Von:

Rus
Sehr geehrter Herr Hermann Gröhe,
Die Christival-Affäre schlägt hohe Wellen. Einige Evangelikale Trägerorganisationen werfen Kritikern "Zensur" und einen "Angriff auf die Meinungsfreiheit" vor.
news.google.de
Die Bundesregierung hat sich klar gegen Veränderungsmaßnahmen für Homosexuelle ausgesprochen, da die Betroffen durch die erheblichen Nebenwirkung und enttäuschten Heilversprechen geschädigt werden können.
Wie stehen Sie persönlich zu Heilungsangeboten bzw. "Veränderungs"-Angebote für Homosexuelle durch evangelikale Organisationen?
Da Sie Justiziar ihrer Fraktion sind, möchte ich Sie wegen anderen Aspekten der Affäre fragen. Ich weiß, dass es in Deutschland keine wirkliche Trennung von Kirche und Staat gibt. Die großen Kirchen übernehmen viele soziale Aufgaben zum Wohle der Allgemeinheit und werden deswegen auch richtigerweise staatlich unterstützt.
Ich habe bedenken, wenn missionarische Aktivitäten sendungsbewusster Religionsangehöriger gefördert werden. Kann es nicht zu Konflikten, wenn die Menschen anderer Religionen von staatlich geförderten missionarischen Aktivitäten abgeworben werden?
Ein Beispiel aus dem mit 250.000 € Steuergeldern geförderten Christival:
"404 Missionarische und Diakonische Aktionen in Bremen
Seminarbeschreibung:
Bremen soll einen Segen vom Christival haben. Deshalb wollen wir beim "Gruß in die Stadt" als missionarische Aktion alle Haushalte in Bremen besuchen. …"
Besonders spannend werden diese aufgeworfenen Fragen, wenn aus einer Mischung aus Religionsfreiheit, staatlicher Neutralität und Gleichbehandlungsgrundsätzen heraus plötzlich andere Religionen fordern sollten, dass man ihre Zusammenkünfte, Treffen, Kongresse,... mit mindestens gleichen Mitteln unterstützt und dies notfalls bis vors höchste deutsche Gericht oder noch weiter tragen.
Gibt es keine Verordnungen mit klaren Kriterien für die Vergabe an religiös-weltanschauliche Veranstaltungen?
Mit freundlichen Grüßen

Rus