Hans-Christian Ströbele (GRÜNE)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Hans-Christian Ströbele
Jahrgang
1939
Berufliche Qualifikation
Rechtsanwalt
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg-Prenzlauer Berg Ost
Landeslistenplatz
keinen, Berlin
weitere Profile
(...) Der Umbau der Marheinike-Markthalle wird von der BGM durchgeführt und bezahlt. Die Gesellschaft ist, so weit ich weiß, zu 100 Prozent im Besitz des Landes Berlin. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
12.08.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Ströbele,

das Bundesverfassungsgericht genießt bei mir ein sehr hohes Ansehen, da es nun bereits mehrfach (und erschreckenderweise) den Regierungsparteien die "rote Kelle" bezüglich diverse umstrittener Gesetzesvorhaben gezeigt hat.
Im Zuge des EU-Reformvertrages soll wohl eine sehr große Einfluß vom EugH ausgehen. Damit verliert das Bundesverfassungsgericht leider Kompetenzen, was das Gericht wahrscheinlich dazu bewog, gewisse Schranken bei der Ratifizierung zu setzen. Nun las ich unter www.heise.de , dass "Regierungsnahe Juristen" planen, dem BVerfG Einfluß zu nehmen, um zukünftigen Kompetenzstreitigkeiten den Boden zu entziehen.
Können Sie dies bestätigen? Gehören Sie, was ich nicht glaube, zu diesen Juristen?

Ist das EugH eigentlich als unabhängig von den aktuell Regierenden anzusehen, wenn die Richter von selbigen für 6 Jahre nominiert werden (mit der Aussicht auf Verlängerung) und bei fürstlichen Gehältern (ca. 20.000€/Monat)? Sieht der EU-Reformvertrag eine Änderung dieser Besetzungs-Praxis vor?

Warum darf eigentlich ich als Büger nicht über diesen wichtigen Vertrag abstimmen, wenn da so weitreichende Änderungen drinstehen?

Freundliche Grüße
Antwort von Hans-Christian Ströbele
3Empfehlungen
17.08.2009
Hans-Christian Ströbele
Sehr geehrter Herr .

Auch ich hätte es für richtig gehalten, wenn über die EU-Verfassung eine Volksabstimmung auch in Deutschland stattgefunden hätte. Grundsätzlich gibt die Bevölkerung sich eine Verfassung und niemand sonst. So sieht es das Grundgesetz dies vor. Jetzt ist es keine Verfassung mehr, sondern der Lissabon-Vertrag. Das Parlament hat diesem mit großer Mehrheit zugestimt.Das Bundesverfassungsgericht hat daran verfassungsrechlich nichts auszusetzen.

Aber es hat in seiner Entscheidung dem Parlament in der Möglichkeit, weitere Souveränitätsrechte an Europa abzugeben, Grenzen gesetzt und sogar betont, selbst eine Zweidrittelmehrheit des Bundestages dürfe dies nicht. Das sei der Bevölkerung vorbehalten, die direkt in einer Volksabstimung entscheiden müsse.

Ich begrüße dies, wie ich auch die Entscheidungen des Bundesverfassungsgericht begrüßt habe, die diesem Gericht, also sich selbst, weiterhin eine Zuständigkeit für die Wahrung der Grundrechte des Grundgesetzes zusprechen.

Von einem ernsthaften Regierungsplan, die Befugnisse des Bundesverfassungsgerichts zu ändern und einzuschränken, weiß ich nichts. Es gibt immer wieder ärgerliche Sprüche und Kommentare, wenn das Bundesverfassungsgericht der Regierung und dem Bundestag mal wieder bescheinigt, daß sie die Verfassung verletzt haben. Aber von einem Bemühen, dem Gericht durch Gesetzes- oder gar Grundgesetzänderung die Flügel zu stutzen, habe ich nichts gehört. Ich nehme auch an, daß es dafür keine Mehrheit im Bundestag geben würde. Ich jedenfalls wäre strikt dagegen. Bundestag und Bundesrat können ohnehin langfristig Einfluß auf die Rechtsprechung dieses Gerichts nehmen. Schließlich werden die Richter am Bundesverfassungsagericht von Bundestag und Bundesrat ausgesucht und gewählt. Die grüne Fraktion hatte vor der Sommerpause noch mit einem Gesetzentwurf versucht, das Auswahlverfahren für die Verfassungsrichter transparenter und demokratischer zu gestalten. Leider ohne Erfolg. Die große Koalition hat den Entwurf abgelehnt. Sie will sich diese Möglichkeit, die Verfassungsrichter selbst, allein und geheim auszuwählen, nicht nehmen lassen.

Danke für Ihren Hinweis auf das Wahlverfahrens der Richter des EUGH. Wir werden prüfen, wie die Auswahl der Richter für dieses Gericht läuft und ggffs. Auch dazu Änderungsvorschläge machen.

Mit freundlichem Gruß

Ströbele
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
28.08.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Ströbele,

offensichtlich hält Sie die Mehrheit Ihrer Fragesteller noch immer in Fragen zu "Demokratie und Bürgerrechte" für kompetent. Da mein Thema durchaus auch diesen Kompetenzbereich betreffen kann, stelle ich Ihnen und Ihren Kolleg/innen in den anderen Parteien noch vor den ersten Landtags- und den Bundestagswahlen folgende Frage:

Betreiben auch deutsche Behörden, oder werden unter Mitwissen, Duldung oder/und Förderung durch deutsche Behörden "Geheimgefängnisse" oder diesen vergleichbare - u. U. unter anderem Namen und Deckmantel, verdeckt firmierende - Einrichtungen auch in DEUTSCHLAND betrieben?

Um unnötige Nachfragen zu vermeiden: das könnten sein Einrichtungen zur Resozialisierung, Ausländer-Integration, Migrationshilfe oder auch der "klassischen" Terroristenbekämpfung, bei denen rechtsstaatlich relevant die Frage nach Einsatz von technischen Mitteln der Überwachung nachzufragen wäre.

Gerne dürfen Sie meine Frage auch an etwa dafür zuständige weiterleiten, doch ist mir - und vielleicht auch anderen Bürgern - an einer zeitnahen Antwort, auf jeden Fall noch VOR den Bundestagswahlen, gelegen.
Antwort von Hans-Christian Ströbele
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08.09.2009
Hans-Christian Ströbele
Sehr geehrter Herr .

Konkrete Erkenntnisse für die Existenz von "Geheimgefängnisse" in Deutschland habe ich nicht. Im BND-Untersuchungsausschuß gab es Anhaltspunkte und Aussagen für die Existenz eines Militärgefängnisses, in dem von US-Militärs der Beteiligung an islamistischen Gewalttaten Verdächtige festgehalten wurden, aber keine ausreichende Beweise. Notwendige Ermittlungen wurden nicht durchgeführt.

Mit freundlichem Gruß
Ströbele
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
12.09.2009
Von:

Lieber Herr Ströbele,

wie kann es sein, dass ein grüner Politiker zum Lobbyisten für den Atomkraftkonzern RWE wird ?
Wie kann man es unterbinden, das Menschen wie Joschka Fischer durch solche geldgierigen Aktivitäten auch noch den letzten Funken Glaubwürdigkeit der Politiker verspielt ?

Beste Grüße
Antwort von Hans-Christian Ströbele
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22.09.2009
Hans-Christian Ströbele
Sehr geehrter Herr .

Die Motivation für die Übernahme der angesprochenen Beratertätigkeit müßten Sie beim ehemaligen Minister selbst erfragen. Ich bin darüber nicht informiert.
Ein Verbot der Übernahme einer solchen Tätigkeit würde vermutlich vor dem Bundesverfassungsgericht keinen Bestand haben, da seit der Beendigung des Ministeramtes fast vier Jahre, also eine volle Legislaturberiode, vergangen sind und ein direkter inhaltlicher Zusammenhang der Tätigkeit und dem Amt des Außenministers nicht besteht. Die Grünen setzen sich für eine Karenzzeit ein, in der ehemalige Minister und Staatssekretäre bestimmte Tätigkeiten nicht übernehmen dürfen. Bisher gab es dafür aber keine Mehrheit im Deutschen Bundestag.

Mit freundlichem Gruß

Ströbele
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
23.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Stroebele,

als Anwohner des Stadtteils Friedrichshain-Kreuzberg habe ich - wie auch einige tausend andere Bewohner Ihres Wahlkreises - Ihren Brief erhalten.

1. Warum werden Buerger ausser mit Plakat- und Fernsehwerbung auch noch via persoenlichem Briefkasten umworben? Haben Sie keine Angst davor, dass viele dies als Belaestigung empfinden?

2. Ihr Wahlwerbebrief traegt den Bundesadler und den Briefkopfbogen des Bundestages und nicht den Kopfbogen Ihrer Partei. Was beabsichtigen Sie damit? Mir suggeriert dies, dass Ihre private Wahlkampagne aus Steuermitteln finanziert wurde. Ist dies der Fall?

Viele Gruesse,
Antwort von Hans-Christian Ströbele
4Empfehlungen
24.09.2009
Hans-Christian Ströbele
Sehr geehrter Herr .

Nein, das ist nicht der Fall. Die Finanzierung meines Wahlkampfes können Sie meiner homepage entnehmen. Steuermittel sind nicht dabei. Nach der Wahl wird eine Endabrechnung von mir auf die homepage gestellt.

Der Brief, den Sie erhalten haben, ist ein zusammengefaßter Rechenschaftsbericht. Solche Rechenschaftsberichte verschicke ich alle zwei Jahre, einmal in der Mitte der Legislaturperiode und dann nochmal zu deren Ende. Ich halte dies für richtig, weil die Bürgerinnen und Bürger in meinem Wahlkreis einen Anspruch darauf haben, von mir und meiner politischen Arbeit als von der Mehrheit gewählter Bundestagsabgeordneter mehr zu wissen, als gelegentlich in der Zeitung steht oder kurzen Parolen auf Wahlplakaten zu entnehmen ist.
Diesen Brief habe ich in meinen PC getippt, dann wurden elektronisch der Briefkopf mit dem Bundesadler und mein Foto hinzugefügt und der fertige Brief in eine private Druckerei gemailt. Dort sind die Briefe gedruckt und dann zu größeren Teil mit der Post versandt und zum kleineren Teil von mir und meinen Wahlhelferinnen und Helfern verteilt worden. Alle Rechnungen für Druck, Papier und Versand werden von mir und aus Spenden bezahlt.
Vor der Nutzung des Bundesadlers habe ich schriftlich beim Bundestagspräsidenten nachgefragt, ob dagegen Bedenkten bestehen. Dies wurde ausdrücklich verneint.
Die Korrespondenz dazu können Sie auf meiner homepage nachlesen.

Mit freundlichem Gruß
Ströbele
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
23.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Ströbele,

meiner Auffassung nacht soll Demokratie so funktionieren (ganz grob):
die Bevölkerung hat verschiedene Meinungen ... Wahlen sollen sozusagen den "Mainstream" ausfindig machen und in diese Richtung soll dann die Politik laufen.
Was macht mann dann aber mit Parteien, die nach außen etwas versprechen, es dann aber anders machen?

Da sehe ich Ihre Mitarbeiterin Frau Künast, die vor laufender Kamera einem Fisch den Schädel einschlägt.
Oder die vielen Stimmen der "Grünen" die für den Afganistan-Krieg gestimmt haben (eine Partei die angeblich auch aus der Anti-Kriegs-Bewegung entstanden ist ... NICHT zu vergessen die Uranmunition welche in diesen Kriegen eingesetzt wird und dort ganze Landstriche für immer vernichtet!
Dann sehe ich vor meiner Haustür einen "Grünen-Wahl-Werbe-Stand" der fleissig hunderte von Luftbalongs an Kinder verteilt ... Luftbalongs die nicht nur Resourcen und Energie bei der Produktion gekostet haben, sondern auch Resourcen und Energie kosten, wenn ein Müllauto den ganzen Mist aufr die Müllkippe bringt (wenn es nicht der Fall sein sollte, dass der geplatzte Luftballon einfach im Wald liegen bleibt)?

Sie denken jetzt bestimmt "Luftballon - so ein Kinderkram!"
Darum frage ich Sie ... wo ziehen SIE und Ihre Partei der Sie angehören eigentlich die Grenze und sagen: diesen Krieg machen wir nicht mit ... diese Tiere schützen wir ... und diese Umweltverschmutzung lassen wir nicht zu!?
Antwort von Hans-Christian Ströbele
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24.09.2009
Hans-Christian Ströbele
Sehr geehrter Herr .

Die Grenzen habe ich längst gezogen. Ich habe von Anfang an gegen die Kampfeinsätze der Bundeswehr in Afghanistan gestimmt. Ich führe jetzt mit anderen grünen Abgeordneten und der Grünen Jugend eine Unterschriftensammlung durch mit den Ziel, "den Afghanistankrieg in verantwortbarer Weise zu beenden". Sie können sich darüber informieren über meine homepage oder gleich mitmachen unter www.afghanistan-krieg-beenden.de.
Den Schutz der Tiere halte ich für richtig. Weil Tiere in der Haltung unendlich häugig gequält werden und aus anderen Grünen esse ich seit vielen Jahren so gut wie keine toten Tiere.
Hinsichtlich der Luftballons bin ich anderer Auffassung als Sie. Zwar ist es richtig, die Ressourcenverschwendung einzudämmen, aber damit muß nicht bei diesen Ballons für Kindser angefangen werden. Andere Bereiche sind unendlich viel wichtiger, weil die Folgen viel schlimmer sind.

Mit freundlichem Gruß
Ströbele
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