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Sehr geehrte Frau Ministerin,
mit dem Thema Integration und Zuwanderung ist ein Thema angesprochen, dem offensichtlich in zweierlei Hinsicht eine gestiegene Bedeutung zuzukommen scheint:
(1.) im Hinblick auf die Problematik der Integration der Immigranten und deren Kinder in die Aufnahmegesellschaft, ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Wohlstand und der Partizipation am öffentlichen Leben.
(2.) Im Hinblick auf die "demographische Schieflage", welche aus volkswirtschaftlicher Sicht Zuwanderung nahelegt.
Dem Integrationsplan zufolge ist die SPD vorrangig um Bildungs- und Arbeitsmarktpartizipation von Migranten bemüht. Damit beschreitet die SPD den Weg der Integration über Partizipation und setzt auf die bildenden Instanzen als vermittelnde Institutionen. Die Notwendigkeit solcher Maßnahmen ist sicherlich unumstritten, ebenso aber ihre Effektivität [...] - und dies v. a. auch im Hinblick auf die bestehenden Arbeitsmarktrestriktionen.
Die Frage lautet nun: wie soll eine auf Partizipation ausgerichtete Integrationspolitik funktionieren, wenn die Kapazität des Arbeitsmarktes dem Gesamtvolumen an Humankapital nicht entspricht? Dem volkswirtschaftlichen Interesse an Zuwanderung stehen auf der anderen Seite gesellschaftliche und individualbiographische Folgekosten auf Seite der Immigranten entgegen, welche eine Rechnung nach "Bruttoregistertonnen", bzw. privaten Gewinnen und SteuerEinnahmen anderseits als durchaus unbegabt erscheinen lassen.
M. a. W.: Welchen Kurs verfolgt die SPD im Hinblick auf die Problematik "Intergration vs. Immigration", also die offensichtliche Behinderung der Integrationsbeühungen durch volkswirtschaftliche Interessen? Und wie lässt sich dies wiederum auch mit Arbeitnehmerinteressen vereinbaren? Und wie rechtfertigen sich kostenintensive Interventionsprogramme, die letzten Endes nichts als Verschiebungen in den Relationen, nicht aber ein mehr an Teilhabe verwirklichen können?
Mit freundlichen Grüßen
H.