Herbert Förster (Piratenpartei)

Grunddaten
Jahrgang
1966
Berufliche Qualifikation
Rettungsassistent, Einzelhandelskaufmann
Ausgeübte Tätigkeit
Kaufmann
Wohnort
Frankfurt
(...) Die Idee einer Verpflichtung zur Teilnahme an Wahlen oder Bürgerentscheiden finde ich, im Sinne Ihrer Bedenken, als Möglichkeit die Durchsetzung einzelner Interessen zu vermeiden überlegenswert. (...)
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
02.02.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Förster,

mit großer Verwunderung habe ich Ihre Aussage vom 01.02.12 zum Führungsverbot von Messern gelesen. Mir scheint, Sie kennen sich weder mit Messern noch mit dem aktuellen WaffG besonders gut aus.

Ihrer Ansicht nach "gibt es keinen Grund ein feststehendes Messer, außerhalb der Notwendigkeit zur Berufsausübung, in der Öffentlichkeit zu führen." Falls Sie den § 42a WaffG schon einmal gelesen haben, ist Ihnen vielleicht aufgefallen, dass der Gesetzgeber aber den Messerträger dazu "zwingt" genau das zu tun: Das Führen von modernen Taschenmessern ohne berechtigtes Interesse wurde verboten, während man feststehende Messer bis 12 cm Klingenlänge weiterhin – auch ohne einen Grund – in der Öffentlichkeit führen darf. Also muss man als friedlicher Bürger, der ein Messer als Werkzeug nutzen will, von Taschenmessern auf feststehende Messer umsteigen, wenn man keine OWI begehen will.

Warum sind Sie persönlich der Meinung, dass es (außer dem Beruf) keinen Grund zum Führen eines feststehenden Messers in der Öffentlichkeit gibt? Ist Ihnen bewusst, dass dann auch beim Picknick oder Brotzeit im Biergarten niemand mehr sein Brotzeit / Küchenmesser dabei haben dürfte? Welche besondere Gefahr geht Ihrer Ansicht nach von feststehenden Messern (z. B. im Vergleich zu Klappmessern) aus?

Die Einstellung, alles zu verbieten, was man persönlich nicht kennt / braucht, kenne ich bisher eher von der Partei "Die Grünen". Warum genau sind Sie in der Piratenpartei, die gegen eine unnötige Einschränkung der Bürger ist, wenn Sie persönlich z. B. im Bezug auf nützliche Gebrauchsmesser genau das Gegenteil fordern?

Ist Ihnen die AG Waffenrecht der Piratenpartei bekannt? Dort wird z. Zt. an einem Programm gearbeitet, in dem u. a. die Aufhebung des Messer-Trageverbots gefordert werden soll ( wiki.piratenpartei.de ). Sind Sie der Ansicht, dass ihre persönliche Einstellung zum Programm der Piratenpartei passt?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Herbert Förster
bisher keineEmpfehlungen
08.05.2012
Herbert Förster
Sehr geehrter Herr ,

sie haben Recht. Ich kenne mich tatsächlich nicht damit aus. Da ich in einem Parlament sitze welches für das Waffenrecht nicht zuständig ist, werde ich mich auch nicht intensiv damit beschäftigen. Wie Sie bereits bemerkten hat die Piratenpartei eine AG Waffenrecht. Diese wird den Parteitagen der Piratenpartei Empfehlungen geben und Rede und Antwort stehen.
Mehr noch jeder Mensch kann diese AG befragen und den momentanen Diskussionsstand erfahren. Machen Sie bitte davon Gebrauch.

Ich persönlich bin gegen das Tragen und Nutzen von Waffen jeder Art. Ich lade Sie herzlich ein die AG Waffenrecht mit Ihren Ansichten dazu zu bereichern, und so auch Einfluss auf dieses Thema zu nehmen. Bei uns muss man nicht Mitglied sein um bei Entscheidungen mitzuwirken.

Herbert Förster
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
22.02.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Förster,

sie fordern für die Stadtpolitik eine stärkere Einbindung der Bürger in die Entscheidungsprozesse der Stadtverwaltung. Insoweit müssten Sie ein großer Befürworter des im letzten Herbst auch in Frankfurt gestarteten Bürgerhaushaltes sein, als einer Möglichkeit für alle Frankfurterinnen und Frankfurter auch im Bereich des Haushalts Vorschläge zu unterbreiten. Nun hat sich allerdings herausgestellt, dass die Beteiligungsquote des Bürgerhaushaltes sehr niedrig ausgefallen ist. Gemessen an der Bevölkerung, die angesprochen werden sollte, wurde wohl nur eine Quote von 0,48 %, jedenfalls eine Quote weit unter 1% erreicht. Meiner Ansicht nach, ist dies ein verheerendes Ergebnis, dass auch nicht unter Hinweis auf die hohe Qualität der Vorschläge weggeredet werden kann, wie dies vom Stadtkämmerer versucht wird. Auch der Hinweis auf den erstmalige Versuch hier in Frankfurt und der damit verbundenen Hoffnung, dass die Beteiligung steigen wird bei zunehmender Bekanntheit dieses Beteiligungsmittels, kann m.E. nicht den generell kritischen Einwand der niedrigen Beteiligungen auch in anderen Kommunen, in denen der Bürgerhaushalt schon länger eingeführt ist, begegnen. M.E. ist das Rufen nach weiteren Beteiligungsformen wenig sinnvoll, solange das Interesse viele Bürger an politischen Entscheidungsprozessen immer weiter zurück geht. Übrigens geht auch der häufige Hinweis auf die Schweiz fehl, da auch dort nach Schätzungen nur etwas 10-13 Prozent der Bürger sich aktiv mit Bürgerbegehren und -entscheid an der Politik mitbeteiligen. Ist es ganz im Gegenteil sogar eine Gefahr für die (repräsentative) Demokratie, wenn sich aufgrund der niedrigen Beteiligungsquoten gut organisierte Einzelinteressen unter dem "Deckmäntelchen" direkter Demokratie überrepräsentativ Gehör verschaffen können. Wer mehr Bürgerbeteiligung fordert, der muss auch an die Verantwortung der Bürger erinnern. Wie beurteilen Sie die niedrige Beteiligung?

Mit freundlichen Grüßen
M.
Antwort von Herbert Förster
bisher keineEmpfehlungen
29.02.2012
Herbert Förster
Sehr geehrter Herr ,

meiner Meinung nach gibt es kein perfektes System für Bürgerbeteiligung. Bürgerbeteiligung muss immer wieder neu überprüft werden. Die Strukturen für eine Beteiligungen müssen erst geschaffen, dann überprüft und an die neuen Voraussetzungen angepasst werden. Auch diese Entwicklung lebt von der Beteiligung der Bürger.

Selbst wenn ein System von einer gut organisierten Gruppe benutzt wird um die eigenen Belange durchzusetzen, wird sich sehr wahrscheinlich eine andere Gruppe bilden welche dagegen steuert. Denn die Aktion der ersten Gruppe ist dann der Beweis das Beteiligung funktioniert. Nun zum aktuellen Bürgerhaushalt in Frankfurt. Obwohl ich am System dieses Bürgerhaushalts Kritik übe, ist er doch ein Anfang. Am Ende liegt die Entscheidung bei den Stadtverordneten, welche die Ergebnisse umsetzen müssen. Das Maß der Zustimmungen durch die Stadtverordnetenversammlung wird die Grundlage für die beteiligten Bürger sein zu entscheiden ob sie sich ernst genommen fühlen und ob sie sich weiter beteiligen.

Damit jedoch die Bürger möglichst gut überlegte Vorschläge machen können, müssen sie auch Zugang zu ALLEN nötigen Daten haben. Dies ist hier in Frankfurt nur eingeschränkt der Fall. Grundsätzlich sollten Bürger Beteiligung nicht einfordern müssen. Auch die Politik kann Beteiligung bieten. Deshalb bin ich für die Einführung des Ratsbegehren, bei dem ein Bürgerentscheid von den Mandatsträgern ausgeht. de.wikipedia.org

Die Idee einer Verpflichtung zur Teilnahme an Wahlen oder Bürgerentscheiden finde ich, im Sinne Ihrer Bedenken, als Möglichkeit die Durchsetzung einzelner Interessen zu vermeiden überlegenswert.

Herbert Förster
Fraktionsvorsitzender
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