Hermann Gröhe (CDU)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Hermann Gröhe
© Bundestagsfraktion CDU/CSU
Geburtstag
25.02.1961
Berufliche Qualifikation
Jurist
Ausgeübte Tätigkeit
MdB, CDU-Generalsekretär
Wohnort
Neuss
Wahlkreis
Neuss I
Ergebnis
47,8%
Landeslistenplatz
13, Nordrhein-Westfalen
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(...) Daher war es richtig und ein wichtiger Erfolg der deutschen Politik, mit einer erheblichen, freiwilligen Gläubigerbeteiligung die Schuldentragfähigkeit Griechenlands zu verbessern. Zum anderen besteht unsere Politik Griechenland gegenüber keineswegs nur aus der Verabredung der erforderlichen Sparmaßnahmen. Beschränkte man sich lediglich auf Einsparungen, wären in der Tat Ihre Befürchtungen zutreffend. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Soziales
30.10.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Gröhe,

ich schätze Ihre differenzierte Argumentationsweise sehr und hoffe auch, dass der politische Diskurs durch Ihre Beförderung zum Generalsekretär an Qualität gewinnt. Nun zu meiner Frage.

Der Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) von Berlin-Neukölln äußerte sich zur Einführung des Betreuungsgeldes am 28.10.09 im Deutschlandfunk folgendermaßen: "Wir haben nun mal eine Schicht, egal ob Sie sie deutsche Unterschicht nennen, ob Sie sie migrantische Unterschicht nennen, die einfach für die Kinder, für ein Hineinwachsen in die Gesellschaft eine Gefahr darstellen. Und wir waren uns eigentlich bisher alle einig, wenn wir den Kindern, die im Milieu aufwachsen, wirklich Chancengleichheit angedeihen lassen wollen, dass wir dann in die vorschulische Erziehung investieren müssen, also sie quasi herausholen. (...) Jetzt sagen wir, bleib zu Hause, mach deine Wohnungstür zu, du kriegst dafür noch eine Prämie. Wie werden sich wohl genau diese Eltern, wo das Geld nicht bei den Kindern ankommt, bei der Frage entscheiden: Willst du 200 Euro für den Kindergarten zahlen, oder willst du für deine zwei Kinder 300 Euro kassieren? Wie werden sie wohl entscheiden? So ist nun mal der Mensch und den Kindern dient das gar nicht und wir finanzieren weiter Eltern, statt in die Kinder zu investieren. Deswegen sage ich, das ist rückwärts gewandt, das wird auch der Integration einen Bärendienst erweisen."

Kann es sein, dass das Betreuungsgeld nur in wirtschaftlich starken und/oder in ländlich-konservativen Regionen die beabsichtigte Wirkung - die Stärkung von Familien mit Kindern - erzielt, in anderen Kontexten (z.B. in Großsstädten) jedoch die von Buschkowsky beschriebenen negativen Folgen hat? Müssen daher nicht andere Formen der Förderung von Familien mit Kindern gefunden werden?

Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Hermann Gröhe
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09.12.2009
Hermann Gröhe
Sehr geehrter Herr ,

haben Sie Dank für Ihre Nachricht über abgeordnetenwatch.de und Ihre freundlichen Worte. Ich bitte zugleich um Ihr Verständnis dafür, dass ich leider erst heute dazu komme, Ihnen zu antworten.

Ihre Frage zum Betreuungsgeld möchte ich gerne beantworten. Aus meiner Sicht hat die neue Bundesfamilienministerin Kristina Köhler in der vergangenen Woche den Zielkonflikt gut dargestellt. Zum einen geht es darum, Mütter und Väter zu unterstützen, die sich nach der Geburt eines Kindes zu Hause der Erziehung widmen wollen. Zum anderen sollten Kinder, die von einem Krippenbesuch profitieren würden, diese Förderung auch möglichst früh bekommen. Es ist dabei nicht Aufgabe des Staates, den Familien vorzuschreiben, wie sie die Betreuung ihrer Kinder organisieren sollen.
Meiner Meinung nach ist die Unterstützung von Eltern, die ihre Kinder zuhause erziehen, durchaus sinnvoll. Es muss gleichwohl aufgepasst werden, dass keine falschen Anreize geschaffen werden.

Für die offenen Fragen rund um das Thema Betreuungsgeld gilt es, eine angemessene Lösung zu finden. Im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und FDP haben wir festgehalten: "Um Wahlfreiheit zu anderen öffentlichen Angeboten und Leistungen zu ermöglichen, soll ab dem Jahr 2013 ein Betreuungsgeld in Höhe von 150 Euro, gegebenenfalls als Gutschein, für Kinder unter drei Jahren als Bundesleistung eingeführt werden." Der Koalitionsvertrag lässt uns also bis 2013 Zeit für die konkrete Ausgestaltung. Ich bin zuversichtlich, dass wir in diesem Zeitrahmen eine angemessene Lösung finden werden.

Was die Unterscheidung der Kinderförderung durch finanziell besser oder schlechter gestellte Eltern betrifft, so möchte ich davor warnen, Ärmeren grundsätzlich eine höhere Gefahr des Missbrauchs zu unterstellen. So gibt es sowohl Eltern mit einem sogenannten bildungsfernen und finanziell schwächeren Hintergrund, die ihren Kindern eine gute Förderung bieten, als auch Eltern mit wirtschaftlich starkem Hintergrund, die ihre Kinder vernachlässigen.

Bitte erlauben Sie mir zuletzt noch folgende Anmerkung: Ich halte es grundsätzlich für wenig überzeugend, wenn - wie jüngst wieder zu beobachten war - gegen die Einführung des Betreuungsgeldes polemisiert, gleichzeitig aber für die Anhebung der Regelsätze für Hartz IV-Empfänger plädiert wird.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Hermann Gröhe
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Frage zum Thema Integration
05.11.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Gröhe,

vor den Bundestagswahlen wurden CDU-Mandatsträger mit Migrationshintergrund in die Parteizentrale eingeladen. Der ehemalige Generalsekretär Ronald Pofalla unterstrich, dass die CDU in der Integrationsarbeit noch viel Nachholbedarf habe. Nun meine Frage: Werden treffen nun regelmässig stattfinden mit CDU-Mandatsträger? Wann ist die CDU endlich bereit qualifizierte Kandidaten mit Migrationshintergrund auf aussichtsreiche Plätze zu setzen, so dass sie auch eine Chance auf Landes- bzw. Bundesmandate haben? Werden Sie auch die Parteizentrale ethnisch vielfältiger gestalten mit Referenten und Mitarbeitern?

Mit freundlichen Grüßen


Antwort von Hermann Gröhe
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26.11.2009
Hermann Gröhe
Sehr geehrte Frau ,

haben Sie vielen Dank für Ihre Nachricht vom 5. November. Lassen Sie mich Ihnen kurz schildern, welchen innerparteilichen Organisationsgrad wir bezogen auf Zuwanderer und Aussiedler bereits jetzt erreicht haben.

Aussiedler und Spätaussiedler mit weit über zwei Millionen Wahlberechtigten sind für die CDU eine sehr wichtige Gruppe. Nicht zuletzt deshalb haben wir die direkte Ansprache im zurückliegenden Bundestagswahlkampf mit einer eigens auf Aussiedler ausgerichteten Aktion nochmals verstärkt. Träger dieser Aktion vor Ort waren die Aussiedlerbeauftragten in den Landesverbänden, in den Landtagsfraktionen, in vielen Kreisverbänden der CDU sowie in einer Reihe von unionsgeführten Landesregierungen. Gemeinsam bilden sie seit vielen Jahren die Aussiedlerbeauftragtenkonferenz der CDU und bieten eine breite Plattform, auf der ein regelmäßiger Informationsaustausch und eine Koordinierung der Aussiedlerpolitik auch künftig stattfinden werden.

Rund 690 000 Menschen mit türkischem Migrationshintergrund haben derzeit die deutsche Staatsangehörigkeit und sind damit wahlberechtigt. Auch sie sind eine wichtige Wählergruppe, auch für die CDU. Die CDU hat in ihrer Regierungsverantwortung die Weichen zu einer wertebezogenen und partnerschaftlichen Integrationspolitik gestellt. Mit den drei Integrationsgipfeln, dem Nationalen Integrationsplan und der Deutschen Islam Konferenz haben wir erstmals einen strukturierten Dialog über die Integrationspolitik in Deutschland eröffnet. Soweit es noch besser gelingt, diese erfolgreiche Politik auch emotional zu transportieren, werden wir aus dieser Gruppe gewiss noch sehr viel mehr Wähler für uns gewinnen und binden können.

Das Deutsch-Türkische Forum (DTF) bildet innerhalb der CDU eine Plattform, mit dessen Hilfe ein solcher Brückenbau verstetigt werden soll. Dort finden sich Menschen zusammen, die an der Gestaltung der Integrationspolitik mitwirken wollen, dabei die Belange der türkischstämmigen Bürger in die CDU hineintragen und zugleich die Politik der CDU der türkischstämmigen Bevölkerung näher bringen.

Es ist nicht nur wichtig, der Integrationspolitik weiterhin einen zentralen Platz in der Regierungspolitik und im Programm der CDU einzuräumen. Vielmehr werden wir auch in der Partei die Chancen noch stärker ins Bewusstsein rücken, die daraus entstehen, dass Zuwanderer und Aussiedler mehr Geltung und Gelegenheit zur Mitarbeit in der CDU erhalten. Wir haben deshalb im September 2009 die von Ihnen angesprochene Konferenz der CDU-Mandatsträger mit Migrationshintergrund einberufen und eine sehr gute Premiere erlebt. Interessante Informationen und Erfahrungen wurden ausgetauscht, und zwar zur Integrationspolitik vor Ort, aber auch Erfahrungen mit dem Blick in unsere Partei hinein, auf deren unterschiedlichen Ebenen. Wir werden diese Konferenz kontinuierlich fortentwickeln.

Die CDU sieht einen Nachholbedarf bei der parlamentarischen Vertretung der Zuwanderer und Aussiedler. Wir haben stetig dafür geworben, dass diese Gruppen sehr viel stärker am politischen Leben in Deutschland zu beteiligen sind und dazu ermuntert, öffentliche Ämter und Mandate zu übernehmen.

Wir setzen uns weiterhin intensiv dafür ein, dass sie vor Ort in der CDU noch mehr Gewicht und Geltung erhalten und nach außen sichtbarer werden. Auf kommunaler Ebene wollen wir die politische Vertretung von Zuwanderern und Aussiedlern weiter stärken. So können und sollten dann auch erfolgreiche Kandidatenaufstellungen für Landtags-, Bundestags- und Europawahlen in Zukunft besser möglich sein.

Mit freundlichen Grüßen

Hermann Gröhe
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Frage zum Thema Internationales
10.12.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Gröhe,

als ehemaliges Mitglied im Rat der EKD sind Sie sicherlich über die Diskussionen in der evangelischen Kirche informiert. In Ihrem neuen Amt können Sie das thematisieren, was uns im Staat und in der Kirche beschäftigt.

Als Pfarrer habe ich mich für die Einführung der Finanztransaktionssteuer eingesetzt. Die Informationen darüber finden Sie auf der Homepage www.steuer-gegen-armut.org Ich unterstütze die Initiative des Jesuitenpaters Jörg Alt, der die Petition vorbereitet hat. Nicht nur der Bundespräsident und die EKD-Ratsvorsitzende, sondern auch die MIchainitiative der deutschen evangelischen Allianz gehört zu den Unterstützern.

Das Konzept der Finanztransaktionssteuer sieht vor, jede Art von Transaktionen, die auch für Spekulationen geeignet sind - also etwa Geschäfte mit Währungen, Aktien, Investmentfonds oder Rohstoffen mit einer Steuer zu belegen. Der Steuersatz soll dabei sehr gering sein, die Kampagne "Steuer gegen Armut" schlägt einen Satz zwischen 0,01 und 0,1 Prozent des umgesetzten Betrags vor. Somit fiele die Steuer bei langfristigen Investitionen etwa in Unternehmensanteile so gut wie gar nicht ins Gewicht; kurzfristige Spekulanten, die oft innerhalb eines Tages zahlreiche An- und Verkäufe tätigen, um von kleinsten Kursschwankungen zu profitieren, würden dagegen spürbar zur Kasse gebeten. Weder kleine Sparer noch der deutsche Mittelstand hätten also irgendwelche Nachteile oder Belastungen zu befürchten. Ich möchte Sie bitten dieses Anliegen mit voranzutreiben.

Wie erklären Sie sich die Widerstände aus der FDP, wenn die breite Wählerschaft der Partei keine Nachteile zu befürchten hätte? Welche Interessengruppen gibt es, die gegen die Einführung dieser Steuer sind? Gibt es Abgeordnete oder Minister der Regierungsparteien, die sich solchen Interessen verpflichtet fühlen könnten?

Mit freundlichen Grüßen - , Schötmar

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Frage zum Thema Soziales
22.12.2009
Von:
-

Sehr geehrter Herr Gröhe,

ich beziehe seit 2003 eine bisher gleichbleibende Betriebsrente, die über den Pensionssicherungsverein PSVaG (Allianz-VS) ausgezahlt wird.

Meine damalige Firma ist aufgelöst worden und die erworbenen Ansprüche auf den PSVaG übergegangen.

Ein Anpassung an die steigenden Lebenshaltungskosten u. Teuerungen erfolgte bisher nicht.

Bei einer Nachfrage hinsichtlich einer Anpassung der Betriebsrente an den PSVaG wurde mir mitgeteilt, dass dafür die gesetzlichen Bestimmungen fehlen bzw. ausstehen.

In der Regel werden Betriebsrenten im 2 bzw. 3 Jahresrythmus angepasst (bei Bezug von noch aktiven Firmen).

Warum geschieht dieses nicht auch bei Betriebsrenten die über den PSVaG ausgezahlt werden?

Ich meine, auch hier ist der Gesetzesgeber gefordert, um ein Minimum an Ausgleich zu schaffen.

Über Ihren Einsatz dafür würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüssen

-, Neuss
Antwort von Hermann Gröhe
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30.01.2010
Hermann Gröhe
Sehr geehrter Herr ,

haben Sie Dank für Ihre Nachricht über abgeordnetenwatch.de und bitte Verständnis dafür, dass Sie aufgrund der Fülle an Schreiben und Terminen erst heute eine erste Antwort erhalten. Ihre Frage zu den Betriebsrenten habe ich zum Anlass genommen, mich an die entsprechenden Fachleute innerhalb unserer Fraktion zu wenden. Sobald ich zu Ihrem Anliegen genauere Informationen habe, lasse ich Ihnen diese gerne zukommen. Um die folgende Kommunikation zu vereinfachen, möchte ich Sie bitten, mir eine kurze E-Mail an meine persönliche Mailadresse ( hermann.groehe@bundestag.de ) zu senden, auf die ich antworten kann, wenn mir weitere Informationen vorliegen.

Mit der nochmaligen Bitte um Verständnis für die Verzögerung verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen

Hermann Gröhe
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
30.01.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Gröhe,

nachdem ich das Buch "Die Dillettanten "von Thomas Wieczorek gelesen habe und regelmässig die Sendungen "Report,Panorama,Fakt u.ähnliche ansehe,frage ich Sie: Welche Partei würden Sie wählen?

MfG
H.

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