Sehr geehrter Herr

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Dass China von allen Herstellern verlangt, dass 50% aller in China verkauften Autos auch in China produziert werden, stimmt so nicht. Es gab eine chinesische Regelung, die ausländischen Firmen vorschrieb, Joint Ventures mit chinesischen Firmen zu gründen, wenn sie in China produzieren/verkaufen wollten. Weiterhin gibt es dort noch bis mindestens 2011 so genannte "Legal Content Requirements", d.h. dass ein Importeur Zollnachlässe erhält, wenn er einen Teil der zu importierenden Ware stattdessen im Inland produziert. Im Zuge der schrittweisen Marktöffnung Chinas und dessen WTO-Beitritt im Dezember 2001 wurden und werden derartige Regelungen jedoch abgeschafft, da sie nicht "WTO-konform" sind, da so ausländische Firmen gegenüber chinesischen diskriminiert werden.
Auch bin ich wie Sie der Meinung, dass die Umwelt immer mehr geschädigt wird, wenn weiterhin so produziert/gewirtschaftet wird wie bisher. Da Transportkosten im Allgemeinen sehr gering sind, besteht für Firmen oft wenig Anlass, dort zu produzieren, wo verkauft wird, wenn dort die Steuern, Arbeitskosten, etc. höher sind. .. Allerdings stellt sich natürlich auch die Frage, wie sinnvoll es ist, ein Produkt bspw. unverpackt ins Land A zu schicken, nur um es dann dort noch zu verpacken, damit ein Teil der Wertschöpfung in Land A bleibt und die geforderte Quote erfüllt ist. Grundsätzlich gebe ich Ihnen jedoch recht, dass mehr dort produziert werden sollte, wo verkauft wird - ist ja eine alte Grüne Forderung!
Um derartige Regelungen auch innerhalb in der EU einzuführen, muüsste man jedoch bei der WTO ansetzen. Die Verhandlungen dort führt allerdings die Europäische Kommission; das Europäische Parlament ist in Außenhandelsfragen nur sehr begrenzt handlungsbefugt.
Das Europäische Parlament kann eher in Richtung Verbraucherschutz und die entsprechende Kennzeichnung von Produkten auf dem gemeinsamen Binnenmarkt wirken, so dass KonsumentInnen gut informiert ihre Kaufentscheidungen treffen können (siehe auch Ihre andere Frage). In diesem Sinne setze ich mich im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz ein.
Mit freundlichen Grüßen,
Heide Rühle