Helmut Doll (DIE LINKE)
Kandidat Bundestagswahl 2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Grunddaten
Helmut Doll
Jahrgang
1948
Berufliche Qualifikation
Diplom Sozialökonom, Diplom Betriebswirt
Ausgeübte Tätigkeit
-
Wohnort
Wingst
Wahlkreis
Stade I - Rotenburg II
Ergebnis
6,5%
Landeslistenplatz
-, Niedersachsen
(...) Wir, DIE LINKE, versehen daher die gesamte Bildungsförderung - einschließlich der deutschen Sprache und gerade auch für die so genannten "bildungsfernen Schichten" - mit hoher Priorität. Wir möchten Kompetenz für ALLE fördern, damit JEDEM MENSCHEN Zugang zu Bildung, Information und dem damit idR verbundenen Wohlstand gewährt wird. (...)
Kandidaten-Check
Beim Kandidaten-Check können Sie Ihre eigenen politischen
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Helmut Doll hat sich am Kandidaten-Check beteiligt und zu allen von 32 Thesen Position bezogen.
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Frage zum Thema Bildung und Kultur
24.07.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Doll,

ich bin der Ansicht, dass es um die Pflege und Förderung der deutschen Sprache in unserem Lande immer schlechter bestellt ist. In zahlreichen Lebensfeldern ist die deutsche Sprache praktisch marginal geworden (etwa der Hochschule, aber auch schon im Grundschulbereich). Einige Politiker haben das erkannt, im vergangenen Dezember war das auf dem CDU-Parteitag deutlich.
Ich wüsste gern, wie Sie darüber denken, und habe meine Fragen deshalb differenzierter gestellt:

1. Welche Bedeutung hat für Sie die deutsche Sprache als identitätstiftendes Kulturgut?
2. Sehen Sie auch die Notwendigkeit, dass Verordnungen, Gesetze, öffentliche Verlautbarungen und Benennungen (z.B. von Straßen und Plätzen) in klarem, bürgernahem und allgemeinverständlichem Deutsch abgefasst bzw. veröffentlicht werden?
3. Wie stehen Sie zur Einrichtung des so genannten "Immersionsunterrichts" an staatlichen Schulen, bei dem Kinder von der 1. Klasse an in allen Fächern (bei einer Stunde Deutsch pro Tag) nur noch auf Englisch unterrichtet werden, wodurch ihnen die Welt des Wissens und des Handelns in der Schule praktisch nur noch in der Fremdsprache vermittelt wird?
4. Welche Bedeutung hat für Sie die Vermittlung und der Erwerb solider Deutschkenntnisse für die Integration von Zuwanderern und welche politischen Folgerungen ziehen Sie aus Ihrer Bewertung? Ist die gegenwärtige Situation zufriedenstellend?
5. Sehen Sie die Notwendigkeit einer Gegenwirkung gegen die zunehmende Reduzierung der deutschen Sprache im Bereich der Hochschulen und Universitäten?
6. Wie können Sie dafür sorgen (wenn es Ihnen überhaupt notwendig erscheint), dass Deutsch im Rahmen der EU seiner Bedeutung gemäß (für die größte Sprachgemeinschaft der EU ist Deutsch die Muttersprache) wenigstens gleichberechtigt neben Englisch und Französisch behandelt wird?
7. Wie stehen Sie zu der Forderung, Deutsch als Landessprache im Grundgesetz zu verankern?

Ich grüße Sie freundlich
, Handeloh-Wörme
Antwort von Helmut Doll
4Empfehlungen
30.07.2009
Sehr geehrter Herr ,

gerne beantworte ich Ihre Frage.

Sprache ist als wichtiges Kommunikationsmittel für jede Nation und ihre Menschen von hoher Bedeutung, so auch für uns Deutsche. Für die Teilhabe am modernen gesellschaftlichen Leben und Erfolg im Beruf sind gute Sprachkenntnisse daher unabdingbar. Die deutsche Sprache ist insofern zugleich Teil und Instrument guter Bildung. Gleichwohl gilt es, sie im Zusammenhang mit anderen Wissensgebieten zu sehen und zu lehren; sie ist mit sozialer Kompetenz zu paaren. Die Weiterentwicklung – sei es in Schule, Verwaltung, Wissenschaft oder Technik – wird zu neuen und weiteren Begrifflichkeiten in der "deutschen Sprache" führen müssen. So gesehen wird sie eine "lebendige Sprache" in allen von Ihnen angesprochenen Gebieten bleiben.

Wir, DIE LINKE, versehen daher die gesamte Bildungsförderung - einschließlich der deutschen Sprache und gerade auch für die so genannten "bildungsfernen Schichten" - mit hoher Priorität. Wir möchten Kompetenz für ALLE fördern, damit JEDEM MENSCHEN Zugang zu Bildung, Information und dem damit idR verbundenen Wohlstand gewährt wird. Mit der Bildungsförderung wollen wir früh beginnen - möglichst bereits im Kindergarten - und diese ein Leben lang andauern lassen.

Helmut Doll
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