Heinz Paula (SPD)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Heinz Paula
Jahrgang
1951
Berufliche Qualifikation
Lehrer
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Augsburg-Stadt
Landeslistenplatz
13, über Liste eingezogen, Bayern
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(...) Insgesamt bin ich gegen eine Ausweitung des privaten Krankenversicherungssystems. Für uns Sozialdemokraten ist die gesetzliche Krankenversicherung ein bewährtes, international anerkanntes System der gesundheitlichen Sicherung, das auf dem Prinzip der Solidarität fußt. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
02.01.2008
Von:

Werter Herr Paula,

Wie leicht Bürger hierzulande in Fahndungsraster geraten, zeigen etliche Beispiele. So etwa dürften dank der in den Medien anfangs hochgejubelten "Aktion Himmel" zighundert (weitere) Steuerzahler das Vertrauen in ´ihren´ Rechtsstaat verloren haben:


Andere Beispiele zeigen, wie und wofür das staatliche Gewaltmonopol zum Teil eingesetzt wird - und zwar keinesfalls nur gegen scheinbare Fälle von internationalem Terrorismus:


Sie wiesen auf richterliche Verfügungen hin, die für Hausdurchsuchungen oder ähnliche Schritte gegen potentielle Terroristen, Pädosexuelle und Raubkopierer vonnöten sind.

Dabei übersahen Sie die gängige Praxis der Richter, solch einschneidende Maßnahmen - die bei einem Fehlalarm für die beteiligten Staatsgewaltigen folgenlos bleiben - relativ unbekümmert durchzuwinken:


Sie schrieben: "Ziel der Vorratsdatenspeicherung ist nicht die Zerstörung des Rechtsstaates, sondern seine Bewahrung. Es gilt, den Rechtsstaat vor Bedrohungen von Innen und Außen zu schützen."

Ihnen ist sicherlich bekannt, dass die Staatssicherheit ebenfalls nur Bürger und Staat vor zersetzenden Bedrohungen von Innen und Außen schützen sollte/wollte. (Mielke sagte: "Ich liebe "Ich liebe doch alle "alle Menschen "; Na ich liebe doch "; Ich setzte mich doch dafür ein!")

Ich bin der Meinung, dass zuerst einmal bestehende Fahndungstaktiken vervollkommnet werden sollten, bevor weitere Fehlerquellen - "in einem entsprechenden Rahmen natürlich" - geschaffen werden.

Und sei es auch nur, damit Sie und andere führende Köpfe nicht immerfort gezwungen sind, unseren Rechtsstaat schönzureden.

Was meinen Sie?

Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Heinz Paula
2Empfehlungen
07.01.2008
Heinz Paula
Sehr geehrter Herr ,

erlauben Sie mir Sie zu bitten, dass Sie sich grundsätzlich an den Abgeordneten Ihres eigenen Wahlkreises wenden.

Unabhängig davon können mich weder Ihre Argumente noch die Beispiele aus der Presse, mit denen Sie Ihre Argumentation stützen wollen, überzeugen.

Ich möchte Ihnen ähnlich antworten wie Herrn Stock aus Augsburg (s.u.):

Die Tatsache, dass Pannen passieren, kann nicht zur Folge haben, dass die Politik ihre Bemühungen um die Verbesserung der Verbrechens- und Terrorismusbekämpfung einfach einstellt. Das wäre völlig unlogisch und widersinnig.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Heinz Paula
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
07.01.2008
Von:

Werter Herr Paula,

Herrn Stock schrieben Sie, "der Schutz der Bürger ist ja eine der wichtigsten Aufgaben der Politik." Da bin ich Ihrer Meinung und fordere darum keinesfalls, dass die Gesetzgeber Verbesserungen der Verbrechens- und Terrorismusbekämpfung grundsätzlich einstellen sollen. Denn "das wäre völlig unlogisch und widersinnig".

Scheinbar ist Ihnen aber der kleine Unterschied zwischen ´Verbesserung´ und ´Ausweitung´ entgangen. Die Möglichkeit, schnelleren Zugriff auf noch mehr Datenbestände zu haben, zieht nämlich nicht nach sich, dass mit diesen Daten plötzlich vorsichtiger umgegangen wird.

Siehe hierzu das britische Datendisc-Debakel sowie diverse Einzelfälle, in denen Staatsbedienstete Daten weiterverkauft haben.

Ebenfalls nicht übersehen sollten Sie den Fakt, dass Computer nicht argumentieren. Wenn Kollege Datenbank der Meinung ist, jemand ist schuldig, dann wird es wohl so sein.

Und je vernetzter der potentielle Verbrecher ist, umso mehr weitere Verdächtige fallen an. Die Datenspeicherung ist für den Staat keine Kostenfrage, die ins Abstruse aufgeblasene Fahndung hingegen schon; sie kostet Zeit, Geld und schlimmstenfalls die Glaubwürdigkeit.

Richtiggehend erschreckt hat mich, dass Sie die als Beispiele angeführten drastischen Aussetzer der Staatsmacht als ´Pannen´ bezeichnen. Dieses Wort assoziiere ich mit geplatzten Autoreifen und nicht mit SEK-Einsätzen wegen des Verdachts auf einen Farbbeutelanschlag.

Mit etwas ´Pech´ beenden oder zerstören derartige ´Pannen´ auch Lebensläufe in Ihrem Wahlkreis. Was dann? Werden Sie sich in solch einem Fall zumindest dafür einsetzen, dass die Verantwortlichen ihre Jobs verlieren und deren Kollegen besser geschult werden?

Oder weiterhin von Pannen oder bedauerlichen Zwischenfällen sprechen, während die (Hinterbliebenen der) Opfer es nicht fassen können, dass die freiheitlich-demokratische Grundordnung mit Methoden verteidigt wird, die längst der Vergangenheit angehören sollten?

Viele Grüße, .
Antwort von Heinz Paula
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09.01.2008
Heinz Paula
Sehr geehrter Herr ,

Erlauben Sie mir die Einschätzung, dass die Szenarien, die Sie konstruieren, auf mich persönlich etwas übertrieben wirken.

Wie schon mehrfach hier dargestellt, handelt es sich bei der Vorratsdatenspeicherung lediglich um die Speicherung von Verbindungsdaten und nicht von Gesprächsinhalten.

Überlegen Sie doch einmal, wer alles von Ihnen wirklich "sensible" Daten besitzt: Der Arzt, die Krankenkasse, der Arbeitgeber, der Steuerberater und die neugierige Nachbarin wissen über Sie möglicherweise viel mehr als die Polizei und der "böse Staat".

Anstatt den Teufel an die Wand zu malen (in Gestalt des Staates als des böswilligen Großen Bruders), sollten wir alle realistisch bleiben und ein solches, wichtiges Thema ohne ideologische Brille diskutieren – vor allem im Hinblick auf den Schutz der Bürger vor den Gefahren unserer Zeit.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Heinz Paula
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Frage zum Thema Senioren
11.03.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Paula,

was halten Sie von den folgenden Beiträgen?

Prof. Meinhard Miegel vom Bonner IWG-Institut zu Bild: Die Politik hat den heutigen Rentnern nie klar gemacht, wie unser Rentensystem funktioniert. Die Folge ist, dass diese heute die Jugend ausbeuten, ohne dies zu beabsichtigen.

( Quelle: www.bild.de )

Der Renten-Berater Bernd Klöckner kritisert: Die heutigen Rentner beziehen politisch über Jahre gefördert - zu hohe Renten aus einer Kasse, aus der auch die Rente für nächste Generationen gezahlt wird. Damit wird diese junge Generation ausgebeutet.

Finden Sie nicht auch, das dies eine Provaktion der älteren Generation ist?

Mit freundlichem Gruß
W.
Antwort von Heinz Paula
1Empfehlung
01.04.2008
Heinz Paula
Sehr geehrter Herr ,

zunächst möchte ich zu Bedenken geben, dass Artikel aus der Bild-Zeitung meines Erachtens nicht immer eine geeignete Diskussionsgrundlage darstellen. Gerade auch die Wortwahl in diesem Artikel ("die Alten beuten die Jungen aus") ist in meinen Augen nicht dazu geeignet, eine sachliche Diskussion über dieses Thema zu führen.

Der Umstand, dass die jüngere, arbeitende Generation die Renten der älteren Generation finanziert, beruht ja nicht auf der Absicht der "Ausbeutung" von irgendeiner Seite, sondern auf dem Prinzip des "Generationenvertrags" im deutschen Rentensystem - und ist somit völlig legitim.

Unbestritten ist jedoch die Tatsache, dass aufgrund der demographischen Entwicklung immer weniger Arbeitende durch ihre eigene Arbeit die Rente für immer mehr Rentner finanzieren müssen. Innerhalb der kommenden Jahrzehnte wird sich hier voraussichtlich das durchaus problematische Verhältnis 1:2 ergeben!

Auch die Befürchtung, dass kommende Rentner-Generationen möglicherweise über eine signifikant geringere Durchschnittsrente verfügen werden, ist nicht ganz unbegründet. Die Reallöhne sinken in ihrem Niveau seit Jahren. Erschwerend hinzu kommt der Umstand, dass die Rentenkasse aufgrund der beschriebenen demographischen Problematik zunehmend höheren Belastungen ausgesetzt ist.

Es gibt keine einfachen Lösungen für die Probleme des deutschen Rentensystems. Folglich ist auch niemandem mit einer einfachen Schuldzuweisung nach dem Motto "die Alten beuten die Jungen aus" geholfen.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Heinz Paula
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
19.03.2008
Von:

Wie beurteilen Sie die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Vorratsdatenspeicherung?

Wie ich früher schon schrieb, werden die Karlsruher Richter immer öfter zum Rettungsanker der bürgerlichen Rechte. Im Gegensatz zu den Regierungspolitikern nehmen sie das Grundgesetz und die Befürchtungen der Bevölkerung ernst.

Die "umfassende und anlasslose Bevorratung sensibler Daten über praktisch jedermann für staatliche Zwecke, die sich zum Zeitpunkt der Speicherung der Daten nicht im einzelnen absehen lassen", bewirkten einen "erheblichen Einschüchterungseffekt".

Sehen Sie, Herr Paula, worauf die Karlsruher Richter abzielen?
Antwort von Heinz Paula
bisher keineEmpfehlungen
01.04.2008
Heinz Paula
Sehr geehrter Herr ,

natürlich ist mir die Argumentation des Bundesverfassungsgerichtes bekannt. Diese Entscheidung ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass in Hinsicht auf eine verbesserte Terrorismusbekämpfung Handlungsbedarf besteht.

Das Beinahe-Attentat der "Kölner Kofferbomber" (das in seinen Ausmaßen unvorstellbar gewesen wäre) und die neuerlichen Terrordrohungen der Al Kaida für Europa geben keinen Anlass dazu, die Hände in den Schoß zu legen und die Bemühungen um einen besseren Schutz der Bürger einzustellen.

Das hat auch das Bundesverfassungsgericht erkannt und die grundsätzliche Pflicht zur Speicherung der für die Arbeit der Sicherheitsbehörden unerlässlichen Verkehrsdaten bestätigt. Lediglich die Nutzung dieser Daten zur Strafverfolgung wurde eingeschränkt – auf die Verfolgung "besonders schwerer Straftaten".

Ich begrüße diesen Kompromiss.

Ihr Heinz Paula
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
02.04.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Stock,

ich hab mir ein paar Antworten bzgl Fragen zur Vorratsdatenspeicherung durchgelesen. Ich muss sagen, ich finde es immer wieder erschreckend, wie wenig Sachkenntniss bei Ihnen und Ihren Kollegen in der grossen Koalition anzutreffen oder vorgetäuscht wird.
Sie sprechen davon, dass es ein grosser Aufwand sei, etwas mit den Verbindungsdaten anzufangen (Antwort auf eine Frage von Herrn Stock). Vorrausgesetzt die Infrastruktur ist vorhanden, sprich Datenbank mit allen Verbindungsdaten und ein Rechenzentrum. Dann braucht es so ziehmlich einen Programmierer der halbwegs fit in Datamining ist. Der könnte Ihnen schon eine ganze Menge über die politische Meinung und persönlicher Vorlieben aller Anschlussinhaber hier in Deutschland sagen.
Und finden Sie nicht, dass man vielleicht erstmal was gegen die ganz konkreten Gefahren für das Leben eines jeden Einzelnen unternehmen sollte? Denken Sie nurmal alleine an Alkohol im Strassenverkehr. Dadurch Sterben pro Jahr wesentlich mehr Menschen in Deutschland wie durch Anschläge. Sollte nicht das erstmal gelöst werden (sprich 0 Promille), bevor man sich doch recht abstrakten Gefährdungen zuwendet?

Mit freundlichen Grüssen
Antwort von Heinz Paula
2Empfehlungen
14.05.2008
Heinz Paula
Sehr geehrter Herr ,

Ihr Tonfall ist nicht besonders freundlich. Sie unterstellen sämtlichen Politikern der großen Koalition, keine Sachkenntnis zu haben und nichts gegen Alkohol im Straßenverkehr zu unternehmen.

Seit Jahresbeginn gilt das Alkoholverbot für Anfänger. Eine altersunabhängige Null-Promille-Regelung im Straßenverkehr ist nicht einfach durchzusetzen, ich würde das aber grundsätzlich befürworten.

Im Zusammenhang mit dem internationalen Terrorismus von einer "abstrakten Gefährdung" zu sprechen, ist – mit Verlaub – absurd !

Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Heinz Paula
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