Heinz Kühsel (DIE LINKE)
Kandidat Landtagswahl Niedersachsen 2008
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Grunddaten
Heinz Kühsel
Jahrgang
1949
Berufliche Qualifikation
Pharmaberater
Ausgeübte Tätigkeit
-
Wohnort
-
Wahlkreis
Walsrode
Ergebnis
6,1%
Landeslistenplatz
-
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(...) Es freut mich, dass Ihr (ich hoffe, ich darf noch das "Du" benutzen) Euch in der Schule mit Politik und wohl auch schon mit dem wichtigen Thema Berufswahl beschäftigt. Pharmaberater ist übrigens nicht der einzige Beruf, den ich bisher ausgeübt habe. Ich erwähne das, weil es immer mehr Menschen gibt, die freiwillig oder notgedrungen einmal oder sogar mehrfach den Beruf wechseln. (...)
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Frage zum Thema Bürgerbeteiligung und Bürgergesellschaft
31.12.2007
Von:

sehr geehrter herr kuehsel,
wie sehen die chancen der linken in ihrem wahlkreis aus?

mfg
Antwort von Heinz Kühsel
13Empfehlungen
01.01.2008
Sehr geehrter Herr ,

zunächst danke ich Ihnen für Ihr Interesse. Dass Ihnen niemand – auch kein Wahlforscher - das Wahlergebnis der Partei DIE LINKE verlässlich voraussagen kann, wissen Sie natürlich selbst. Meine persönliche Einschätzung - vor Beginn des eigentlichen Wahlkampfs, also noch ohne zählbare Rückmeldungen – nenne ich Ihnen gern.

DIE LINKE ist als neue Kraft entstanden, weil sich viele Bürger nicht mehr von den Regierenden vertreten fühlten, sondern verschaukelt. Ihre neoliberale Heilslehre der Profitmaximierung ist schlicht Klassenkampf von oben. Weil das immer mehr Menschen schmerzhaft am eigenen Leib spüren, wachsen unsere Chancen täglich. Wir bieten den Wählern einen Gegenentwurf, im Bundestag stellt DIE LINKE die einzige echte Opposition. Sie wissen sicher, dass wir immer mehr Zuspruch gewinnen, trotz aller Anstrengungen anderer, DIE LINKE zu diffamieren.

Nach meiner Kenntnis sahen uns Umfragen (denen ich wie gesagt immer skeptisch begegne) in Niedersachsen bislang in der Nähe der 5-Prozent-Marke. Wenn es uns weiterhin gelingt, die wahren Interessen unserer Regierenden (und ihrer Hintermänner) offen zu legen, und davon bin ich überzeugt, wird uns der Sprung in den Landtag gelingen. Ich sehe im Wahlkreis 43 keine spezifischen Entwicklungen, die ein Abweichen vom allgemeinen Trend begründen, insofern rechne ich auch hier mit einem Erfolg der LINKEN. Es gibt hier viele mündige und kritische Wahlbürger. Der Heidekreis wird kaum die Spitzenergebnisse unserer "Hochburgen" erreichen können, aber dies ist uns ein Ansporn. Wir werden nach Kräften um jede Stimme kämpfen, nicht mit Geschenken, sondern mit Argumenten. Wir nehmen die Wähler ernst.

In diesem Zusammenhang beachten Sie bitte auch unseren Schwerpunkt Bildung.. Wer aufgeklärt und gebildet ist, hat nicht nur bessere berufliche Chancen, sondern durchschaut auch Schaumschläger, Wahlbetrüger und materielle Abhängigkeiten. Könnte das nicht erklären, warum Regierungsparteien hartnäckig Widerstand leisten gegen echte Bildungsreformen (z. B. unser Ziel "gemeinsam bis zur 10. Klasse")?

Falls Sie Informationen zum Thema Bürgerbeteiligung wünschen, deren Stärkung für DIE LINKE Voraussetzung für ein wirklich demokratisches Gemeinwesen ist, bitte ich um Nachricht.

Mit freundlichen Grüßen

Heinz Kühsel
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Frage zum Thema Arbeit
10.01.2008
Von:

sehr geehrter herr kühsel!

Da ich gerade ein Projekt über Landtagswahl in der schule habe ..... möchte ich sie gerne fragen wie sie zu ihrem beruf gekommen sind und wie sie auf die idee gekommen sind???
ob der beruf auch so ist wie sie sich das vorgestellt haben .........
wenn sie eine familie haben ob man die zeit und den aufwand mit der arbeit , zuhause ausgleichen kann........
naja ...ich wünsche ihnen viel glück bei ihrer wahl!

mit vielen und freundlichen grüßen klasse 7bR Haupt und realschule Bad Fallingbostel.
Antwort von Heinz Kühsel
6Empfehlungen
10.01.2008
Liebe , liebe Schüler/innen der Klasse 7bR,

es freut mich, dass Ihr (ich hoffe, ich darf noch das "Du" benutzen) Euch in der Schule mit Politik und wohl auch schon mit dem wichtigen Thema Berufswahl beschäftigt. Pharmaberater ist übrigens nicht der einzige Beruf, den ich bisher ausgeübt habe. Ich erwähne das, weil es immer mehr Menschen gibt, die freiwillig oder notgedrungen einmal oder sogar mehrfach den Beruf wechseln. Das ist oft ein schweres Los; ich hatte Glück, ich habe es als wichtige Bereicherung empfunden, denn ich kenne nichts Schöneres als lebenslang neues Wissen und neue Fähigkeiten zu erwerben. Ganz unter uns: Als Schüler habe ich nicht immer so gedacht, da ging mir manches gewaltig "auf den Keks", aber wenn man älter wird….

Zu meinem Beruf bin ich durch Zufall gekommen. Als Student musste ich immer nebenbei arbeiten, um meinen Unterhalt zu finanzieren. Studiengebühren gab es damals noch nicht, die Politiker wollten noch Bildung für alle und Chancengleichheit (!), aber das Leben kostet halt Geld, und nicht jeder hat reiche Eltern. Bei einem dieser zahlreichen Jobs lernte ich eine nette Kollegin kennen, deren Mann Pharmaberater war. Er informierte mich ausführlich, und mir gefielen die beruflichen Aussichten sehr. Als Außendienstler ist man relativ selbständig, sitzt nicht pausenlos am Schreibtisch und lernt immer neue interessante Leute kennen, in diesem Fall Ärzte/Ärztinnen, Arzthelferinnen und Apotheker/innen. Ganz besonders reizte mich die notwendige fachliche Ausbildung, denn für Medizin hatte ich mich immer schon interessiert.
Nach bestandener Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer wurde ich auf die Menschheit losgelassen. Bildung und Gesundheit sind übrigens auch heute noch meine bevorzugten politischen Themen. Die Erfahrungen im Gesundheitswesen waren für mich sehr wertvoll.

Der Beruf entsprach durchaus meinen Vorstellungen. Nach einigen erfolgreichen Jahren beteiligte ich mich an der Gründung eines Betriebsrats und wurde für ein paar Jahre zum Vorsitzenden gewählt. Eine lehrreiche Zeit für mein politisches Leben. Ich habe im Rahmen der Gesetze (Betriebsverfassungsgesetz) für die Interessen meiner vielen Kollegen gekämpft. Das hat mir keine Privilegien (z. B. Dienstreisen nach Brasilien) eingebracht, sondern erhebliche persönliche Nachteile. Seitdem weiß ich ziemlich gut, dass unsere Arbeitswelt weder gerecht noch demokratisch ist, dass wir das dringend ändern müssen und dass der Einzelne ohne gewerkschaftliche Solidarität und Hilfe verloren ist.

Wie fast überall haben sich auch die Verhältnisse im Pharmabereich verändert. Im Zusammenhang mit diversen Gesundheitsreformen der Politik seit 1993 haben viele Kollegen/innen ihren Arbeitsplatz verloren. Ich rechne damit, dass es zu weiterem Personalabbau kommt. Das scheint heute die einfachste Art, den Gewinn zu steigern. Wohin wird uns das führen?

Was den persönlichen Aufwand anlangt, gibt es gerade im Außendienst große Unterschiede. Manchen verführt die selbständige Arbeit dazu, mit wenig Einsatz über die Runden zu kommen. Ich konnte das leider nie. Wenn man hingegen versucht, die Vorgaben der Vorgesetzen ohne Schmu immer korrekt zu erfüllen, kostet das sehr viel Zeit, Kraft und Nerven. Ohne den Rückhalt meiner Familie hätte ich das nicht geschafft. Auch heute - als Kandidat – kann ich mich auf meine Familie stützen, der ich dafür sehr dankbar bin.

Mit den besten Wünschen für Eure Zukunft
Heinz Kühsel


P. S. Meine Rechtschreibung entspricht nicht immer der neuen "Reform". Das ist Absicht. Lasst Euch davon bitte nicht zu Fehlern in der Schule verleiten.
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Frage zum Thema Arbeit
10.01.2008
Von:

Sehr geerter Herr Kühsel

Wollten sie schon immer Politiker werden?
Was haben sie vor dem Beruf Politiker gemacht?
In der Schule haben wir in Politik das Thema Wahlen und anderes. Und wir wollten mal fragen was sie im Bundestag eigentlich machen?
Antwort von Heinz Kühsel
6Empfehlungen
11.01.2008
Guten Tag, ,

ich muss zunächst ein Missverständnis aufklären. Ich bin kein Berufspolitiker und sitze nicht im Bundestag, sondern kandidiere für ein Landtagsmandat in Niedersachsen. Meinen richtigen Beruf habe ich gerade in meiner Antwort an Lotta Heinrich beschrieben, ebenfalls hier bei Kandidatenwatch leicht zu finden.

Politisch aktiv bin ich schon vor fast 40 Jahren gewesen, als Student in der SPD, als Kriegsdienstverweigerer und später als Betriebsrat und Gewerkschaftsmitglied.

Ich möchte die Gelegenheit nutzen, ein paar persönliche Bemerkungen zum Thema Berufspolitiker zu äußern. Bekanntlich wächst bei den Wählern seit langer Zeit das Misstrauen gegenüber diesen Mandatsträgern, sie haben sich einen denkbar schlechten Ruf erworben. Das führt leider dazu, dass immer weniger Menschen zur Wahl gehen. Ich höre das immer, wenn ich an meinem Informationsstand mit Passanten diskutiere.

Der Hauptgrund ist, dass diese gewählten Damen und Herren ihre Wahlversprechen oft nicht halten, sogar das Gegenteil von dem tun, was sie vor der Wahl versprochen haben. Als Beispiel nenne ich die Mehrwertsteuererhöhung von 16 auf 19 Prozent und die Einführung von Studiengebühren in Niedersachsen. Das waren solche typischen Wortbrüche.

Es macht auch keinen guten Eindruck, wenn das Parlament einen gesetzlichen Mindestlohn für hart arbeitende Menschen verweigert, sich aber selbst eine kräftige Diätenerhöhung bewilligt.

Kurz gesagt: Wenn die Mehrheit im Parlament immer wieder gegen die Interessen der Bevölkerungsmehrheit entscheidet, ist etwas oberfaul in unserer Demokratie. Offensichtlich dienen viele Berufspolitiker bestimmten Interessengruppen und sind keine echten Volksvertreter mehr. Ganz abgesehen von der moralischen Fragwürdigkeit zerstören solche Politiker das Fundament unserer demokratischen Ordnung. Da nützt es leider nichts, dass es auch positive Beispiele geben mag, der Gesamteindruck ist verheerend.

Deshalb wollen wir von der Partei DIE LINKE. mehr Demokratie durchsetzen, z. B. durch erleichterte Volksbegehren und Volksentscheide, aber auch durch die Möglichkeit, mit Streiks gegen politische Fehlentscheidungen zu kämpfen, wie das in anderen Ländern möglich ist.

Mit den besten Wünschen
Heinz Kühsel
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