Herbert Utz (FÜR VOLKSENTSCHEIDE)
Kandidat Bundestagswahl 2009
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Grunddaten
Herbert Utz
Jahrgang
1966
Berufliche Qualifikation
Dipl.-Ing. (TU) für Luft- und Raumfahrttechnik
Ausgeübte Tätigkeit
Geschäftsführer, Herbert Utz Verlag GmbH
Wohnort
München
Wahlkreis
München-Nord
Ergebnis
0,8%
Landeslistenplatz
-, Bayern
(...) Auch wird es immer schwieriger, den Begriff "Familie" zu definieren. Ist ein kinderloses Ehepaar eher als Familie zu bezeichnen als eine alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern? Das Steuerrecht scheint das so zu sehen; zumindest wird die alleinerziehende Mutter benachteiligt: Es gibt das Ehegattensplitting aber kein Familiensplitting. (...)
Fragen an Herbert Utz
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Frage zum Thema Innere Sicherheit und Justiz
07.09.2009
Von:

sehr geehrter herr utz,

wenn man über ihre politischen inhalte etwas wissen möchte, wird man bei 80% damit konfrontiert dass sie einen volksentscheid fordern.

haben sie auch etwas konkretes zu sagen oder ist "volksentscheid" für sie die lösung für alles?

wenn ja, was halten sie von einem volksentscheid zur wiedereinführung der todesstrafe?

vielen dank
a
Antwort von Herbert Utz
bisher keineEmpfehlungen
19.09.2009
Sehr geehrter Herr Marusch,

vielen Dank für Ihre Frage.

Ich stehe nicht nur zu 80% sondern zu 100% für Volksentscheide. Aber Sie meinen vermutlich die Fragen des Spiegel auf Kandidatenwatch? Ja, ich denke, dass viele dieser Fragen für Volksentscheide geeignet wären (allerdings lassen sich die meisten nicht mit 300 Zeichen beantworten, wie vom Spiegel vorgegeben).

Üblicherweise geht es um die politische Einstellung der Kandidaten und das Programm ihrer Parteien. Mir geht es mit meiner Kandidatur darum, Ihnen und allen anderen Wählern in meinem Wahlkreis die Möglichkeit zu geben, mit Ihrer Erststimme explizit für Volksentscheide zu stimmen. Durch meine Kandidatur können Sie mit Ihrer Erststimme ein Zeichen setzen. Das gilt insbesondere im Wahlkreis 218: Die beiden Favoriten unter den Direktkandidaten sind ohnehin über die Parteilisten abgesichert, alle anderen müssten mit einem Wunder rechnen.

Wofür stehe ich politisch? So banal es klingt: Für Demokratie.

Ich will, dass jeder von uns mehr Einfluss auf wichtige Entscheidungen nehmen kann. Sie, ich, alle Bürgerinnen und Bürger.

Seit 60 Jahren steht der Artikel 20, Absatz 2, im Grundgesetz (GG).

  • Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. - Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtssprechung ausgeübt.

und Artikel 21, Absatz 1, Satz 1 GG

  • Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit.

Wahlen finden nur in großen Zeitabständen statt, von den im Grundgesetz genannten Abstimmungen ist nicht mehr viel übrig - auf Bundesebene gibt es überhaupt keine Volksentscheide.

Und die Realität des Artikels 21 wird inzwischen nur noch als Monopol der Parteien und finanzkräftiger Lobbyverbände wahrgenommen.

Wo bleiben die Bürger?

Mit meiner Kandidatur unter dem Motto der Wählervereinigung FÜR VOLKSENTSCHEIDE ( www.fuervolksentscheide.de ) möchte einen Denkanstoß zu diesen Fragen geben.

Obwohl im Gesetz vorgesehen, hat es seit Jahrzehnten kein parteiloser Direktkandidat mehr geschafft, in den Bundestag einzuziehen. Ist das nicht schade? Ist es nicht schade, dass uns in den Parlamenten vor allem Leute vertreten, die sich jahrelang in Parteien "hochgedient" haben? Nicht wenige davon haben deshalb Ihre eigentlichen Berufe nie über einen längeren Zeitraum als Broterwerb ausgeübt. Wie viel können unsere Abgeordneten wirklich vom Leben wissen?

Politik als Karriere ist mir suspekt. Ich sehe Politiker nicht als Beruf.

Als weitere Kartierung meiner politischen Einstellung möchte ich einige Persönlichkeiten nennen, die ich als Vorbilder sehr respektiere: Helmut Schmidt, Hans-Jochen Vogel und vor allem Hildegard Hamm-Brücher. Diese beiden konnte ich bei mehreren Gelegenheiten auch persönlich kennenlernen; Helmut Schmidt kenne ich nur aus brieflichen Kontakten, er hat vor kurzem ein Gleitwort für ein Buch meines Verlages geschrieben. Ganz besonders bewundere ich an diesen drei Persönlichkeiten, dass es ihnen nie um den eigenen Vorteil ging, sondern immer um die Sache und das Gemeinwohl.

Zu Ihrer Frage hinsichtlich eines Volksentscheides zur Todesstrafe: Auch Volksentscheide dürfen sich nicht über die Verfassung und die Menschenrechte hinwegsetzen. Es muss immer einen unberührbaren Verfassungskern geben.

Und: Wie jedes demokratische Instrument sind natürlich auch Volksentscheide Instrumente der Gesetzbildung mit Regeln und Hürden: Details zum vorgeschlagenen Ablauf von Volksentscheiden finden Sie auf der Website von FÜR VOLKSENTSCHEIDE ( www.fuervolksentscheide.de ).
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Frage zum Thema Soziales und Familie
19.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Herbert Utz,

inwiefern wollen Sie die einzelnen Mitglieder unserer Gesellschaft unterstützen, Familien zu gründen - und helfen, dass diese auch gelingen und nicht wieder zerbrechen?

Vernünftig:
Finanzielle Rahmenbedingungen, Wohnraum, Betreuungsmöglichkeit. Wie lange (14 Monate ist der Stand heute, gestern waren es 3 Jahre) sollte die alleinige Betreuung durch die Eltern gefördert werden?
Wie soll gefördert werden, wenn nicht einer alleine die Betreuung ausführt, sondern beide in Teilzeit?
Bis wann, bzw. ab wieviel Kindern sollte die elterliche Bereuungsarbeit finanziell honoriert werden, wenn diese nicht extern, sondern intern in Voll- oder Teilzeit ausgeübt wird?

Emotional:
In wiefern kann Politik gerade den jungen Bürgern in ihrer Liebes- Beziehungs- und Konfliktfähigkeit helfen und in Krisen geratenen Eltern den Glauben in eine lebenswerte, gemeinsame Zukunft stärken?

Körperlich:
Gesunde Sexualität (beziehungsfördernd nicht zerstörend)
"Unter den Kindern und Jugendlichen bis 16 Jahren konsumierten bis zu 90 Prozent bereits pornografische Inhalte, berichtete der Sexualexperte Rolf Trauernicht. Er sagte, als internetsexsüchtig gälten in Deutschland rund 700 000 Menschen, die pro Woche mehr als 35 Stunden pornografische Online-Angebote nutzen."
www.abendblatt.de
Peter Falk (SPD-Kandidat aus FFB) sagte mir zur letzten Wahl am Telefon, dass es in Münchens ca. 10.000 Prostituierte gäbe, was für mich bedeutet, dass es eine ungeheure Zahl von Männern geben muß, die hier eine Nachfrage haben.

Analog zu Zigaretten könnte ich mir Warnungen vorstellen wie:
Der Konsum dieser Dienstleistung kann ihr Frauenbild / ihre Beziehungsfähigkeit / ihr Sexualleben negativ beeinflussen. Außerdem empfinde ich in der Öffentlichkeit erkennbare Erotikanbieter als Zumutung.

mit liebem Gruß
Antwort von Herbert Utz
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21.09.2009
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage.

Sie sprechen wichtige gesellschaftliche Probleme an, die viele Menschen beschäftigen und wie Sie beobachte ich - nicht zuletzt als Vater - einige der von Ihnen geschilderten Entwicklungen mit Sorge.

Die Politik kann meines Erachtens nur Rahmenbedingungen für Familien und Erziehende schaffen, für das Gelingen seiner Partnerschaft jedoch ist jeder Einzelne selbst verantwortlich und immer wieder gefordert.

Vielleicht erwarten wir gerade beim Thema Familie und Beziehungen zuviel von der Politik, vielleicht überfordern wir uns mit überhöhten Idealvorstellungen aber auch selbst.

Eine heile Welt hat es in dieser Hinsicht wohl nie gegeben: Noch bis weit in das 20. Jahrhundert hinein wurden Ehen aus rein wirtschaftlichen Interessen geschlossen - oft ohne die Wünsche der künftigen Eheleute zu berücksichtigen. In den frühen 60er-Jahren gab es noch den Kuppelparagraphen, Homosexualität war strafbar, bei Scheidungen galt das Schuldprinzip.

Viel hat sich inzwischen getan: Wir sind freier - aber wir tragen auch mehr Verantwortung.

Auch wird es immer schwieriger, den Begriff "Familie" zu definieren. Ist ein kinderloses Ehepaar eher als Familie zu bezeichnen als eine alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern? Das Steuerrecht scheint das so zu sehen; zumindest wird die alleinerziehende Mutter benachteiligt: Es gibt das Ehegattensplitting aber kein Familiensplitting.

Möglicherweise wären auch ein bedingungloses Grundeinkommen und Wahlrecht ab Geburt (stellvertretend ausgeübt von den Erziehungsberechtigten) langfristige Perspektiven, Familien zu fördern. Ich gehe jedoch nicht davon aus, dass sich dafür schon in den nächsten Jahren ein Konsens finden wird.

Aber wir sollten alle darüber nachdenken, wie wir uns die Zukunft in der Familienpolitik wünschen, und gemeinsam daran arbeiten.

Aus diesem Grunde wünsche ich mir eine stärkere politische Beteiligung aller und stehe mit meiner Kandidatur für Volksentscheide.
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