruckerei mehr traut, eine politisch unkorrekte Zeitung zu drucken."

1. Wieso wundern sie sich das in einem Rechtsstaat und Demokratie wie der BRD keine Druckerei bereit ist eine "politisch unkorrekte Zeitung" zu drucken?

2. Halten sie es somit für begrüßendes Wert wenn "politisch unkorrekte Zeitungen" in Deutschland gedruckt und verbreitet werden?

3. Läßt sich daraus schließen das sie für eine politisch unkorrekte Politik mit ihrer Partei der NPD in Sachen/Deutschland stehen und diese Ansicht zu verbreiten suchen?

Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen

Antwort von Holger Apfel
64Empfehlungen
24.07.2009
Holger Apfel
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Nachfragen.

1.) Ich wundere mich nicht, sondern ich stelle nur fest, daß trotz des vermeintlich bestehenden Rechtsstaats und der "freiheitlich-demokratischen Grundordnung" politisch "unkorrekte" Meinungen - sprich: Meinungen, die vom sog. "Mainstream" abweichen - nach Auffassung vieler selbsternannter "Gutmenschen", die sich sonst so gern auf Presse- und Meinungsfreiheit berufen, keine Verbreitung finden sollten.

2.) Ja, ich bin der Auffassung, daß "politisch unkorrekte" Zeitungen verbreitet werden sollten. Oder wäre es etwa im Sinne der Pressefreiheit, wenn nur noch jene Druckwerke erscheinen dürften, die von den "Tugendwächtern" dieses Staates gutgeheißen werden? Natürlich finden sich Schranken im Strafrecht - bei Beleidigung, Verleumdung u.ä.

3.) Die NPD hält das bestehende politische System in Deutschland für grundlegend veränderungsbedürftig. Insofern steht meine Partei für eine "politisch unkorrekte" Politik.

Mit freundlichen Grüßen
Holger Apfel
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