Von:


Sehr geehrter Herr Doll,
ich bin der Ansicht, dass es um die Pflege und Förderung der deutschen Sprache in unserem Lande immer schlechter bestellt ist. In zahlreichen Lebensfeldern ist die deutsche Sprache praktisch marginal geworden (etwa der Hochschule, aber auch schon im Grundschulbereich). Einige Politiker haben das erkannt, im vergangenen Dezember war das auf dem CDU-Parteitag deutlich.
Ich wüsste gern, wie Sie darüber denken, und habe meine Fragen deshalb differenzierter gestellt:
1. Welche Bedeutung hat für Sie die deutsche Sprache als identitätstiftendes Kulturgut?
2. Sehen Sie auch die Notwendigkeit, dass Verordnungen, Gesetze, öffentliche Verlautbarungen und Benennungen (z.B. von Straßen und Plätzen) in klarem, bürgernahem und allgemeinverständlichem Deutsch abgefasst bzw. veröffentlicht werden?
3. Wie stehen Sie zur Einrichtung des so genannten "Immersionsunterrichts" an staatlichen Schulen, bei dem Kinder von der 1. Klasse an in allen Fächern (bei einer Stunde Deutsch pro Tag) nur noch auf Englisch unterrichtet werden, wodurch ihnen die Welt des Wissens und des Handelns in der Schule praktisch nur noch in der Fremdsprache vermittelt wird?
4. Welche Bedeutung hat für Sie die Vermittlung und der Erwerb solider Deutschkenntnisse für die Integration von Zuwanderern und welche politischen Folgerungen ziehen Sie aus Ihrer Bewertung? Ist die gegenwärtige Situation zufriedenstellend?
5. Sehen Sie die Notwendigkeit einer Gegenwirkung gegen die zunehmende Reduzierung der deutschen Sprache im Bereich der Hochschulen und Universitäten?
6. Wie können Sie dafür sorgen (wenn es Ihnen überhaupt notwendig erscheint), dass Deutsch im Rahmen der EU seiner Bedeutung gemäß (für die größte Sprachgemeinschaft der EU ist Deutsch die Muttersprache) wenigstens gleichberechtigt neben Englisch und Französisch behandelt wird?
7. Wie stehen Sie zu der Forderung, Deutsch als Landessprache im Grundgesetz zu verankern?
Ich grüße Sie freundlich


, Handeloh-Wörme