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Sehr geehrter Herr Dr. Gröhe,
in der "vorläufigen Arbeitsübersetzung" des Entwurfs zum ESM befindet sich eine Tabelle mit dem vorgesehenen Aufteilungsschlüssel der einzelnen Mitglieder des ESM.
Mit erstaunen muß ich feststellen, daß auch die Hellenische Republik, Spanien, Italien, Irland und Portugal dort mit einem Anteil von summiert etwa 36 Prozent der vorgesehenen 700 Mrd. Euro bürgen sollen. Dies entspricht ungefähr einer Summe von 288 Mrd. Euro.
Wenn ich zur Bank gehe, um einen Kredit zu beantragen, der Bankkaufmann mich nach einem Bürgen fragt und ich ihm dann einen offensichtlich bankrotten Bürgen benenne, wird mein Kredit wohl kaum gewährt werden.
Mit welcher Glaubwürdigkeit können also Ihrer Meinung nach Länder wie die Hellenische Republik und andere "Krisenstaaten" im ESM für sich selbst bürgen?
Nach Artikel 8 Absatz 2 des Entwurfs zum ESM sollen 80 Mrd. Euro als Startkapital in den ESM eingezahlt werden; der Anteil der Hellenischen Republik beträgt nach dem Aufteilungsschlüssel etwa 2,8 Prozent. Dies bedingt also eine reale Zahlung von 2,24 Mrd. Euro von der Hellenischen Republik an den ESM.
Wie soll Ihrer Meinung nach die Hellenische Republik diese Summe aufbringen, wenn schon die Auszahlung der Oktober-Gehälter für die Bediensteten des dortigen öffentlichen Dienstes nur durch eine Freigabe weiterer Mittel durch den EFSF gesichert werden kann?
Mit freundlichen Grüßen,
