Sehr geehrter Herr

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gerne übernehme ich als Tierarzt die Beantwortung der Frage an Kollegin Ilse Aigner.
Ich kann Ihre Sorge und Ihren Unmut gut nachvollziehen, möchte Sie aber zunächst einmal beruhigen.
In Deutschland dürfen Nutztiere nur bis zu einem gewissen Zeitraum vor der Schlachtung mit Antibiotika behandelt werden.
Die Einhaltung dieses Zeitraumes wird sehr stark kontrolliert. Ihre Sorge, Sie könnten Schweinefleisch verzehren, welches Antibiotikum enthält kann ich damit aus dem Weg räumen.
Die Studienergebnisse sind, wenngleich nicht aus gesundheitlichen Gründen für den Menschen, dennoch alarmierend.
Nutztiere die mit Antibiotika behandelt werden, bilden, ähnlich wie Menschen resistente Keime (z.B. MRSA Erreger). Diese Keime können dazu führen, dass eine Antibiotikabehandlung erfolglos ist. Wird das Fleisch vor der Zubereitung allerdings gekocht oder gebraten, bzw. die notwendige Küchenhygiene angewendet, dann kann die Übertragung der Keime verhindert werden.
Aber, und das war ja Ihre Frage, wir wollen das Problem bei der Wurzel packen. Wir müssen uns also fragen, warum so viele Nutztiere mit Antibiotika behandelt werden. Mit dieser Frage haben wir uns vor kurzem ausführlich im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz auseinander gesetzt. Ministerin Aigner hat dazu auch im Ausschuss berichtet. Derzeit sieht es aus, als ob ein fraktionsübergreifender Antrag zustanden kommen würde.
Ich bin der Meinung, wir sollten über eine verbesserte Stallhygiene und ein verbessertes Herdenmanagement nachdenken, um das schnelle Ausbreiten von Krankheiten, wie z.B. Husten oder Durchfall zu vermeiden. Ich bin auch der Meinung, dass wir über das Haltungssystem die Fitness der Tiere erhöhen sollten. Ich weise aber ausdrücklich darauf hin, das wissenschaftliche Untersuchungen ergeben haben, das nicht die Besatzzahl sondern die Besatzdichte Einfluss auf die Krankheitsanfälligkeit hat.
Ich hoffe, ich konnte Sie auf diesem Wege beruhigen und Ihr Vertrauen in unsere Produkte und in unser politisches Tun stärken.
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Michael Goldmann